mode-lifestyle
 

Texterella ist kein politisches Blog. Und eigentlich sollte hier ein ganz anderer Beitrag stehen. Was Launiges über Beautyzeugs. Ich habe dieses Posting verschoben, weil mich ein anderes Thema bewegt.

Was Texterella aber ist: ein Blog mit Herz. Ich fühle. Und ich fühle mit. Und genau dieses Mitgefühl scheint vielen Menschen in Deutschland – in Europa überhaupt – abhanden gekommen zu sein. Anders kann ich mir diesen Hass, den Sascha Lobo hier beschreibt, nicht erklären. Was ist los mit vielen Menschen da draußen? Haben sie unsere Geschichte schon vergessen? Haben sie vergessen, dass auch Deutsche noch vor wenigen Jahrzehnten auf der Flucht waren – froh, wenn sie irgendwo aufgenommen wurden? Haben sie ihre eigene Geschichte vergessen, die ihrer Großeltern und Eltern vielleicht, die vertrieben wurden und hier in Deutschland eine neue Heimat finden und ihr Leben neu aufbauen mussten? Haben sie vergessen, wie viele Menschen anderer Nationen uns Deutsche aus dem schwarzen Nachkriegsloch gezogen haben, uns geholfen, wieder Vertrauen geschenkt haben – auf dass sich unsere Geschichte nicht wiederholt?


München Haidhausen

Gestern in München. Ja, so schön ist unsere Welt. So sicher, so heimelig. Aber leider nicht überall.

Unsere Geschichte darf sich nicht wiederholen.

Niemand, der hier im reichen Deutschland oder Europa geboren ist, hat sich das selbst zu verdanken. Es ist Zufall, ein glücklicher Zufall. Es ist nicht unser Verdienst, in einem Land zu leben, in dem kein Krieg herrscht, in dem es genug zu essen gibt, und Arbeit. In dem Sozialversicherungssysteme uns im Notfall auffangen. In einem Land, in dem Menschen eine Perspektive für die Zukunft haben! Hier geboren zu sein ist keine „Leistung“, die es nun zu verteidigen gilt. Es ist unser Glück, ein großes Glück. Ich bin sehr dankbar dafür, jeden Tag. Und besonders, wenn ich die Zeitung aufschlage.

Menschen, die in Afrika, Syrien oder Albanien geboren wurden, haben dieses Glück nicht gehabt. Das Recht auf Glück haben sie aber genauso – wie wir. Sie haben ein Recht auf ein sichereres und besseres Leben, auf Perspektiven. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht, ja! Mich schockiert zutiefst, mit welcher Herzenskälte Deutschland Flüchtlinge aus dem Balkan als „Wirtschaftsflüchtlinge” abstempelt, als Schmarotzer. Wer von uns würde nicht ein besseres Leben suchen? Wer würde nicht seine Familie versorgen wollen? (Vor dem Hintergrund, dass unserem Land die Arbeitskräfte und die Rentenzahler bald ausgehen werden, ist diese politische Haltung ohnehin geradezu grotesk, aber das nur am Rande.)

Die großen demokratisch und damit mehrheitlich von uns gewählten Parteien schimpfen sich „christlich“ und „sozial“ – aber wo ist sie, die Christenliebe? Unsere soziale Haltung? Sicher, es gibt viele Menschen, die helfen. Und doch gibt es genug andere, die Menschen in Not diese Hilfe verweigern wollen. Warum? Ich verstehe es nicht. Wir haben doch genug. Genug für alle. Niemand kriegt weniger, weil andere Menschen auch etwas vom Kuchen bekommen.

Es gibt diesen Satz, der mich immer wieder berührt: Liebe wird mehr, wenn man sie teilt. Lasst uns doch bitte alle Nächstenliebe teilen. Lasst uns großherzig sein. Nicht kalt und misstrauisch und voller Hass.

Und bitte, kommt mir nicht mit dem üblichen „Argumenten“, von „Wir können nicht alle aufnehmen“ bis zur vermeintlich steigenden Kriminalität. Sondern lest die Informationen hinter den Links, bitte:

-> Pro Asyl: Fakten gegen Vorurteile

-> Uwe Kasparik: “Wir können doch nicht alle aufnehmen!”

-> Flüchtlinge und Einwanderer: die wichtigsten Fakten.

Danke fürs Lesen!

