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Frisch kolumnisiert.

Von Frauen, die sich nicht schminken.

Es will einfach nicht ruhig werden um Pamela Anderson (ja, genau die – die Badenixe der 1990er-Jahre mit den wippenden Brüsten …) Erst kürzlich gab sie der Vogue ein Interview  – zu dem Eklat, den sie auf der Paris Fashionweek im Dezember auslöste. Wagte es die Blondine doch tatsächlich bei diversen Shows ungeschminkt in der Frontrow zu sitzen. Nein, nicht im perfekt-natürlich geschminkten Nude-Look – sondern tatsächlich absolut ungeschminkt! Mit ungetuschten Wimpern und sichtbaren Pigmentflecken auf den Wangenknochen! Und das, obwohl bei der Pariser Modewoche doch nur eines zählt: die absolute Perfektion. Genau dort lief die Gute also ebenso „ungemacht“ auf wie unsereins, wenn wir frühmorgens ungeduscht mit dem Hund rausgehen oder Semmeln fürs Frühstück holen! Als wäre der Mode-Olymp eine Hundewiese oder der Bäcker ums Eck! Ein Wahnsinn.

Auf die erste Schockstarre folgten die Eilmeldungen. Die Gazetten überschlugen sich schier. Die Vogue, natürlich, Harpers Bazaar, Brigitte, Bunte, Stern … sogar der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT war der Pariser No-Make-up-Look-Knaller eine Meldung wert. Es ist ja auch unglaublich: Eine Frau, eine Prominente zumal, zeigt sich der Welt mit 56 ohne Foundation, Concealer und Blush. Nicht mal Lipgloss trug sie. Eine Revolution! Die Welt klatschte Beifall. Hurra, wir sind schön – auch ohne Schminke! Was für ein Statement, was für eine starke Botschaft! Was für eine Groß-, nein: Heldentat!

Wer nun aber davon ausging, ungeschminkt würde das neue „Get ready with me“ werden – weit gefehlt. Tatsächlich geändert hat sich (bislang?) – nunja: nichts. Die Beauty-Influencerinnen machen ungerührt weiter vor, wie man mit ein bisschen (oder auch ein bisschen mehr) Schminke „ganz natürlich“ auch mit 50 noch aussehen kann wie mit Mitte 30. Und auch sonst konnte ich keinerlei Veränderungen feststellen: Neue Lässigkeit in puncto Aussehen? Vielleicht sogar mehr Selbstbewusstsein, was die sichtbaren Zeichen des Älterwerdens angeht? Weit gefehlt. Nach wie vor wird gebotoxt, unterspritzt, gestrafft, gepeelt. Augenschatten werden mit Concealer abgedeckt, die blassen Wangen mit Rouge bepudert und ausgedünnte Brauen mit Tusche nachgetönt – alles damit man unsere Jahre nicht sieht. (Ich nehme mich da übrigens nicht aus, ich bin auch nicht anders.)

Von daher ist es wohl gut, vielleicht sogar wichtig, dass Pamela Anderson immer noch über ihre ungeschminkten Fashionweek-Auftritte spricht. Zumal sie beim Vogue-Interview viel Kluges sagt. Zum Beispiel, dass Altern ein Rebranding braucht – meine Rede! Mehr noch: Was könnten wir alles Tolles anstellen und erleben, wenn wir weniger Zeit und Geld in den Kampf gegen Falten, Altersflecken und Hängebäckchen steckten! Zumal wir das Älterwerden sowieso nicht aufhalten können. Warum also ständig dagegen ankämpfen?

Auf eine Sache könnte ich aber tatsächlich nur schwer verzichten: auf meinen geliebten Paris-roten Lippenstift! Aber vielleicht sollte ich – oder am besten wir alle – es mit Margot Friedländer halten: Seitdem ich mich erinnern kann, steht die 102-jährige Ausschwitz-Überlebende zu ihren Falten. Aber ein knallroter Lippenstift, der darf’s gelegentlich durchaus sein. Schließlich ist auch der ein Statement.

Illustration: Ulrike Haseloff

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7652 16 Frisch kolumnisiert., Beauty & Fashion 28.01.2024   älterwerden, pro-aging, schönheit, selbstbewusstsein

16 Kommentare

Karin
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 09:16 Uhr

Guten Morgen! Ich schminke mich nie, habe mich noch nie geschminkt. Ich färbe meine Augenbrauen, zugegeben. Meine 27-jährige Freundin sagte neulich, sie würde sich wünschen, so wie ich zu sein, weil sie viel weniger Stress habe. Als junge Frau kokettierte ich immer damit, dass ein Mann sich morgens freuen würde, wenn er neben mir aufwacht, weil ich genauso aussehe wie die Frau, die er abends mitgenommen hat. Das ist inzwischen nicht mehr so. Inzwischen bin ich morgens eine 53-jährige Frau mit Schwellungen und KnitterFalten. Aber ich fühle mich einfach nicht wohl, wenn ich geschminkt bin. Es ist, als würde ich fühlen, dass etwas auf meiner Haut ist. Und ich muss offen sagen, noch nie hat sich jemand beschwert und ich wurde auch noch nie angesprochen, dass wenn ich hier ein bisschen, dort ein bisschen…, Dass ich dann viel schöner aussähe.  Von daher finde ich es schön, wenn Prominente auch vollkommen ungeschminkt sich zeigen, sei es auf Instagram, in anderen sozialen Netzwerken oder sogar auf öffentlichen Veranstaltungen.

