Texterella liest.
Leseempfehlungen aus dem Hinterhof
Als letzte Woche die Hiobsbotschaften aus aller Welt mal wieder über uns zusammenschlugen, hatte ich nur einen Wunsch: Mich mit einem Stapel Bücher in den bezaubernden Hinterhof in Venasque zu verkriechen und loszulesen. Die Welt da draußen vergessen, mich mit erquicklichen Dingen beschäftigen, eine Auszeit nehmen. Wenigstens für ein paar Stunden.

Nun ist der Hinterhof leider dreizehn Autostunden weit entfernt – aber die Bücher, die liegen hier in Griffweite. Ich muss mir nur ein lauschiges Plätzchen suchen (vielleicht hier?), die Glaskaraffe mit Eis, Minzblättern und Wasser füllen und schon darf ich in andere Welten und Geschichten eintauchen … tauchst du mit?
Au revoir und tschüss
Gudrun Lochte kenne ich als Bloggerin (von 60 plus, na und?). Vor ein paar Jahren haben wir uns bei einer meiner Lesungen persönlich kennengelernt. Damals erzählte sie mir, dass sie an einem Roman schreibe. Kurze Zeit später veröffentlichte sie ihr Erstlingswerk im Selbstverlag – jetzt hat der VANI-Verlag mit „Au revoir und tschüss“ ihr zweites Buch herausgebracht (das mittlerweile sogar den begehrten „Spiegel-Bestseller-Button“ trägt – wow!!), einen Roman, der witzigerweise in Südfrankreich spielt. Natürlich musste ich ihn lesen! Er handelt von Caro, die sich mit Mitte Vierzig (die Kinder sind groß, die Ehe dümpelt vor sich hin …) endlich um sich selbst kümmern möchte. Und so bucht sie (sehr zum Missfallen ihres Gatten) einen Französisch-Kurs in Südfrankreich, steigt in den Zug, landet in Usez und … nun, viel weiter bin ich selbst noch nicht, aber sehr neugierig auf den Fortgang der Geschichte. Zumal sich, oha!, eine Romanze anbahnt. Mehr wird aber nun wirklich nicht verraten! Ich würde mal sagen: „Au revoir und tschüss“ ist eine ideale Urlaubslektüre – ob’s nun nach Frankreich geht, Norderney oder Kroatien. Mit Caros Biographie können sich bestimmt viele Frauen identifizieren.
Gudrun Lochte: Au revoir und tschüss. Vani-Verlag, 2026.



Provence. Eine Augenreise
Natürlich kann man zur Vorbereitung einer Reise im Internet recherchieren, Travel-Blogs lesen, sich auf Instagram und Tiktok inspirieren lassen. Aber mal ehrlich: Es geht doch nichts über einen Bildband! Seite um Seite umblättern und dabei immer wieder überrascht werden. In Gedanken bereits die Route skizzieren und die Orte notieren, die man unbedingt sehen will. Innerlich juchzen, weil die Region so schön und bezaubernd aussieht und man es kaum erwarten kann, sie endlich zu besuchen.
So ungefähr erging es mir mit „Provence. Eine Augenreise“: Kein klassischer Reiseführer (dafür ist das Buch zu groß und zu schwer), aber ein Buch, um die Provence vorab ein wenig zu erkunden und vor allem, um sich vorzufreuen auf diesen wunderschönen Landstrich.
Emmanuelle Oddo und Timothée Chambovet: Provence. Eine Augenreise. DK Verlag, 2024
Ein Hauch Frankreich – Rezepte, in denen französisches Lebensgefühl zuhause ist
Wenn ich einer Sache noch weniger widerstehen kann als schönen Taschen, dann sind das … Kochbücher. Mein Mann fragte kürzlich, wann ich denn all diese Köstlichkeiten kochen würde … Naja, möglicherweise nie, aber ums Abarbeiten von Rezepten geht es zumindest für mich auch gar nicht. Vielmehr geben mir Kochbücher ein seltsames Gefühl von Ruhe und Sicherheit, das ich selbst gar nicht so richtig beschreiben kann. Vielleicht ist es das: Wenn ich in einem Kochbuch blättere, dann ist die Welt in Ordnung. Und wenn das Buch französische Gerichte enthält, dann schwingen da noch Leichtigkeit und pures Pläsier mit.