Was ich übrigens toll fände: Wenn auch andere Lifestyle-Blogs (gerne im weiteren Sinne!) ihre Reichweite für ein entsprechendes Statement zum Thema Flüchtlingshilfe nutzen und ihre Stimme gegen den Hass erheben würden! Wenn du dazu etwas schreiben willst (oder auch schon geschrieben hast), gibt mir (gerne in den Kommentaren) Bescheid. Dann verlinken ich das Posting! Es wäre mir eine Freude!

Blogger gegen Flüchtlingshass:

* Daniela von Wortakzente: 11. Gebot - Du sollst keine Kommentare lesen!
* Karin von Die alte Frau in ihren Schuhen: Gastfreundlichkeit
* Birte Vogel: Flüchtlingsheime brennen und die Kanzlerin schweigt Birte betreibt übrigens auch das die Flüchtlingshiilfsplattform Wie kann ich helfen?
* Juli von HeimatpoTTential: In Sachen Flüchtlingspolitik oder 1000 mal Willkommen
* Katja von Istanbul erleben: Auch das ist Istanbul
* Biggi Mestmäcker: Über den Tellerrand kochen.
* Silke von Erdhaftig: Tomaten, Menschen und das Hohelied der Liebe.
* Nessa vom Autorenexpress: Hautfarben.
* Katja von Mehrsprachig handeln: Ganz sicher.
* Maren von Minza will Sommer: Refugees welcome.
* Pia von Resonanzboden: Zuhören um zu Erinnern.
* Dunja von Medizin im Text: Nazis raus?!
* Annette von der Worthauerei: And now for something completely different.
* Britta von Bessere Inhalte: Flüchtlinge
* Argueveur: Nicht nur Gegner und Links gegen das Schweigen.
* Andrea von Wortladen: Haltung zeigen.
* Christa Goede: Rassistische Sprache.
* Andrea von Bachmichels: Wollen wir so lange zugucken bis es wieder zu spät ist?
* Andrea Behnke: Mittelmeer.
* Anja von Der kleine Horrorgarten: Meine Welt ist bunt.
* Ela von TransglobalPanParty: Deutschland isst bunt.
* Simone von Geboren in den Sechzigern: Keine Macht den Arschlöchern.
* Barbara Imgrund: Haltung zeigen.
* Birgit Schmidt-Hurtienne: Was ist das für ein Phänomen?
* Rosa von Rosas Welt: Kinder dieser Erde
* Eva von The Grooves: Welcome Grooves: Deutsch lernen für Flüchtlinge
* Margit von Wachsen und Werden: Asyl im Gemüsegarten.
* Barbara von ScrapImpulse: Blogger für Flüchtlinge – Refugees welcome!
* Franse von Franse l(i)ebt das Meer: Willkommen in Deutschland!

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 30. Juli 2015, 12:30 Uhr
Kommentare: 63 | Aufrufe: 4773 | Kategorie: Lifestyle, Leben
 

Manche Modetrends sickern in unseren Geschmack so langsam ein, dass wir gar nicht merken, wie sich unser „Um Gottes willen!“ über ein „Och?!“ zu einem „Ich brauch das auch!“ wandelt. Erst zieren wir uns noch und beschwören unsere Das-würde ich-ja-nie-im-Leben-tragen!-Prinzipien. Dann wird der Widerstand schwächer – bis er ganz zusammenbricht und wir im Schlussverkauf noch schnell das letzte Stück ergattern, um uns beim nächsten Mädelsabend darin bewundern zu lassen. Von Freundinnen mit ähnlich hehren Prinzipien. Kennen Sie? Kennen Sie!

Bestes Beispiel: die Culottes. Vulgo: der Hosenrock. Als ich 2014 die ersten wadenlangen Exemplare sichtete, konnte ich gar nicht fassen, dass die Modebranche offensichtlich gerade Burda-Schnittmuster aus den Achtzigern ausmottete. Gab es wirklich keinen anderen Trend, den man wiederbeleben konnte? Die Flapper Dresses der 20er? Den Courrèges-Stil der 60er? Mussten es ausgerechnet Hosenröcke sein, die sich nicht zwischen Fisch und Fleisch entscheiden können, höchstens für Fahrrad-Touren brauchbar sind und nur an langbeiniger Größe 34/36 überhaupt einigermaßen passabel aussehen?

