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* Dem kleinen Berlin-kirgisischen Label Kancha habe ich seit rund zwei Jahren mein ganz wunderbares MacBook-Sleeve zu verdanken. Das wurde damals sogar extra für mich in der kleinen 11-Zoll-Variante geschneidert, denn zu der Zeit gab es nur die für 13 Zoll. (Mittlerweile gehört die kleine Größe aber zum Sortiment.) Ich freue mich immer wieder darüber, wenn ich das Sleeve meinem MacBook anziehe. Weil es nicht nur hübsch ist und von guter Qualität – sondern weil es fair, nachhaltig und sozialverträglich in Kirgistan produziert wird. Dort soll jetzt noch mehr gefertigt werden. Ein Rucksack nämlich, den man je nach Bedarf größer oder kleiner machen kann. Modular quasi. Ich mag diese Idee - und noch mehr mag ich das Unternehmen dahin, das den Anspruch hat, ein „korrektes“ Unternehmen zu sein! Derzeit läuft auf Kickstarter das Crowdfunding dafür. Ihr könnt euch bis Ende Februar beteiligen.


MacBook Sleeve von Kancha

Mein MacBook-Sleeve von Kancha. Nicht nur schön, sondern auch gut.


* Noch mehr Gutes – diesmal allerdings von einem Branchenriesen. H&M bringt im Rahmen seiner Conscious-Kollektion nun auch grüne Kosmetik auf den Markt, die sogar Ecocert-zertifiziert ist. Ausprobiert habe ich Conscious Beauty (ganz runterscrollen) noch nicht – klasse finde ich das Konzept trotzdem. Hoffentlich finden sich viele Nachahmer! Einen ersten Review zu H&M Conscious Beauty habe ich hier entdeckt.

* Weniger ist mehr. Nichts anderes sagte die Trendforscherin Lidewij Edelkoort – angeblich die wichtigste weltweit – auf der Fashionweek in Berlin im Grunde. Wollen wir hoffen, dass dies nicht nur Theorie bleibt, sondern sich wirklich breit durchsetzt. (Ich kann es mir angesichts von Primark und Co. allerdings kaum vorstellen.) Was sie sonst noch sagt und welche weiteren Trends sie sieht, erfährst du hier auf ZEIT online.

* In eigener Sache: Juhuuu, Texterella hat 3.000 Facebook-„Fans“. Das freut mich sehr! Wenn du der 3.001 sein willst … hier geht’s lang! Es wäre mir eine besondere Freude!

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 05. Februar 2016, 14:52 Uhr
Kommentare: 0 | Aufrufe: 267 | Kategorie: Meinungen, Kurznachrichten | Tags: newsmeinungkurznachrichtenfreitagsschnipselfairecodienstagsschnipsel
 

Die weiße Bluse. Es gab Jahre, da war sie mein ständiger Begleiter. Ich hatte gleich mehrere davon im Schrank, weil ich sie so gerne und oft trug. Das waren meine „Kostümjahre“, damals, in einem großen süddeutschen Automobilkonzern.



Bluse: Apart. Schwarzer Rock: ähnlich bei Navabi*. Stiefel: Jilsen* (allerdings nur noch in Mittelbraun verfügbar).

Dann bekam ich Kinder. Bei Nummer zwei verließ ich das Unternehmen und machte mich selbstständig. Aus den weißen Blusen … ähm … wuchs ich heraus. Sie landeten bei der Nachbarschaftshilfe oder bei schlankeren Freundinnen. Irgendwann hatte ich gar keine mehr im Schrank – bis Soulfully mich und meine Bloggerkolleginnen bat, doch mal eine weiße Bluse zu „stylen“.

Für mich war es klar – es gab nur diese Möglichkeit: der schwarze Rock als Reminiszenz an meine früheren „Kostümjahre“. Die roten Stiefel als Zeichen meiner Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Und die weiße Bluse als verbindendes Element, denn die kann man zur lässigen Freelancer-Jeans ebenso tragen wie zum eleganten Business-Kostüm.



