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“Eigentlich kann ich das doch gar nicht!” – Selbstzweifel und wie ich damit umgehe.

„Was du alles wuppst! Wie schaffst du das nur?“ Ich weiß nicht, wie oft mir diese Frage in den letzten Jahren gestellt wurde. Unzählige Male, speziell auch nach diesem Beitrag. Oft mit leicht bewunderndem Unterton, der mich beschämt. Ich fange dann an, abzuwinken und zu relativieren. Denn ... meine persönliche Wahrnehmung und Einschätzung ist eine andere: „Eigentlich kann ich das alles doch gar nicht.“

Fakt ist: Ich bin eine Frau voller Selbstzweifel. Vor drei Jahren ich sehr ausführlich geschrieben: über die Angst zu scheitern, darüber, sich überschätzt und überbewertet zu fühlen, über das Gefühl, nicht gut zu sein, und niemals gut genug. Eigentlich, so flüstert mir ein Teufelchen regelmäßig ein, sind andere besser, talentierter, fähiger. Mein Erfolg? Zufall und Glück gehabt! Den Bluff hat nur noch niemand gemerkt. Kommt aber noch, irgendwann! „Hochstapler-Syndrom“ nennt sich das wohl, und ich weiß, dass viele Frauen dieses Gefühl mit mir teilen. (Männer interessanterweise weniger.)

 

Wie oft habe ich mir schon gedacht: Ich kann das doch gar nicht, ich habe das nicht gelernt! Ich kann keine Kolumnen schreiben können, ich bin doch keine Journalistin. Bücher schreiben? Das kann nichts werden, so gut bin ich einfach nicht. Über Mode zu bloggen? Bitte, was verstehe ich schon von Mode! Und so weiter und so fort. Wenn ich manchmal in mich hineinblicke, bin ich ein einziger großer Selbstzweifel, der sich darüber wundert, was mir andere zutrauen. (Und was ich doch schon alles hingekriegt habe, wie auch immer es mir gelungen sein mag.)

„Eigentlich, so flüstert mir ein Teufelchen regelmäßig ein, sind andere besser, talentierter, fähiger.“

Allerdings habe ich in den letzten Jahren gelernt, mein Leben nicht an meinen Selbstzweifeln und Ängsten auszurichten, sondern Herausforderungen auch dann anzunehmen, wenn ich erstmal einen Schreck kriege. Ja, von Selbstzweifeln lasse ich mich nicht klein kriegen! Dazu sind das Leben und seine Möglichkeiten viel zu spannend! Tatsächlich habe ich eine Technik entwickelt, die mir dabei geholfen hat, meine Ängste in Schach zu halten. Und die verrate ich dir heute, denn vielleicht hilft sie dir ja auch.

1. Anfangen.

Ja, fang einfach an. Trotz deiner Ängste. Lass dich nicht von deinen Selbstzweifeln ausbremsen, lass dir nicht von ihnen einflüstern „Du kannst das nicht!“ – mach einfach. Spring! Lass dich von deinem Herz leiten und nicht von deinem Kopf, der findet, dass du zu wenig Erfahrung hast, drei  bis zehn Fachbücher gelesen haben und idealerweise ein Zertifikat erworben haben solltest. Hätte ich auf meine Ängste gehört, gäbe es heute keine Texterella und ich würde auch keinen Kolumnen für Zeitungen und Zeitschriften schreiben. Und schon gar keine Bücher! Denn eigentlich kann ich das gar nicht!

2. Dranbleiben.

Kürzlich las ich einen schlauen Spruch: „Die Entfernung zwischen deinen Träumen und der Realität nennt sich Disziplin.“ Wie wahr! Ich kenne in der Tat keinen erfolgreichen Menschen, der nicht diszipliniert und fleißig wäre, und bereit, für ein Projekt auch zu leiden. „Ohne Fleiß kein Preis.“ Abgedroschen, aber wahr. Heißt aber auch: Nicht liegen bleiben, wenn man fällt, nicht aufgeben, wenn man scheitert. Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen! (Deine Selbstzweifel werden dich dafür hassen! ;-))

3. Lieben, was man tut.

Das ist eigentlich der wichtigste Punkt, aber oft merkt man ja erst im Tun, was man wirklich liebt. Oder was eben doch nur eine kurzfristige Begeisterung war. Tatsächlich bin ich der festen Überzeugung, dass nur Herzblut einen wirklich trägt. Ist Leidenschaft da, wird vieles  ganz einfach. Vice versa wird fast alles zu Plackerei und Mühsal, wenn das Herzblut fehlt. Der perfekte Nährboden für Ängste und Zweifel aller Art!

Diese drei Punkte sind für meinen Weg tatsächlich prägend und haben mich meine Selbstzweifel nicht besiegen, aber doch in den Griff kriegen lassen. Neues nehme ich immer als Herausforderung an, an der ich mich messe. Und wenn ein Projekt tatsächlich scheitert? So what! Meine Erfahrung: Schließt sich eine Tür, öffnet sich die nächste. Und dann mal schauen, was Spannendes durch die Tür kommt!

Wie geht es dir mit Selbstzweifeln? Hast du gelernt damit umzugehen?

Foto: Martina Klein

Die Bezugsquelle für den Look findest du hier.

