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Wie man einen ganzen Tag sehr effektiv vertrödelt. Eine Anleitung in drei Schritten.

Trödeln ist in unserer Gesellschaft aus der Mode gekommen, ja, gerade zu verpönt! Nichts tun, auf der Couch liegen, in die Luft starren, auf einem Strohhalm herumkauen und Gedanken nachhängen? Die berühmte Tasse Tee trinken und abwarten? Wer macht das heute noch?!  Alles muss immer schnell gehen, bzw. schneller, effektiver, produktiver, mehr mehr mehr! Wir sind durchgetaktet bis abends um 22 Uhr, jeden Tag. Auf meinem iPhone kann man sogar Schlafenszeiten einstellen. Sport, Ehrenamt, Chor, die Lieblingsserie, Pediküre und natürlich die liebe Arbeit, alles steht schön brav im Timer. Muss! – sonst würde man ja komplett den Überblick verlieren.

Kennst du?

Dachte ich mir. 

 

Dabei täte uns ein bisschen laaaangsamer und ziellos so gut. Das wissen wir auch! Theoretisch. Aber irgendwie haben wir das Rumtrödeln verlernt, und das süße Nichts gleich mit. Ich auch. Ich sogar besonders! Manchmal denke ich daran zurück, wie mich meine Mutter früher als Kind ermahnte: „Susi, trödel nicht!“, wenn ich mich im Schneckentempo für Schule fertig machte und alle Zeit der Welt hatte oder auf die letzte Minute zum Bus rannte (weil ich die letzte Seite des Buches noch unbedingt hatte fertig zu lesen wollen). Heute hingegen ermahnt mich meine Mutter „Mach doch mal langsamer!“, wenn ich sie aus dem Auto anrufe, weil ich sonst die Zeit nicht finde. Und recht hat sie. 

Auch wenn mir das Thema Achtsamkeit ein bisschen zu den Ohren herauskommt: Es ist schon was dran! Wir müssen besser auf uns aufpassen. Aber wem sage ich das. 

Für den Feiertag habe ich mir deshalb ein Trödelprogramm zusammengestellt fest vorgenommen, weniger zu tun (und nicht das Liegengebliebene aufzuarbeiten!), und das Wenige langsamer. Man könnte auch sagen: Ich übe Trödeln – mit drei sehr einfachen (hoffe ich!), kleinen Schritten. 

1. Digital Detox.

Sind iPhone-Yunkies unter meinen LeserInnen? Dann kennt ihr das ja: Der erste Griff am Morgen gilt dem Handy. Den Wecker ausmachen und Instagram an. Und schon bin ich auf Touren – im negativen Sinne. Alle haben schon etwas gepostet (stehen die extra früh auf?), liken und kommentieren schon fleißig, während ich erst noch ein Bild finden und einen Text formulieren muss. Ja, der Stress beginnt schon beim Aufwachen – und ist absolut selbstgemacht, natürlich. Smartphones sind das Gegenteil der Langsamkeit und sie sind Gift, wenn man herunterkommen will – von der Arbeitsdroge Speed. Warum also nicht einmal darauf verzichten: auf Instagram, auf Facebook, auf Twitter und auf die Mails gleich mit! Auf diese digitale Welt, die uns ständig weiter beschleunigt – bis uns womöglich die Fliehkraft aus der Bahn wirft. Die Welt wird sich hoffentlich weiterdrehen, wenn ich einen Tag Vormittag lang (einen ganzen Tag traue ich mich noch nicht ...) meine Mails nicht lese, und auch sonst online nicht präsent bin. (Oder gerät sie womöglich aus der Bahn? Dann schnell Bruce Willis anrufen!)

2. Bewusst Zeit nehmen. 

In unserem Haus gibt es gleich zwei wunderschöne und vor allem große Badewannen. Geradezu prädestiniert dafür, mit Schönheitsmaske auf dem Gesicht im Schaum zu versinken und einen Historienschinken zu lesen. Wenn mir das Wannenbad nicht zu lange dauern würde! Die Male, die ich in eine der beiden Wannen gelegen habe, kann ich an einer Hand abzählen. Und meistens war der Grund nicht das süße Nichtstun, sondern Rückenschmerzen, eine herannahende Erkältung oder ähnlich Profanes. Aber morgen, morgen nehme ich mir ganz bewusst die Zeit. Mit Sheetmaske, Taschenbuch, Blubberschaum (die Lush-Kugel wartet schon viel zu lang! ;-)) und verschrumpelter Haut. Denn Zeit nehmen, will geübt werden. 