Wie meine „Soulmates“ die weiße Bluse gestylt haben, findest du übrigens hier. Ich finde es spannend, wie unterschiedlich alle Stylings wieder sind!

*Affiliate-Links

 
Susanne Ackstaller, Mittwoch, 03. Februar 2016, 18:42 Uhr
Kommentare: 11 | Aufrufe: 552 | Kategorie: Mode, Kleidung | Tags: weiße blusesoulfullysizeplusplussizenavabi
 

Was für ein Jahresstart, was für ein Januar! Ist dieser erste Monat wirklich schon wieder vorbei? Himmel! Liebes Jahr, mach mal ein bisschen langsamer! Ich kriege bei dieser Geschwindigkeit ja Herzkapriolen und Ohrenträllern!

Über den Dächern von Graz


Dabei war der Januar wirklich wunderschön und hätte ruhig ein bisschen länger dauern dürfen. Er stand ganz im Zeichen meines 50. Geburtstags – auf den ich mich eigentlich gar nicht gefreut hatte! Und dann ... war es doch schön! Den Tag selbst habe ich klein und sehr fein gefeiert. Im wunderwunderschönen Graz. (Eine echte Entdeckung! Mit meiner lieben Familie, schönen Geschenken. Und Pailettenschuhen. Überhaupt hatte ich es sehr gut – und die 50 taten auch tatsächlich gar nicht weh. Oder sagen wir: kaum. Mit das schönste: Es gab nicht nur für mich Geschenke, sondern auch für meine LeserInnen, die viele Tolles aus der glamourösen Beauty-Welt gewinnen konnten (ich hoffe, die Preise sind inzwischen alle angekommen – falls nicht, bitte Bescheid geben.)

Pailettenschuhe von Tabitha Simmons

Als die „Festwoche“ mit vielen Feierlichkeiten (im Kolleginnen- und Freundinnenkreis, dann im Familienkreis, dann mit den Nachbarn und später noch mal mit Freundinnen) endlich vorbei war, habe ich dann doch noch ein paar Vorsätze gefasst. Von denen ich noch nicht all zu viel umgesetzt habe. Ehrlich gesagt. Aber das Jahr hat ja noch elf weitere Monate.

Nach der ziemlichen langen Weihnachts- und Feierpause ging es dann auch wieder mit den Montagsinterview: erst mit Anke Hedfeld, dann mit Nathalie Bromberger. Einfach bezaubernd und spannend wie immer!


Und natürlich ging es auch um Beauty: Für die zwei kalten Tage dieses Winters habe ich extra ein Winterspecial für euch geschrieben, indem ihr erfahrt, wie Haut und Haar gut durch den Frost kommen.  Einen Beauty-Liebling habe ich euch auch vorgestellt: Ultra Supreme von Doctor Eckstein. Eine ganz wunderbare Pflege.

Und dann war da noch Plussize-Designerin Anna Scholz, die ich für mich entdeckt habe. Sehr sehr empfehlenswert, wenn man Mode sucht, die Rundungen nicht kaschiert, sondern zelebriert.

Nun bin ich mal gespannt, was der Februar so bringt ... ich meinte heute ja schon Frühlingsluft zu schnuppern! Wobei es für mich durchaus noch ein bisschen mehr Winter sein dürfte!

***

Ach, übrigens: Texterella ist gestern sieben geworden. Seit sieben Jahren schreibe ich hier – und ich liebe es wie am ersten Tag. Klingt pathetisch? Ja. Vielleicht. Ist aber wahr.

Danke, liebe BesucherInnen, fürs Lesen, liken, kommentieren. Für die Kritik und für die Wertschätzung. Und vor allem für’s Wiederkommen. Danke, liebe Agenturen und Unternehmen, dass ihr Texterella mögt, mir eure Produkte schickt oder auf andere Weise mit mir zusammenarbeiten wollt. Auch das weiß ich sehr zu schätzen.

