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Mit Autobiographien habe ich es nicht so. (Selbstverliebte) Betrachtungen vermeintlich wichtiger Menschen interessieren mich nicht. Von daher – ich bin ehrlich – war ich erstmal skeptisch, als mir der Nikolai-Verlag das Buch von Dr. Anke Martiny für eine Rezension anbot. Viel mehr interessiert es mich, mit ihr ein Montagsinterview zu führen: eine 75-jährige, ehemals hochrangige SPD-Politikerin, über viele Jahre Bundestagsabgeordnete, Kultursenatorin in Berlin undundund im Montagsinterview – das klang ziemlich spannend.

Dann kam das Buch, und ich war (für mich überraschenderweise – siehe oben!) gefesselt. Frau Dr. Martiny beginnt mit ihren Erinnerungen als Kriegskind, an ihre Mutter, die statt Medizin studieren, Kinder aufzog. Man spürt, wie sie die Kriegsjahre und das Aufwachsen mit vielen Buben prägt, erst in der Realschule findet sie ihre erste Freundin. Und sie merkt an, dass die Mädchen im Vergleich zu ihren Brüdern mehr Verantwortung zu tragen haben. Sie findet es nicht gerecht.


Dr. Anke Martiny
Dr. Anke Martiny, 75. (Foto: Dirk Bleicker)


Ob diese Erlebnisse für ihre spätere politische Karriere und für ihren leidenschaftlichen Einsatz für Gleichberechtigung schon prägend waren? Vorstellbar ist es.

Anke Martiny ist eine Tochter aus „gutem Hause“ – und sie wählt zu einer Zeit Beruf und Karriere, als die Rolle der Frau noch die am heimischen Herd war. Man stelle sich vor: Als Frau Dr. Martiny in den Bundestag gewählt wurde, 1972, war sie gerade mal eine von 30 weiblichen Bundestagsabgeordneten (ein Anteil von 5,8 Prozent, der tiefste Stand in der Geschichte des Bundestages überhaupt. Selbst im ersten Bundestag, 1949, waren es mehr!) – heute sind es 230 und immerhin 36,5 Prozent.


Anke Martiny:
Anke Martiny: „... und vor allem muss man jederzeit als voller Mensch leben.”, erschienen 2014 im Nikolai-Verlag.


Es ist ein sehr persönliches Buch über den Lebensweg einer deutschen Politikerin. Nicht beschönigend, selbstkritisch und an sich selbst zweifelnd (auch an ihrer Rolle als Mutter). Sehr menschlich und echt, und dabei hochinteressant, begleitet es einen doch durch sieben Jahrzehnte Deutschland.

Bezaubert hat mich übrigens jener Absatz aus ihrer Autobiographie, der eine Szene aus dem Jahr 1948 beschreibt: „Es gab im Dorf ein kleines Volksfest mit Karussells, Schießbuden und allerlei Schnickschnack. Wir Kinder bekamen fünfzig Pfennige und durften uns dafür etwas kaufen. Ich kaufte mir einen kleinen Ring mit einem roten Glitzerstein. Dafür wurde ich ausgeschimpft: Für solchen Tand dürfe ich kein Geld ausgeben, eitel sein und sich herausputzen sei überhaupt schlecht für ein Mädchen. Diese Beurteilung habe ich mir gemerkt, sie hat mein lebenslanges Vergnügen an Schmuck und schönen Dingen allerdings nicht beeinträchtigt, die Neigung dazu war einfach da.“

Was für eine Überleitung ... :-)

Wie würden Sie Ihre Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe Ihres Lebens verändert?

