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Pressereise

Slow travelling. Warum langsames Reisen glücklich macht!

Es ist Viertel nach Neun. Die Musik aus den Lautsprechern mischt sich mit dem Dröhnen der Dieselmotoren, die dieses Schiff antreiben. Ich sitze auf dem Sonnendeck, das sich geleert hat, seit die Sonne hinter der Brücke der „Baltic Queen“ verschwunden und die Luft kühl geworden ist. Ich genieße diese Leere. Ich mag das Meer am liebsten für mich. Alleine. Nur ich und die See. Und das Schiff, das mich heute Nacht wieder zum Ausgangsort meiner Reise bringt.

In den letzten drei Tagen habe ich drei Städte  in drei Ländern besucht – Stockholm, Helsinki, Tallinn –, habe dreimal die Ostsee überquert, mich in den Gängen und Stockwerken von drei riesigen Passagierfähren verlaufen – und dabei auch ein wenig das Gefühl für Raum und Zeit verloren. Reisen, das war bisher für mich in ein Auto steigen, und ein paar Stunden später am Ziel ankommen. Oder in ein Flugzeug. Oder in einen Zug.

Mit einem Schiff bin ich noch nie gereist.

Es hat etwas von früheren Zeiten, als Menschen nicht in einem Flugzeug von Kontinent zu Kontinent reisten, sondern Wochen auf Ozeanen verbringen mussten. Als Reisen dauerte und nichts von diesem „übers Wochenende nach Malle“ hatte. Ja, für ein Schiff braucht man Zeit. Eine Strecke, für die man mit dem Flugzeug eine Stunde benötigt, dauert mit dem Schiff eine ganze Nacht. Man übt hier Geduld – nein, mehr noch: Man lernt, sie zu genießen, während man in der Mitternachtssonne langsam über die See gleitet und nur ab und zu eine kleine Insel von der Ferne sieht, oder eine andere Fähre. Stress? Eile? Bleibt an Land. Es sind langsame 14 Stunden, die nur von Abendessen und Frühstück unterbrochen werden, und davon, sich ein frisches estnisches Bier zu holen. Das süße Nichtstun, ach, so schön – und so selten. Ich glaube, den Ausdruck "Entschleunigung" habe ich erst in den letzten Tagen wirklich verstanden.

Susanne Ackstaller Texterella blickt in die Mitternachtssonne auf der Ostsee

Lange wird es nicht mehr dauern, dann hat mich mein normales Leben wieder. Morgen noch der ganze Tag in Stockholm, abends dann geht es mit Flugzeug wieder heim. Zwei Stunden Flugzeit, für die ich viel lieber zwei oder drei Tage auf einem Schiff verbrächte ... ja, so schön war dieses langsame Reisen. Und wiederholenswert, definitiv.

***

Natürlich werde ich dir noch mehr über meine Schiffsreise durchs Baltikum erzählen. Aber dazu muss ich erstmal die gefühlt 1.000 Bilder (mindestens!) sichten. Aber ich beeile mich, versprochen. Wenn du magst, kannst du in der Zwischenzeit auf Instagram mein Highlight „Reisen“ anschauen – da findet sich ein Vorgeschmack.

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Angaben zur Transparenz: Meine Reise wurde mir von Tallink Silja ermöglicht. Gekauft wurde aber nur mein Zeitaufwand – und nicht meine Begeisterung.

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2 Kommentare

  • Claudia Braunstein
    am Freitag, 13. Juli 2018 um 11:13 Uhr

    Liebe Susi, ich habe diese Reise vor fast 16 Jahren gemacht. Damals auch meine erste Schiffsreise, seit dem leibe ich diese Art zu reisen, allerdings auf Flüssen. Außerdem hat mich Stockholm begeistert und dann tags darauf Helsinki, das damals noch sehr ostblockartig schien. Vielleicht sollte ich diese reise nochmals ins Auge fassen. Liebe Grüße, Caludia

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    • Susi
      am Freitag, 13. Juli 2018 um 16:58 Uhr

      Mach das, liebe Claudia! In Helsinki war ich mit Anfang 20, als “ostblockartig” habe ich es nicht empfunden. Vielleicht ein wenig nüchtern.

      Tallinn ist übrigens eine zauberschöne Stadt (allerdings sind auch sehr sehr viele Touristen da! Da ist Salzburg ein Waisenkind dagegen! :-))

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