Und hier noch schnell das erste Blogposting, das ich auf Texterella geschrieben habe – am 1. Februar 2009. Über ICON, das Lifestyle-Magazin, das alle paar Monate der Welt am Sonntag beiliegt. (Gebloggt habe ich übrigens schon vorher, seit 2002, um genau zu sein. Auf dem Textblog, für den ich heute leider kaum noch Zeit habe. Ja, ich bin ein richtiges Urgestein. ;-))

 
Susanne Ackstaller, Dienstag, 02. Februar 2016, 00:01 Uhr
Kommentare: 6 | Aufrufe: 410 | Kategorie: | Tags: monatsrücklickjanuarbye-bye
 

Noch bevor ich Maria Al-Mana persönlich kennenlernte, wusste ich, dass sie besonders ist. Ein bisschen auffällig. Anders, im besten Sinne. Ihre Art zu schreiben, das „Fabulierende“ in ihren Mails, sprachen da eine sehr deutliche Sprache. Als ich dann irgendwann ein erstes Foto von ihr sah und sie dann später auch persönlich kennenlernte, war ich kein bisschen überrascht. Ja, das war Maria. Bunt. Ein bisschen exzentrisch. Sehr genial.

Ebenso bunt wie ihr Auftritt ist ihr ganzes Leben. Tochter einer Ostdeutschen und eines Irakers – im Westdeutschland der Sechziger Jahre. Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie, Ausbildung im Buchverlagswesen, Anstellung in einer Kunstgalerie. Lektorin, Redakteurin, Journalistin, Fotografin, stellvertretende Leiterin einer Pressestelle – und dann auch noch Gedichte in einer Anthologie des Suhrkamp-Verlags! Puh! Passt das alles wirklich in ein einziges Arbeitsleben?

Maria Al-Mana, 55. (Foto: texthandwerkerin.de)

Heute bietet sie als Kommunikationsfachfrau die ganze Bandbreite an Dienstleistungen rund um den Text. Ihre „Marke“: die Texthandwerkerin, unter diesem Namen auch bald online. Und dann – bloggt sie auch. Und wie! Mit ihrem Unruhewerk will sie positive Unruhe stiften und sich mit dem Thema „Älterwerden und sichtbar bleiben“ auseinandersetzen. Sehr lesenswert!

Und jetzt ist sie hier – um aus ihrem Modeleben zu plaudern ...

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Ich gehöre zu den Menschen, für die Mode gleichbedeutend mit Statement ist. Was nichts Anderes heißt als: Mode ist eine – für mich durchaus wichtige – Ausdrucksform. Das war schon immer so: Als Kind habe ich die tollen 50er-Jahre-Klamotten meiner Mutter aus dem Schrank gekramt und angezogen. Was seitens meiner Oma eine – bald schon geflügelte – Wortkreation nach sich zog: „Sie scheuselt sich wieder an!“ Anscheuseln! (Kommt natürlich von „scheußlich“…) Fand ich gemein, hat mich aber nicht daran gehindert, damit weiter zu machen. Ich fand es aufregend, mich selbst immer wieder ganz anders sehen zu können… Ebenso spannend fand ich all die Farben und Muster, Materialien und Texturen. Das hat sich bis heute nicht geändert. In diesen 50er-Jahre-Schätzen gab es zum Beispiel einen Rock, der regelrecht Geschichten erzählt hat: schwarzgrundig, mit Bildern drauf, Zeichnungen von Menschen in Urlaubssituationen. Den habe ich geliebt. Und noch heute glaube ich, dass Mode Geschichten erzählen kann. Und das auch (zumindest ab und zu) tun sollte ...