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Susanne Ackstaller
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 17:40 Uhr
Liebe Karin, ich bin da, sagen wir mal, neutral. Ich schminke mich und ich schminke mich nicht. Wie ich halt mag. Ich fand es allerdings schon bemerkenswert, dass es einen solchen Bohai ausgelöst hat, wenn sich eine 56-jährige Schauspielerin nicht schminkt. Kann doch jede machen, wie sie mag?! Liebe Grüße!

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Vera Purrio
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 09:35 Uhr

Guten Morgen,
im Grunde geht es ja nicht ums Älter werden an sich, sondern um die Endlichkeit des Lebens, die das Altern sichtbar macht.
Der Tod lässt sich nirgendwo, auch nicht in Paris, wegbotoxen.
All dat Gedöns um den Jugendwahn, der wirklich Wahn ist, ein Selbstbetrug, geht mir auf die Nerven. Ich trage Lippenstift,  Nagellack, weil ich es immer getan habe, Gewohnheit, habe ich freie Tage zu Hause, dann bin ich Make up frei, immer schon. Mein Umfeld erträgt mich also mit und ohne.
Ansonsten möchte ich die mir verbleibende Lebenszeit mit interessanten Dingen füllen.
Soll der Jugendwahn bleiben, wo er grassiert, es nützt nichts.
Mit Veränderungen muss man leben und nicht gegen diese angehen. Es ist Zeit- und Energieverlust.

Allen einen angenehmen Sonntag,
Vera Purrio

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Monika
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 10:05 Uhr
Du sprichst mir aus dem Herzen und mit dem Schminken halte ich es wie du. Warum Zeit und Energie auf etwas verschwenden, dass man sowieso nicht aufhalten kann? Liebe Grüße Monika Klassen

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Tine
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 09:42 Uhr

Guten Tag zusammen! Ich bin bei der Behauptung „ungeschminkt“ immer leicht mißtrauisch, weil ich mir nicht sicher bin, was das heißen soll. Es gibt ja sogar einen Make-up- Trend mit diesem Motto; und NATÜRLICH (!sic!) ist man da nicht ohne Schminke, sondern MIT einer Schminke, die das natürliche Aussehen unterstreicht. Das gut hinzubekommen, ist viel schwieriger (und zeitaufwändiger) als ein „sichtbares“ Make-up. Ich glaube, wir haben noch einen weiten Weg vor uns, bis wir die Vielfalt von Erscheinungen akzeptieren können. Ich bin 73 Jahre alt und mit dem Credo aufgewachsen, daß man niemals aus dem Haus geht ohne sich zurechtzumachen.

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Kathrin
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 10:02 Uhr

Guten Morgen. Ich bin auch eher die ungeschminkte “Wahrheit”. Und der Welt ist es zum Glück egal. Bin aber auch kein Promi. Zum Glück.
Aber die Sache mit dem Lippenstift verhält sich bei mir doch noch mal etwas anders. Zu Coronazeiten musste ich jeden Tag 8 Stunden mit einem Mundschutz vorm Gesicht arbeiten. “Damals” hatte ich mir geschworen, jeden Tag Lippenstift zu tragen, wenn mein Gesicht wieder vollständig zu sehe wäre.
Die Umsetzung ist noch ein wenig holprig. Mir fehlt es an manchen Tagen an etwas mehr Selbstbewusstsein und an anderen fehlt das passende Rot.
Ich arbeite daran….nur für mich. Der Welt ist es ja zum Glück egal.

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Karin
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 10:35 Uhr
Das ist ein toller Vorsatz mit einem wundervollen Hintergrund!!!

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Claudelle
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 11:04 Uhr

Wünschte, ich würde ein schönes und passendes Rot für die Lippen finden - gelingt mir seit Jahren trotz diverser Käufe nicht… Gehe auf die 60 zu und meine einst volleren Lippen sind inzwischen leider sichtlich schmaler geworden, so dass ich mir mit Lippenrot vorkomme wie ein Clown :-(
So bleibt es am Ende immer bei dezenten Farben - schade eigentlich…

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KerstinZ
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 11:12 Uhr

Guten Morgen an Euch Lieben,
bei mir ist das komisch. Früher . .  also so mit 30-40, ja noch mit 60, wäre ich nie ungeschmikt aus dem Haus gegangen. Aber je älter ich werde, desto egaler ist es mir. Augenbrauchen, Lipgloss, bisschen Puder auf die Nase, mehr mache ich nicht mehr unf finde, dss ich trotzdem noch ganz gut aussehe. Und mich damit wohlfühle.
Und genau darauf kommt es doch an, oder?
Liebe Grüße von Kerstin