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1775 9 Texterella persönlich., 50+ Lifestyle 20.05.2020   texterella persönlich, selbstzweifel überwinden, selbstzweifel

9 Kommentare

  • Sieglinde Graf
    am Donnerstag, 21. Mai 2020 um 18:26 Uhr

    Frauen haben tatsächlich mehr Selbstzweifel als Männer. Das Gute daran ist, dass wenn frau drüber redet (so wie Du in Deinem Post), sich Möglichkeiten eröffnen, diese sehr zu verringern.
    Im Laufe meiner vielen Lebensjahre und der beruflichen Bildungsarbeit mit Frauen, habe ich gelernt, dass es absolut hilft, wenn wir Frauen uns gegenseitig unterstützen und positives Feedback geben, so wie es oben Leserin Stephanie schreibt: “Wir halten uns gegenseitig für Genies….” :-).
    Und tatsächlich sind wir das auch oft genug in Vielem!
    Frauen sollten einen kleinen “Jubelchor” um sich scharen, dann bekommen Selbstzweifel einiges auf die Ohren! Dass wir gleich größenwahnsinnig werden, ist - leider - keine Gefahr…
    Deine Tipps sind treffend und die Sache mit dem Herzblut gibt dem Ganzen die richtige Energie.
    Diese gute Erfahrung habe ich oft gemacht!
    Sonnige Grüße schickt Sieglinde

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  • Ilka
    am Mittwoch, 20. Mai 2020 um 18:59 Uhr

    Oh ja - das kenne ich nur zu gut. So richtig bewußt wurde es mir bei einer Wandertour. Wir mussten da ein Stück mit einem Seil an einem Felsen hoch. Und was sage ich, als ich oben angekommen bin: “Sowas kann ich doch gar nicht”.  Jetzt versuche ich mehr (aber innen ist der Zweifel noch da).
    Viele Grüße
    Ilka

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Nicole
    am Mittwoch, 20. Mai 2020 um 14:49 Uhr

    Liebe Susi,
    ein ‘Sie spricht mir aus der Seele’ Post.
    Und auch wenn es wirklich toll ist, was du schaffst (Vieles davon täte ich auch gern, haha), ist es genauso toll, dass du uns von diesen Zweifeln erzählst.
    Ich würde jede Stelle dieses Posts unterschreiben, besonders die Herzblutstelle.
    Und dass wir nicht allein mit unseren Zweifeln sind, radiert sie nicht aus, aber sie werden blasser.
    Danke für deine Worte…
    Nicole

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Anja Pöhls
    am Mittwoch, 20. Mai 2020 um 11:39 Uhr

    Liebe Susanne,
    dein Beitrag kommt genau zur richtigen Zeit. Er hat mich gerettet. Danke für all deine wunderbaren Beiträge und Worte.
    Ich bin ein großer Fan .
    Herzliche Grüße aus Stuhr von Anja

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  • Sibille
    am Mittwoch, 20. Mai 2020 um 10:59 Uhr

    Liebe Susanne,

    gerade heute früh mit meiner Kollegin über die Sorge nicht genug zu sein, es reicht nicht und das Ergebnis könnte immer besser sein, gesprochen. Ja, ich kenne das Gefühl mein größter Kritiker zu sein. Es ist der eigene Anspruch, der einem nicht immer wohlgesonnen ist. 

    Danke f. d. Beitrag.

    Sibille

     

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  • Stephanie
    am Mittwoch, 20. Mai 2020 um 09:57 Uhr

    Liebe Susanne,
    ich bin mit einer Freundin neulich drauf gekommen, dass wir uns gegenseitig für Genies halten, uns selbst aber jeweils für Blenderinnen. :-) Tatsächlich, Selbstzweifel scheinen bei Frauen sehr viel weiter verbreitet zu sein als bei Männern. Ich habe gestern erst Renate Georgy gelesen, die das auch thematisiert und rät, mal einen männlicheren Blickwinkel auf sich selbst anzuwenden. Ich versuch’ das jetzt - ich habe nämlich keine Lust mehr, im Leben was zu verpassen oder meinen Neigungen nicht zu folgen, nur weil ich Angst habe. Tschakka!
    Viele Grüße!
    Stephanie

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  • Karen
    am Mittwoch, 20. Mai 2020 um 09:29 Uhr

    Liebe Susanne,
    du sprichst mir aus dem Herzen.
    Ich muss sagen, dass es mir aber mit dem Älterwerden leichter fällt, mit diesen Zweifeln umzugehen. Wenn man älter wird, hat man eben gesehen, dass man doch auch Einiges erreicht hat. Das erleichtert ein gewisses Wagnis.
    Deine Tipps, anfangen, dranbleiben, lieben was man tut, sind goldrichtig.
    Deshalb vielen Dank, dass du sie ausgesprochen hast. Und weiterhin viel Mut bei allem, was du tust.
    Liebe Grüße
    Karen

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  • Martina Klein
    am Mittwoch, 20. Mai 2020 um 09:00 Uhr

    Liebe Susanne,

    Oh, wie gut ich sie kenne, diese hässliche Fratze des Selbstzweifels und der Angst, zu scheitern bzw. nicht gut genug zu sein. Den Knoten im Bauch und den verspannten Nacken. Mir hilft auch, daran zu denken, dass ich mit diesem Gefühl nicht alleine bin. Danke für Deine offenen Worte.

    Alles Liebe
    Martina

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  • Brigitte Adam
    am Mittwoch, 20. Mai 2020 um 08:57 Uhr

    Und ich dachte, ich sei die Einzige mit solchen Gedanken . Danke, dass Du aufzeigst, es gibt eine Community mit diesen Symptomen.
    Sei lieb gegrüßt
    Brigitte

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