Drama Baby, Drama: „Mode soll Geschichten erzählen!” (1990)

Sicher spiegelt sich in meiner Haltung zu Mode auch mein ewiger Exoten-Status wieder. Eine Hassliebe, die ich nicht loswerde. In den sechziger Jahren war es durchaus ungewöhnlich, in Westdeutschland eine ostdeutsche Mutter und einen irakischen Vater zu habe. Ich habe nie irgendwo wirklich dazu gehört. Damit habe ich ewig gehadert. Denn wie alle Kinder wollte ich natürlich „normal“ sein – keine Chance! Also musste ich mir meine eigne Welt kreieren. Zum Glück habe ich dafür ein ziemlich großes Talent. Das Fabulieren liegt mir, auch mit Mode. Sie hat mir dabei geholfen, mal trotzig, mal selbstbewusst zu sagen: „Guckt her, ich bin anders! Und mach das Beste draus!“ Oder auch: „Ich habe/kann was, was ihr nicht habt/könnt!“ Ganz früh schon habe ich mir Klamotten selbst gestrickt, später auch genäht. Der Lebensabschnittsgefährte aus meinen späten Zwanzigern meinte immer, er wolle meine Strickkunstwerke unter Glas rahmen und als Bilder an die Wand hängen. Was möglicherweise eine freundliche Umschreibung war für: „Zieh das bloß nicht an! Lass dich damit nicht auf der Straße blicken!“ Doch, Kunstwerke waren viele dieser Dinge – manchmal habe ich nur gestrickt, um möglichst komplizierte Muster auszuprobieren.

Aus dieser Zeit sind mir bis heute zwei Dinge geblieben: Der Respekt vor jeder handwerklichen Arbeit – nicht nur in der Mode. Und die Idee, als Texthandwerkerin das Geschichtenerzählen mit meinem Mitteln beruflich neu zu definieren.



Wollte dazugehören. Und auch wieder nicht. (1978)


In der 10. oder 11. Klasse habe ich mit den größten Kreolen an den Ohren, die die Schule je gesehen hat, Aufsehen erregt. Sogar Lehrerinnen haben mich darauf angesprochen. Ich habe mir Ohrringe gebastelt und daran ganz simple silberne Armreifen gehängt. Und viel mit Tüchern experimentiert. Natürlich hatte das – neben dem beschriebenen „Exoten-Trotz“ – auch ganz handfeste Gründe: Wir hatten nämlich kein Geld. Und das in der „gut betuchten“ Ecke Stuttgarts, in der ich aufgewachsen bin! Aber darüber habe ich – damals (zum Glück!) gar nicht groß nachgedacht. Der Hippie-Style, der lag mir.

Später habe ich dann auch Punk-Klamotten selbst zu fabriziert, die rebellische Seite der Mode, ja, die war bei mir stark ausgeprägt. Einerseits. Andererseits wollte ich auch gemocht werden. Darum hat sich die Rebellion immer wieder mit Phasen abgewechselt, in denen ich „dazugehören“, angepasst aussehen, nicht auffallen wollte. Was mir nie wirklich gelang. Einmal habe ich mir – mit 17, glaube ich – die teuersten, damals angesagtesten Schuhe gekauft. Konnte ich mir aber nur leisten, weil sie reduziert waren. Und dann gab es sie dummerweise nicht in meiner Größe, sondern ein bis zwei Nummern zu klein. Da hatte ich anfangs manchmal wirklich Tränen in den Augen – vor Schmerz. Habe ich schätzungsweise ein halbes Jahr lang ausgehalten und die Dinger mehr oder weniger täglich angezogen. Heute denke ich: Wie blöd kann man sein!