Als ich ein ganz kleines Mädchen war, hat mir meine Berliner Oma wunderhübsche Kleider aus Berlin geschickt, die aus einem teuren Kindermodengeschäft stammten. Die habe ich dann später, als wir wegen der Bombenangriffe aus Dortmund weg und aufs platte Land in Niedersachsen gezogen waren, an Flüchtlingsmädchen verschenkt, als ich sie ausgewachsen hatte. Der Krieg wollte und wollte nicht enden, sodass alle verarmten, und die Flüchtlinge aus dem Osten hatten ja nicht mal das nötigste retten können. Uns ging es etwas besser, wir mussten keinen Hunger leiden und waren nach der Evakuierung einigermaßen in Sicherheit. In der unmittelbren Nachkriegszeit wurden für uns Kinder aus alten Armeemänteln oder aus der Kleidung unserer Mütter Sachen genäht. Meine Mutter konnte gut mit der Nähmaschine umgehen, es war eine Pfaff, und auch ich habe mir als junges Mädchen Kleider und Blusen selbst genäht. Es gab ja diese Schnittmusterbögen in jedem Warenhaus zu kaufen. Der Wunsch, sich hübsch zu machen, regte sich bei mir früh. Aber es war kein Geld da, um ihn zu befriedigen.


Vertragsunterzeichnung 1990
Vertragsunterzeichnung als Kultursenatorin mit Claudio Abbado, angehender Chefdirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters (1990).


Dennoch habe ich mich schon als junges Mädchen sehr für Schmuck und modische Kleidung interessiert. Aber mein puritanische Elternhaus hat das leider nicht unterstützt, erstens aus finanziellen, zweitens aber auch aus ideologischen Gründen. Man schmückt sich nicht, und Eitelkeit ist falsch, so war die Überzeugung. Meine Eltern gaben mir eher Geld für einen Theaterbesuch als für ein schickes Kleid. Aber ich habe dann Nachhilfestunden gegeben und später journalistisch gearbeitet, um Geld zu verdienen und mir hübsche Dinge kaufen zu können, ohne von den Eltern Geld erbitten zu müssen.

Welche Stilrichtung bevorzugen Sie? Wie hat sich Ihr Geschmack im Laufe Ihres Lebens verändert?

Ich war immer für die sportlich-elegante Note. Als ich Geld für Kleidung ausgeben konnte, weil ich selbst Geld verdiente, habe ich trotzdem immer gespart – schließlich hatte ich drei Kinder! – und meistens Second Hand oder im Schlussverkauf gekauft. Jil Sander passte mir auf Anhieb, insbesondere die Hosenanzüge. Abendkleider hatte ich von Emilio Pucci, der in München ein besonders “ergiebiges” Geschäft führte. Zum Filmball oder zu den Bayreuther Festspielen trug ich immer tolle Garderobe. Und einmal habe ich in Berlin einen traumhaften Mantel von Yves Saint-Laurent ergattert. Den habe ich mehr als ein Jahrzehnt getragen.


Berliner Presseball mit Sohn Tim. Das Abendkleid wurde von Berliner Modeschöpfern entwurfen.
Berliner Presseball 1990: Das Abendkleid stammte von einem Berliner Modeschöpfer (mit Sohn Tim).


Heute liebe ich die Strickwaren von Missoni besonders und habe von diesen zeitlosen Kleidungsstücken auch ein hübsches Sortiment, mit dem ich immer wieder positiv auffalle.

Hatten Sie modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die Ihren Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Ich war ja mehr als 16 Jahre Bundestagsabgeordnete. Annemarie Renger und Hildegard Hamm-Brücher haben mir mit ihrem Kleidungsstil gefallen. Einen so farbenfrohen Kleidungsstil wie Claudia Roth habe ich aber nie gepflegt, sondern war mehr „Dame”.


Buchvorstellung im Lederkleid (1986)
„Wer nicht kämpft, hat schon verloren.” Buchvorstellung im Lederkleid! (1986)

Haben Sie ein Lieblingskleidungsstück?

Ich habe besonders einen einteiligen schwarzen Wollgeorgette-Anzug von Guy Laroche geliebt, den ich in München im Schlussverkauf gekauft hatte. Es war eigentlich ein Overall, ganz schlicht, aber sehr elegant. Leider passt er mir jetzt nicht mehr, aber ich habe ihn noch aufgehoben. Vielleicht schrumpfe ich irgendwann wieder.

