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Donnerstag, 09. Februar 2017 um 06:00 Uhr

Ein Tropfen Blut für ein ganzes Leben. Warum ich dich bitte, dich typisieren zu lassen.

Es passiert immer nur den Anderen.

Natürlich wissen wir, dass das nicht stimmt. Dennoch verdrängen wir den Gedanken: dass wir selbst, unsere Lieben oder – am schlimmsten – unsere Kinder schwer erkranken könnten. Selbstschutz, klar, sonst würde man ja verrückt.

Und dann passiert es doch.

Ich kann mich noch gut an den Vormittag erinnern, als ich erfuhr, dass meine kleine Nichte mit damals fünf (!) Jahren an Knochenkrebs erkrankt war. Ich habe einen ganzen Tag lang nur geweint. Noch heute, beim Schreiben dieser Zeilen, laufen mir, Tränen über die Wangen, wenn ich daran denke, dabei ist das nun schon ein paar Jahre her … und ja, meine Nichte lebt und hat die Krankheit überstanden. Wie oft habe ich damals meine Kinder gedrückt und geherzt, wie froh war und bin ich immer noch, dass sie gesund sind.

Ein Tropfen Blut für ein ganzes Leben. Warum ich dich bitte, dich typisieren zu lassen.

Es kann jeden treffen. Jederzeit.

Niclas zum Beispiel. Niclas ist 16 und ein Schulkamerad meiner Tochter Eva. Sie kennen sich seit Kinderspielplatzzeiten, haben gemeinsam die Grundschule besucht, gehen jetzt auf dasselbe Gymnasium in die Oberstufe, wollen beide nächstes Jahr Abitur machen und danach studieren. Niclas will Medizin studieren, Eva vielleicht auch ...

Aber nun wurde bei Niclas im Dezember MDS (Myelodysplastisches Syndrom) diagnostiziert, eine Krankheit, bei der die Produktion der Blutzellen im Knochenmark gestört ist. Das absolut Einzige, das ihm helfen kann, ist eine Stammzellenspende. Leider ist noch kein passender Spender gefunden. Sein kleiner Bruder Tim „passt“ nicht, ebenso wenig seine Eltern Sonja und Olaf. Mir blutet das Herz, wenn ich mir die Verzweiflung der Beiden vorstelle. Und ich bin mir sicher: dir auch!

Hier in Freising ist deshalb eine große Typisierungsaktion angelaufen. Wie viele Menschen und Institutionen sich beteiligen, ist wirklich berührend und lässt einen an das Gute glauben. Schulen, Kirchen, Presse, Gemeinden, Vereine, Feuerwehren und andere mehr unterstützen die Aktion, von der hoffentlich auch noch ein anderer junger Mensch profitieren könnte: Noah, der mit 21 zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt ist. Auch er braucht einen Spender oder eine Spenderin, um geheilt zu werden.

Warum ich dir all das erzähle?
Weil du helfen kannst. Und zwar ganz einfach:

* Komm am 18. Februar zur Typisierung nach Freising! Durchgeführt wird die Aktion von der AKB. Alles, was gebraucht wird, ist ein Tropfen Blut. Die Aktion findet am Samstag, 18. Februar 2017 von 10.00 bis 16.00 Uhr an zwei Orten statt:

im Foyer der TU München/Wissenschaftszentrum Weihenstephan
Gregor-Mendel-Straße 2, Freising

und

in der Aula des Josef-Hofmiller-Gymnasiums
Vimystraße 14, Freising

An beiden Orten sind ausreichend Parkplätze vorhanden.

* Falls du nicht aus der Region Freising kommst, kannst du dich bayernweit bei der AKB typisieren lassen. Informationen findest du hier. Die Altersgrenze bei der AKB ist 45 Jahre.

* Falls du nicht in Bayern wohnst oder älter bist als 45, kannst du dich bei der DKMS typisieren lassen. Hier wird nur ein bisschen Speichel aus der Mundhöhle gebraucht! Bei der DKMS kannst du dich bis 55 Jahren typisieren lassen. Informationen gibt es hier.

* Falls beides nicht in Frage kommt oder du schon typisiert bist, kannst du auch spenden. Denn Typisierung ist teuer und wird leider weder von Krankenkassen noch von staatlicher Seite gefördert. Für diese Aktion lautet die Kontoverbindung:

Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern
IBAN: DE55 7025 0150 0022 3946 13
Verwendungszweck: Niclas/Noah-Freising

(Ab 50 Euro wird eine Spendenquittung ausgestellt.)

* Teile diesen Hilfeaufruf und gib ihn weiter, damit möglichst viele Menschen davon wissen und mitmachen können.

Wer sich – wie ich auch – über die unterschiedlichen Altersgrenzen von DKMS und AKB wundert: Es ist tatsächlich eine Geldfrage. Die Organisationen verfügen über unterschiedliche finanzielle Mittel. Je jünger der Typisierte ist, desto besser ist es natürlich, weil sich – ganz brutal ausgedrückt – der finanzielle Aufwand eher lohnt als bei einem 50-Jährigen. DESHALB: Bitte auch deine Kinder, sich typisieren zu lassen! Das Mindestalter ist 17.

Heute wünsche ich mir nur eines: dass Niclas und Noah Spender finden. Damit sie – wie meine Nichte Annabelle, die mittlerweile das Gymnasium besucht und Tierärztin werden möchte – möglichst bald als geheilt gelten. Damit sie ein ganz normales Leben führen und ihre Pläne wahrmachen können. Und damit zwei Familie wieder glücklich sein und lachen können.

Wäre das nicht einfach wunderbar?

Bitte lass dich typisieren.

Danke.


Donnerstag, 09. Februar 2017 um 06:00 Uhr