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Behind the scenes.

Stehen wir vor dem Online-Burn-out? Ein Plädoyer für mehr Analoges im Leben.

Seit über 20 Jahren bin ich in diesem Internet aktiv und ich liebe es wie am ersten Tag. Da spielt Texterella natürlich eine große Rolle, meine ganz persönliche virtuelle Welt, an der ich dich regelmäßig teilhaben lasse, ebenso die Chancen und Möglichkeiten, die das Netz bietet, überhaupt diese ganze Inter-Welt, die man sich via WLAN auf die Wohnzimmer-Couch holen kann. Dann sind da auch noch die vielen spannenden und tollen Begegnungen, aus denen über die Jahre zum Teil enge Freundschaften entstanden sind. Und natürlich würde ich ohne das Internet heute ganz anders arbeiten, vermutlich nicht so selbstbestimmt und vielleicht auch mit weniger Freude.  

Dennoch: Als eine Kollegin kürzlich von einer Social-Media-Müdigkeit sprach, die sie ergriffen hatte, konnte ich sie gut verstehen. Das ständige Senden und Empfangen, das viele Online-Sein, die ewige Präsenz auf den diversen Kanälen ... das laugt aus. Ja, das Internet kann uns erschöpfen.

Tatsächlich glaube ich, dass nach 15 bis 20 Jahre Internet (und so lange sind viele von uns online) ein neuer, bewussterer Umgang mit der Online-Welt ansteht. Weg von immer mehr Virtualität (speziell auf Social Media), hin zu wieder mehr analogem Leben. Ja, ich glaube uns steht eine Rückbesinnung bevor, oder vielleicht sind wir auch schon mitten drin. Ich stelle das auch bei mir selbst fest: Twitter? Nutze ich kaum noch, dabei war ich diesem Kanal vor ein paar Jahren geradezu verfallen. Facebook? War für mich lange eine wichtige Diskussionsplattform (vor allem bei politischen Themen), aber mit all den Skandalen und Skandälchen rund um Wahlmanipulation und Hate-Speech ist mir die Freude daran verloren gegangen. Instagram? Macht mir derzeit am meisten Spaß – aber auch hier spüre ich den Druck.

Nach vielen Jahren Social-Media-Begeisterung will ich wieder mehr analoges Leben!

Insgesamt merke ich, dass nach vielen Jahren großer Online- und Social-Media-Begeisterung meine Lust auf analoges Leben wieder zunimmt. Ich will mit Menschen am selben Tisch über Politik diskutieren, nicht nur im selben Online-Forum. Ich will Schönes direkt sehen und erleben, nicht nur auf Pinterest. Ich will Plätze und Orte selbst bereisen, und nicht nur via InstaStory dabei sein. 

Versteh mich nicht falsch: Ich liebe dieses Internet und ich kann nicht ohne – ich will noch nicht mal! Aber ... ein bisschen weniger, bewusster, ausgewählter und weniger atemlos kann dieser Liebe nur gut tun. Ja, ich bin für Klasse statt Masse, ich bin für weniger statt mehr. Ich will lieber nur besonders Schönes und Ausgewähltes in meiner Online-Welt sehen – anstatt andauernd mit Belanglosem und Banalem berieselt zu werden. Denn genau das macht uns müde und überdrüssig: die Masse an völlig beliebigen und letztlich auch irrelevanten Inhalten.

Nach dem Gespräch mit meiner Kollegin habe ich dann auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht, und mir eine regelmäßige Wochenendauszeit auf Instagram verordnet. Das tut so gut! Ja, ich will wieder häufiger mit einem Buch auf der Couch sitzen, als mit iPad in der Hand. Und selbst für Texterella will ich nächstes Jahr – zusätzlich zu meinen regelmäßigen Blogposts – Möglichkeiten für Offline-Begegnungen schaffen. Denn seien wir doch ehrlich: Das Internet ist nur Bits und Bytes. Erst die Menschen darin machen es zu einem schönen Ort. Und genau diesen Menschen möchte ich nicht mehr nur online, sondern gerne auch häufiger offline begegnen.

Wie geht es dir mit dem Internet? Bist auch du manchmal ein bisschen müde davon?

Fotos: Martina Klein 

***

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1220 13 Behind the scenes. 04.12.2018   texterella macht sich gedanken, internet, bloggerlife, behind the scenes

13 Kommentare

  • Tanja
    am Mittwoch, 12. Dezember 2018 um 20:31 Uhr

    Du hast da ein wunderbares Buch in den Händen - vor vielen Jahren habe ich es auch gelesen. Ich glaube, ich muss es bald nochmal angehen :-)

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  • Regina Haefele
    am Donnerstag, 06. Dezember 2018 um 08:48 Uhr

    Hallo und guten Morgen!
    Sie sprechen mir aus dem Herzen und aus meinem Verstand.
    Im Mai d. J. habe ich mich von Facebook abgemeldet. Und, ich vermisse es nicht. Habe seit 1 Woche kein Watts App mehr. Und, es geht auch ohne. Ja, es ist in Ordnung nicht ständig erreichbar zu sein.

    Auf jeden Fall für Sie und Ihre Lieben eine angenehme und “analoge” Weihnachtszeit wünscht von Herzen

    Regina Haefele aus Rastatt

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    • Susi
      am Sonntag, 09. Dezember 2018 um 10:04 Uhr

      Würde ich Facebook nicht “beruflich” brauchen, wäre ich da auch längst schon raus. Aber es ist schlichtweg ein Teil meines Portfolios - auch für Kunden.