Wie hat sich Ihre Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Ich denke, dass es vor allem darauf ankommt, sich zu pflegen – gerade im Alter. Deshalb habe ich eine sehr gute Friseurin, die mir einen guten Kurzhaarschnitt verpasst. Und ich gehe auch regelmäßig zur Kosmetikerin. Wichtiger ist sicher, dass ich möglichst regelmäßig an der frischen Luft bin, Spazieren gehe, schwimme, Rad fahre und genug schlafe. Die Kosmetikbranche wird an mir nicht reich. Allerdings habe ich lange Jahre immer sehr teure Cremes von Orlane benutzt, weil diese Firma mir als Journalistin mal ein großes Sortiment ihrer Produkte zum Dank für einen Artikel in unserer Lokalzeitung schickte. Das wäre heute nicht mehr erlaubt.


Kinderfest bei Kanzler Brandt, 1973
Kinderfest bei Kanzler Brandt 1973 (mit Bundesminister Horst Ehmke und den Kindern Katja und Tim)


Zur Kosmetik: Sind Sie eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glauben Sie an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich benutze eine feuchtigkeitsspendende Tages- und eine fettreichere Nachtcreme und nach der Sauna eine Bodylotion. Von der Stiftung Warentest nehme ich Hinweise an, wo der Preis-Leistungsvergleich stimmt. Auf Marken kommt es mir nicht so an. Schließlich habe ich mich in meinem Abgeordnetenleben mehr als 16 Jahre mit Verbraucherschutz beschäftigt.

Sie sind auf Reisen und haben Ihren Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte können Sie keinesfalls verzichten und kaufen sie sofort ein?

Da bin ich nicht sonderlich anspruchsvoll: Tages- und Nachtcreme und ein gutes Shampoo. Kann aber alles von Nivea sein.

Wenn Sie sich ein (noch nicht existierendes) Produkt von der Kosmetikbranche wünschen dürftest: Welches wäre das?

Das wäre ein Parfum, das in seiner Frische, ohne blumig zu sein, dem „Cabotine” von Juan Grès ähnelt. Das gibt es leider gar nicht mehr. Früher bekam man es wenigstens noch im Ausland, aber ich habe noch nichts Vergleichbares, das zu meinem Typ passt, gefunden.

Haben Sie ein Schönheitsgeheimnis?

Mein Schönheitsgeheimnis ist schwer und einfach zugleich: in Frieden und Harmonie mit sich und seiner Umwelt leben. Ein unglücklicher und unzufriedener Mensch strahlt keine Schönheit aus.


Anke Martiny 1980
Anke Martiny mit Anfang 40 – wunderschön! (1980)

Was würden Sie in Sachen Schönheit gerne mal ausprobieren?

Als ich jung war, habe ich Strähnchen färben und Wimpern tuschen, Nagel lackieren etc ausprobiert. Jetzt nehme ich mich so, wie ich geworden bin. Aber ich trage gern teure und farbige Kleidung und versuche, die positive Ausstrahlung meiner Persönlichkeit zur Geltung zu bringen.

Gibt es ein Mantra, das Sie durch Ihr Leben begleitet?

Ist es uncool, hier mit einem Bibelwort zu antworten? Ich tue es trotzdem:

„Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Verzagtheit, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.” (2.Tim.1,7)

Liebe Frau Dr. Martiny, sehr herzlichen Dank für dieses Interview! Es war mir eine Freude! Bibelzitate sind übrigens keineswegs uncool, sondern hier auf texterella sehr gerne gesehen. :-)

***

Wer nun Lust auf Anke Martinys Buch bekommen hat, kann es zum Beispiel hier bei Amazon bestellen:

Anke Martiny:
„... und vor allem muss man jederzeit als voller Mensch leben.” Als Frau in der Politik.*
erschienen 2014 im Nikolai-Verlag, Berlin.

