Texterella liebt Mode.
Mehr Stil im Alltag: Weil wir es uns wert sind!
Es ist doch so: 90 Prozent unseres Lebens besteht aus Alltag. Wir arbeiten, kaufen ein, kochen und räumen nach dem Essen wieder auf. Wir putzen das Bad (und das Katzenklo), gehen mit dem Hund raus und abends sitzen wir auf der Couch, lesen oder schauen einen Film an. Das ganz normale Leben halt. Und obwohl ich hier im Blog in der Regel ziemlich chic und stylisch wirke – die Momente für pinke Hosenanzüge sind auch in meinem Leben eher selten, ebenso für Glitzerklamotten und Seidenkleider.

Aber müssen Alltagsklamotten wirklich immer genau danach aussehen? Nach quadratisch, praktisch, waschbar – während die coolen, stylischen Kleidungsstücke den besonderen Gelegenheiten vorbehalten sind? Muss es für jeden Tag Jeans und Shirt sein (oder womöglich der ausgewaschene Pulli, den man eigentlich schon lange in die Kleidersammlung geben will, aber dann doch wieder in den Schrank zurücklegt, schließlich könnte man ihn ja beim nächsten Großputz brauchen)? Ich finde nein – zumindest theoretisch. Tatsächlich wohne auch ich ab und an gerne in meiner ausgeleierten Hose („die ist ja soooo bequem!“) und dem ollen Sweatshirt („Tomatenflecken vom Kochen? Ach, egal!“) – und kriege dann aber jedes Mal schlechte Laune, wenn ich am Spiegel vorbeikomme. Bin das wirklich ich?
Und genau da kommen wir zum Kerngedanken, der oft hinter unserer Alltagskluft steckt: Wer sieht mich schon? Ist doch egal, was ich trage! Falsch! Wir sehen uns, jeden Tag, immer wieder. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es macht einen wirklichen Unterschied für meine Stimmung und für mein Selbstwertgefühl, wie und in welcher Kleidung ich mir im Spiegel begegne. (Übrigens auch, ob ich geschminkt bin und vor allem, ob ich einen roten Lippenstift trage …)
Warum also geben wir uns nicht ein bisschen mehr Mühe – nur für uns? Warum wertschätzen wir uns nicht ein bisschen mehr? Denn: Auch im Alltag kann Stil und Chic funktionieren. Warum auch nicht? Ein guter Alltagslook kann bequem und praktisch sein – und dennoch cool, modern und selbstbewusst wirken. Ja, er soll es sogar.
Mehr Stil und Chic im Alltag – was wichtig ist:
Komfort und Funktionalität
Alltagsmode muss bequem genug sein, damit sie einen Tag „echtes Leben“ wirklich mitmacht. Also nicht nur fünf Minuten vor dem Spiegel gut aussehen, sondern ebenso beim Gehen, Einkaufen und vor allem beim Sitzen funktionieren. Die derzeitige Hosenmode ist hier auf unserer Seite: Jeans werden aktuell ja wieder mit weitem Bein getragen (wie gut das im Gegensatz zur Skinny Jeans der Durchblutung tut, vor allem, wenn man viel am Schreibtisch sitzt, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen …). Und erst kürzlich habe ich meine ersten Erfahrungen mit „Barrelhosen“ gemacht, die an der Taille figurbetont sind, am Oberschenkel weit, und sich zum Knöchel hin verjüngen. (Ich hatte ja ehrlich gesagt nicht gedacht, dass mir das steht. Aber – siehe Fotostrecke – ich finde, die Hose sieht gut aus. Und O-Beine, wie von mir befürchtet, machen sie ebenso wenig.)
Und bei den Oberteilen? Da muss ich einfach eine Lanze für die Taffeta-Blusen von Katharina Hovman brechen – ja, sie sind teuer, aber sie werten mit ihrem Schimmer und ihrem unvergleichlichen Schnitt jeden Alltagslook auf. Und praktisch sind sie auch: waschen, aufhängen, wieder anziehen. Und bitte auf keinen Fall bügeln! Flecken behandle ich mit Spülmittel, da kriegt man wirklich alles raus. Ansonsten trage ich gerne Streifenshirts von Armor Lux (sie sehen nach vielen Wäschen immer noch gut aus) und, wenn’s kalt wird, Merino- und Kaschmirpullover von Uniqlo, die mich mit ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis noch nie enttäuscht haben.