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Ingrid
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 14:53 Uhr

Mit meinen 62 Jahren mag ich es wie eh und je, nämlich dezent. Ich bin geschminkt, sehe aber ungeschminkt aus. Keine auffälligen Farben, das mochte ich noch nie. Ich betone Augenbrauen (Rahmen fürs Gesicht), nehme braune Wimperntusche (schwarz finde ich bei mir zu hart), braunen oder moosgrünen Lidstrich und eine getönte Creme, die meinem Teint einen gleichmäßigen Glow verleiht. Dazu noch etwas Blusher auf die Wangen und einen rosenholzfarbenen Pflegestift. Ich sehe auch mit diesem Minimalprogramm um Welten frischer und lebendiger aus. All das passiert bereits morgens mit minimalem Zeitaufwand im Bad. Untertags wird auch nichts aufgefrischt, außer mal die Lippen mit dem Pflegestift.

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Ulrike Zecher
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 19:06 Uhr

Liebe Susi,

mir hat Pamelas Auftritt sehr gut gefallen: Sie hat sah so schön aus, dass ich dachte, sie wäre geschminkt. :)

Ihr Statement: “Alter braucht ein Rebranding”, finde ich großartig.
Einfach heiter weiter beim Älterwerden.

Liebe Grüße

Ulrike

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Susi
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 21:42 Uhr
ich fand sie auch ganz wunderschön! Ich fand es nur krass, dass da so ein Ding daraus gemacht wurde! Ja warum sollen Frauen mit Mitte 50 denn nicht ungeschminkte durch die Gegend laufen? Darum ging es mir. ganz liebe Grüße!

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Ria Schatzschneider
am Sonntag, 28. Januar 2024 um 20:07 Uhr

Lippenstift reicht mir manchmal an mir .

Ich gehe sehr gerne im Nachthemd frühstücken im Café um Ecke. Neulich wurde ich von einem Herrn aufmerksam gemacht, dass ich mein „Kleid“  auf links trage. Nach einer kurzen Schrecksekunde, bekam er die Antwort von mir: Das ist nun der neueste Trend - alles links herum anzuziehen.

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Gabi Z.
am Montag, 29. Januar 2024 um 23:47 Uhr

Ihr Lieben, muß ich mich jetzt outen? Ich gehe nicht ungeschminkt aus dem Haus. Ich habe sehr helle Wimpern und fühle mich nackt und fade ohne Tusche, meine Haut sieht gleichmäßiger mit etwas Make up aus und ich liebe roten Lippenstift.  So fühle ich mich wohl.  Es geht doch letztendlich darum. Das kann jeder für sich entscheiden und es sollte kein Bohei darum gemacht werden.  So oder so. Für alle anderen “Korrekturen ” die heute so üblich sindkann ich mich allerdings nicht erwärmen, weil das ein Gesicht immer verändert.. Wichtig ist sich immer wohl zu fühlen, ob mit oder ohne. Darum geht es doch, dann strahlen wir das auch aus.

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Karin E.
am Montag, 26. Februar 2024 um 14:23 Uhr

Hallo Ihr Lieben, ja, das ist schon nicht immer so einfach…..;- ) ….ich kann nur unterstreichen, was Gabi Z. gesagt hat! Es geht ums Wohlfühlen und darum, immer entspannter zu werden….das ist der Vorteil des Älterwerdens. Ich nutze gerne alles wie ich es mag: mal volle schicke „Maske“, ganz glamourös auch mit 65plus, mal mittleres, mal leichtes Make-Up und mal ganz ohne, wenn das in Tag und Gefühl paßt. Wenn wir lachen, sind nur noch die Lachfalten da, und das dürfen sie, dann sehen wir doch alle auch „ganz ohne“ prima aus! Für mich sind kosmetische Pflege wichtig und der Friseur alle drei Wochen, da ich lieber noch „farbig“ bleibe, obwohl ich bei anderen die grauen Haare oft sehr schön finde. Andere Eingriffe lasse ich persönlich nicht machen, aber wer sich damit gut fühlt: warum nicht….immerhin toll, daß jede von uns selbst gucken kann, was sie möchte und natürlich entscheiden, was die persönlichen Prioritäten und der Geldbeutel hergeben. Liebe Texterella, ich mag Deine Beiträge (super Fotos!), danke! Und…inzwischen bin ich auch sowas von Katharina Hovman Fan….ein tolles Blau dieses Frühjahr! Ich wünsche Euch allen, daß Ihr den baldigen Frühling und das Leben genießt so gut es geht und noch lange gesund bleibt! Probiert immer mal wieder was Neues aus, das macht Spaß und hält frisch ;- )) „mit oder ohne“! Herzlichste Grüße!

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Ute Pröll-Strobl
am Donnerstag, 04. April 2024 um 12:05 Uhr

Ich sehe das wie Marilyn Monroe:
“Ein Lächeln ist das schönste Make-up, das eine Person tragen kann.”

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