***
Mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick.

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Susanne Ackstaller, Montag, 02. März 2015, 06:00 Uhr
Kommentare: 6 | Aufrufe: 546 | Kategorie: Lifestyle, Lesen, Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews | Tags: politikerinmontagsinterviewlesenkultursenatorininterviewfrauen ab 70frauen ab 60buchrezensionanke martiny
 

Ich höre sie schon schwirren. Und sehe sie glitzern, über tiefblauen Badeweihern ... !

Halskette mit Libelle

Kette mit Libellenanhänger, gesehen bei Edited*.


Fein wird das. Balddemnächstirgendwann. :-)

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Susanne Ackstaller, Samstag, 28. Februar 2015, 13:22 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 313 | Kategorie: Mode, Accessoires , Schmuck | Tags: schmuckmodeschmucklibelleketteanhänger
 

* Mit NIVEA arbeite ich schon seit einiger Zeit immer wieder gerne zusammen. Ich mag die Marke besonders für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – und für die große Entwicklungs- und Forschungskompetenz, die dahinter steht. Im Dezember hat mir NIVEA nun ihre neue Serie Cellular Perfekt Skin ins Haus geschickt, die die Haut mit Magnolien-Extrakt und Lumicinol zum Strahlen bringen soll. Dafür hatte sie in den letzten Wochen reichlich Gelegenheit, denn Januar und Februar sind für mich immer mit viel Arbeit, viel Stress und wenig Schlaf verbunden. Die optimale Testumgebung also. Natürlich kann man nach zwei oder drei Wochen Verwendung noch keine Wunder erwarten, längerfristiger soll das Luminicol Pigmentflecken zum Verschwinden bringen, während Magnolie anti-oxidativ wirkt. Was ich aber sagen kann: Mein Haut sah mit der Tagescreme sofort weniger gestresst, frischer und rosiger aus. Interessant ist, dass dieser Sofort-Effekt von Herrn Konsumkaiser bestätigt wurde! Kleiner Wermutstropfen: Die Creme kam im Tiegel (statt im Spender) und hat nur Lichtschutzfaktor 15. Beides mag ich gar nicht – allerdings wurde mir von NIVEA auf Nachfrage erklärt, dass die meisten Kundinnen Tiegel und niedrigen Lichtschutz bevorzugen. Tja. Mehr Infos zur Serie Cellular Perfect Skin gibt es hier bei NIVEA. Dort kann man sogar eine Gratisprobe ordern.


Neu in meinem Badezimmerschrank: Nivea, Tweezerman, Missha
Neu in meinem Badezimmerschrank: Beautyprodukte von Nivea, Tweezerman und Missha


* Ich bin keine von der Brazilian-Waxing-Fraktion. Aber an manchen Stellen stören mich Haare dann doch. Besonders im Gesicht. Wenn es dir genauso geht, dann habe ich was für dich: den Tweezerman. Geniales Teil. Funktioniert so ähnlich wie die Fadentechnik – nur eben ohne Faden. Man hält den Tweezerman zum Beispiel an den Oberlippenbereich, dreht die zwei kleinen „Kurbeln“ nach innen – und schwupp, schon werden die Härchen entfernt. Sprich: ‘rausgezupft. Klar, es ziept ein wenig – ist aber auszuhalten. Womit der Tweezerman mein Herz gewonnen hat: Er ist so wunderbar simpel! Und anders als bei der Haarentfernung mit Wachs gibt es keine Pickelchen! Ganze große Empfehlung meinerseits (und hier bei Amazon bestellbar)*.


