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Texterella persönlich.

Diese eigenartige Stille.

Hier sollte heute ein anderer Text stehen. Ein Blogbeitrag über das „perfekte Wochenende im März“. Mit Tipps für Museen und Ausstellungen, Restaurants, Konzerten und anderen Dingen, die das Leben schön und ein Wochenende fabelhaft machen. Dazu wollte ich dir einen Knaller-Frühlingslook zeigen, der Martina und mir schon beim Fotografieren viel Spaß gemacht hat. Tja. 

Ich kann nicht einfach nicht über Corona schreiben.

Ich habe lange überlegt, ob ich über das Thema Corona schreiben soll. Passt das Thema in mein Blog? Ja. Nein. Ja. Nein. Letztlich habe ich mich für „ja“ entschieden, denn hier einfach weiterzuschreiben, als wäre nichts, fühlt sich falsch an. Ein Thema, das unser Leben innerhalb kürzester Zeit so massiv verändert ... über das kann ich nicht einfach hinweggehen. Texterella bin viel zu sehr ich, als das ich hier nicht darüber schreiben wollte, wie sehr mich die aktuelle Entwicklung bedrückt und auch beängstigt. 

Gleichzeitig bringt all dies aber auch eine unglaubliche Entschleunigung in mein Leben, die ich auf eine seltsame Weise sogar genieße. Das Leben, zumindest meines, ist schlagartig ruhiger geworden. PR-Events und Bloggerreisen werden abgesagt, Termine finden per Telefon oder Skype statt (oder gar nicht), Ausgehen und Freunde treffen will (und soll) man zurzeit auch nicht. Und es fehlt mir nichts, im Gegenteil. Ich bin daheim, die Kinder sind da (Schulen und Universitäten samt Bibliotheken sind ja geschlossen), wir sind viel mehr auf uns konzentriert als sonst. Wir reden viel (gut, dass tun wir immer!), überlegen, was besonders gesund sein könnte, und planen Mahlzeiten gemeinsam, und erstmals seit Jahren (!!) bin ich in unserer Sauna gewesen – fürs Immunsystem ;-). Das Leben ist schlichter geworden, und ruhiger. Aber auch bewusster und achtsamer. Zumindest in meinem Umfeld kümmert man sich mehr um einander, nimmt Rücksicht, hilft sich gegenseitig, kauft für einander ein. Und selbst bei anstehenden Kooperationen, die nun umgeplant werden müssen (falls sie überhaupt noch stattfinden können), trifft man bei den Ansprechpartnern auf großes Verständnis und Entgegenkommen. Vieles, was sonst so wichtig ist, ist es nicht mehr. Und das kleine Glück ist plötzlich groß geworden.

Das Leben ist schlichter geworden, und ruhiger. Aber auch bewusster und achtsamer.

Es ist eine eigenartige Stille in mein Leben gekommen – die ich mag, so sehr ich mir natürlich wünsche würde, wir wären jetzt nicht in der Situation, in der wir sind. Ich fühle mich zurückgeworfen auf meine Basics, auf meine Grundfeste, auf meine Werte – das ganze Influencer-Tirilli ist auf einen Schlag ziemlich unwesentlich. 

Das Leben muss natürlich dennoch weitergehen, wie auch immer. Deswegen wird es auf Texterella auch in den nächsten Wochen Beiträge rund um Mode und Beauty geben. Ja, auch in diesen seltsamen Zeiten will ich Lebensfreude und Lebensmut ausstrahlen, denn Endzeitstimmung bringt uns auch nicht weiter. Letztlich wird diese Pandemie irgendwann – hoffentlich bald! – wieder vorbei sein, was auch immer für Wunden sie gesamtgesellschaftlich und für den Einzelnen geschlagen haben mag. Ich bin mir sicher, dass wir dann viel über uns und über unsere Gesellschaft gelernt haben werden: Wie wichtig Solidarität ist, dass viele zusammen mehr erreichen können als einer allein, dass wir der Wissenschaft auch bei anderen wichtigen Aufgaben und Herausforderungen (Klimawandel und -schutz!) glauben müssen und nach ihren Maßgaben handeln sollten. Vielleicht gehen wir als Gesellschaft, als Welt sogar gestärkt aus der Krise hervor.

Ich würde es mir wünschen, sehr sogar. 

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Meine Bloggerfreundin Conny Doll hat übrigens ebenfalls über das Thema geschrieben. Hier geht es zu ihrem Blogbeitrag. 

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Disclaimer. Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass mich eine Leserin missverstehen möchte: Auch ich finde diese Krise und die Dynamik der Entwicklung entsetzlich. Auch ich hätte lieber mein ganz normales, stressiges Leben weitergelebt. Aber wenn es nun schon so ist, wie es ist, dann nützt es auch nicht, wenn wir uns in Wehklagen ergehen und einer Endzeitstimmung hingeben. Wir müssen stark bleiben und solidarisch zusammenhalten. Und vor allen Dingen dürfen wir unseren Lebensmut und die Freude an den kleinen Dingen nicht verlieren.

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3517 7 Texterella persönlich., 50+ Lifestyle 15.03.2020   lebensfreude, leben, jetzt erst recht, corona

7 Kommentare

  • Digitale Ökotante
    am Dienstag, 17. März 2020 um 09:22 Uhr

    Für mich, als introvertierter Single mit Vollzeit-Home-Office, hat sich bisher nicht viel verändert.

