Texterella durchsuchen

Frisch kolumnisiert.

Vergesst Leo! Selbst Anna Wintour trägt jetzt Bambi!

Frau trägt jetzt Bambi. Echt wahr. Nicht Leo, nicht Schlange, nicht Zebra. Nein, derzeit streift das großäugige Rehkitz unserer Kindheit durch Fashion Stores (statt durch dunkle Wälder). In den Läden hängen Bambi-Mäntel und -Jacken. Adidas hat seine klassischen Samba-Sneakers um eine Bambi-Sonderedition erweitert. Es gibt Taschen und Täschchen im „Fawn Print“ („fawn“ = engl. „Kitz“) und natürlich werden auch Kleider mit den niedlichen weißen Tupfen auf hellbraunem Untergrund bedruckt. Und Trenchcoats – in einem solchen wurde sogar Anna Wintour gesichtet. (Was erstaunlich ist, hatte die vormalige VOGUE-Chefin bislang ja wahrlich wenig von einem naiven Rehkitz.) 

Aber warum sollte es der guten Anna auch anders gehen als uns? Vielleicht teilt sie ja die Sehnsucht, die ich auf Instagram verspürte, als ich diesen Bambi-Mantel von Mango dort postete. Die Reaktion meiner Community: ein einhelliges „Awwwww!“. Es war ein kollektives Dahinschmelzen, eine sehnsüchtige Erinnerung an unsere Kindertage, an diese „gute alte Zeit“, als es nur drei Fernsehprogramme gab, Walt Disneys „Bambi“ am Sonntagnachmittag über die Mattscheibe flimmerte und wir uns keine Gedanken über die Gefahren von KI, Klimakrise oder irre Politiker machten. Für einen Wimpernschlag katapultierte uns der Mantel zurück in die (vermeintlich) heile Welt, die wir derzeit so schmerzlich vermissen. 

Ja, es könnte durchaus sein, dass der Rehkitz-Trend die Antwort auf die Weltuntergangsstimmung ist, die einen unvermeidlich sofort erfasst, wenn man versehentlich die Nachrichten anmacht. 

Allerdings hätten die Designer dann eines übersehen: So heil war die Bambi-Welt gar nicht. Die Mutter stirbt, das Rehkitz bleibt zurück und muss sich nun ganz allein im Wald – und in der Welt – zurechtfinden. Was habe ich als Kind geheult! Bambi war nie nur niedlich. Bambi war ein Kämpfer und ein Meister im Überleben, und genau das ist für mich – angesichts der aktuellen Weltlage – die eigentliche gute Nachricht.

 

Was bleibt ist die Frage: Können Frauen über 50, 60 oder 70 noch Bambi-Print tragen, ohne auszusehen, als wären sie gerade auf dem Weg zum Kindergeburtstag? Ich finde, unbedingt sogar! Ein paar Winzigkeiten würde ich dabei beachten:

→ EIN Bambi-Teil pro Outfit reicht. Der Mantel oder die Tasche oder die Sneakers. Nie alles zusammen, sonst sieht’s schnell nach Fasching aus.

→ Der Rest bleibt erwachsen. Schwarz, Camel, Creme, Jeans, Rollkragen. Je strenger die Basics, desto eleganter wirkt das Kitz.

→ Lieber Schnitt statt Schnickschnack. Ein klassischer Mantel oder Trenchcoat im Bambi-Print sieht nach Wintour aus, mit Rüschen und Schleifchen wird’s dann doch too much.

Und wenn versehentlich wieder Nachrichten laufen? Dann zieht man eben den Mantel an. Und macht kurz „Awwww“. 

 

Und du? Würdest du „Bambi“ tragen?

Ich ganz bestimmt – allerdings hängt bei mir noch der Leo-Mantel vom letzten Jahr (selbe Marke, selbe Machart ...) im Schrank. Ich bin mir nicht sicher, wie gut sich die beiden vertragen. ;-)

***

Ganz lieben Dank übrigens für eure wundervollen Geschichten und Kommentare zum Cord-Beitrag von letzter Woche! Hach! Ich habe heute noch mal alles durchgelesen und mir wirklich gewünscht, man könnte bei den Kommentaren Fotos hochladen. Spannend!

***

Illustration: Ulrike Haseloff

Die Modelle aus der Collage findest du hier, und mehr Mode wie immer hier. Ich freue mich, wenn du vorbeischaust. :-) Meine liebsten Oktober-Collagen habe ich hier noch einmal zusammengestellt.. Und hier gibt es auch ein paar neue Stücke ...

108 0 Frisch kolumnisiert., 50+ Lifestyle, Beauty & Fashion, Column 01.11.2026   animalprint, bambi, frisch kolumnisiert, modekolumne, modetrends

Angaben merken? (Die Daten werden in einem Cookie auf Deinem Rechner gespeichert.)

Durch das Anhaken der Checkbox erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verabeitung Deiner Daten durch diese Webseite einverstanden. Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Webseite von Dir angegebene Namen, E-Mail, URL, Kommentar sowie IP-Adresse und Zeitstempel Deines Kommentars. Detaillierte Informationen finden Sie in meiner Datenschutzerklärung.

 
 
Texterella abonnieren

Texterella abonnieren