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Der neue Hype: die Wechseljahre.

Die Wechseljahre liegen derzeit schwer im Trend. Mein Instagram-Feed wird aktuell geradezu geflutet mit neuen Accounts, die sich dieses Themas annehmen. Podcasts sprießen ebenfalls aus dem Boden und kürzlich hat sogar ein öffentlich-rechtlicher TV-Sender bei mir angefragt: Ob ich nicht Teil einer Reportage über die Wechseljahre werden wolle … Überall geht es um Hitzewallungen, depressive Verstimmung, schwindende Libido, Scheidentrockenheit, ausfallende Haare … die einen schwören auf Yoga, die anderen auf Nahrungsergänzung, wieder andere auf bioidentischen Hormonersatz. Möglichst natürlich halt. Und die Communitys jubeln: Endlich werden Tabus gebrochen, endlich wird über das Klimakterium gesprochen! (Huch, reimt sich sogar.) 

Man bekommt geradezu den Eindruck, diese Lebensphase sei bis eben Terra Incognita gewesen und gerade erst entdeckt worden.

 

 

Es stimmt schon: Bei mir im Blog kommt das Thema Wechseljahre tatsächlich selten vor. Nicht weil es eines meiner persönlichen Tabus wäre oder ich mich gar schämen würde, darüber zu schreiben … Nein, es gibt einfach wenig zu berichten: Die Wechseljahre sind an mir so unbemerkt und problemlos vorbeigeglitten, dass ich dazu wenig sagen beziehungsweise schreiben kann. Beschwerden? Keine nennenswerten. Ich hatte keine Hitzewallungen (und klopfe jetzt auf Holz! Sicher ist sicher.), ich habe keine Depressionen, ich bin vielleicht ein bisschen gefühliger geworden, andererseits: Emotional und sehr empathisch war ich schon immer. Mein Nachtschlaf ist grundsätzlich gut, manchmal ein bisschen unruhig – aber wer bitte schläft nicht schlecht in diesen schrägen Zeiten. Okay, ich habe zugenommen und kriege diese Kilos einfach nicht los – ärgerlich, aber auch wiederum nicht so dramatisch. Die Hexenhaare … die sind allerdings wirkliche Nervensägen. Ohne Pinzette kann ich nicht mal mehr für ein Wochenende verreisen. Das finde ich in der Tat ziemlich lästig.

 

 

Mittlerweile fühle ich mich durch die Omnipräsenz des Themas jedoch ein wenig verunsichert: Ist bei mir alles okay? Warum habe ich keine Beschwerden? Sollte ich nicht zumindest gelegentlich schwitzen oder wenigstens ab und zu grundlos in Tränen ausbrechen? Wäre das nicht normaler, altersgemäßer? Vielleicht sollte ich besser doch Hormone nehmen. Womöglich stimmt da irgendwas nicht.

Andererseits: Fast allen Frauen in meinem Umfeld geht es ähnlich. Alle fühlen sich wohl in ihrem Körper, haben höchstens minimale Beschwerden, die meisten haben noch nicht mal zugenommen, oder höchstens ein klitzekleines bisschen! Mit allen kann man ganz offen und schamfrei über diese Lebensphase reden – von wegen Tabu! –, warum auch nicht, man muss sich für den Lauf der Dinge und ganz normale körperliche Prozesse doch nicht genieren. Da sind mir wirklich andere Sachen peinlich.

Moment, eine Nebenwirkung kann ich aber doch vermerken: Das Testosteron – das männliche Hormon, dessen Spiegel während der Menopause steigt – hat mir in den letzten Jahren nämlich ordentlich viel Schwung und Energie verliehen. Und wenn ich schon darüber nachdenke: So gut wie während der Wechseljahre habe ich mich selten in meinem Leben gefühlt.

Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich gibt es Frauen, die massiv unter dem Klimakterium leiden – die möchte ich ausdrücklich ermuntern, die Hilfe einer guten und wechseljahreskundigen Gynäkologin zu suchen. Denn Hilfe gibt es. Niemand muss schwitzen, sich schlaflos im Bett herumwälzen und unter unerklärlichen Heulattacken leiden. Rund zwei Drittel der Frauen in meinem Alter aber haben kaum Beschwerden. Warum ist so viel seltener von denen die Rede, anstatt bei nachfolgenden Frauengenerationen für Angst und Schrecken zu sorgen? Wenn das mit Tabubruch gemeint ist, will ich lieber keine Tabubrecherin sein.