„Ich war immer ein bisschen ‘anders’!” (1994)


Ne, dann doch lieber Rebellion. Jeans zum Beispiel fand ich lange Zeit viel zu sehr „Mainstream“. Aber ich hatte welche: ein bisschen zu kurz, immer nur mit spitzen, weißen Ballerinas getragen – das war Michael Jackson vorweggenommen. Und auch diese Schuhe waren so eine kreative Mach-aus-Not-Tugend-Leistung: Ich hatte sie nämlich als echte 50er-Jahre Pfennig-Absatz-Pumps auf dem Flohmarkt gekauft. Bald brach ein Absatz ab. Geld für einen Schuster wollte ich nicht ausgeben – und so brach ich den anderen Absatz auch noch ab. Das Ergebnis: wirklich super tolle, spitze Ballerinas. Hatte niemand außer mir zu der Zeit.

Zurück zur Jeans. Die habe ich nie angezogen. Außer, in die Oper oder ins Theater, beides habe ich mit 17, 18 oft besucht. Rebellion eben. Einmal war da eine Besucherin, die guckte meine Jeans und meine Schuhe an und sagte: „Das sieht aber süß aus!“ Süß!!! Wie schrecklich! Insgeheim habe ich mich aber trotzdem darüber gefreut. 


Liebt Inszenierungen ... (2008)

Insgesamt betrachtet ist Mode für mich ein Instrument. Und das nutze ich zur Selbstinszenierung. Ganz bewusst.

Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert?

Mein Stil ist immer von meinem Tagesgefühl abhängig. Was ich anhabe und wie ich mich fühle – diese zwei Dinge kommunizieren miteinander. Das kann sein: Heute ist mir alles sch…egal. So sehe ich dann auch aus. Es kann aber auch vorkommen, dass ich im Winter Sehnsucht nach Sommer habe: Dann dicker Pulli, dicke Strümpfe, Stiefel und Sommerrock oder Sommerkleid.

Ich würde sagen: Ich bin ein vielschichtiger und offener Mensch. Und ich mag mich nicht dauerhaft festlegen müssen. Also liebe ich Stilbrüche, Kontraste, Überraschendes. Aussehen „wie alle“ konnte ich sowieso noch nie, bin ich eben einfach nicht. Und die Zeiten, in denen ich das versucht habe, sind Gottseidank vorbei. Jetzt darf ich aussehen wie ich. Und ich bin nicht jeden Tag gleich. So gesehen, hat sich da eigentlich kaum was verändert im Lauf der Zeit, außer diesen „Ich-will-dazu-gehören-Attacken“. Die sind endgültig passé. Und darüber bin ich froh.


... und Upcycling! (1994)

Ach ja, wenn es so was wie eine Stilrichtung gibt, der ich mich zugehörig fühle, dann ist es „upcycling“ – weil es eine Haltung ist: Nichts wegschmeißen, alten Dingen neue Formen und Funktionen geben, mixen und wieder zum Leben erwecken, Rohstoffe schonen. Das liebe ich, nicht nur bei Kleidung, auch bei Häusern, Autos, Möbeln usw. Der Grund ist einfach: Da stecken Geschichten drin, da lassen sich neue Geschichten mit Altem erzählen. Das finde ich schön.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Ja, hatte ich immer wieder. Meistens ganz unverhofft (wie überhaupt in meiner Vorstellung alle Dinge ein Eigenleben entwickeln können.).

Da war mal eine ganz billige schwarze Hose, die ich getragen habe, bis die Löcher auch gestopft nicht mehr gut aussahen. Die passte wohl einfach perfekt – was selten genug ist.


Lieblingsstück: Mantel aus Brokatstoff. (2010)


Schuhe, zwei Paar, die habe ich immer noch: Mit so einem geschweiften „Barock-Absatz“, die liebe ich. Meine alte 80er-Jahre Leder-Rockerjacke: Dickes, schwarzes, schweres Leder, gebe ich niemals her! Immer mal wieder Mäntel: Ein Soldatenmantel, in dem ich mich sehr sicher fühlte. Ein „Feenmantel“ aus Brokatstoff, hell gemustert, dick und weich. Oder mein allererstes, wirklich teures Designerstück: ein ganz klassischer, grauer Blazermantel von Strenesse, Mitte der 80er. MIT Schulterpolstern.

