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Texterella persönlich.

Tschüss, Feminismus! Ich geh dann mal Brotbacken.

Kürzlich auf Instagram: Eine attraktive junge Frau mit langen blonden Haaren und ebenso langen Beinen nimmt uns mit durch ihren Alltag. Wir sind dabei, wenn sie ihrem Mann das perfekt wachsweiche Frühstücksei serviert, Butter und Zucker für einen Kuchenteig schaumig rührt, ein neues Rezept fürs Abendessen ausprobiert und sich schließlich „frisch macht“ für den heimkehrenden Gatten. Der soll es schließlich schön haben nach seinem anstrengenden Arbeitstag. Während ich noch überlege, ob es sich bei den Darbietungen um Satire handelt, wird mir auch schon die nächste Instagrammerin eingeblendet: Brotteig knetend erklärt eine junge Frau im züchtig gegürteten Blümchenkleid mit sanfter Stimme, warum sie sich ihrem Ehemann unterordnet, wieso man keinen „GV“ (O-Ton. Das ‚unkeusche Wort‘ wird immer abgekürzt …) vor der Ehe haben sollte und weshalb sie ihr Leben als traditionelle Ehefrau so feiert. Der Account wächst rasant. Ein paar zehntausend Frauen erreicht sie mittlerweile mit ihrem Content – die einen klatschen Beifall, die anderen wettern dagegen. Schließlich landet noch das Reel einer Amerikanerin in meiner Timeline, die am liebsten, so erfahren wir, im 19. Jahrhundert gelebt hätte – weil die Frauen damals ihre Feminität noch so richtig ausleben durften. 

 

Tradwife – so heißt ein Trend auf Instagram, bei dem Frauen uns an ihrem Leben als traditionelle Hausfrau, Mutter und Ehefrau teilhaben lassen. Warum sie so leben? Weil das Leben früher besser war: Frauen waren noch richtige Frauen und Männer echte Kerle, die nicht unter der Fuchtel ihrer Partnerinnen standen und sich womöglich um die Kinder kümmern, einkaufen, kochen oder gar das Bad putzen mussten. Das Leben der Tradwives gleicht tatsächlich der Fernsehwerbung aus den fünfziger Jahren: Männer legen nach der Arbeit die Füße hoch und ihre Gattinnen servieren frisch gebrühten Kaffee zum noch warmen Zitronenkuchen. Was mich besonders erstaunt: Die Frauen der Tradwife-Bewegung sind jung, in ihren Zwanzigern oder Dreißigern. Kuchen backen und Blümchenschürze als Lebensziel … das wäre mir niemals in den Sinn gekommen, schon gar nicht in diesem Alter. 

Selbstverständlich erübrigt sich die Diskussion darüber, ob das Leben zu Zeiten unserer Mütter, Großmütter oder noch früher tatsächlich besser war. Denn nein, das war es nicht, natürlich nicht. Je nachdem, wie weit man zurückgeht, durften Frauen nicht wählen und arbeiten nur dann, wenn der Mann sein Plazet gab. Abitur machen, studieren, die Welt sehen? Da musste man schon großes Glück (und Vermögen) haben, wenn das möglich war. Die meisten unserer weiblichen Vorfahren konnten froh sein, wenn sie überhaupt einen Beruf erlernen durften. Mir ist wirklich schleierhaft, wie man dieses „Früher“ so glorifizieren kann. Ich fand Zukunft und ihre Möglichkeiten immer schon viel reizvoller..

Und selbst wenn man die Vergangenheit besser findet als das Heute: Auch früher gab es Frauen, die in meinen Augen viel mehr als Role Models taugen als die unterwürfige Ehefrau aus der Werbung für Jacobs Krönung. Es gab und gibt mutige Frauen, die viel für die Welt und auch speziell für uns Frauen verändert haben – warum sich nicht an diesen orientieren statt sich in eine Zeit zurückzuwünschen, in der Frauenrechte gar nicht oder kaum existierten? Klar kann es angenehm sein, Verantwortung abzugeben – aber um welchen Preis? Zumal in einer Gesellschaft, in der jede dritte Ehe geschieden wird … da sollte man sich – bei aller Liebe und Vertrauen – nicht zu abhängig vom Partner machen.