Mein Mitwirken an der TV-Reportage wurde übrigens abgesagt: Ich hatte zu milde Wechseljahresbeschwerden. Ein Schelm, der dabei Böses denkt: Denn bei einem solchen Auswahlverfahren manifestiert sich natürlich bei vielen, vor allen jüngeren Frauen der Eindruck, die Wechseljahre seien eine der sieben Plagen.

Noch mal zurück zum Hype – einen kleinen Verdacht habe ich nämlich doch: Die Pharmaindustrie (gegen die ich übrigens grundsätzlich gar nichts habe) hat den Markt entdeckt. Und der ist ziemlich groß. Schließlich sind ja gerade wir Boomerinnen in den Wechseljahren.

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Fotos: Martina Klein, Berlin

Location: Hotel Oderberger, Berlin

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Mein Buch über Mode, Stil und das Leben 50plus: Die beste Zeit für guten Stil. Fashion for women. Not girls. (Oder hier bei Amazon.) Der erste Stilguide ohne Stilregeln, dafür mit vielen Anregungen zu mehr Nachhaltigkeit. Kein Ratgeber – ein Mutmacher und ein Buch, das dich sicher inspiriert! Ein Exemplar mit persönlicher Widmung kannst du direkt bei mir bestellen. Aktuell gibt es sogar noch zwei limitierte Texterella-Lesezeichen dazu.

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Auf Texterella dreht sich alles um Frauen über 50 - um Frauen in ihren besten Jahren! Die Themen meines Blogs sind Stil, Hautpflege, Reisen und Kultur, gutes Essen, kurz: Inspiration für ein schönes, erfülltes und zufriedenes Leben für Frauen 50plus! Vielleicht bist auch du eine Frau über 50 (oder 60 oder 70 …. ;) und magst du mein Blog abonnieren? Dann verpasst du keinen Beitrag mehr! Geht ganz schnell: Mail-Adresse eintragen, absenden und – ganz wichtig!! – den Link in der Bestätigungsmail, die dir im Anschluss zugestellt wird, anklicken. Manchmal versteckt sich diese Mail im Spamfilter. Aber ohne Verifizierung, keine Texterella-Mail! :-) Dass ich mit deiner Adresse keinen Unfug betreibe, du dich auch jederzeit wieder abmelden kannst und dass dieser Service natürlich absolut kostenlos ist, muss ich sicher nicht extra dazusagen. 

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18177 32 Texterella persönlich., 50+ Lifestyle 23.10.2022   kolumne, meinung, menopause, texterella persönlich, wechseljahre

32 Kommentare

Loni
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 08:13 Uhr

Guten Morgen liebe Susie,

da stimme ich Dir zu, das Thema ist im Moment gefühlt auf allen Ü50-Blogs zu finden. Für mich sind die Wechseljahre genauso normal, wie Geburten oder graue Haare bekommen. Ehrlich gesagt, denke ich da gar nicht groß drüber nach.

Nur eine Sache interessiert mich brennend:
WANN kommen sie ENDLICH!!? Ich hab’s nämlich wirklich langsam satt (Erdbeerwoche seit meinem 11. Lebensjahr) und möchte nun bitte schnellstmöglich wechseln ;-))))) SEUFZ!

Hab einen gemütlichen Sonntag,
Iiefs van Loni x

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Judith
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 08:39 Uhr

Liebe Texterella,
ich bin sehr froh dass Sie so unaufgeregt über die Wechseljahre schreiben. Selbst 65 sehe ich rückblickend dass sich das Thema ein paar Jahre recht aktuell anfühlt, mit und ohne Beschwerden (Ich hatte so einige!). Dann verschwindet es wie es aufgtaucht ist und wird sehr langweilig. Es überlebt ja jede Frau und Vielen geht es nachher besser als vorher, von wegen Testosteron ;-) Und ich stimme Ihnen zu, wenn Sie von einer boomenden Industrie sprechen - Pillen, Cremen, Mentales Training, Selbsterfahrung, Meditation, Yoga, QiGong, Bewegung, Ernährung - alles soll angeblich die Beschwerden (wenn denn welche da sind) verhindern. Als hätte frau etwas falsch gemacht wenn die Hormone tanzen. Wenn man Mitte 50 ist und einem die Haare ausgehen ist man halt schnell schuldbeflissen… Meine Erfahrung: Das ändert alles gar nichts. Wer wirklich Beschwerden hat ist bei einer guten Gyn am besten aufgehoben. Der Hype dient nur der Industrie, nicht den Frauen. In diesem Sinne - danke für Ihre nüchterne Betrachtung!