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Ganz klar: Ich bin entspannter geworden. Ich MUSS nicht mehr rebellieren. Tue es aber manchmal trotzdem noch ganz gern. Auch aus Protest gegen die Alters-Uniformität. Ich erlaube mir inzwischen aber auch, mal ganz langweilige Teile zu kaufen, einfach, weil das Material so wunderbar ist. Habe ich früher nie getan. Früher lag beim Kleiderkauf der Auswahl-Fokus eher auf der Außenwirkung, heute kauf ich etwas auch mal, weil’s zum Beispiel schön kuschlig ist.


„Mein Stil ist immer von meinem Tagesgefühl abhängig.“

Im Grunde habe ich ein klares Ziel: Ich will für mich stehen, so aussehen, wie ich denke, dass es mir entspricht. Früher hatte ich oft so ein Grundgefühl von Orientierungslosigkeit: Wo gehöre ich hin? Wo ist meine Peergroup? Damit habe ich gehadert und das hat viel Kraft gekostet. Aus dieser Orientierungslosigkeit wurde auch eine Attitude des ständigen Dagegen-Seins. Heute versuche ich, dieses Anders-Sein in Balance zu halten mit einem halbwegs entspannten Auftreten.

Ja: Ich habe mir das Ziel gesetzt, mit dem Alter gelassener zu werden – und zwar auch nach außen sichtbar. Die „modischen Auftritte“, die ich jahrelang inszeniert habe – die finde ich mittlerweile sinnlos, unnötig anstrengend. Das ist keine Resignation, sondern die Einsicht: Das habe ich nicht mehr nötig.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ohja: produktgläubig. Leider. Der Markenfreak bin ich aber zum Glück kaum. Ich sehe das wie bei einer Dose Erbsen: Wo billige Marke draufsteht, müssen die Erbsen drin nicht schlechter sein als bei einer dreimal so teuren Marke. Aber es gibt schon Dinge, auf die ich seit einigen Jahren mehr achte: keine Tierversuche, kein Aluminium zum Beispiel. Wenn ich mir die ein, zwei teuren Marken, die ich mag, nicht leisten kann (was durchaus vorkommt…), dann kaufe ich eben etwas Preiswertes aus dem Drogeriemarkt. Bei „Nur-Seife“ allerdings fehlt mir wirklich was. Ich behaupte: Kosmetik in Form von Cremes und Co. macht durchaus sichtbar etwas mit der Haut.

Du bist auf Reisen und hast deinen Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Die preiswerteste Tagescreme, die ich finde (die teuren habe ich ja hoffentlich zu Hause…). Das muss sein, sonst fühle ich mich „verknautscht“ – was grad morgens extrem unschön ist. Ein aluminiumfreies Deo brauch ich auch. Und was zum Duschen. Wenn ich dann noch dürfte, dann würde ich noch Mascara, Augenbrauen- und Lippenstift mitnehmen – und beantrage eine Ausnahmegenehmigung für Brillenträger. Die brauchen das!


Mit schwarzer Rocker-Lederjacke auf Island. (2010)

Würdest du dich für die Schönheit unters Messer legen? Oder Botox, Filler etc. nutzen?

Jede Art chirurgischer Eingriff kommt mir wie ein Betrugsversuch vor. Da bin ich auf etwas seltsame Weise gläubig und denke: Die Natur hat sich was dabei gedacht – wer bin ich denn, sie korrigieren zu wollen?! Außerdem habe ich Angst vor Messern auf meiner Haut. Und vor Nervengiften sowieso. Wenn es „Filler“ in Cremeform gibt, würde ich sie nutzen. (Gibt es das vielleicht? Bin da irgendwie nicht so recht informiert.)