 

Meine Vorbilder waren immer schon Frauen, die ihren Weg unabhängig und selbstbestimmt gegangen sind: Wissenschaftlerinnen wie Marie Curie oder Rosalind Franklin (die Entdeckerin der DNA-Struktur, den Nobelpreis dafür haben dann allerdings zwei männliche Kollegen eingeheimst), Künstlerinnen (z.um Beispiel  Simone de Beauvoir, Frida Kahlo, Ingeborg Bachmann, Virginia Woolf, Gertrude Stein), Frauenrechtlerinnen (unter anderen Anita Augspurg, Emmeline Pankhurst, Gloria Steinem), Abenteuerinnen (wie Amelia Earhart, die als erste Pilotin den Atlantik überquerte), Unternehmerinnen (Elizabeth Arden, Helena Rubinstein, Madam C.J. Walker, eine der ersten afroamerikanischen Selfmade-Millionärinnen, Josephine Cochrane, die den Geschirrspüler erfand) oder auch Modedesignerinnen wie Coco Chanel (der wir Frauen ja die Hosen zu verdanken haben) und die vielen anderen mutigen, wegweisenden Frauen, die die Widerstände ihrer Zeit überwanden – nicht nur für sich selbst, sondern für ihre Geschlechtsgenossinnen, auch für uns und unsere Töchter. Dass Frauen heute überhaupt die Wahl haben, wie sie leben möchten – das haben wir nicht zuletzt ihnen zu verdanken. 

Sich in die „gute alte Zeit“ zurückzuwünschen mit ihren traditionellen Rollenbildern hat für mich deshalb auch etwas Despektierliches, schließlich wären wir heute nicht da, wo wir sind, wenn sich frühere Generationen nicht aus den „typisch weiblichen“ Rollen herausgewagt hätten. 

Übrigens: Schon im Mittelalter beschäftigten sich Frauen mit feministischem Gedankengut. Christine de Pizan thematisierte in ihren Büchern (zum Beispiel „Der Schatz der Stadt der Frauen“) die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Die Benediktinerin Hildegard von Bingen setzte sich in ihren Schriften mit der Rolle der Frau in der Kirche auseinander. Und bereits den Werken von Hrotsvit von Gandersheim aus dem 10. Jahrhundert wird eine feministische Perspektive zugeschrieben. 

 

 

Wer sich für das Thema interessiert, dem möchte ich das Buch „Mutige Frauen. Das Undenkbare möglich machen“ von Isabella Ackerl* empfehlen, das ich am letzten Freitag bei meinem Besuch im Frankfurter Städelmuseum entdeckt habe. Die Lebensgeschichten dieser Frauen beeindrucken mich wirklich, viel mehr als ein perfekt geführter Haushalt. Und, nur sicherheitshalber ergänzt, natürlich habe ich nichts gegen leckeren Zitronenkuchen und frisch gebackenes Brot – aber doch nicht als Lebensziel!

Wie siehst du das? Ich bin gespannt!

Look:

Bluse: H&M*

Schluppe: Mein Schleifchen hatte mir Martina geliehen – aber wie wäre es mit einem Schluppenkragen*? Oder dem gemusterten Schal*?

Hose: Das Original ist von H&M und schon älter. Diese Hose* wäre eine Alternative. Oder diese* (für größere Größen). Dafür gibt es diese Marlenehose* nur bis Größe 42.

Schuhe: Sézane*

Ohrringe: Chanel (Vintage). Diese hier* sind aber auch sehr hübsch. Oder vielleicht diese*?

Lippenstift: Loni Baur, Farbe Ruby Red. Hält, verläuft nicht, ist matt, aber mit Schimmer – große Liebe! (Mit dem Code Texterella15 gibt es 15 Prozent Rabatt)

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Fotos: Martina Klein (Danke für diese einmalig schönen Fotos, Martina!)

Lust auf mehr Mode? Hier findest du von mir kuratierte Lieblingsstücke

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*Affiliate-Links, d.h. wenn du über diesen Link einkaufst, bekomme ich ein paar Cent Provision. Ist nicht viel, aber Freude macht es mir trotzdem. Das was du zahlst, ändert sich natürlich nicht. 

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Danke an alle, die am Freitag in Frankfurt bei meiner Lesung waren! Es tut mir sehr leid, dass ich nicht mit jedem Gast ausführlich sprechen konnte! Dennoch habe ich mich sehr gefreut, euch persönlich kennenzulernen! 