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Vera Purrio
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 09:00 Uhr

Liebe Texterella,
ich kann mich den obigen Kommentaren nur anschließen.
Über die Wechseljahre habe ich mir nie wirklich Gedanken gemacht. Natürlich ist auch mir die Omnipräsenz dieses Themas nicht entgangen und ja, der Markt ist lukrativ.
Eine Krankheit sind die Wechseljahre jedenfalls nicht und auch an Männern vollziehen sie sich.
Eine Phantomangst gegenüber jüngeren Frauen seitens Magazinen etc. zu kreieren finde ich, wie Sie auch, nicht angebracht. In diesem Sinne einen schönen Sonntag.
Vera Purrio

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Gabi Z.
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 09:14 Uhr

Liebe Susanne,
Ich unterschreibe Deine Ausführungen und bin sehr froh so gut durchgekommen zu sein.
Allerdings werden diecZipperlein mehr und man muß ein bißchen besser auf sich aufpassen. Die eigene Endlichkeit rückt in den Fokus. Eltern sterben, eine Freundin ist schwer krank, eine andere bereits verstorben.  Also passen wir gut auf uns auf und genießen das Leben und diesen schönen Herbsttag.

Gabi aus Frankfurt

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Susi
am Dienstag, 01. November 2022 um 11:13 Uhr
Auf jeden Fall! Aufpassen müssen wir uns unbedingt! Ganz liebe Grüße!

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Gabriele Schwoch
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 09:22 Uhr

Liebe Susanne , ich bin jetzt 62 Jahre , mit 50 Jahren blieben sie weg und kamen nie wieder , ich habe immer auf Hitzewellen gewartet aber es blieb mir erspart.        Einpaar Kilo’s sind zu gekommen und diese fiesen Hexenhaare ,aber ansonsten alles gut. Ich wünsche einen schönen Herbstlichen Sonntag mit vielen tollen Momenten .Liebe Grüße Gabi

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Karen
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 09:49 Uhr

Liebe Texterella,

schön, dass die Wechseljahre an Dir so vorbeigegangen sind. Und ja, die Wechseljahre sind in aller Munde, weil wir Boomerjahre ein lukrativer Markt sind.
Leider sind die Wechseljahre an mir nicht spurlos vorbeigegangen. Ich hatte heftigste Hitzewallungen!!! Und es ist sehr unangenehm, in hauptsächlich männlich besetzten Sitzungen davon geplagt zu werden . Die Blicke sind fürchterlich. Wenn es dann noch so ist, dass man keine Hormone nehmen darf, weil der Brustkrebs schon zweimal zugeschlagen hatte (oder man es nicht will), dann ist man schon sehr froh über alle anderen Möglichkeiten.

LG
Karen

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Susi
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 10:02 Uhr
Liebe Karen, ich hatte schon befürchtet, dass sich bei meinem Beitrag Frauen auf den Schlips getreten fühlen .. das wollte ich nicht und war auch bestimmt nicht meine Absicht. Natürlich gibt es das: richtig schlimme Wechseljahresbeschwerden. Mich nervt einfach die Geschäftemacherei damit. Wie schrieb Bettina im Beitrag weiter unten: Es geht nicht in erster Linie um unserer Wohlbefinden, sondern ums Geld. Und mich nervt auch, wenn in dem Zuge dann plötzlich "Tabus gebrochen werden" sollen und ohne Scham über dieses Thema gesprochen wird. Das nervt mich!! Weil es so verlogen ist. Es tut mir von Herzen leid, wenn du so massive Probleme hast - und ich hoffe, du findest ein Möglichkeit oder ein Therapie. Ganz liebe Grüße und eine dicke Umarmung!