„Ein Hauch Frankreich“ verspricht „einfache fröhliche Familienmahlzeiten für den eigenen Esstisch“ … wie könnte man, wie könnte ich da widerstehen! ;-) Zumal die Gerichte schon sehr verführerisch klingen und das ganze Buch mitsamt seinen wunderschönen Fotografien rund um Land und Leute natürlich einlädt, sich (nicht nur) kulinarisch nach Frankreich zu träumen. Ob ich die Tartines mit Sardinen, Fenchel und eingelegten Zitronen, gefüllte Zucchiniblüten oder das Zitronensorbet aus dem Buch irgendwann tatsächlich zubereiten werde, ist dann im Grunde egal. Den Geschmack Frankreichs haben wir ja bereits beim Durchblättern auf der Zunge …
Marjorie Taylor & Kendall Smith Franchini: Ein Hauch Frankreich. Knesebeck Verlag, 2026



How to be French. Von der Kunst, französisch zu leben.
Das Buch habe ich bei einem kleinen Stadtbummel in Freising im Buchladen gesehen und konnte natürlich nicht widerstehen. Meinte Tochter grinste nur, als ich mit dem Buch an der Kasse stand, weiß sie doch um meine Vorliebe für genau diese Art von Literatur. (Ich schrieb es hier bereits: Bücher um französischen Stil und Lebensart füllen bei mir ein ganzes Regal. Lasst mich, ich liebe sie einfach! ;-))
Aber wie werden wir denn nun zu wahren Französinnen im Geiste? Das Buch gibt auf 240 Seiten eine charmante Einführung in alles, was dabei wichtig ist oder sein könnte: Mode und Stil (natürlich!), Essen und Trinken (noch natürlicher!), Kunst, Reisen, Lieben (!), Spaß haben und noch einiges mehr – das Ganze mit hübschen Fotos bebildert. Kurz: ein Buch, ganz nach meinem Geschmack: leicht, charmant, französisch – aber durchaus mit einem Augenzwinkern. Wer Frankreich erstmals besuchen möchte, für den ist dieser Titel eine durchaus solide Einführung ins Savoir-vivre. Und wer schon dort war? Kann das Buch trotzdem lesen, wird an der einen oder anderen Stelle sicherlich nicken und bestimmt auch etwas Neues erfahren.
Janine Marsh: How to be French. Von der Kunst französisch zu leben. Prestel Verlag, 2025
Was liest du denn im Augenblick? Erzähl gerne davon in den Kommentaren.
Fotos: Martina Klein, fotografiert in Venasque
Look:
Bluse: C+A (gebraucht gekauft und vermutlich schon älter. Aber diese hier ist recht ähnlich – und bis Größe 50 verfügbar.)
Hose: Uniqlo (trägt sich wirklich sehr unkompliziert, leicht und angenehm. Ich trage Kleidergröße XXL.)
Gürtel: Boden (leider nicht mehr verfügbar, das könnte eine Alternative sein).
Tasche: in dem kleinen Lebensmittelladen in Venasque gekauft. Vielleicht findet sich etwas Ähnliches bei Vinted? Grundsätzlich gibt es sehr hübsche Korbtaschen bei Sézane, bei Breuninger oder auch bei Miinto.
Mehr Mode gibt es wie immer hier. Besonders möchte ich euch ein paar neue Collagen ans Herz legen ...

Und sonst so?
→ Am 7. und 8. Oktober finden unsere beiden Foto-Workshops „Unfotogen? Gibt’s nicht!“ in Nürnberg statt. Beziehungsweise sollen stattfinden – denn aktuell haben wir noch zu wenige Anmeldungen. Es sind ja auch noch zwei Monate – allerdings können wir den Veranstaltungsort nur bis zum 10. August kostenlos stornieren. Das bedeutet: Wer mit einer Teilnahme liebäugelt, möge sich bitte bald bei mir melden/anmelden! Sonst müssen wir den Workshop absagen – was natürlich extrem schade wäre. Wer sich für „Unfotogen? Gibt’s nicht!“ interessiert, dem schicke ich auch gerne weitere Informationen. Kurze Mail genügt.