Meine weitere Lesungstermine findest du hier – allein im April sind es fünf, beginnend am 4. April bei KERN Schuhe | Mode | Lifestyle in (86529) Schrobenhausen. Dort lese ich aus „Die beste Zeit für guten Stil“, aber selbstverständlich auch ein paar Kapitel aus „Auf das Leben!“. Hier geht es zum Anmeldeformular. Oder du meldest dich per Mail an: kontakt@schuhhandel-kern.de. Direkt direkt im Geschäft geht natürlich auch. 

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Mutige inspirierende Frauen finden sich auch in meinem Buch „Auf das Leben!“. Das Buch ist überall erhältlich, wo es Bücher gibt, in deiner Lieblingsbuchhandlung ebenso wie bei bei AmazonThaliaAutorenwelt-Shop etc. und natürlich auch bei mir direkt, auf Wunsch mit Widmung. Gerne verschicke ich das Buch in deinem Namen auch als Geschenk an deine beste Freundin. Schreibe mir dazu einfach eine Mail! Ich freue mich! 

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Auf Texterella dreht sich alles um Frauen über 50 - um Frauen in ihren besten Jahren! Die Themen meines Blogs sind Stil, Hautpflege, Reisen und Kultur, gutes Essen, kurz: Inspiration für ein schönes, erfülltes und zufriedenes Leben für Frauen 50plus! Vielleicht bist auch du eine Frau über 50 (oder 60 oder 70 …. ;) und magst mein Blog abonnieren? Dann verpasst du keinen Beitrag mehr! Geht ganz schnell: Mail-Adresse eintragen, absenden und – ganz wichtig!! – den Link in der Bestätigungsmail, die dir im Anschluss zugestellt wird, anklicken. Manchmal versteckt sich diese Mail im Spamfilter. Aber ohne Verifizierung, keine Texterella-Mail! :-) Dass ich mit deiner Adresse keinen Unfug betreibe, du dich auch jederzeit wieder abmelden kannst und dass dieser Service natürlich absolut kostenlos ist, muss ich sicher nicht extra dazusagen. 

Ich freue mich von Herzen über jede neue AbonnentIn! Und deshalb darfst du Texterella natürlich sehr sehr gerne weiterempfehlen!

Falls du Probleme beim Anmelden hast – t-online- und gmail-Adressen werden manchmal nicht angenommen, warum auch immer – melde dich bei mir. Ich füge dich manuell hinzu. 

3515 21 Texterella persönlich., 50+ Lifestyle 24.03.2024   feminismus, frauenrechte, gesellschaftspolitik, gleichberechtigung, texterella persönlich

21 Kommentare

Cornelia Maschler
am Sonntag, 24. März 2024 um 08:47 Uhr

Liebe Frau Ackstaller ,
diese Fotos in ihrer Gesamtkomposition sind Ästhetik pur! Und das Buch von Frau Ackerl habe ich mir vorgemerkt.  Vielen Dank,  dass sie den Blog so toll seit Jahren führen und mich/ uns inspirieren. Ich persönlich mag IG aufgrund der Schnelllebigkeit nur bedingt und viele Bloggerin pflegen leider ihre Blogs nicht mehr weiter, wahrscheinlich wegen dem enormen Zeitaufwand.
Ich wünsche ihnen ein grandioses Wochenende und schöne Ostern.
Liebe Grüße aus Wien
Cornelia Maschler

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Susi
am Freitag, 29. März 2024 um 20:26 Uhr
Liebe Frau Maschler, danke für Ihre lieben Worte! Was Instagram betrifft, sehe ich es wie Sie: Auch ich finde es sehr schnelllebig und wenig nachhaltig, gelegentlich auch inhaltsleer. Ich bin dort zwar schon sehr lange, hadere aber auch genauso lang damit ... Ganz liebe Grüße und frohe Ostern!