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Susanne
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 10:48 Uhr
Ja, es nervt mich auch, dass mit den Wechseljahren Geschäfte gemacht werden, wo es nicht nötig wäre. Probiotika, weil der Darm Probleme macht. Da muss man doch genauer hinschauen. Ein Shampoo gegen Haarausfall. Für mich kommt das von innen. Ich weiß aber auch, dass nach jedem Strohhalm gegriffen wird, wenn die Beschwerden groß sind. Ich bin dankbar dafür, dass ich ohne große Probleme durch diese Lebensphase gegangen bin bisher, aber es gibt viele Frauen, die haben massive Probleme. Auch denen muss irgendwie seriös geholfen werden. Dazu braucht es Aufklärung.

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B.Villegas
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 09:54 Uhr

Liebe Susanne, ich finde Deinen Humor toll! Nicht alles muss im Detail auseinandergenommen werden. Wir sollten in unserem Alter Frau genug sein, dass wir im Fall der Fälle wissen, an welche Experten wir uns bei Beschwerden wenden können und uns nicht der journalistischen Meute hingeben, die immer noch unter dem Deckmäntelchen von Aufklärung, Information und sonstigen Pseudovorwänden alle aber wirklich alle Themen auf die öffentliche Bühne zerrt. Am Ende ist es der lukrative Markt, wie hier geschrieben wurde, und die erwartete Quote! Nicht unser Wohlbefinden! Nicht die vorgegebene ” Information. Dass wir am biologischen Fakt nicht vorbeikommen, ist sicher. Für mich aber auch, dass ich nicht jeder ” bunten Kuh”, die “durchs Dorf” getrieben wird , mehr hinterherlaufe. Deshalb, ihr Lieben: Alter ist okay, Wenn Ihr das anders seht…okay, Faltencreme ist okay:), Kilos sind…auch okay, wenn der Körper gesund ist. Und auf den lasst uns aufpassen und uns ansonsten am Leben freuen. Denn wir haben nur das eine! LG und einen schönen Sonntag an alle. Bettina

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Susanne
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 09:56 Uhr

Schön für alle Frauen, die gut und mit wenig beschwerden durch diese wichtige Lebensphase kommen. Ich hatte auch wenig Beschwerden.Ich betrachte die Wechseljahre aus einem etwas anderen Blickwinkel. Zum Einen aus dem gesundheitlichen Blick, denn durch das Schwinden der Hormone steigt das Risiko für bestimmte Erkrankungen. Osteoporose, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, weil das schützende Östrogen wegfällt. Das müssen Frauen aber wissen. Ich habe mit diesen Frauen in der Beratung zu tun und kläre darüber auf. Dann kann es für mich nicht sein, dass 10 % der Frauen aufgrund von Wechseljahresbeschwerden aus ihrem Beruf aussteigt. Da fallen Fachkräfte weg.
Warum fühlt sich das gerade wie ein Hype an? Ja, das werde ich auch gefragt. Vor ca. 100 Jahren haben viele Frauen die Wechseljahre nicht erlebt weil sich nicht in dieses Alter gekommen sind. Die Lebenserwartung lag niedriger. My two cents….

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Karen von KAREN ON TOUR
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 10:49 Uhr

Vielen Dank für deinen Beitrag, liebe Susanne,
ich habe mich schon gefragt, ob nur ich so gut darüber hinweg gekommen bin. Offenbar ist es nicht so.
Bei mir war von einem Tag auf den anderen Schluss damit und ich bin nicht böse drum!
Endlich wieder weiße Hosen, wann ich will!
Liebe Grüße
Karen

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Susi
am Dienstag, 01. November 2022 um 11:15 Uhr
hihi zur weißen Hose ... :D

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Nicole
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 11:02 Uhr

Liebe Susi,
wie schön, dass du das Thema so aufgreifst. Aber du weißt ja auch schon, wie ich darüber denke..
Ich nenne es die 2. Pubertät. Ja, ich bemerke Anzeichen, ja, da passiert auch was. Aber für mich gehört es dazu.
Ich hatte ein langes Gespräch mit meinem Gyn darüber, wenn ich mich also nicht (mehr) gut genug mit den Begleiterscheinungen fühlen würde, wäre er da.

Aber ansonsten lasse ich es laufen, achte nicht auf jedes Zeichen und freue mich darauf, dass eine besondere Sache dann vorbei ist. Ich bin gern eine Frau, aber das wäre verzichtbar. Und ich freue mich auf diesen neuen, anderen Lebensabschnitt.

Ich bin in diesem Beitrag also emotional und auch sonst sehr bei dir.
Liebe Grüße
Nicole

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Susi
am Dienstag, 01. November 2022 um 11:14 Uhr
Liebe Nicole, ich denke auch: Ein entspannter Umgang _kann_ helfen.

