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the Curvy Column

Wir alle können Heldinnen sein!

Als ich kürzlich von dem Dutzend Frauen las, das in der afghanischen Hauptstadt Kabul für Frauenrechte demonstrierte, setzte mein Herzschlag für einen Moment aus. Wie unfassbar mutig, in einem derart frauenfeindlichen und drakonisch regierten Land für Menschenrechte zu kämpfen und dabei das eigene Leben aufs Spiel zu setzen!

Natürlich fragte ich mich: Würde auch ich mich das trauen? Ehrlicherweise musste ich mir eingestehen: Wohl eher nicht. Vermutlich würde meine Angst überwiegen. Aber vielleicht … würde auch mich, wäre ich selbst in einer dermaßen hoffnungslosen und repressiven Situation, der Mut der Verzweiflung packen …

Blickt man zurück in die Menschheitsgeschichte, dann gab es sie immer schon: mutige Frauen, die ihre Angst herunterschluckten und sich angesichts von Ungerechtigkeiten furchtlos für Bürger- und Frauenrechte einsetzten, Missstände anprangerten – und damit die Welt veränderten. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Bereits im ausgehenden 14. Jahrhundert setzte sich etwa die Französin Christine de Pizan für Frauenrechte ein. Mit ihrem Werk „Das Buch von der Stadt der Frauen“, in dem sie sich mit der Frauenfeindlichkeit der damaligen Gesellschaft auseinandersetzte, gilt sie als eine der ersten Feministinnen überhaupt. Im frühen 19. Jahrhundert kämpfte Sojourner Truth nicht nur gegen die Sklaverei, sondern zog als erste schwarze Aktivistin und Wanderpredigerin durch die Vereinigten Staaten von Amerika und stritt für das Wahlrecht der Frauen. Rosa Luxemburg kämpfte Anfang des 20. Jahrhunderts für Arbeiter- und Frauenrechte und Rosa Parks weigerte sich im Jahr 1955 ihren Sitzplatz im Bus einem weißen Fahrgast zu überlassen. Ihr „Nein“ wurde zum Auslöser der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Oder blicken wir auf die Sängerin Beth Ditto: Sie hinterfragte früh ebenso provokant wie mutig die Schönheitsideale unserer modernen Gesellschaft, trat für Gay Rights und Feminismus ein und brachte Body Positivity als eine der ersten sogar auf den Laufsteg. 

Nicht jede couragierte Tat muss nun gleich Geschichte schreiben und irgendwann in Wikipedia landen. Es gibt genug Gelegenheiten, auch im Alltag mutig zu sein und Zeichen zu setzen. Etwa wenn wir den Mund aufmachen und uns einmischen, wenn Menschen beleidigt oder gemobbt werden (vielleicht weil sie zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß, zu dunkel oder einfach zu „anders“ oder in der Minderheit sind). Wenn wir nicht die Augen schließen, sondern uns einsetzen für Gerechtigkeit, bei Hasskommentaren dagegenreden und Partei ergreifen für die Schwächeren in der Gesellschaft. Wenn wir nicht nur an uns selbst denken, sondern auch an andere, und an Menschen, die unsere Hilfe brauchen, nicht vorbeigehen. So gesehen können wir alle Heldinnen werden. Alltagsheldinnen. 

Übrigens: Dass mittlerweile sogar Barbie, vormals der Inbegriff unrealistischer Schönheitsideale und überkommener Gesellschaftsnormen, in einem auch von Feministinnen gefeierten Blockbuster Karriere macht, zeigt eines: Wie viel möglich ist, wenn wir Frauen solidarisch zusammenstehen, uns füreinander einsetzen und für unsere gemeinsamen Rechte kämpfen. So gesehen ist es geradezu unsere Pflicht, die Frauen in Afghanistan, im Iran oder in anderen misogynen, repressiven und ungerechten Gesellschaften nicht zu vergessen und sie nicht allein zu lassen, sondern an ihrer Seite zu stehen und uns für ihre Sache einzusetzen.

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Fotos: Susanne Ackstaller, Glyptokek München

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Die Kolumne habe ich für die aktuelle Herbst-/Winter-Ausgabe von the Curvy Magazine geschrieben, die jetzt an vielen Kiosken und online erhältlich ist.

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4526 8 the Curvy Column, 50+ Lifestyle, Column 01.10.2023   curvy column, frisch kolumnisiert, the curvy magazine

8 Kommentare

Alexandra Maierhofer
am Sonntag, 01. Oktober 2023 um 09:53 Uhr

Diese Worte sprechen mir aus dem Herzen.

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Susanne Ackstaller
am Mittwoch, 04. Oktober 2023 um 12:10 Uhr
Das freut mich, liebe Alexandra! DANKE!

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Beate
am Sonntag, 01. Oktober 2023 um 17:34 Uhr

Leider zeigt die Situation im Iran nur zu deutlich welche Freiheiten wir haben und dass dies den meisten von uns gar nicht bewusst ist. Wie mutig diese Frauen sind können wir, glaube ich, gar nicht nachvollziehen.

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Susanne Ackstaller
am Mittwoch, 04. Oktober 2023 um 12:12 Uhr
Liebe Beate, ja, genau! Es ist wirklich beschämend, dass manchen Menschen hier in Deutschland offenbar nicht bewusst ist, was für ein Schatz unsere Demokratie ist. Traurig und auch gefährlich für uns alle ... Liebe Grüße!

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Sabine Verburg
am Montag, 02. Oktober 2023 um 20:32 Uhr

Eine sehr gute Kolomm finde ich.
Danke für die Inspiration ! Mit lieven Grüssen aus Zeeland (NL)
Sabine Verburg

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Susanne Ackstaller
am Mittwoch, 04. Oktober 2023 um 12:13 Uhr
Liebe Grüße ans Meer! :-) Susi.

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Sieglinde
am Montag, 02. Oktober 2023 um 22:29 Uhr

So ist es, liebe Susi!
Im Alltag mutig zu sein, finde ich Aufgabe und auch Herausforderung angesichts der zunehmenden Radikalisierung und Rücksichtslosigkeiten schon bei uns im Land. Wieviel weniger gelten Menschenrechte da in vielen anderen Ländern. Frauenrechte sind Menschenrechte und Gradmesser für Demokratie.
Wir haben viele Möglichkeiten der Unterstützung, weil es viele mutige Frauen - und oft auch Männer - gibt, die gegen Unrecht ankämpfen. Geld ist da nicht das schlechteste Mittel und eine freie Presse ebenso. Selbst ein Blog kann in diesem Fall ja auch Presse sein…
Danke für Deinen Appell.
Herzliche Grüße,
Sieglinde

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Susanne Ackstaller
am Mittwoch, 04. Oktober 2023 um 12:14 Uhr
Absolut, liebe Sieglinde! Allein schon in den "sozialen" Medien dagegen zu halten erfordert Mut ... Ganz liebe Grüße!

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