Klar mag es Frauen geben, die ihren Alltag in Absatzschuhen oder gar High Heels bestreiten. Für die Allermeisten aber (zumal in unserem Alter) dürfte das allerdings eher nicht gelten. Und das muss ja auch nicht sein, denn Gott sei Dank sind bequeme Schuhe heute weit entfernt von den früheren altbackenen Bequemschuhen in Braun, Beige und Olive. Meine erste Wahl: Sneakers. Die gibt es in so vielen tollen Designs und Farben, dass ich manchmal gar nichts mehr anderes tragen möchte. Ebenfalls empfehlenswert: Schuhe von Vivaia, Camper und natürlich der Klassiker Birkenstock, der ja mittlerweile zum Luxuskonzern LVMH gehört und dadurch optisch durchaus gewonnen hat (preislich allerdings auch …).




Stil
Stil in der Alltagsmode? Unbedingt sogar! Oder anders ausgedrückt: Wenn nicht hier, wo dann? Denn – ich schrieb es bereits – die allermeiste Zeit leben wir ja nun einmal im Alltag. Und der hat es ja durchaus verdient, dass wir ihm modisch unseren Stempel aufdrücken. Aber: Was ist das eigentlich – Stil? Eine schwierige Frage sowie Dauerthema in Magazinen und auf Social Media.
Ich kann nur für mich sprechen: Für mich bedeutet Stil, nicht einfach in den Schrank zu greifen und das anzuziehen, was zufälligerweise vorne im Regal liegt. Sondern einen Look ganz bewusst so zusammenzustellen, dass er stimmig und wie selbstverständlich wirkt. Und zugleich das gewisse Etwas hat: durch gesetzte Akzente, ein auffälliges Accessoire, durch die bewusste Farbzusammenstellung unserer Kleidung. Stil ist das, was unsere Looks typisch macht, und unverwechselbar. Warum soll das im Alltag nicht gelingen?

Persönlichkeit
Wir Menschen sind Individuen, jede von uns ist anders. Unsere Persönlichkeit sollten wir auch durch unsere Kleidung zeigen. Unser Outfit darf immer etwas von der Frau erzählen, die drinsteckt. Auch im Alltag, gerade da!
Eine extrovertierte Persönlichkeit wird vielleicht farbenfrohe Kleidungsstücke tragen, ein ruhiger Mensch eher monochrome Looks, Kreative werden möglicherweise zu ungewöhnlichen Kombinationen tendieren – es gibt da keine Regeln, jede Frau muss ihre (Mode-)Persönlichkeit selbst erspüren und umsetzen. In Verbindung mit unserem Kleidungsstil ergibt sich daraus ein Mix, der uns einzigartig macht – bei besonderen Gelegenheiten ebenso wie jeden Tag.
Irgendwo habe ich folgenden Satz gelesen: Gute Alltagsmode ist bequem genug für das echte Leben, stilvoll genug für das eigene Auge und stark genug, um Persönlichkeit zu zeigen. Wie wahr!
Zeigen wir also auch im Alltag, wer wir sind, machen wir uns sichtbar und nehmen wir uns die Freiheit, auch modisch wir selbst zu sein. Damit schließt sich dann auch der Kreis zu meinem letzten Blogthema rund um Mode und Feminismus.
Welche Kleidung trägst du in deinem Alltag?
Fotos: Martina Klein
Look:
Zu diesem Beitrag hat mich eine Instagram-Kooperation mit Uniqlo inspiriert, aus der auch die Fotos für diesen Beitrag entstanden sind. Kleidung von Uniqlo ist für mich tatsächlich „Best of Alltagsmode“: zeitlos mit trendigem Einschlag, funktional (aber ohne langweilig zu sein), hochwertig und dennoch bezahlbar. Und die Outfit-Fotos zeigen vermutlich besser als die rund 6.900 Anschläge dieses Textes, was ich sagen will: Der Look ist bequem, funktional, praktisch, ergo: alltagstauglich – hat durch die roten Accessoires aber dennoch das gewisse „Texterella-Etwas“.
Canvas-Jacke (mit Klappentaschen und cooler Kellerfalte am Rücken; gibt es auch in anderen Farben)
Barrel-Hose (dito! Und seeeehr bequem!)
Weißes T-Shirt (Uniqlo hat ungelogen die besten T-Shirts)
Ich trage bei allen Kleidungsstücken XXL.
Rote Tasche (habe ich schon in X Farben, weil so praktisch!)
***
Mehr Mode gibt es wie immer hier und da. (Diesen Look mag ich aktuell besonders und der Satinrock ist wirklich der Knaller – quasi unknitterbar.)