    Das Einzige, was mich bisher etwas frustet, ist die Tatsache, dass ich mein Lieblingsessen - deftige Linsensuppe - jetzt schon seit drei Wochen nicht mehr kochen kann, weil es nirgendwo mehr Linsen gibt.

    Die Arbeit geht mir bisher nicht aus, weil einer meiner Kunden ein Nachrichtenportal ist. Ich redigiere gerade Corona-News ohne Ende.

    Ansonsten versuche ich mein chronisch instabiles Immunsystem zu stabilisieren. Vitamin C, Zink, ein Präparat für die Stirn- und Nebenhöhlen, Nasendusche, Salzinhalationen und Spaziergänge. So wie ich es in der Erkältungszeit immer mache. Keine Ahnung, ob das Corona abhält, aber weiss das überhaupt irgendjemand?

    Und natürlich Meditation. Die ist nicht nur gut für’s Immunsystem, sondern sorgt auch ein Stück weit für Gelassenheit.

    Liebe Grüsse
    Clia

     

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  • Tina von Tinaspinkfriday
    am Sonntag, 15. März 2020 um 12:11 Uhr

    Liebe Susi, ich verstehe Deine Gedanken. Das Frühlingsoutfit hätte ich gerne gesehen ;) Ehrlicherweise suche ich Ablenkung. Denn ich gehöre berufsmäßig zu denen, welche nicht entschleunigen können, sondern eine tägliche Mehrbelastung mit viel Ängsten und teilweise Panik des Gegenübers erleben. Ein Spagat. Dabei gesund bleiben um die Senioren der Familie nicht zu gefährden. Stark bleiben um helfen zu können. Dabei den Verlust meiner geliebten Hündin zu betrauern.
    Du siehst Mode und Beauty ist gut für die gestresste Seele.
    Bleib gesund, liebe Grüße Tina

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    • Susi
      am Donnerstag, 19. März 2020 um 15:26 Uhr

      Liebe Tina,

      das Frühlingsoutfit kommt noch, versprochen! :-) Ich gedenke nicht, hier nur noch Trübsal zu blasen, wir alle brauchen auch schöne Dinge! Dass mit deiner Hündin tut mir von Herzen leid! Ich habe selbst Haustiere und auch schon eine Katze verloren, das ist furchtbar!!! Ich drück dich!

      Alles Liebe!

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  • Susanne
    am Sonntag, 15. März 2020 um 10:17 Uhr

    Ich arbeite in einem Gesundheitsberuf und muss bzw. will meine Arbeit jetzt etwas anpassen. Es geht darum (unnötige) Sozialkontakte zu meiden. Für meine Beratungstätigkeit heißt das auch mal andere Plattformen anzubieten oder per Telefon zu beraten. Aber ich möchte mir damit keinen Stress machen. Ich fühle mich auch verantwortlich für einen alten Menschen in meiner Familie, d.h. ich möchte den Virus nicht unnötig ins Haus holen.
    Ansonsten genieße ich diese Entschleunigung wirklich. Ich habe Zeit für Dinge, die ich gerne vor mir hergeschoben habe. Ich habe Zeit für Bücher, die schon lange im Regal liegen. Machen wir das Beste aus dem, was gerade um uns passiert. In diesem Sinne: Bleibt gesund!

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  • Sibille
    am Sonntag, 15. März 2020 um 07:45 Uhr

    Guten Morgen Susi,
    seit Donnerstag arbeite ich im Homeoffice. Ich arbeite ohnehin tgl. im Ho, aber nur 1/2 Tage. Meine Zimmerkolleginnen habe ich nicht mehr gesehen und stellte mir gleich die Frage, wie lange wird das andauern (mind. 5 Wochen) und was heisst das f. unsere Arbeit. Albern, aber ich hätte sie gerne noch umarmt.

    Wir, mein Liebster und ich, versuchen die Zeit für uns zu nutzen z. B. mit unseren Hunden die Sonnenstrahlen einzufangen.

    In diesem Sinne bleibt gesund!

    Sibille

     

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  • Judith Kirchmayr
    am Sonntag, 15. März 2020 um 07:41 Uhr

    Influencer-Tirili - danke für diese herrliche Wortschöpfung :-)

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  • Claudia Braunstein
    am Sonntag, 15. März 2020 um 07:14 Uhr

    Liebe Susi, ich sehe es sehr ähnlich wie du. Ich denke, ich muss nicht extra erwähnen, dass ich die Situation, durchaus als beängstigend empfinde. Ich fürchte mich nicht vor dem Virus, ich mache mir hauptsächlich sorgen, um jene Menschen, die tatsächlich schwer erkranken und um jene, deren Existenz am Spiel steht. Ich vermute, dass kaum wer abschätzen kann, was wirtschaftlich auf uns alle zukommen könnte. Mich verwundern Menschen, die alles immer noch als Kasperltheater und Verschwörung ansehen.  Trotzdem sehe ich so viel Solidarität und Entgegenkommen unter den Menschen. Ja, es könnte auch eine Zeichen der Besinnung sein. Ich bin sehr froh, dass unsere Familien-WG so wunderbar funktioniert. es zeigt sich wieder einmal, dass es kaum etwas Wichtigeres gibt, als einen Familienzusammenhalt.  Ich hätte mich auf übernächste Woche gefreut, aber das holen wir nach, verlässlich. #zsammhalten Liebe Grüße Claudia

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