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Claudia Braunstein
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 13:23 Uhr

Nur weil ich nie im Wechsel war, heißt das natürlich nicht, dass andere nicht damit zu kämpfen hätten. Mein Wechsel wurde durch eine massive Chemotherapie unterdrückt. Ganz ehrlich, mir wären Hitzewallungen und Schlaflosigkeit lieber gewesen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass Medien jeder Art daraus das große Theater machen und Frauen um die 50 alle davon im schlimmsten Masse betroffen wären. Ja, es steckt viel Geschäft dahinter und das ist das, was auch mir sauer aufstößt. Gegen und für alles werden gefühlt trillionen Produkte angeboten. Irgendwo ist mir unlängst sogar ein menopausaler Nagellack untergekommen. Da wird es dann ein wenig schräg. Liebe Grüße, Claudia

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Susi
am Dienstag, 01. November 2022 um 11:16 Uhr
haha, immerhin den Nagellack habe ich ausgelassen ... :D (Was soll das Teil denn bewirken? Jetzt bin ich doch neugierig geworden ... :-)) Liebe Grüße!

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Coco
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 14:43 Uhr

Liebe Susanne,
tatsächlich habe und hatte ich, bisher keine echten Beschwerden. Lediglich eine Zunahme des Gewichts…aber hey, Körperfett produziert Östrogen, das schützt wiederum die Knochen vor Osteoporose! Also ein sinnvoller Selbstschutz des Körpers….!

Wird nur nicht Aufgeklärt!

Da ich viele Jahre bei einer Gynäkologin gearbeitet habe, habe ich viele Facetten von Wechseljahresbeschwerden und Nichtbeschwerden erlebt.

Bis heute muss ich, innerlich, immer lächeln, wenn es um konjugierte Östrogene geht. Sogenannte ‘natürliche’ Östrogene! Denn 95 % der Patientinnen, hat auf der Packung -“aus Stutenmilch”- gelesen! Tatsächlich stand da -aus “Stutenurin”!
Ihr lest Richtig. Dafür werden trächtige Stuten, in Reihe in Ställen, mit Urinauffangbehältern! angebunden, können sich nicht mal hinlegen - und scheuern sich wund! Ist aber “NATÜRLICH!

Es gibt viele Frauen, die wenig bis keine Beschwerden haben,aber auch Frauen, die schwer leiden!
Was wir wirklich brauchen ist Aufklärung! Keine Panikmache! Und die Erkenntnis, dass alles sein kann, oder eben auch nicht!

Das ist es was fehlt, und dass du von der Show, ausgeladen wurdest, beweist doch nur, dass die Angebliche Aufklärung nur auf Einseitige Panikmache bzw. Produktverkauf aus ist. Sorry Seriös, ist das nicht!

Also Danke, dass du darüber berichtet hast, das es eben auch ganz harmlos sein kann, oder gar ein Gewinn! (Energie durch Testosteron).

Herzliche Grüße
Coco

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Susi
am Dienstag, 01. November 2022 um 11:18 Uhr
Stutenurin? Du meine Güte ... Davon hatte ich noch nie gehört! Auch nicht von "konjugierten Hormonen" ... Was es nicht alles gibt! Liebe Grüße!

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Susanne
am Sonntag, 23. Oktober 2022 um 15:10 Uhr

Jettz nochmal ein lettzes Mal Senf von mir dazu. Mein Testosteron treibt mich dazu. ;-)
Ja, im Bauchfett werden noch geringe Mengen an Östrogen gebildet, aber das reicht zur Osteoporoseprophylaxe nicht aus. Es handelt sich um viszerales Fett, welches die sog. “stillen Entzündungen” fördert, was wiederum z.B. zu einem Diabetes führen kann. Autoimmunerkrankungen- in den Wechseljahren ein großes Thema. Ich habe diese Frauen vor mir sitzen, die nicht wissen, warum das Gewicht steigt, obwohl sie nicht verändert haben. Darüber muss bitte auch aufgeklärt werden.
Ja, das mit dem Stutenurin ist auch korrekt. Das finde ich gruselig. Ich habe auch das Buch des Erfinders dieser Hormonersatztherapie gelesen. Der Titel “Die vollkommene Frau” sagt wohl alles. Es gibt mittlerweile andere Möglichkeiten der HET, aber das ist nicht mein Part.