19 Kommentare
am Sonntag, 22. März 2026 um 09:08 Uhr
Liebe Susi,
im Prinzip hast Du Recht, wir sollten mehr auf uns achten. Aber mit rotem Lippenstift putze ich zu Hause nicht, Skinny-Jeans habe ich noch nie getragen, wer das tut- sorry - ist selbst schuld, wenn’s kneift. Und für die Blusen von K.Hovmann wirst Du mich nie begeistern können. Mag sein, daß sie von hervorragender Qualität sind, aber selbst im Angebot sind sie abgefahren teuer. Es gibt einfach Dinge, die gehen nicht. Und soll ich beim kochen auf ein schönes Shirt auch noch Flecken zaubern? Das kannich nämlich gut. Ein bißchen Unterschied zwischen diesem Alltag und dem Alltag sich mit Freunden treffen, ein Stadtbummel, Spaziergang, oder… ist ja auch ein Unterschied und da achte ich natürlich auf mich. Deine schwarz-weiß-rot Kombination ist erfrischend und steht Dir wunderbar. Einen schönen Sonntag wünsche ich Allen!
am Sonntag, 22. März 2026 um 09:22 Uhr
am Sonntag, 22. März 2026 um 10:59 Uhr
Stil im Alltag ist ja keine leichte Übung, zumindest für den rein häuslichen Alltag. Mir fällt da gleich die perfekte Hausfrau aus der Pril- oder Dr. Oetker Werbung der 50er und 60er Jahre ein… chic und adrett in allen Lebenslagen.
Ja, das bin ich nicht. Weder tolle Hausfrau, noch toll immer im Styling. Allerdings nie im ausgewaschenen Shirt oder schmutziger Kleidung. Lippenstift trage ich auch zuhause im Rosenholz-Ton. Allzu rot steht mir leider nicht. Wie Du schon schreibst, der Blick in den Spiegel muss einem selbst auch gefallen.
Dir steht Dein heutiger Look hervorragend und macht gleich gute Laune.
Einen schönen Sonntag, in welchem Style auch immer, wünscht herzlich
Sieglinde
am Samstag, 28. März 2026 um 22:29 Uhr
am Sonntag, 22. März 2026 um 10:46 Uhr
Liebe Susi,
wie Recht du hast. Ich selbst habe mich schon vor einiger Zeit von schlabbrigen Jogginghosen und Shirts im Alltag verabschiedet. Denn es macht etwas mit mir, wenn ich auch im Alltag nicht im Schluffilook rumlaufe. D.h. nicht, dass ich wie früher gern gesehen, in einer adretten Uniform durch den Alltag stöckele. Bequeme Hosen (Schlupfhosen oder Jeans) gibt es in meinem Kleiderschrank genauso wie Shirts und Pulli. Ach und danke für den Tipp, eine Schürze zum Kochen zu nutzen. Hab ich auch noch irgendwo. Ich achte darauf, dass keine Flecken und Löcher etc. in den Klamotten sind. So, ich freu mich nicht allein damit zu sein. Ich mag es einfach auch mich etwas zu schminken und frischer aussehend durch den Tag zu gehen. Liebe Grüße
am Samstag, 28. März 2026 um 22:31 Uhr
am Sonntag, 22. März 2026 um 12:04 Uhr
Ich achte immer auf mich,selbst wenn ich zur Mülltonne gehe,das bin ich mir einfach wert,wie es so schön heißt.Ich trage fast immer Lippenstift,ok außer wenn ich 3 Stunden im Garten arbeite und mit meinen schönen,bequemen Klamotten könnte ich fast immer gleich zum Einkaufen o.ä.gehen.Sicher,wenn ich ins Theater gehe,habe ich ausgefallene Stücke an.Ich sehe oft tolle Frauen in ollen Klamotten beim Einkaufen und denke,hier bißchen Farbe im Gesicht und dort bei der Kleiderwahl kostet keine Zeit und hebt doch die Stimmung.Vielleicht liegt es daran,daß ich gerne Schönes ansehe,egal,ob Möbel,Natur oder halt auch Kleidung.Es macht mir einfach Freude und das Leben ist zu kurz,nur Sonntags"gute Sachen” anzuziehen!Allen einen schönen Sonntag!
am Sonntag, 22. März 2026 um 14:48 Uhr
Mir gefallen sowohl die erschwinglichen Sachen von Uniqlo als auch die doch sehr teuren Kleidungsstücke von Katarina Hovman. Allerdings bleibt es beim Bestaunen, da beide Marken nichts in großen Größen anbieten. Sehr schade!
