Texterella liebt Mode.
Manus x Machina. Eine Mode-Ausstellung im Metropolitan Museum of Art.
Das Metropolitan Museum of Art gehört zu meinen absoluten Lieblingsorten in New York (zu denen es übrigens noch einen Extra-Blogpost geben wird – sobald ich dazu komme). Diese Fülle an Kunstschätzen, an Ausstellungen, an großen Namen, an Stilepochen, Regionen, Zeitaltern … unglaublich! Das Met ist für mich das schönste Museum der Welt (wobei ich zugegebenermaßen bislang erst einen kleinen Teil davon gesehen habe! ;-)). Durch diese Säle und Flure zu laufen, die nicht zu enden scheinen, vorbei an Myriaden von Exponaten, macht mich tatsächlich glücklich. Und das obwohl ich gar keine "Kunstkennerin" bin, höchstens eine Genießerin. Es ist wohl das Gefühl, dass in einer Welt, in der so viel Schönes geschaffen wird, doch nicht alles nur zum Schlechten stehen kann.
Ja, vielleicht ist das naiv gedacht. Aber … es tröstet mich. Gerade in Zeiten wie dieser, in der gefühlt kein Stein auf dem anderen bleibt.
Einmal im Jahr findet im Met eine Fashion-Ausstellung statt. Diesmal steht sie unter dem Motto „Manus x Machina“. Es geht es um das Spannungsfeld von Haute Couture und Pret-à-porter-Mode bzw. von Handarbeit und maschineller Fertigung – wobei sich die Grenzen, und das ist ein wenig die Aussage der Ausstellung, zwischen Manus und Machina zunehmend verwischen. Wurde früher die Haute Couture fast ausschließlich in Handarbeit gefertigt, so werden heute auch hier Maschinen genutzt, um bestimmte Effekte zu erzielen. Gezeigt werden 170 Exponate – modische Kunstwerke vom Anbeginn des letzten Jahrhunderts bis hin zu aktuellen Kollektionen. Die Kleidungsstücke stammen aus Traditionshäusern wie Chanel, Dior oder YSL, aber auch von neuen Designern.
Ehrlich gesagt: Das akademische Konzept hinter der Ausstellung war mir egal. Die Wissenschaft trat für mich völlig hinter der Schönheit der gezeigten Stücke zurück. Diese Farben, dieser Formen, die Designs! Diese Kreativität! Geradezu überwältigend. Dass meine iPhone-Fotografie der Ausstellung nicht gerecht wird, versteht sich von selbst. Aber es war mir einfach ein Bedürfnis, dir ein paar Eindrückt zu vermitteln ...
Ja, Mode ist Kunst. Nicht immer natürlich, vielleicht sogar selten – aber auch nicht jedes Gemälde oder jede Zeichnung ist Kunst. Aber wer diese Ausstellung – oder auch diese hier von Jean Paul Gaultier – gesehen hat, wird nie bestreiten, dass Mode genauso berühren und bewegen kann, wie ein Bild oder eine Skulptur. Die oftmals herablassende Haltung von Menschen gegenüber Mode als etwas vermeintlich Banalem halte ich deshalb nicht nur für völlig unangebracht – sie ärgert mich geradezu.
Die Ausstellung läuft noch bis Mitte August. Wenn du in New York bist, schau sie dir unbedingt an!
Mehr Information findest du hier auf der Seite des Metropolitan Museum of Art. Und hier gibt es noch ein paar Impressionen auf Instagram: #manusxmachina
(Fotos: Susanne Ackstaller)
2 Kommentare
am Mittwoch, 29. Juni 2016 um 10:42 Uhr
Sehr ausdrucksstark, aber wirklich wunderschön! Das Design sieht wirklich toll !^o^
am Freitag, 01. Juli 2016 um 11:11 Uhr
Ist ja lustig. Kleid No 3 von oben habe ich gehabt, rückenfrei, goldfischschuppenreich. So oder doch so ähnlich. Habe mich später immer gefragt, wie ich es bloß jemals gewagt habe, das anzuziehen (Silvester anno 1986)...
Schön, Susi, dass du gut wieder aus NYC angelandet bist. Ist ja keine Selbstverständlickeit mehr heutzutage.
Nessa