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Kathrin
am Sonntag, 24. März 2024 um 08:51 Uhr

Guten Morgen…das ist ein spannendes Thema, über das man viel nachdenken und reden kann. Und das bestimmt viel Zündstoff bietet. Mein erster Gedanke war, zum Glück bin ich nicht auf Instagram unterwegs. Wenn ich mal so auf mein Leben schaue, bin ich im ersten Moment auch die mit dem Zitronenkuchen. Aber ich warte nicht hechelnd, bis der Göttergatte von der Arbeit nach Hause kommt. Sondern ich backe, weil ich es kann. Und ich gehe selbst arbeiten. Und ich fahre Auto, trage Hosen, gehe wählen. Alles Dinge die für mich so selbstverständlich sind, das ich vergessen habe, darüber nachzudenken und dankbar zu sein. Danke an alle mutigen Frauen, die mir diese Selbstverständlichkeiten ermöglicht haben. Allen einen schönen Sonntag.

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Susi
am Freitag, 29. März 2024 um 20:34 Uhr
Liebe Kathrin, ich habe überhaupt gar nichts gegen Zitronenkuchen und Brotbacken - ich liebe Kochen, Backen kann ich nicht sonderlich gut. Und natürlich liebe auch ich ein schönes Haus. Aber ich finde, man kann beides haben: Gleichberechtigung und Brotbacken. :D Liebe Grüße und frohe Ostern!

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Gabi Z.
am Sonntag, 24. März 2024 um 09:06 Uhr

Liebe Susi,
Was Du da beschreibst, ist ein Trend,  den ich schon länger beobachte. Er macht mich sprachlos und erschüttert mich.  Wie kann man sich freiwillig in solchr Abhängigkeit begeben und teilweise entmündigen lassen? Es ist mir ein Rätsel.  Was ist los mit den jungen Frauen? Erschreckenderweise zieht es sich aber mehr oder weniger, durch alle Generationen,  Frauen, die sich ganz bewußt die Möglichkeit über ihr eigenes Leben zu entscheiden, nehmen lassen. Ist das nicht ein Schlag ins Gesicht für die vielen Frauen in der Welt,  die diese Möglichkeit nicht haben, aber gerne hätten. Mir geht’s da ähnlich wie Dir, unvorstellbar mir sagen zu lassen, was gut für mich ist, oder was ich zu tun habe. Selbst mein eher konservativer Vater hat immer gesagt: ” Tu was du willst, aber mache dich nie von einem Mann abhängig “
In diesem Sinne wünsche ich allen Frauen: denkt wenigstens nach, bevor ihr euch in Abhängigkeit begebt.

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Tina von Tinaspinkfriday
am Sonntag, 24. März 2024 um 09:29 Uhr

Liebe Susi, toll siehst Du aus. Wunderschöne Fotos.  War das in Venedig?
Ich bin so bei Dir. Selbstbestimmt leben und unabhängig sein können ist für alle Menschen wichtig. Ich kann diesen Trend auch überhaupt nicht verstehen. Zum Glück gibt es in meinem Umfeld und auch im Freundeskreis meiner Kinder solch ein Lebensmodell nicht.
Ich wünsche allen einen wunderschönenSonntag, liebe Grüße Tina
PS. Mein Göttergatte fährt jetzt zum Bäcker, vielleicht bringt er ja Zitronenkuchen mit, :)

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Heike
am Sonntag, 24. März 2024 um 09:31 Uhr

Guten Morgen
und danke für Ihren Text und die schönen Fotos.
Kann es sein, dass die jungen Damen auf Instagram die Vorzüge der Neuzeit mit der Lebensart von “früher” kombinieren wollen? Sie gehen wählen, fahren ihr (vermutlich) eigenes Auto, gehen shoppen, treffen sich mit ihren Freundinnen, zeigen sich der Öffentlichkeit auf sozialen Plattformen, genießen die Gleichberechtigung und die Errungenschaften der Generationen von Frauen vor uns, aber bleiben daheim für Haushalt, Kinder und Ehemann???
In meinen Augen kneift sich das gewaltig und ganz ehrlich, ich finde es sehr unsozial, in einer Zeit wie heute, nichts in unsere Renten- oder Kranken- Kassen einzuzahlen.
Eine, in meinen Augen, recht fragwürdige Entwicklung. Aber vielleicht sehe ich das auch nur deshalb so kritisch, weil mein eigener Lebensweg eine solche Philosophie nicht zugelassen hätte. Als Rentnerin bin ich froh, über Jahrzehnte soziale Abgaben gezahlt zu haben, die mir heute ermöglichen, ein gutes Leben zu führen., auch ohne meinen verstorbenen Mann.
Ganz ehrlich, ich hoffe, die jungen Damen orientieren sich alsbald wieder um.
In diesem Sinne, Ihnen eine gute Zeit und danke für Ihre Berichte.