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Claudia Sawall
am Montag, 24. Oktober 2022 um 08:12 Uhr

Liebe Susanne, habe deinen Text sehr gern gelesen. Ich denke, mit den Wechseljahren ist es wie mit der Pubertät. Die Frauen gehen da durch, die eine so der andere so. Wenn wir Beschwerden haben, versuchen wir meistens sie zu lindern. Warum also nicht die der Wechseljahre, wenn sie auftauchen und behandlungswürdig erscheinen. Ich gebe dir recht, der große Hype dreht sich am Ende ums Geld.
Sprechen wir also mit unseren Töchtern ….
Liebe Grüße, Claudia

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Alexandra Gerken
am Montag, 24. Oktober 2022 um 11:35 Uhr

Laut der Uniklinik Freiburg, haben 1/3 der Frauen keine Beschwerden, 1/3 mittlere Beschwerden und 1/3 sehr heftige Beschwerden. Ich bin/war so ein Mittelding zwischen mittleren und heftigen Beschwerden. Ich habe da schon immer offen darüber gesprochen, vor allem wenn ich nicht so gut drauf war und das bereits vor 8 Jahren. Da schauten mich viele verduzt an und einige mit Verlegenheit aber war mir persönlich war das egal. Ich habe mich selbst viel informiert und mich für den Weg der Naturheilmittel/Homöopathie entschieden. Ich wollte nie Hormone - egal welcher Art - einnehmen. Trotzallem war es ein schwerer Weg und es gab manchmal Zeiten, da dachte ich, wenn es so weitergeht, will ich dann noch? Es gibt Frauen, die durchaus diesen Weg gehen und daher bin ich froh, dass man endlich so offen darüber reden kann. Niemand muss alleine bleiben. Ich freue mich für alle, die ihr Leben nicht ändern mussten, weil alles sozusagen beim “Alten” blieb aber für die Frauen, deren Leben auf einmal komplett durcheinander gewirbelt wurde, da sage ich, es wird alles besser und fast wieder gut, eben anders. Und das hat auch Charme.

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Susi
am Dienstag, 01. November 2022 um 11:21 Uhr
Liebe Alexandra, danke für deine gelassene Sicht auf die Dinge! Ich verstehe durchaus, wenn man angesichts von Schweißausbrüchen und Schlaflosigkeit verzweifelt ist und ich will auch gar nicht bezweifeln, dass es das gibt! Natürlich nicht. Mir ging es bei diesem Beitrag in erster Linie um die Geschäftemacherei, siehe mein Kommentar ganz unten. Ganz liebe Grüße!

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Judith
am Montag, 24. Oktober 2022 um 11:53 Uhr

Wie du schreibst,  es ist ein Thema der Pharmaindustrie geworden.  Tatsächlich hab ich mich gerade gefragt,  wie ich bisher damit klar komme und musste lachen, bis auf die Hexenhaare nix. Also würde ichauch nicht taugen und fast alle meinen Freundinnen geht es genauso.  Es ist kein Tabuthema aber auch kein Horrorszenario. Wir kommen mehr oder weniger gut damit zurecht.  Toll, dass du es so einfach auf den Punkt gebracht hast . Wichtig ist, dass all die, die Hilfe brauchen,  welche finden.

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Fran
am Montag, 24. Oktober 2022 um 13:52 Uhr

Klar, dass die Wechseljahre der weiblichen Boomer mit Pillen, Nahrungsergänzungsmitteln oder Glücks-Kursen ein riesiges Geschäft sind, auf das sich auch der eine oder andere Influencer stürzt. Letztendlich ist das genauso legitim wie jede Form von Werbung. Den jüngeren Frauen die Panik gleich mit in das Rabattcode-Päckchen zu legen - ganz sicher nicht die feine Art, aber man muss seine Kundschaft ja sichern.