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Nö. Nicht, dass ich wüsste. Allenfalls meine Badewanne. In der passiert alles: Regeneration mit Hilfe medizinischer Badezusätze je nach Bedarf, Renaturieren von Kopf-, Entfernen von andren Haaren, Relaxen, Träumen, Lesen, Dampfbad, Peeling, Hornhautentfernung und Erholung. (Bin wohl tatsächlich eines fernen Tages eine interessante Kundin für alle Badewannenlift-Anbieter.)


Sehr relaxed. (2014)

Was ist für dich die größte Herausforderung am Älterwerden? Und die schönste Überraschung?

Ganz ehrlich: Wie das mit dem Alter funktioniert, für mich und für andere, das weiß ich nicht. Aber ich erforsche es gerade. Nicht sehr wissenschaftlich, sondern mehr aus dem Bauch raus: Ich habe ein Blog aufgebaut, in dem ich meinen Leser/innen mit „beunruhigenden Fragen“ – wie mir neulich bescheinigt wurde – auf die Nerven gehe.

Die Herausforderung des Alterns ist dabei für mich vor allem die Schnelllebigkeit der Technik. Aber auch hier gilt: Ich muss nicht mehr auf jeden Zug aufspringen, kann mich auf das konzentrieren, was Bestand hat. Manchmal gehört ja fast schon Mut dazu, zu sagen: „Nee, diese Mode mache ich jetzt einfach nicht mit!“ Und zwar im wörtlichen wie im übertragenen Sinn….



Jung im Kopf? Definitiv! (2007)


Die schönste Überraschung ist etwas, das ich eigentlich schon lange geahnt habe: durch all die „Stürme“ in meinem Leben, glaube ich, dass ich noch lange „jung im Kopf“ bleiben werde. Das trägt jetzt Früchte. Und darüber freue ich mich sehr.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Was immer auch geschieht: Ich will versuchen, an meinem Optimismus festzuhalten. Oder ihn mir zurückerobern.

Liebe Maria, ganz ganz vielen Dank fürs Dabei sein, fürs so wundervoll Buntsein und für die Unruhe, die du stiftest! Ich habe mich in ganz vielen Dingen wiedergefunden, vor allem im Faible fürs Ausgefallene!

***

Mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 01. Februar 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 12 | Aufrufe: 790 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews | Tags: unruhewerktexthandwerkerinmontagsinterviewmodemaria al-manainterviewfrauen ab 50anti-agingälterwerden
 

Ich habe in letzter Zeit so viel Glitzer gekauft, das mein Bedarf – unglaublich, aber wahr – tatsächlich gedeckt ist. Erst diese Schuhe, dann diese Schuhe und dann (ich kann es selber kaum fassen!) noch diese Stiefel. GLITZERSTIEFEL. (Entschuldigung, das war eine einmalige Gelegenheit, da konnte ich nicht nein sagen. Ja.)

Wie auch immer: Nun bin ich definitiv für alle Gelegenheiten und Wetterlagen beglitzert. Wochenend-Wows müssen deshalb ein wenig reduzierter ausfallen. Was nicht weniger spannend ist. Und im Grunde sogar inspirierender!

Ruth Frobeen: Inspiration & Passion

Passion Poetry Cards. Entworfen von Ruth Frobeen.

Meine Freundin und liebe Kollegin Ruth hat nämlich ein wunderbares Kartenset entworfen. Rund um das Thema Leidenschaft und Inspiration. Sehr vieles spricht mir da sehr aus dem Herzen, ich habe wirklich lange überlegt, was mein Lieblingsspruch sein könnte … ich glaube, ich mag sie einfach alle. Wobei: Play heart and you will suceed mag ich schon besonders gern.

Kaufen kannst du die Passion Poetry Cards in ihrem Dawanda-Store.

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Susanne Ackstaller, Samstag, 30. Januar 2016, 15:36 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 410 | Kategorie: Lifestyle, Leben | Tags: ruth frobeenpassion poetry cardspassionleidenschaftinspirationaphorismen
 
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