Deine Badewanne kann natürlich etwas ganz anderes sein. Eben etwas, für das du dir nie Zeit nimmst. Vielleicht ist es bei dir ein langer Spaziergang oder – huch! – Kino an einem Werknachmittag?!

3. Langsam gehen.

Ich bin eine fast schon leidenschaftliche Spaziergängerin, fast jeden Abend zieht es mich hinaus auf die Feldwege. Mit schnellem Schritt natürlich, damit der Kreislauf auch etwas davon hat. Nun war ich vor zwei Wochen in einem Wellness-Hotel im österreichischen Bad Hall (mehr über diese vier Tage gibt es nächste Woche!) und habe dort mit einer Achtsamkeitstrainerin ;-) folgende Übung gemacht: Langsam gehen. Richtig langsam. Kleine, nein winzigkleine Babyschritte. Gerade so, dass man vorankommt. Puh, das ist einerseits anstrengend, andererseits auch erlösend – vom Gedankenkarussel. Weil man so sehr aufs langsame Gehen konzentriert ist, dass man gar nichts denken kann. Ja, es hat etwas sehr Meditatives und wird wohl auch als spezielle Form der Gehmeditation genutzt. 

So, das sind meine drei Langsamkeits-To-dos für heute. Machst du mit? Oder hast du andere Ideen? Verrate sie mir!

***

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1420 7 Texterella persönlich., 50+ Lifestyle 31.10.2018   work-life-balance, langsamkeit, detox, arbeiten, achtsamkeit

7 Kommentare

  • Platz-nehmerin
    am Donnerstag, 01. November 2018 um 14:26 Uhr

    Mittlerweile brauche ich meine Trödelzeiten, wo ich es auch übe, mich zu langweilen. Es ist für mich sehr wichtig geworden, Phasen in meinem Tempo zu verbringen. Meine Trödelübung Nr. 1 heißt Caruso. Wenn ich schon wieder vom Sofa aufspringen mag, um etwas zu tun, kommt sicher Kater daher und lässt sich gemütlich auf mir nieder. Da heißt es dann als braves Frauli ruhig liegen bleiben und nichts tun. Herzlich

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    • Susi
      am Samstag, 03. November 2018 um 22:18 Uhr

      Oh, das mit den Katzen kenne ich auch! Ja, da hilft nur eines: Sitzen bleiben und Trödeln! :-D

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  • Susanne
    am Donnerstag, 01. November 2018 um 10:10 Uhr

    Ich trödle gerne und genieße es auch. Aber das musste ich auch lernen.Mein Handy wird zu einer gewissen Uhrzeit aus gemacht und wecken lasse ich mich durch einen ganz normalen Wecker. Auch mein Blog hat keinen Redaktionsplan. Ich stresse mich nicht damit Artikel schreiben zu müssen. Ich gönne mir auch mal ein Kreuzchen im Kalender für “freie Zeit” wenn es droht zuviel zu werden. Lernprozess.;-)

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  • Janne
    am Donnerstag, 01. November 2018 um 10:04 Uhr

    Alles, was du sagst, liebe Susi! Gerade das langsame Spazierengehen ist eine Wohltat für Körper und Seele. Ebenso wie das Teetrinken ohne Ablenkung. Kennst du das Buch “Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen” von Frank Berzbach? Er schreibt: “Dieses Buch ist eine Einladung zu einer Tasse Tee und einem stillen Gespräch mit dem wichtigsten Menschen in Ihrem Leben: Ihnen!” Wenn nicht: lies es, genieß es :-)

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    • Susi
      am Samstag, 03. November 2018 um 22:20 Uhr

      Das Buch habe ich im Regal! Nie gelesen allerdings ... Muss ich mal wieder rausziehen!

      Danke für den Impuls, liebe Janne!

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  • Claudia Braunstein
    am Donnerstag, 01. November 2018 um 08:56 Uhr

    Darum möchte ich unbedingt ein Extreme Online Couch Business anbieten, als Gegenwind zu den ganzen Coaches, die uns da auf diversen SM-Kanälen ständig unterkommen ;-) Schönen Feiertag, liebe Susi

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