* Bis ich davon bei Fabforties las, hielt ich Korea eher für ein kosmetisches Entwicklungsland. Uuuups, weit gefehlt! Die Koreaner sind dem Westen an kosmetischen Erfindergeist und Innovationskraft sogar weit voraus und stellen fabelhafte und zugleich hochwirksame Produkte her. Was vermutlich daran liegt, dass die Koreanerinnen in Sachen Beauty noch viel perfektionistischer sind als wir. Ihre Beauty-Routinen sind ausgesprochen umfangreich – und weit entfernt von unserem „Waschen und Eincremen“. The next Big Thing: Schneckenschleim. Yep. :-) Man mag das absonderlich oder vielleicht sogar eklig finden, funktioniert aber besser als jedes Hyaluron. Mein Favorit: Cell Renew Snail Sleeping von Missha. Vor dem Einschlafen großzügig auftragen, dann noch ein Öl (ich nehme das Vinosource von Caudalie) dünn (!) drüber geben und mit einer schier verjüngten Haut aufwachen. Ich schwöre! Unbedingt ausprobieren*!

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Susanne Ackstaller, Freitag, 27. Februar 2015, 11:03 Uhr
Kommentare: 3 | Aufrufe: 460 | Kategorie: Beauty, Hautpflege, Lieblingsprodukte | Tags: tweezermanschönheitschneckenschleimniveamisshacellular perfekt skinbeautyanti-aging
 

Audrey Hepburn hatte ihn, Jacky Kennedy, und auch Michele Obama: ihren ganz eigenen, besonderen Stil. Doch auch wenn wir guten Stil sofort erkennen, wenn wir ihn sehen, so wir können doch kaum beschreiben, was ihn konkret ausmacht. Sonst wäre es ja auch einfach. :-) Nachmachen? Ist auch schwierig bis unmöglich, weil es eben immer nur kopiert und nie authentisch und echt aussieht.

Ja, Stil ist ein Phänomen. Während man sich bei gutem Geschmack noch an ein paar Regeln festhalten kann, ist Stil gleich Geschmack plus das gewisse Etwas. Man hat ihn – oder nicht. Oder? Oder können wir Stil vielleicht doch lernen?

Stilberaterin Katharina Maier
Stilberaterin Katharina Maier: “Mein Job ist erledigt, wenn sich Kunden wieder in sich selbst verlieben.”


Ich habe eine Stilberaterin gefragt: Katharina Maier. „Schon im Kindergarten hatte ich meinen eigenen Willen, was Kleidung anging.“ Und schon in frühen Jahren unterstützte Katharina Familie und Freunde in modischen Fragen. „Mode, Kleidung, Aussehen haben mich beschäftigt, seit denken kann“, sagt Katharina. Und doch kam alles ganz anders. Erstmal. Zwar absolviert sie eine Lehre zur Damenschneiderin – um danach den Weg in die Werbung zu wählen. Modeberatung und Einkaufen mit und für andere blieben erstmal ein Hobby.

Bis 2012. Da kündigte sie ihren Job als Beraterin und Prokuristin in einer Werbeagentur und machte sich als FRAU MAIER als Stilberaterin selbstständig: „Ich halte Vorträge zu gutem Aussehen und berate Einzelpersonen, gehe mit ihnen einkaufen und zeige ihnen, welches Potenzial in ihnen steckt. Mein Job ist dann erledigt, wenn meine Kundin oder mein Kunde sich wieder in sich selbst verliebt hat.“ 

Ich habe Katharina ein paar Stil-Fragen gestellt, die mich schon lange bewegen ...

Was ist „Stil” überhaupt – und was zeichnet guten Stil aus?

Stil ist es, die eigene Persönlichkeit mittels Kleidung sichtbar zu machen. Guter Stil zeichnet sich meines Erachtens dadurch aus, dass die Person sich, ihren Körper und den Anlass kennt und sich dazu passend kleidet. Stil kommt von innen. Mein eigen kreiertes Lieblingszitat lautet: „Schönheit beginnt im Herzen und geht dann vom Kopf bis zu den Füßen.“ Das Wort „Schönheit” kann mit „Stil” getauscht werden.

Was unterscheidet Stil von gutem Geschmack?

Guter Stil bildet die Einheit von innen und außen. Das kann bei der einen Person schillernd bunt und bei der anderen elegant zurückhaltend sein. Wichtig ist: Beides – Persönlichkeit und Stil – bilden eine stimmige Einheit.