→ Für die Oktober-Workshops in Schongau kann man sich seit kurzem über die VHS Schongau anmelden. Bitte hier entlang für den 21. Oktober 2026 bzw. 22. Oktober 2026). Du brauchst noch mehr Informationen? Kein Problem! Mail genügt.
→ Wer hier im Blog frisch reingeschneit ist und erstmal gar nicht weiß, um was es bei den Foto-Shootings geht, liest hier.
→ Vor zwei Wochen habe ich hier im Blog über frei öl® geschrieben, über die Kommentare und Reaktionen (die mich sogar per Mail erreichten) habe ich mich wirklich sehr gefreut. Lustig, wie viele Leserinnen frei öl® ebenso wie ich in ihren Schwangerschaften kennengelernt haben! Nun hat mir frei öl® einen Rabattcode für euch angeboten: Mit Texterella20 bekommt ihr bis zum 5. August in Online-Shop 20 Prozent Rabatt auf alle Produkte. Ansonsten findet man frei öl® in vielen Drogeriemärkten (allerdings ohne Rabatt … ;-))
18 Kommentare
am Sonntag, 02. August 2026 um 08:34 Uhr
Das Buch des Jahres in Frankreich!
Phillipe Colline: Der Barman des Ritz!
Es wird nichts verraten .
Nur lesen, lesen, lesen ......
einen wunderbaren Sommer
am Sonntag, 02. August 2026 um 10:14 Uhr
am Sonntag, 02. August 2026 um 08:40 Uhr
Guten Morgen Susi, Du siehst wieder toll aus und hast wunderschöne Fotos mitgebracht. Wenn man den Lebensmut zur Zeit nich verlieren will, braucht man Resilienz oder gute Ablenkung. Bücher sind eine tolle Sache, danke für deine Tipps.
Abgelenkt hat mich auch deine hübsche Tasche, wie schön, dass du sie in Venasque gekauft hast. Ein Souvenir. Mir gefällt auch, dass du auch ab und zu pre-loved Teile einkaufst. Ich mache das jetzt ganz häufig. Es verstecken sich so viele schöne, ja fast ungetrage Schätze.
Ich wünsche einen wunderschönen Sonntag, liebe Grüße Tina
am Sonntag, 02. August 2026 um 10:21 Uhr
am Sonntag, 02. August 2026 um 15:20 Uhr
am Sonntag, 02. August 2026 um 08:59 Uhr
Ach was für schöne Photos! Ich kann die Kühle spüren…..und eine blau-weiß gestreifte Bliuse wirkt immer frisch. Mit rotem Gürtel…superb. unterm Apfelbaum ist auch nicht schlecht, Du wirst den passendenden Ort finden.
Meine Empfehlung für den Sommer: E.Srenz “Der große Sommer”, K.Hagena (?) :“Der Geschmack von Apfelkernen” und last but not least Z.Bank “Die hellen Tag”.
Allesamt zauberhafte Sommerlektüre für die Hängematte unterm Apfelbaum. Das Sonnenlicht fällt nur gefiltert durch das Blätterdach und die Schatten der Blätter tanzen im Wind. Über uns an tief hängenden Äste, sich rötende Apfelbäckchen. Ein bißchen schaukeln, ein kühles Getränk….da kann man selbst die Provence ein bißchen vergessen.
Einen herrlichen Sommersonntag wünsche ich Euch.
am Sonntag, 02. August 2026 um 09:03 Uhr
am Sonntag, 02. August 2026 um 10:31 Uhr
am Sonntag, 02. August 2026 um 09:34 Uhr
Liebe Susanne,
vielen Dank für diesen frischen Gute-Laune-Boost am Sonntagmorgen. Die Photos sind wunderschön und inspirieren mich, ein kühles und lauschiges Plätzchen zum Lesen zu suchen.
Haben Sie einen genussvollen Lese-Monat August!
Viele Grüße aus Griechenland
Heike
am Sonntag, 02. August 2026 um 10:32 Uhr
am Sonntag, 02. August 2026 um 09:36 Uhr
Tolles Buch! Sehr zu empfehlen!
am Sonntag, 02. August 2026 um 10:32 Uhr
am Sonntag, 02. August 2026 um 10:28 Uhr
Guten Morgen allerseits,
danke, liebe Susanne, für Ihre immer inspirierenden Tipps und Meinungsbeiträge. Ich freue mich jeden Sonntag auf den neuen Newsletter. Heute möchte ich mich auch einmal mit ein paar Buchtipps in den Chat einschalten. Empfehlen möchte ich eigentlich alle, vor allem aber die frühen Titel der Provence-Bücher von Peter Mayle (Bonjour Provence, Hotel Pastis, Trüffelträume etc.). Sie sind schon etwas älter, aber für mich immer wieder (ja, ich habe sie schon öfter gelesen) wie ein Urlaub in der Provence.