am Samstag, 28. März 2026 um 22:35 Uhr
Liebe Susi, dein Text zum Alltag gefällt mir sehr gut. Ich möchte mit meinen persönlichen Erfahrungen dazu antworten. Zum Alltag gehört ja auch der Arbeitsplatz oder der Einkauf oder das Treffen im Verein etc. Schon oft habe ich mich selber sozusagen in die gute Laune gepusht, indem ich an so grauen Alltagen etwas total Auffälliges oder Farbiges angezogen habe. Das macht schon beim Blick in den Spiegel fröhlicher und ganz oft gibt es dann auch am Arbeitsplatz positives Feedback. Auch anderen tue ich als Farbklecks dann gut. Einen herzlichen Gruß nach Bayern, Britta
am Samstag, 28. März 2026 um 22:36 Uhr
am Sonntag, 22. März 2026 um 19:01 Uhr
Frau Ackstaller, Sie sprechen mir aus der Seele !! Ich, seit 2 Jahren in der Rente, empfinde es als Grundbedürfnisse mich schön anzuziehen. Ein klein bissel Foundation, Tusche und Lippenstift hat auch noch niemand geschadet. Unser Land versinkt in Funktionsklamotten, Sneaker und zweckmäßige Haarschnitten. Ich verstehs nicht warum man sich so wenig Wertschätzung. entgegenbringt.
am Mittwoch, 25. März 2026 um 08:39 Uhr
Liebe Susi Ackstaller,
seit einiger Zeit bin ich eifrige Leserin Ihres Blogs. Sonntag nach dem Frühstück als erstes “texterella”.
Bei mir geht ohne roten Lippenstift garnichts, selbst zu Hause wird immer mal wieder nachgelegt, Bekannte lachen schon, da in jeder Tasche einer steckt, sogar in der Sporttasche.. Putzen tue ich zwar nicht in feinen Klamotten, aber fleckige oder ausgefranste Klamotten gehen auf keinen Fall. Ich versuche immer so angezogen zu sein, dass ich gleich zu einem Termin gehen könnte.
Veronika v. Quast erzählte mal in einem Interview, dass sie in ihren normalen Kleidern putzt, denn es könnte ja mal der Traummann bei ihr klingeln….....
Bitte machen Sie weiter so, ich freue mich jeden Sonntag auf Ihren Beitrag.
Herzliche Grüße von Ilona (78) aus München
am Samstag, 28. März 2026 um 22:38 Uhr
am Freitag, 27. März 2026 um 06:56 Uhr
Hallo Susi,
man stelle sich vor, Mann macht sich Gedanken darüber, ob er sich zuhause chic kleiden und auch sonntags rasieren sollte. Hahaha! Solange wir uns solche Gedanken machen, sind und bleiben wir echte Weibchen und wahre Emanzipation ist noch Lichtjahre entfernt! Jeder soll machen, was er will (ist ja auch dein Credo).
Wir sind perfekt so wie wir sind, mit Lippenstift und ohne, mit High Heels oder Birkenstock. Wertschätzung für uns selbst fängt ganz woanders an, nicht in der „Hülle“, sondern im „Mindset“. Und wenn das Mindset an der Hülle hängen sollte, dann ist noch eine Menge Emanzipations- und Selbstwertarbeit nötig!
Herzliche Grüße
Silke
am Freitag, 27. März 2026 um 09:17 Uhr
am Sonntag, 29. März 2026 um 07:46 Uhr
Liebe Susi,
da haben wir uns entweder gänzlich missverstanden oder sind einfach unterschiedlicher Meinung, was ja auch völlig okay wäre. Ich liebe deinen Blog und ich liebe Mode. Mir ist auch die Wechselwirkung von Mode und Psyche völlig bewusst. Wie Kleidung auf uns und andere wirkt, wusste ja schon Keller in „Kleider machen Leute“. Das lila Latzenhosen-Klischee möchte ich wirklich nicht „füttern“ und ich spreche auch nicht von Ungepflegtheit und Schlabberlook.
Ich bewundere die natürliche Schönheit von Frauen (und Männern!), die ohne Lippenstift und Outfit so glänzen und wirken, weil sie scheinbar mit sich im Reinen sind, die Welt und ihr Leben lieben und das auch ausstrahlen, ganz egal, was sie tragen und unterstreichen. Davon gibt es nur sehr wenige und ich gehöre leider nicht dazu und brauche Zeit am Morgen, bis ich die Kleidung gefunden habe, die mich selbstbewusst durch den Tag bringt. Ich kann mit einem Hauch von Bewunderung lächeln, und hier sind wir wieder beim Punkt, den ich machen wollte, wenn ich Herren sehe, die mit Bäuchlein und grau behaarter Brust, mit sich und der Welt zufrieden und dies auch ausstrahlend, die ersten Sonnenstrahlen in aller Öffentlichkeit genießen, während Frau versucht, die Röllchen unter Pareos zu verstecken und mit Self-Tan die bleichen Beine zu pimpen.
Das alles ist ganz sicher keine Kritik an deinem tollen Blog und deinen interessanten Beiträgen, die ich so gerne lese, sondern nur eine verwunderte Beobachtung.
Wie sich jede und jeder kleidet und dadurch fühlt, bleibt ihr und ihm überlassen.
Viele herzliche Grüße
Silke