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Helga H.
am Sonntag, 24. März 2024 um 09:34 Uhr

Guten Morgen, liebe Susi!
Unglaublich, aber leider immer öfter Realität, wie sich gerade junge Frauen ignorant? unwissend?? verhalten.
Ein Rückschritt ohne Ende…
Auch mein Vater (Jahrgang 1918!!) hat es mir mit auf den Weg gegeben, genau mit denselben Worten, liebe Gabi ( deinem Kommentar kann ich mich nur anschließen…)!
Ein wenig Interesse an den mutigen Frauen der letzten Generationen müsste doch die Sichtweise auf das eigene Denken und Handeln ändern…Und auch das Bewusstsein, wie viele Möglichkeiten wir heutzutage haben!!
Danke für den Buchtipp, liebe Susi!
Einen wunderschönen Sonntag euch allen!

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Elisabeth Bürger
am Sonntag, 24. März 2024 um 09:39 Uhr

Mutig, die Damen. Wie mutig werde sie merken, wenn Trad-Hubby sie gegen ein jüngeres Modell eintauschen möchte.
Vielleicht haben sie aber auch nur “vergessen”, ihren geneigten Leserinnen mitzuteilen, dass sie in Wirklichkeit mit ihren Social Media- Aktivitäten ganz gut Kohle machen, auch sonst finanziell komfortabel gepolstert sind und der Gatte sich seinen Kaffee gefälligst selbst machen kann, weil man gerade vor der Kamera steht. Und ja, es wird immer so naive Trinen geben, die den Blödsinn glauben und sich damit in Abhängigkeiten begeben. Leider.

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Ute
am Sonntag, 24. März 2024 um 10:48 Uhr
Das ist ihr auch ganz spontan in den Sinn gekommen!

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Doris Paula Baumgardt-Ackermann
am Sonntag, 24. März 2024 um 09:42 Uhr

Guten Morgen liebe Susanne,

ich denke, die Heimchen-am-Herd-Anhängerinnen werden nicht aussterben und sie werden immer wieder
Gleichgesinnte finden. Ich, Jahrgang 1952, bin schon emanzipiert aufgewachsen und habe Entwicklung der 60er und 70er miterlebt und auch mit gestaltet. Habe aber auch in einer Beziehung Unterdrückung erfahren. Nur wenn die Unterwerfung freiwillig passiert ist es doch ok, denn jede sucht sich ihren Weg und wenn damit glücklich ist. Es ist zwar manchmal schwer nachvollziehbar, aber es ist für einige vielleicht der leichtere Weg, als zu kämpfen und sich zu behaupten.
Meine Tochter war glücklicherweise nie dafür geeignet und hat die emanzipierte Variante gewählt. Sie hatte vielleicht auch keine Wahl bei d e r Mutter!!!! Ich bin aber unendlich stolz auf sie, wie unabhängig sie ist. Aber dies ist nur meine Einstellung zu dem Thema und jede, wie sie es mag.
Ich wünsche Dir und allen Anhängerinnen einen schönen Sonntag und viele Grüße, Paula

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Bine
am Sonntag, 24. März 2024 um 10:19 Uhr

Guten Morgen,
und wieder bin ich soooo entsetzt! Gerade hatte ich nämlich in der ZEIT den Artikel über Sugar-Dating gelesen, der in dieses Frauen-Schon-Programm passt: Frauen suchen gezielt Männer, die sie wirtschaftlich unabhängig machen, sodass sie Zeit, Muße und Geld für ihre “Frauen-Projekte” haben. Die dürfen natürlich nicht sonderlich anstrengend sein, und da kann man sich so richtig ausleben. Hilfe!!! Da muss man sich sofort Mut anlesen, wie in den von Dir genannten Büchern, liebe Susanne! Sich auf das (eigentlich) bereits Erreichte besinnen: ganz wichtig! Danke, liebe Gleichgesinnte, wir befinden uns hier doch in allerbester Gesellschaft! Engagiert und mit dem Sinn für das Schöne im Leben! Einen angenehmen Sonntag wünscht Bine

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Claudia Braunstein
am Sonntag, 24. März 2024 um 10:32 Uhr

Hallo Susi, dieses Phänomen geistert ja schon seit einiger Zeit durch sämtliche Social Media Kanäle.  Ähnlich auch die Bewegung der *Stay-at-home-girlfriends*, die ich noch bedenklicher finde, denn diese Damen sind nicht einmal durch eine ehe abgesichert. Übrigens kann man viele der traditionellen Frauen im rechten bis sehr rechten Spektrum finden, fällt halt oft nicht auf und ist umso gefährlicher.
Der Look ist nebenbei erwähnt grandios!

