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Mein Reise-Gen habe ich von meiner Mutter geerbt. Und die wiederum hat es von ihrem Vater. Dessen Traum war es, einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn einmal durch Russland bis ins ferne China zu fahren ... ein Wunsch, aus dem in der Nachkriegszeit leider nie etwas geworden ist. Aber er hatte seinen Weltempfänger. Ich sehe meinen Opa noch heute ein wenig gebückt davor sitzen, wie er sich via Kurzwelle die Welt ins Haus holte und begeistert war, wenn er eine neue, ferne Radiostation empfing und die Frequenz in einem kleinen Büchlein notieren konnte. Mit seinem Radio sitzend reiste er um die ganze Welt.

Der Eiffelturm - gesehen vom Tour Montparnasse aus. Foto: Susanne Ackstaller.

Ich hatte Glück, in einer Zeit geboren zu sein, in der das Reisen sehr viel einfacher war. Schon als Teenager wollte ich die Welt sehen und war begeistert, als ich als Austauschstipendiatin ein ganzes Jahr in den USA leben und dort die Schule besuchen durfte. 15 war ich und Mississippi ganz anders, als ich mir die USA vorgestellt hatte. Nach zwölf Monaten war ich sehr froh wieder daheim zu sein, in meinem (so viel toleranteren und liberaleren) Heimatland. Überhaupt „Heimat“ – erstmals wurde mir klar, was dieses Wort bedeutet.

Als Studentin ging es dann via Interrail nach Griechenland, Finnland und in die Türkei – bis zum Vansee in Ostanatolien. Tagelange Zugreisen, das Leben aus dem Rucksack, Schlafen auf dünnen Isomatten ... komfortabel waren die Reisen nicht, aber hey, ich war Anfang 20 und mir gehörte die Welt! Und die reichte sogar bis Australien: Drei Monate verbrachte ich für ein Praktikum in Melbourne – und so aufregend diese Zeit war und so sehr ich sie genoss, so schön war es für mich zurückzukehren und wieder daheim zu sein.

Dieses Heimatgefühl habe ich seitdem viele Male erlebt: Ich verreise mit sehr großer Begeisterung, Neugier und Vorfreude, liebe es in fremden Ländern unterwegs zu sein, kann es kaum erwarten, neue Städte zu erkunden – und komme mit ebenso großer Freude wieder nach Hause. Gott sei dank, anders wäre es ja auch zu traurig. Wegfahren ist schön, heimkommen aber auch. Um sich dann auf die nächste Reise vorfreuen – nicht, weil es daheim nicht schön wäre, sondern weil die Welt da draußen so spannend ist!

Verreist du gerne? Oder bleibst du lieber daheim? Erzähl doch mal!

Foto: Susanne Ackstaller. Bitte nutzen Sie meine Fotos nicht ohne meine Erlaubnis.

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Susanne Ackstaller, Dienstag, 31. Oktober 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 3 | Aufrufe: 1027 | Kategorie: Lifestyle, Leben, Reisen, | Tags: texterella reistreisenparis 2017
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Kommentare

  • Hallo,
    ich verreise sehr gerne. Als ich ein Kind war machten meine Eltern nur innerhalb Deutschlands oder höchstens mal in Österreich Urlaub. Ich hatte also ziemlichen Nachholbedarf. Mittlerweile bin ich viel rumgekommen, aber es gibt noch ganz viele Länder, die mir noch fehlen.
    Herzliche Grüße
    Birgit
    fortyfiftyhappy.de

    Birgit
    am Mittwoch, 01. November 2017 um 12:40 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ja, seit meiner Jugend verreise liebend gerne. Mit 18 bin in einmal um die Welt gereist, was mir in der Zeit wahnsinnig gefallen hat. Man war, ohne Internet und tausenden von Touristen, so wunderbar anonym und die Welt kam einem irgenwie viel groesser vor als sie sich jetzt anfuehlt. Die Reise fuehrte mich auch im Zug von Moskau nach Vladivostok. Allerdings bei der Fahrt durch Sibirien wurden zu jener Zeit die Fenster vom Zug verbarikadiert. Nach 30 Jahren Schweiz bin auch ich in Amerika gelandet. Allerdings nicht im „tiefen Sueden”, sondern im ewig sonnigen Westen. Bin dann aber nicht nach Hause sondern habe mir eine zweite Heimat aufgebaut. Aber so ganz loslassen kann man den Ort wo man aufgewachsen ist nie. Tief drinnen bin ich immer noch sher schweizerisch, auch nach fast 30 Jahren in der Wahlheimat. Deshalb, und natuerlich auch weil meine Mamma noch in der Schweiz lebt, verbringe ich die meisten meiner Ferien in der geliebten alten Heimat. Wenn in in Zuerich lande kommt immer ein Gefuehl des „dazu gehoeren” ueber mich. Ich finde es schoen, dieses Heimatgefuehl!

    Maya Mendez
    am Dienstag, 31. Oktober 2017 um 18:42 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich verreise auch wahnsinnig gern, mehrfach im Jahr und am liebsten mit der Familie - um dann später die gemeinsamen Erinnerungen zu teilen. Aber ab und zu fahre ich auch gern alleine weg, wenn der Rest der Familie oder Freunde keine Zeit hat oder das Ziel nicht so mag. Kann ich sehr empfehlen. Und wichtig finde ich es, schöe Fotos zu machen. Dann hat man später auch noch sehr viel von den neuen Eindrücken und den Erlebnissen. „Die Welt ist ein Buch. Wer nicht reist, sieht nur eine Seite davon”.
    Freu mich schon auf die Fotos aus Paris.
    Liebe Grüße Heik

    Heike
    am Dienstag, 31. Oktober 2017 um 09:20 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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