Was ich noch bedenklicher finde ist, dass die Wechseljahres-“Doktoren” unter den Influencern zum einen die Zunft der Gynäkolog*innen gleich in Bausch und Bogen verdammen und nicht nur tolle Tipps für (verschreibungspflichtige) Hormonpräparate, sondern auch gleich für die Dosierung geben. Frei nach dem Motto: Wer braucht schon eine zehnjährige Facharztausbildung - es reicht, drei bis vier Bücher und drei Artikel zu lesen und Dr. Influencer ist fitter im Thema als jede*r Gynäkolog*in. So ein Medizinstudium wird wirklich überbewertet ;-)
Liebe Grüße
Fran

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Gudrun
am Dienstag, 25. Oktober 2022 um 22:08 Uhr

Ich möchte nichts über die Wechseljahre hören. Das ist wirklich ein Hype und nervt mittlerweile extrem. Natürlich wollen manche Unternehmen ihre Pülverchen unter die Frauen bringen. Nicht, dass es den Frauen dann besser geht, das glaube ich nicht. Profitieren tun die Hersteller. Ich habe keinen Gedanken an die Wechseljahre verschwendet.

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Alex
am Donnerstag, 27. Oktober 2022 um 18:49 Uhr

Leider werden viele Frauen tatsächlich vom medizinischen Fachpersonal nicht gut aufgeklärt und begleitet, das schafft erst die Lücke, in der dubiose Anbieter rein springen.

Ich bin 42 und in der Menopause, um mit meinen Beschwerden ernst genommen zu werden, musste ich den Arzt wechseln.

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Alex
am Donnerstag, 27. Oktober 2022 um 18:55 Uhr

Nur, weil das Thema medial zur Zeit en vogue ist, bedeutet das leider noch lange nicht, dass Frauen mit tatsächlichen Problemen wirklich von ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt kompetente Hilfe erhält. Da gibt es leider viel Unkenntnis und Desinteresse.

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Susi
am Dienstag, 01. November 2022 um 22:23 Uhr
Liebe Alex, das wollte ich mit meinem Beitrag auch gar nicht sagen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es kontraproduktiv ist. Liebe Grüße!

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Veronika
am Sonntag, 30. Oktober 2022 um 17:34 Uhr

Liebe Susi,
als stille Leserin möchte ich mich auch gerne mal zu Wortt melden.
Ich gönne es jeder Frau, die keine oder milde Beschwerden hat.
Aber es gibt eben auch die Gruppe derer, bei denen es ganz anders ist, bei mir zum Beispiel. Und wenn man kaum mehr in der Lage ist zu arbeiten, dann ist es einfach nicht mehr witzig und das hat auch wenig damit zu tun, dass man einem Hype hinterherläuft.
Das erinnert micht ein wenig an die Diagnose meines Sohnes. Nach vielen anstrengenden und belastenden Jahren erhielten wir die Aspergerdiagnose und sogleich wurde sie von “Fachleuten” und Mitmenschen abgeschwächt als “Mode Diagnose”.  Ich habe mich immer gefragt, ob die “Leute” im Ernst denken, dass ich mir mein Leben gerne schwer mache und ehrlich gesagt geht es mir mit den Wechseljahren genau so. Ich könnte sehr gut darauf verzichten.
Liebe Grüsse
Veronika

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Alex
am Sonntag, 30. Oktober 2022 um 23:28 Uhr
Liebe Veronika, ich kann so gut nachvollziehen, was Du schreibst! Alles Gute für Dich und Deinen Sohn.

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Susi
am Dienstag, 01. November 2022 um 11:12 Uhr
Liebe Veronika, es tut mir wirklich leid, dass du mit so schweren Beschwerden zu kämpfen hast ... aber mein Thema war eigentlich ein anderes. Schon gar nicht wollte ich Frauen diskreditieren, die eben starke Wechseljahresbeschwerden haben. Mir ging es eher darum, dass plötzlich sehr viele Unternehmen und auch Medien dieses Themas annehmen - was ja erstmal nicht schlecht ist. Aber wenn es dann plötzlich sogar ein Wechseljahresparfüm gibt und selbst Modefirmen plötzlich mit dem Menopausenthema werben und eine neue Zielgruppe im Auge haben, dann hat das für mich einen seltsamen Beigeschmack. Das hat dann nämlich gar nichts damit zu tun, wie es betroffenen Frauen besser gehen könnte, sondern es geht nur ums Geschäft. Und das stört mich. Auf Instagram meine eine Followerin: Offenbar haben die Dicken wegen Bodypositivity zum Geschäfte machen ausgedient - jetzt müssen die Frauen in der Menopause ran. (Ich bin übrigens selbst Mutter von zwei Söhnen mit einer vermeintlichen Modekrankheit und weiß genau, wie sich das anfühlt.) Alles Liebe!

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