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Texterella in der Provence

Blaue Stunde in der Provence

Als wir am Samstag vor einer Woche gen Südfrankreich starteten, hatte ich tatsächlich ein wenig Bammel. Die lange Strecke (über 1.000 Kilometer, die wir in einem Rutsch durchfahren wollten!) in einem 10 Jahre alten Auto (bei dem erst kürzlich die Klimaanlage geschwächelt hatte)! Die Hitze! Überhaupt die Unsicherheit, diverse Kundenaufträge in einer Gegend umzusetzen, die weder Martina noch ich jemals vorher besucht hatten! Würde das gemietete Häuschen aus dem 16. Jahrhundert tatsächlich so schmuck aussehen wie auf den Internetbildern? Würden wir passende Foto-Locations finden? Überhaupt: Würden sich Südfrankreich und die Provence tatsächlich als so pittoresk erweisen, wie wir hofften – oder würde das ganze Unterfangen womöglich ein großer Reinfall werden?

Unsere Bleibe könnte sich als Nepp herausstellen (Spoiler: tat sie nicht! Sie war wunderschön!), das Wetter womöglich nicht mitspielen und überall dort, wo wir fotografieren wollten, wäre kein Durchkommen vor lauter Touristinnen und Influencerinnen, die ebenfalls auf der Jagd nach dem besten Motiv waren. Oweia. Wäre ich doch bloß nicht auf diese Idee gekommen! Hätte ich mich doch nicht für die Provence begeistern lassen! Könnte ich doch einfach daheimbleiben, unterm Apfelbaum „Das achte Leben. (Für Brilka)“ weiterlesen, in meinem kühlen Arbeitszimmer an „Daisy“ schreiben, die Katzen streicheln und abends bei einem Glas Spritz vom Balkon aus ins Ampertal schauen. Das war doch auch schön! 

Aber es gab ja kein Zurück mehr. Kundenaufträge waren unterschrieben, der Gatte hatte sich eine Woche freigeschaufelt, Martina und ihr Mann waren bereits im Anmarsch. Die hätten alle schön geguckt, wenn ich das Ganze kurzfristig abgesagt hätte. Naja, immerhin hätten sich die Katzen gefreut. 

Und so stiegen wir am Samstag um 5 Uhr morgens doch ins Auto, durchquerten Deutschlands Süden, die Schweiz und Frankreich, und fuhren rund 12 Stunden abwechselnd einfach immer weiter, weiter, weiter. Für die letzten 30 Kilometer über immer schmäler und kurviger werdende Landstraßen brauchten wir tatsächlich weitere 1,5 Stunden, schließlich schnaufte unser Sharan noch eine Passstraße mit beängstigenden Haarnadelkurven nach oben – dann waren wir da. 

Was wir noch nicht wussten, als wir mit unserem keuchenden Auto vor dem Torbogen in der Stadtmauer standen: dass sich Venasque als ein wahrgewordener südfranzösischer Traum erweisen würde (der Ort war ein reiner Zufallsfund gewesen! Hauptsache Provence! Mehr wusste ich quasi nicht ...). In der Mitte ein malerischer Marktplatz mit glucksendem Springbrunnen. Drumherum drei Restaurants, die ihre Tische fürs Abendessen eingedeckt hatten. Die Straße runter eine Boulangerie (mit leckersten Croissants, wie wir am nächsten Morgen feststellten!), ein kleiner, gut sortierter Lebensmittelladen und ein paar weitere Geschäfte. An den Mauern rankten Blumen hoch bis zu den Fenstern mit blauen oder roten Läden. Auf der Stadtmauer saßen Menschen und genossen den Blick auf die provenzalische Landschaft, die von der blauen Stunde in weiches Licht getaucht wurde …

Wir waren in einem Dorf wie aus einem kitschigen Hollywoodstreifen gelandet! Gleich würde Amélie aus ihrer Chocolaterie heraustreten und uns ein Schokoladen-Eclair zur Begrüßung überreichen! 

Es war geradezu unwirklich. Und doch war es wahr. 

So also begann unsere Woche in Südfrankreich. Sieben Tage voller beeindruckender Landschaften, zirpender Grillen, leckerem Rosé und freundlicher Begegnungen. Und mit einem Dorf, das die perfekte Kulisse für unsere Fotoshootings bot. Noch mehr Südfrankreich geht wirklich nicht! Es gab tatsächlich keinen Moment, den wir nicht genossen hätten – so schön war’s hier. (Bevor ihr neidisch werdet: Wir haben auch richtig viel gearbeitet und sind fast jeden Morgen um 5.30 Uhr aufgestanden, um das Morgenlicht zu nutzen. Toll war’s trotzdem.)

Ihr könnt euch in den nächsten Wochen also auf viele schöne Fotostrecken freuen. Ich kann es kaum erwarten.

***

Modefotos: Martina Klein

Fotos von Venasque: Susanne Ackstaller + Martina Klein

 

Look:

Leinenhemd: Uniqlo (100 %  Leinen, super Qualität und unschlagbar bei Hitze. Gibt es auch in vielen anderen Farben. Ich trage Kleidergröße XXL.)

Satinrock: Uniqlo (der PERFEKTE Reiserock, weil quasi unzerknitterbar. Auch hier trage ich XXL.)

Flipflops: Bonprix (habe ich in Südfrankreich quasi ständig getragen. Dass man sie eine Nummer größer bestellen soll, kann ich nicht bestätigen. Ich trage Größe 41, und die Flipflops in 41 passen mir perfekt.)

Bast-Clutch: Kayu. (Habe ich vor Jahren hier vorgestellt – und dann zufällig auf Vinted wiedergefunden.)

Mehr Mode findest du wie immer hier auf LTK

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3 Kommentare

Ilona
am Sonntag, 05. Juli 2026 um 06:46 Uhr

Guten morgen liebe Susanne,

ich bin HIN UND WEG von Deinen Provence-Fotos - die weite Anreise hat sich SO gelohnt und ich freue mich riesig auf die nächsten Fotostrecken!!!

Und Du siehst fantastisch aus, wie das blühende Leben! Blau steht Dir einfach wunderbar. Dir und Deinen Lieben wünsche ich einen schönen, entspannten Sonntag und lasse liebe Grüße hier.

Loni xx

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Sieglinde
am Sonntag, 05. Juli 2026 um 08:13 Uhr

Die Provence in Person, das bist Du auf den Fotos. Dazu die echte Provence, einfach nur schön.
Gut, dass Ihr das Wagnis eingegangen seid. Auf die Fotostrecken freue ich mich auch.
Mein letzter Provence-Besuch liegt Jahrzehnte zurück. Zeit zum Auffrischen und wenn es über Deine Fotos ist…
Herzlich,
Sieglinde

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Uli Karg
am Sonntag, 05. Juli 2026 um 08:50 Uhr

Was für Fotos! Du siehst glücklich und zufrieden aus und blau ist deine Farbe. Gefällt mir an dir am allerbesten.
Die Stimmung dort habt ihr gut eingefangen und sie wirkt so beeindruckend, dass man sofort losfahren möchte.
Bin gespannt auf nächste Woche.
Allen einen zauberhaften Sonntag!

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