Liebste Grüße aus Salzburg, Claudia

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Elisabeth Bürger
am Sonntag, 24. März 2024 um 10:48 Uhr

Hallo Paula,
stimmt schon, man kann keine dazu zwingen, auf eigenen Beinen zu stehen. Leider! Wie holprig dieser “einfachere Weg” werden kann, merken die Damen dann, wenn die Seifenblase platzt und es mit der Trad-Marriage nicht so klappt wie erträumt oder der Gatte (und damit die Familie) wirtschaftlich den Bach runtergeht. Dann ist es aber zu spät.
Ich habe am Anfang meiner Berufstätigkeit einige Jahre als Anwältin in einer sog. lebhaften Allgemeinkanzlei gearbeitet und eine ganze Reihe Scheidungsverfahren begleitet. Mir ist regelmäßig der Hut hochgegangen, wie naiv viele meiner Mandantinnen in ihre Ehen gegangen sind. Das ist nun schon einige Jahre her. Vor kurzem habe ich aber in einem Gespräch der Tochter von Bekannten geraten, sich vertraglich gut abzusichern, weil sie eine nicht unerhebliche Summe aus einer Erbschaft in das Unternehmen ihres zukünftigen Ehemannes einbringen wollte. Zur Antwort habe ich bekommen, dass mein Vorschlag völlig unromantisch sei und das ja so aussähe, als ob sie ihrem Mann nicht vertrauen würde. Ich hab ihr viel Glück gewünscht.
Viele Grüße
Elisabeth

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Elisabeth Bürger
am Sonntag, 24. März 2024 um 10:59 Uhr

Hallo Claudia,
das sagen Sie was! Das Frauenbild wird von den Rechtsauslegern kräftig beworben. Kirche, Küche, Kinder und vor der Wahlentscheidung fragt man am besten jemanden, der Ahnung von sowas hat, denn “father knows best”. Igitt!
Herzliche Grüße
Elisabeth

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Ute
am Sonntag, 24. März 2024 um 10:59 Uhr

So, nachdem ich oben schon mal kurz kommentiert habe und „mir“ schreiben wollte, möchte ich nun ein wenig mehr Differenzierung in die Diskussion reinbringen.
Zu mir: Ich bin Mutter von vier Kindern und habe fünf Enkelkinder. Zudem arbeite ich mit Jugendlichen und erlebe immer wieder Diskussionen zu diesem Thema.
Worum geht’s: Viele der Jugendlichen erleben völlig gestresste Mütter, die sich zwischen Familie, Haushalt und Beruf aufreiben; als Folge davon ist abends oft „dicke Luft“ in den Familien.  Sie erleben aber auch Väter, die immer noch „ganz normal“ ihrer Arbeit und dem Hobby nachgehen …
Vor allem die jungen Frauen signalisieren mir, dass sie ein solch aufreibendes Leben wie ihre Mütter eher nicht führen wollen.
Dass es anders funktionieren kann, sehe ich in den Familien unserer Kinder: Mütter UND Väter teilen sich die häusliche Arbeit und die Verantwortung für die Kinder auf, unter Umständen auch mit reduzierter Arbeitszeit im Beruf.
Nur mit Gleichberechtigung in ALLEN Lebensbereichen wird die Zukunft der Familien gelingen.

Für euch alle einen schönen Palmsonntag!

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Iris B.
am Sonntag, 24. März 2024 um 11:39 Uhr
Ja, liebe Ute, danke für den informativen Nachtrag. Den gestressten Müttern von heute ist möglicherweise nicht bewußt, dass ihnen einfach ZEIT fehlt für ihre Nächsten.