      Ganz liebe Adventsgrüße!

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  • Judith Kirchmayr
    am Donnerstag, 06. Dezember 2018 um 06:54 Uhr

    Bin froh, dass Sie das hier thematisieren. Ich habe dazu auch einen Blogpost geschrieben, weil mich das Thema interssiert und irritiert (bitte löschen, wenn es nicht erwünscht ist den link zu teilen): http://judithkirchmayr.at/online-business-overkill/
    Ich liebe aber Ihre webseite und wünsche mir weiterhin Beiträge :-)

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    • Susi
      am Sonntag, 09. Dezember 2018 um 10:05 Uhr

      Links sind hier absolut erwünscht, wenn sie zum Thema beitragen - von daher: DANKE!!!!

      Ich gehe gleich mal lesen!

      Liebe Adventsgrüße!

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  • Elke Fischer
    am Mittwoch, 05. Dezember 2018 um 21:29 Uhr

    Ja kann ich genau so unterschreiben! Scrolle oft durch Facebook und denke wie uninteressant, totale Zeitverschwendung, bin auf Social Media immer weniger unterwegs, will mich persönlich austauschen! Danke für den Beitrag.

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    • Susi
      am Sonntag, 09. Dezember 2018 um 10:07 Uhr

      In meinem Feed werden schon oft spannende politische Themen geteilt - aber, weil Facebook das ja konsequent unterbindet, auch nicht mehr so viele wie früher. Das las ich früher nämlich schon gerne. Aber wie gesagt: Der Algorythmus macht Facebook zunehmend langweiliger.

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  • Gunda von Hauptsache warme Füße!
    am Mittwoch, 05. Dezember 2018 um 11:24 Uhr

    Besser hätte ich es nicht ausdrücken können ( ...sowieso nicht. ;-) )!
    Auf die Idee, so wie früher ohne Smartphone leben zu wollen, werde ich allerdings ganz sicher nicht kommen.

    LG
    Gunda

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  • Doreen
    am Mittwoch, 05. Dezember 2018 um 10:05 Uhr

    Liebe Susanne, Du sprichst mir aus dem Herzen. Seit dem Sommer haben mein Mann und ich keine Smartphones mehr. Unser gemeinsames Leben ist “so schön still” geworden; keine nervigen Whatsapp-Nachrichten, keine piependen Apps etc. Wer uns etwas mitzuteilen hat, weiß wo und wie er uns erreichen kann.  Ist ist so entspannend, nicht mehr “dazuzugehören”. Das ist unsere neue Freiheit. Bei Facebook bin ich noch etwas aktiv, habe aber die abbonierten Seiten nur auf für mich wirklich Interessantes reduziert. Und in meiner Freundesliste sind Menschen, die mir im wahren Leben begegnen und deren Leben mir wichtig sind. Vor einem Jahr wäre das für mich unmöglich gewesen. Es geht aber so richtig gut. Genauso hätte ich mir niemals vorstellen können, auf mein Auto zu verzichten…. Entschleunigung und Besinnung auf das Wesentliche nennt man das wohl. In dieser “Stille” erlebt man so viel Schönes, Liebes und besinnt sich auf die Dinge, die wirklich zählen im Leben. In diesem Sinne ein schönes Weihnachtsfest und liebe Grüße aus Rostock!

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    • Susi
      am Sonntag, 09. Dezember 2018 um 10:09 Uhr

      Liebe Doreen,

      das klingt toll!! Wirklich! So weit bin ich noch nicht, auf Smartphone verzichten ... puh. Das ist wirklich ein großer Schritt! Aber ich bewundere jeden, der das schafft!

      Was war der Auslöser?

      Liebe Grüße!

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  • Gabi
    am Dienstag, 04. Dezember 2018 um 08:59 Uhr

    Liebe Susi,
    ja, ich spüre das mittlerweile auch sehr stark, dass mir das alles zu viel wird oder bald werden könnte. Und trotzdem habe ich gerade selber einen Blogpost dazu geschrieben, in dem ich Kolleginnen aus meinem Bereich Ernährung (also Ernährungswissenschaftlerinnen, Diätassistentinnen etc.) zum Mitmachen motivieren möchte. War das ein Fehler? Ich glaube, nein, und du hast die beste Antwort dazu gegeben: Wenn wir Klasse statt Masse produzieren, profitieren alle davon. Und das mit der Pause am Wochenende ist auch ein ganz wichtiger Tipp. Bis vor ein paar Monaten habe ich mir die ganz selbstverständlich gegönnt. Ich arbeite auch in aller Regel nicht am Wochenende - höchstens in der Küche ;-) Das ist für meine Balance total wichtig. Anscheinend verliere ich gerade aus dem Blick. Danke, dass du mich nochmal daran erinnert hast!
    Liebe Grüße von Gabi

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    • Susi
      am Sonntag, 09. Dezember 2018 um 10:11 Uhr

      Liebe Gabi,

      ich muss mich auch ständig an meine eigenen Ansprüche und Regeln erinnern, du bist nicht alleine. Und man muss es auch nicht dogmatisch sehen. Aber grundsätzlich sollte man sich schon immer wieder vor Augen halten, was das Internet mit einem macht - und das ist eben nicht immer nur Gutes.

      Liebe Grüße!

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