Kann man Stil lernen?

Ja. Das ist es, wofür ein Großteil meiner Kundschaft mich bucht. :-) Ganz oft ist es meine Aufgabe den Blick meines Gegenübers zu öffnen, die Wahrnehmung für Details, Materialien, Schnittführungen (wieder zu)erwecken. Um Stil zu lernen, ist es wichtig sich selbst und den eigenen Körper gut zu kennen. Dann können wir herausfinden, was gut zu uns passt, in was wir uns wohl fühlen, was uns zum Strahlen bringt.


Stilberaterin Katharina Maier im Gespräch


Viele Menschen haben über der Lauf der Jahre das Gespür für Mode verloren, Kleidung ist vermeintlich nicht (mehr) so wichtig, die Lust am persönlichen Stil geht aufgrund zu schneller Trendwechsel und unübersichtlichen Modehäusern verloren … dies und weitere Gründe führen dazu, dass Kleidung nur noch dem Zweck dient, der Spaß daran und die große Wirkung, die Kleidung haben kann, aber verkannt werden.

Und hier komme ich ins Spiel. Wenn jemand Klavier spielen lernen will, nimmt er sich einen Klavierlehrer, für das Erlernen von Fremdsprachen finden wir Unterstützung in Fremdsprachen-Instituten. Wenn jemand besser aussehen, sich wohler fühlen und eine tolle Garderobe möchte, zeige ich, wie es geht. Manchmal reichen wenige Stunden, um den passenden Stil für ihn oder sie zu finden. Und dann heißt es dranbleiben und ausprobieren.

Siehst du einen Zusammenhang zwischen Stil und Geldbeutel?

Nein. Mit dem richtigen Händchen und ein bisschen Glück kann man eine großartige Garderobe zu einem tollen Preis-Leistungsverhältnis zusammenstellen. Es gibt heutzutage eine Vielzahl an Möglichkeiten Hochwertiges günstig zu bekommen – vielleicht nicht zum Saisonstart, aber das ist bei einem zeitlosen Teil ja ohnehin irrelevant.

Wie arbeitet eine Stilberaterin? Und wie arbeitest du?

Wie “eine Stilberaterin” arbeitet weiß ich nicht. Ich war nie bei einer. Ich kann nur darüber sprechen, wie ich arbeite.

Stilberatung mit Wow-Effekt


Die Stilberatung ist nur ein Teil meiner Arbeit, es gibt nur einen individuellen Beratungstermin pro Monat. Ganz neu seit diesem Jahr ist mein Online-Stil-Coaching – Beratung via Skype zu ganz konkreten Fragestellungen rund um Ausstrahlung, Stil, Kleiderschrank und Einkaufen. Darüber hinaus halte ich Vorträge, überwiegend in Modehäusern, und weihe meine Zuhörerinnen ein, in die Geheimnisse des guten Aussehens.

Aus eigener Erfahrung und aus meiner Beratung weiß ich, wie hart, wie erbarmungslos der weibliche Blick auf sich selbst sein kann. In meinen Vorträgen rege ich zum Umdenken an und räume mit dem einen oder anderen Mythos auf, der in unserer (weiblichen) Gesellschaft existiert. So denken viele Frauen, dass das, was sie in Magazinen sehen, Realität ist – dabei ist ganz viel davon die korrigierende Wirkung von Photoshop. Ganz praktisch zeige ich, wie der Blick in den Spiegel milder wird und ermutige die Damen dazu „Ja!“ zu sich zu sagen.

In meiner Stilberatung geht es (vermutlich) recht klassisch zu: Im ersten Schritt lerne ich mein Gegenüber kennen. Was bewegt die Person? Was trägt sie gerne? Zu welchen besonderen Anlässen kleidet sie sich? Wie gut kennt die Person sich und ihren Körper? Wo will er oder sie modisch hin?