Anfangs blieb das Phänomen allerdings nahezu unbemerkt: Die ersten Culottes tauchten in der VOGUE auf – aber wer trägt schon die Couture aus der VOGUE? Dann sah ich sie mit zunehmender Frequenz in Modeblogs, und irgendwann beim Stadtbummel an einer Freundin, die – immerhin! – ertappt errötete. Schließlich hatten wir erst kürzlich noch gemeinsam gelästert.

Und nun sind Culottes auch noch als der Modetrend für Herbst und Winter angesagt! Selbstverständlich bleibe ich standhaft. Die verwandte Marlene-Hose, die ich kürzlich erstanden habe, gilt ja nicht. Gerade ist sie ohnehin bei der Schneiderin zum Kürzen. Um eine Handbreit. Oder vielleicht auch drei.

(Die Kolumne erschien heute in der Print- und in der Online-Ausgabe der WELT KOMPAKT.)

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 28. August 2015, 09:43 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 203 | Kategorie: Meinungen, Modekolumne | Tags: weltmodekolumnekolumnehosenrockculottes
 

Es gibt Kleider, für die würde ich mich tatsächlich wieder anstellen lassen und allmorgendlich in irgendein adrettes Büro stöckeln. Also: vielleicht. Vielleicht fast! Heute begegnete mir wieder so eines …

Business-Kleid von Boden

Hach! Traumhaftes Business-Kleid. Gesehen bei Boden*


… da habe ich kurz mit mir und meinem Homeoffice gehadert. Damit dass ich schluffig und ungebretzelt Vorstands-Editorial schreiben kann oder Kolumnen für eine große Tageszeitung. Oder hier die Modebloggerin gebe. Alles im Schlafanzug und mit ungewaschenen Haaren. Ja. Und es merkt noch nicht mal jemand! Dann bin ich tatsächlich zirka dreieinhalb Minuten versucht, bei Xing auf Rekruiter-Profile zu klicken. Oder endlich denen zu antworten, die mich ab und an kontaktieren.

Aber dann fallen mir wieder die Chefs ein und das Hierarchiegedöns und das Kantinenessen und die lieben Kollegen – und dann überlasse ich die chicen Business-Klamotten doch lieber euch. ;-)

*Affiliate-Link

 
Susanne Ackstaller, Mittwoch, 26. August 2015, 22:16 Uhr
Kommentare: 3 | Aufrufe: 418 | Kategorie: Mode, Kleidung, Kleider & Röcke | Tags: modekleiderfashionbusiness-modeboden
 

* Ja, dies ist ein Lifestyle-Blog – und soll es auch bleiben. Trotzdem werden Flüchtlinge hier immer wieder ein Thema sein, und zwar solange es die Situation erfordert (und da sehe ich ehrlich gesagt noch kein Licht am Horizont). Weil es mir ein Herzensbedürfnis ist. Schön ist, dass ich das offensichtlich nicht alleine so empfinde: Die erfolgreiche Wiener Modebloggerin Madeleine Alizadeh von dariadaria nutzt ihr Blog aktiv zur Flüchtlingshilfe und findet dort sehr deutliche Worte. Finde ich großartig und absolut nachahmenswert. Die WELT berichtet darüber.


Das Mittelmeer.

Das Mittelmeer. So schön. So tückisch. (Foto: Susanne Ackstaller)


* Ja, und dann gibt es Menschen, die allen Ernstes fragen, ob eine Modebloggerin das darf: sich mit dem Flüchtlingsdrama beschäftigen, darüber schreiben, die eigene Reichweite nutzen, um zu helfen. Hallo?? Das Jetzt-Magazin der SZ zu: Blogger, bleib bei deiner Mode?

* Meine liebe Kollegin Eva Brandecker von The Grooves entwickelt und produziert Audiokurse zum Sprachlernen mit Musik. Und sie hatte eine großartige Idee: Gemeinsam mit vielen anderen ehrenamtlichen Helfern entwickelt sie die #WelcomeGrooves, einen Deutschkurs für Flüchtlinge! Was sage ich „einen“ – diverse! Denn die Flüchtlinge sprechen ja die unterschiedlichsten Sprachen. Deshalb werden auch noch Übersetzer gesucht, speziell für Dari + Urdu (Afghanistan, Pakistan), Tigrinisch (Eritrea), Kurmandschi (Jesiden, Kurden, auch Syrien, Iran, Armenien), Akan/Twi (Ghana), Bengalisch (Bangladesch), Hausa (West-Zentral-Afrika), Somali (Somalia), evtl. Bulgarisch und Rumänisch als Zwischensprache. Wer helfen kann oder jemanden kennt, der helfen könnte – bittet meldet euch bei Eva unter .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen). Die zu übersetzenden Vorlagen gibt es auf Deutsch und auf Englisch.