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Iris B.
am Sonntag, 24. März 2024 um 11:25 Uhr

Guten Morgen allerseits!
Ja, viel Glück möchte ich den jungen Damen der TradWife- Fraktion zurufen! Das darf doch alles nicht wahr sein, ist es aber wohl. Dazu kommt noch, dass es auf der Männerseite eine ebenso gefährliche Entwicklung gibt, wie es aussieht, rückwärtsgewandt in Richtung männliche Dominanz in der Familie. Respektlosigkeit und Gewalt gegenüber Frauen greifen immer mehr um sich, weil die Herren der Schöpfung dies offensichtlich für ihr Selbstbewußtsein brauchen und sich nur so stark fühlen. Hier überzogene Machtausübung, dort überzogene Unterwerfung. Warum ist das so?
Wir, insbesondere wir in der Texterella-Altersgruppe ;-), müssen uns kritisch fragen, wo kommt das her? Denn wir haben diese next generation erzogen oder sind noch dabei. Was haben wir falsch gemacht? Meine Antworten lauten bisher: Zeit nehmen und haben für die Kinder! Sowie: Bildung, Bildung, Bildung! In allen Lebenslagen.
Nach dem ernsten, sehr ernstzunehmenden Thema abschließend ein Kommentar zu den Fotos: sehr schön sehr schön, sehr schön! Schön gemacht, schön drappiert und schöne Stimmung/Stil eingefangen!

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Sieglinde
am Sonntag, 24. März 2024 um 12:00 Uhr

Deine wunderschön ästhetischen Fotos (ein Traum!!) konterkarieren heute das hässliche Thema.
Es ist von Dir und den Kommentatorinnen schon Vieles und Richtiges gesagt worden. Ich bin Jahrgang 1951 und habe in meinem Leben schon für allerhand demonstriert und mitgekämpft, was heute selbstverständlich ist, aber sogar wieder bedroht ist. Der Backlash lässt grüßen.
Gleichberechtigung bedeutet eben - verkürzt gesagt - nicht, gestresste berufstätige Frau - und Mutter - zu sein, sondern sich zusammen mit dem berufstätigen Mann - und Vater- zuhause respektvoll, gleichberechtigt die Arbeit zu teilen und ggflls. als Eltern gemeinsam die Anteilnahme für die Kinder zu verdoppeln.  Beide Geschlechter und die Gesellschaft müssen dies begreifen und u.a. in Bildung und Sozialverhalten investieren. Dann wird ein Schuh daraus.
Bei unseren drei Söhnen und unseren Schwiegertöchtern erlebe ich dies zu meiner Freude sehr und unsere 6 Enkelkinder werden dies fortsetzen, das ist meine Vision. Und dieses Modell ist für mich allen anderen überlegen, weil es ein wirkliches (Über-)Lebensmodell ist.
Für Frauen und für Männer.
Und jetzt schau ich mir nochmal Deine traumschönen Fotos an…
Herzlich,
Sieglinde

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Gabriele Schwoch
am Sonntag, 24. März 2024 um 16:04 Uhr

Einen wunderschönen Nachmittag an alle Texterella Mädels , Susi deine Fotos sind wunderschön da steckt soviel Lebensfreude drin . Zu dem grausigen Thema wurde ja schon alles geschrieben da schließe ich mich voll mit an .Ich wünsche Euch einen schönen Nachmittag. Liebe Grüße Gabi

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Britta Langhoff
am Montag, 01. April 2024 um 17:54 Uhr

Ich schüttel da auch immer den Kopf. Zum einen natürlich wegen des gesellschaftlichen Aspekts. Ja, dieses zurück in die Vergangenheit ist despektierlich gegenüber allen, die soviel gekämpft und erreicht haben. Aber wenn ich mal den gesellschaftlichen Aspekt beiseite lasse und mir nur den persönlichen Lebensentwurf eines tradwifes anschaue, dann kann ich zu solchen Lebensentwürfen nur sagen: “Mutig, mutig. Ein richtig großes Risiko, welches da eingegangen wird”
Ich sag es mal ganz salopp: Man hat schon genug Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. Wenn man sich als Frau auf einen Versorger verlässt, dann ist man ganz schnell verlassen. Es muss ja nicht mal der Klassiker sein - Mann verlässt Ehefrau für eine jüngere .- es kann ja auch sein, dass dem Mann etwas Schlimmes passiert und die Mutter und Ehefrau steht ohne nennenswerte Mittel war. Ich fand immer, dass mein Beruf meine beste Lebensversicherung ist.

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