Danach schaue ich, was die aktuelle Garderobe hergibt. Oft steht auch Ausmisten mit auf dem Plan. Im Schnitt wird nur 20 Prozent dessen, was wir besitzen auch tatsächlich getragen, 80 Prozent hängen ungenutzt im Schrank. Loslassen ehemals geliebter, hochpreisiger, besonderer Stücke wirkt oft bereits im Vorfeld Wunder und schafft Platz für Neues.

Im nächsten Schritt gehen wir gemeinsam einkaufen. Manchmal nur ein paar Teile, manchmal eine ganze Garderobe. Eine gut durchdachte Garderobe spart nicht nur Zeit und Geld, sondern macht auch beim Anziehen Spaß.

Katharina berät beim Einkaufen


Im Ü̈brigen halte ich wenig von der Einteilung in Farbtypen. Farbberatung allein greift mir oftmals zu kurz. Neben Augen, Haut und Haar spielt der Charakter eine tragende Rolle bei der Farbwahl der Kleidung. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist es auch, mein Gegenüber für Schnittführungen, Materialien, Details zu sensibilisieren. Ich zeige, was gut „funktioniert“ und was weniger optimal ist.

Danach geht es an die Kombinationen. Neu mit neu, neu mit alt – wir probieren an, machen Fotos und Notizen und in kürzester Zeit weiß, sieht, spürt meine Kundschaft, was gut und was weniger gut zusammenpasst und aussieht. Auf Wunsch organisiere ich Kleiderschrank und Ankleide so, dass es künftig schnell geht und leicht zu überschauen ist.

Mein Ziel ist es mein Gegenüber den berühmten WOW-Moment zu schenken – egal ob in meiner Beratung, den Vorträgen, meinen Blog-Beiträgen. Das ist dieser Moment wo er oder sie in den Spiegel schaut, aus erster Ungläubigkeit, wird ein Lächeln, was sich in ein Strahlen verwandelt. Die Wirbelsäule richtet sich auf, der Kopf sitz gerade und der Mensch erlebt den Augenblick des (wieder) In-sich-selbst-Verliebens. Das ist es, wofür ich morgens aufstehe.

Wie kann jede Frau ihren „Alltagsstil“ pimpen?

Unendliches Potenzial liegt in der Wahl des passenden Beiwerks. Handtaschen, Schuhe, Gürtel, Schmuck. Das mag auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen – ist es aber nicht. Schauen Sie sich um.

Nehmen wir ein einfaches und schlichtes Jeans-Bluse-Outfit. Blue Jeans, weiße, gut sitzende Hemdbluse. Kombiniert mit einem hochwertigen Gürtel, den passenden Pumps oder Ballerinas und einer tollen Tasche: großartig!

Meine Empfehlung lautet: Lieber weniger, dafür in das „Richtige“ investieren. Meiner Erfahrung nach geht die Rechnung immer auf.

No-gos für Frauen ab 40: Was hältst du von Empfehlungen wie keine ärmellosen Kleider und keine Mini-Röcke zu tragen?

Gar nichts. Meines Erachtens hat das nichts mit dem Alter zu tun, sondern vielmehr mit dem Körper, der es trägt. Eine 60-jährige kann hervorragend mit einem ärmellosen Kleid aussehen, während eine 20-jährige besser daran täte, Ärmel zu tragen.

„Yes-gos”: Was steht „reiferen“ Frauen besonders gut?

Wenn sie beim Blick in den Spiegel denken: „Schön. Ich mag mich.“ Das steht im Übrigen allen Frauen jeglicher Altersklassen besonders gut.

Weißt du, ich habe ganz viel mit Frauen zu tun, die wünschen sich ihre Falten, den Bauch weg, die Arme anders, die Beine länger, den Po runder oder flacher … Oft höre ich auch, dass sie am liebsten wieder den Körper von vor 10 oder 20 Jahren wieder hätten. Ich stelle dann gerne die Frage, wie es denn vor 10 oder 20 Jahren aussah – ob sie da zufrieden waren. Und rate mal. Nein, sie waren es nicht.