Ich wünsche allen ein schattiges Plätzchen und viel Spaß bei der Lektüre in diesem heißen Sommer.
Viele Grüße
Daniela
am Sonntag, 02. August 2026 um 10:34 Uhr
am Sonntag, 02. August 2026 um 10:40 Uhr
Liebe Susanne,
wieder mal eine so schöne Sonntagsmorgenleküre von dir und tolle Leseempfehlungen- bekomme ich total Lust drauf.
Und noch einen Satz zum Fotoshooting in Nürnberg
Ich hab es letztes Jahr mitgemacht und hatte 2 wunderschöne Tage mit so besonderen Frauen und jetzt hab ich so so schöne Bilder und Erinnerungen
Ich bin 71 - also irgendwie ist das doch auch 50+
Liebe Grüße
Ingrid
am Sonntag, 02. August 2026 um 12:14 Uhr
Liebe Susanne, vielen Dank für die tollen Buchtipps, die ich mir gleich notiert habe. Auch “Der Barmann des Ritz” landete natürlich auf meiner Liste
: )) Vielen Dank auch für die wunderbaren und erfrischenden Fotos. Ich habe erst kürzlich ein reizendes Buch gelesen, das zwar nicht in der Provence spielt, aber doch in Frankreich, nämlich in Paris: Nicolas Barreau “Die Liebesbriefe von Montmartre.” Zwar von 2018, aber einfach bezaubernd! Liebe Grüße und allen einen schönen Sonntag unter einem kühlen Blätterdach Adrienne
Liebe Susanne,
erst einmal herzlichen Dank, dass du mein Buch in deine Leseempfehlungen mit aufgenommen hast.
Aber auch die anderen sind toll. Französische Kochbücher mag ich besonders.
Ich wünsche dir noch einen schönen Sommer.
Liebe Grüße
Gudrun
am Samstag, 08. August 2026 um 10:46 Uhr
Ja, lesen ist immer gut! Und eine Portion Eskapismus kann auch resilienter machen, wenn man danach die Augen offenhält. Peter Mayle wurde gerade schon genannt: Der hatte mit dem Traumhaus seiner Büchern ja auch jede Menge Ärger mit Handwerkern, Frankreich kann auch anstrengend sein. ;-) Letzte Woche hast Du ja die gängigen Mode-Regeln aufgegriffen: “how to be french”. Ich habe mal in Frankreich studiert, schaue mir nostalgisch jeden Mist dazu bei Youtube an! Im klassische Muster all der Videos und Blogs flüchten Britinnen und Amerikanerinnen sich in die Idee, sich “a la francaise” anders zu kleiden, anders zu leben. Und selbst wenn echte Französinnen Tipps und Geschichten vermarkten, dann auf englisch und mit dem Angebot des “personal coachings”: Frenchness is a business, real life is different! Ich kenne keine Baskenmützen im Alltag, kenne sie nur aus Filmen und Fotos in schwarzweiß. Du siehst, auch ich falle immer wieder darauf rein und klicke auf farblose US-Klamotten, die mir als french style angepriesen werden. Was ich bei Französinnen (auch Italienerinnen, Spanierinnen) bei Wissenschaftskongressen spannend finde: Die ziehen an, was sie mögen, was sie schick finden, zwängen sich nicht in die Standard-Business-Anzüge der Deutschen oder der Britinnen, auch nicht in die uniformen Shiftkleider der Amerikanerinnen. Da rauscht ein Rüschen-Mini auf Plateausandalen an einem vorbei - und später ist die Französin die wichtigste Forscherin in ihrem Gebiet, die am Podium einen großartigen Vortrag hält. Die Ärztin würde sich genausowenig ein unnötiges Seidentüchlein an die Handtasche binden wie sie einen Nasenring tragen würde - nur weil andere das machen. ;-)