 
Susanne Ackstaller, Dienstag, 25. August 2015, 16:25 Uhr
Kommentare: 0 | Aufrufe: 361 | Kategorie: Meinungen, Kurznachrichten | Tags: linktippskurznachrichtenflüchtlingedienstagsschnipseldariadaria#welcomegrooves
 

Wegfahren ist schön. Heimkommen aber auch. Ich liebe es, die Haustür aufzuschließen, den warmen Holzboden unter meinen Füßen zu spüren, die vertraute Mischung aus Vanillekerzen und Zitrusholzpflege zu schnuppern, ins eigene Bett zu fallen. Nach zwei Wochen in einem wunderschönen, aber doch deutlich kleineren Ferienhaus merke ich wieder, wie schön mein Zuhause doch ist. Und wie gut ich es habe, 50 Wochen in einem so großzügigen, lichten Haus leben zu können.

Wellen am Darß

 

Entspannen ist schön, Arbeiten aber auch. Den Schreibtisch hatte ich vor dem Urlaub doch tatsächlich aufgeräumt, das restliche Büro-Chaos hat dann meine sehr geschätzte Haushaltsperle gebändigt. Jetzt freue ich mich aufs Schreiben: Meine Kolumne für die WELT ist im Grunde überfällig, für Soulfully steht ebenfalls ein Text an. Und auch die Montagsinterviews – ab Oktober geht es wieder los – will ich langsam vorbereiten. Passend zum Arbeitsbeginn: Gute Tipps fürs Arbeiten im Homeoffice gibt es hier. Und hier ist ein Beitrag zum Thema „mehr Produktivität“. Wofür ich ebenfalls dankbar bin: Einen Beruf zu haben, bei dem ich eben nicht 50 Wochen im Jahr auf die zwei Wochen Urlaub warten muss – sondern auch die Arbeitszeit sehr genieße (meistens zumindest. ;-))).


Streifen, Streifen, Streifen - hier von Saint James


Filterblase ist schön. Die Realität weniger. Ich habe die letzten zwei Wochen tatsächlich in einer sonnendurchfluteten Idylle verbracht. Unsere zwei Tageszeitungen wurden zwar nachgeschickt – aber kaum gelesen. Radio blieb auch meistens aus. Auf Online-News hatte ich keine Lust. Heute dann das böse Erwachen: Flüchtlinge werden angegriffen, ihre Unterkünfte angezündet, der braune Mob breitet sich aus. Die Politik ist hilflos bzw. agiert populistisch. Frau Merkel schweigt ganz. Unfassbar. Hallo, Deutschland??? Am liebsten würde ich mich wieder in meiner Filter Bubble verkriechen. Aber das ist natürlich keine Lösung, und Hilfe schon gar nicht. Was mir Mut macht, sind zum Beispiel solche Beiträge: Was ich nicht weiß. Ich wünsche mir sehr, dass ganz ganz viele Menschen gegen den Flüchtlingshass anbloggen und verweise noch mal auf mein Posting „Deutschland, was ist los mit dir?“ bzw. auf die Aktion Blogger gegen Flüchtlingshass.


Strandkorb am Darß


Sonne ist schön. Regen aber auch. Nach vielen Wochen Dauersonne war der Regen, der uns gestern beim Nachhausekommen empfing, geradezu … fremd. Ich hatte schon fast vergessen, wie schön und würzig die Welt nach einem herzhaften Schauer riecht, und wie gut man schläft, wenn der Regen aufs Dachfenster prasselt.


Schwarze Flagge


Die drei Katzen sind glücklich. Die vier Menschen auch. Natürlich waren sie die ersten zehn Minuten sehr beleidigt, ob unserer 14-tägigen Abwesenheit. Aber nun wird geschmust und geschnurrt ohne Ende. <3

Hattest du auch Urlaub? Wie war denn deine Heimkehr? Und natürlich dein Urlaub? Hattest du es schön? :-)

 
Susanne Ackstaller, Montag, 24. August 2015, 12:57 Uhr
Kommentare: 0 | Aufrufe: 401 | Kategorie: Lifestyle, Leben, Lesen | Tags: reisenlebendarß 2015arbeiten
 
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