Katharina Maier berät selbstverständlich auch Männer.


Daher liegt ein ganz wichtiger Bereich meiner Arbeit im Inneren, dann kümmere ich mich um die Garderobe. Und ich bin ganz ehrlich: Ich persönlich halte nichts von allgemein gültigen Tipps. Denn nicht unser Alter entscheidet, sondern unsere Persönlichkeit in Kombination mit dem Körper.

Stil kommt im ersten Schritt immer von innen.

Daher bleibe ich dabei: Am besten steht jeder Frau das innere Strahlen! In Kombination mit einer Garderobe, die sie zum Strahlen bringt – unschlagbar! Und das kann für die Agile, Sportliche beispielsweise ein Jeans-Bluse-Outfit sein und für die betont Weibliche ein tolles unifarbiges Kleid, welches ihre Vorzüge in Szene setzt.

Liebe Katharina, herzlichen Dank für deine ebenso kompetenten wie sympathischen Antworten! :-)

***

Wer nun neugierig geworden ist, kann eine Online-Stilberatung mit Katharina gewinnen! HURRA! :-)

Was du tun musst:

- Hinterlasse hier im Blog einen Kommentar, warum dich eine Stilberatung interessieren würde,
- teile dieses Posting auf Facebook, twitter oder/und Co. und
- like FRAU MAIER auf Facebook.

Und voilà: Schon wanderst du in den Lostopf. :-)

Das Gewinnspiel läuft bis 6. März, 23.59 Uhr. Danach entscheidet das Los. Um teilzunehmen, solltest du über 18 sein.

Für die “Auslieferung” des Gewinns übernehme ich selbstverständlich keine Haftung, das sei nur sicherheitshalber dazugesagt.

Und nun: VIEL GLÜCK! :-)

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 26. Februar 2015, 10:00 Uhr
Kommentare: 55 | Aufrufe: 1032 | Kategorie: Mode, Accessoires , Kleidung, Interviews | Tags: stilberatungstilberaterinstilmodekatharina maieraccessoires
 

Langsam, aber sicher wird auch mir dieser Winter ... nunja ... etwas lang. Vorgestern abend hörte ich doch tatsächlich im Sonnenuntergang Vögel zwitschern und fühlte mich sogleich ganz frühlinglich. Aber zu früh gefreut: Für Freitag ist erstmal wieder Schnee angesagt. Also: SCHNEE. Dieses kalte weiße Zeug. S.C.H.N.E.E. Wenn es doch wenigstens Schneeglöckchen wären! Aber die habe ich in diesem Jahr noch gar nicht gesehen!?

Es hilft also nichts, wir müssen uns selber helfen. Mit diesen Stiefeln, zum Beispiel. Mit denen kann man dann auch den Garten auf Vordermann bringen kann, wenn er dann doch mal kommt, der Frühling (und das wird er, ich bin sicher ... oder??? ODER??)

Geblümte Gummistiefel von Tom Joule
Blumenstiefel* von Tom Joule, gesehen bei Zalando.

Oder vielleicht lieber diese helleren hier? (“Kind, zieh doch mal dieses ewige Schwarz aus und dich ein wenig heller und freundlicher an”, meinte schon meine liebe Oma früher ... ;-))

Geblümte Gummistiefel von SANITA Rosie Welly
Freundlich geblümte Gummistiefel* von SANITA, ebenfalls bei Zalando.

So, ich zieh mir jetzt noch ein weitere Strickjacke über und wünsche dir viel Sonne. Und Schneeglöckchen. Schönen Mittwoch! :-)

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Susanne Ackstaller, Mittwoch, 25. Februar 2015, 09:20 Uhr
Kommentare: 3 | Aufrufe: 460 | Kategorie: Mode, Kleidung, Schuhe | Tags: tom joulestiefelschuhmodeschuhesanitarosie wellymodegummistiefelfrühjahr
 
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