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Warten auf den Urknall.

Das ist sie also, die erste Ausgabe von the Curvy Magazine. Und sie ist toll geworden.

Beim Lesen bin ich allerdings auch ein wenig ins Grübeln gekommen: Brauchen wir wirklich ein extra Magazin für Plussize-Frauen? Eine Zeitschrift, die sich speziell unseren Kurven widmet? Es kostet mich tatsächlich ein wenig Mut, den nächsten Satz zu schreiben. Denn ich meine: Nein, brauchen wir nicht. So, jetzt ist es raus. Ja, in meiner Wunschwelt gäbe es einfach nur Modemagazine – die für alle passen. Für alle Größen, Hautfarben, jedes Alter. Ein Heft für alle Frauen, wie auch immer sie aussehen. In einer solchen Welt gäbe es auch keine Curvy Fashion, die nur für Kurvenfrauen designt wird. Stattdessen gäbe es einfach nur – Mode: von Größe 34 bis 64. Klamotten, die an unterschiedlichsten Größen und Formen gleichermaßen toll aussehen. Okay, ich höre die Modemacher schon stöhnen, dass nicht alle Schnitte für alle Körperformen und -größen gleich gut funktionieren. Dass manche einfach nicht geeignet sind – für Plussize. Tja, dann muss man sie halt geeignet machen! Modedesign ist doch keine Raketenwissenschaft. Und selbst wenn sie es wäre: Hey, wir fliegen ja auch bald zum Mars. Es nervt mich einfach, wenn ich DAS Kleid sehe – und es nur bis Größe 44 verfügbar ist, während ich nun mal zwei Kleidergrößen mehr brauche. Ja, dann fühle ich mich ausgegrenzt.


 

Während überall von Diversity – von „Vielfalt“ – die Rede ist, macht die Modebranche das glatte Gegenteil: Statt zu integrieren, kategorisiert sie uns Frauen. Und sie grenzt ab: Hier die Dünnen, dort die Dicken. Vordergründig macht sich Fortschritt breit, denn überall sprießen neue Plussize-Labels aus dem Boden, neue Shops eröffnen, Online-Stores haben jetzt eigene Curvy-Kategorien.

Erst habe ich mich darüber gefreut, dachte sogar, es ändert sich etwas in den Köpfen. Nach einer Weile habe ich mich allerdings gefragt: Tut es das wirklich? Aktuell kriegen wir Dicken eine ganz eigene Welt auf uns zugeschneidert. Mit eigenen Blogs, eigenen Stores, eigenen Labels. Ja, sogar eigene Fitness-Angebote werden entwickelt und kommen auf den Markt. Einerseits toll, aber ... wollen wir Curvys dauerhaft wirklich in einer Art Parallelwelt leben?

Ich zumindest will das nicht. Aber ich weiß auch: Alles braucht seine Zeit. Auch bis der Urknall kommt, sich die unterschiedlichsten Universen zu einem zusammenfügen – und endlich Kleider von Größe 34 bis 64 auf einer einzigen Stange hängen! Bis dahin freue ich mich über Plussize-Blogs, ein deutlich besseres Angebot an Curvy Fashion als noch vor einigen Jahren und mit the Curvy Magazine über das erste und einzige Plussize-Magazin in Deutschland.

***

Die Kolumne durfte ich für die erste Ausgabe von the Curvy Magazine schreiben, das seit gestern erhältlich ist, und ich danke ausdrücklich für den Mut, ein neues Magazin mit einer doch eher provokanten Meinung zu starten! Ganz davon abgesehen: Schau es dir an, das neue Magazin, es wirklich toll geworden! Und vor allen Dingen: Es wendet sich nicht nur an Curvys, sondern an alle Frauen. Die Themen sind alle Frauen spannend, nur die Models und die Mode sind ein bisschen üppiger geraten. Hier geht es übrigens zur Online-Ausgabe von the Curvy Magazine (die zwar ebenso hübsch, aber nicht identisch mit der Printversion ist).

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 10. Mai 2018, 06:00 Uhr
Kommentare: 4 | Aufrufe: 3190 | Kategorie: Mode, Lifestyle, | Tags: the curvy magazineplussizemodekolumnekolumnefrisch kolumnisiertcurvy column
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Kommentare

  • Da habe ich jetzt Zwiespaeltige Gefuehle. Ich mag Magazine die fuer Frauen ueber 40, 50 oder 60 geschrieben und produziert werden. Und auch die die fuer Plus Size Frauen geschrieben werden, denn ich gehoere dazu. Ich habe voellig andere Beduerfnisse und Interessen als 20 oder 30jaehrige Frauen.  Dein Blog lese ich zum Beispiel gerne weil er sich mit Themen beschaeftigt die mich als juengere Frau gar nicht, oder nur wenig interessierten. Auch sehe ich gerne gut angezogene Frauen die eine Groesse 46+ tragen. Weil, was an einer schlanken Frau gut aussieht ist nicht unbedingt das was einer uebergewichtigen Frau auch steht.
    Auf der anderen Seite muss ich Dir aber recht geben, denn es nervt mich sehr in jedem Laden in die “Plus Size” Abteilung geschickt zu werden. Da fuehl ich mich auch ausgegrenzt. Man koennte ja ganz einfach die Kleiderstangen etwas verlaengern und alle Groessen darauf anbieten. LG

    Maya
    am Samstag, 12. Mai 2018 um 00:10 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ja, ich gebe dir recht. Wir brauchen keine Extrawürste. Es gitb auch Designer, die Kleidung von Größe 36 bis immerhin 52 machen. Geht doch. Warum also nicht immer so?
    Liebe Grüße
    Karin

    Karin Austmeyer
    am Donnerstag, 10. Mai 2018 um 15:18 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Witzig finde ich vor allem das Cover-Modell, das höchstens eine 42 hat - so an die ganz kurvigen Frauen hat man sich dann doch nicht getraut. Schade.

    Ute Blindert
    am Donnerstag, 10. Mai 2018 um 10:49 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Ja, ich hätte mir das Covermodel auch noch ein bisschen üppiger gewünscht. Aber das Magazin will ja auch Frauen in “Normalgröße” ansprechen, vermutlich deshalb.

      Susi
      am Donnerstag, 10. Mai 2018 um 10:59 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

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