Texterella persönlich.
Btw: Warum es auf Texterella ruhig schön sein darf
Auf Instagram grassiert gerade ein neuer Hype: der „Btw“-Trend („btw“ = „by the way“; deutsch: „übrigens“). Dabei geht es um „die Wahrheit hinter dem Foto“: wie sich Frauen wirklich gefühlt haben, als das Foto aufgenommen wurde. Und so erzählen bildhübsche Frauen auf wunderschönen Bildern davon, wie schlecht es ihnen in diesem Moment in Wahrheit ging, wie sehr sie geweint, gelitten, welche Schmerzen sie ertragen hätten. Für mehr Realität auf Instagram!
Nun ist es ja durchaus ein hehres Ziel, dem schönen Schein von Social Media ein wenig mehr Wirklichkeit entgegensetzen zu wollen. Ob es so funktioniert, wage ich allerdings zu bezweifeln. Denn was bei mir hängenblieb, ist lediglich die Erkenntnis, dass all diese Frauen auch dann immer noch wunderschön anzuschauen sind, wenn es ihnen schlecht geht – während ich mit rot verheulten, verquollenen Augen und verschmierter Wimperntusche so gar nicht präsentabel bin. Realität sieht meines Erachtens anders aus.



Wobei: Wollen wir auf Social Media wirklich das reale Leben sehen? Ganz ehrlich: Alltag, Schmutzwäsche und dreckige Katzenklos habe ich in meinen eigenen vier Wänden, dafür muss ich mich nicht auf Instagram einloggen. Bei Lifestyle-Influencerinnen (oder auch Bloggerinnen) erwarte ich mir einen kurzen Blick in eine schöne Welt, wohl wissend, dass es bei denen auch nicht immer so aussieht. Für mich ist das tatsächlich ein Kurzurlaub vom Alltag.
Das ist auch mein Anspruch für Texterella. Ich will euch inspirieren und zu einer kleinen entspannenden Auszeit einladen, in der die reale Welt einfach mal für eine kurze Weile draußen bleibt. Ein Moment zum Atemholen, Zurücklehnen, Genießen … bevor uns die Realität mitsamt ihrer Krisen, Konflikte und Sorgen wiederhat. Und ich denke: Je irrer die Welt da draußen wird, desto wichtiger sind diese kleinen, erholsamen Alltagsfluchten. Wir müssen uns nicht ständig mit schlechten Nachrichten und Hiobsbotschaften konfrontieren, wir dürfen es uns einfach auch mal schön machen. Und sei es nur für ein Sonntagsfrühstück lang …
Dass auch in meiner Welt nicht alles perfekt ist, ich nicht immer wie aus dem Ei gepellt aussehe, Bad-Hair-Days (an dem Tag zum Beispiel, als wir diese Fotos gemacht haben) und Sorgen habe und mein Leben nun wirklich nicht nur aus tollen Reisen, schicken Klamotten und Glitzer besteht … das versteht sich doch von selbst. Dafür brauche ich zumindest keine „Btw“-Fotoreihe …

Und sonst so?
Reisen: Ich wollte nach dem Reisebericht aus Bologna nicht gleich einen weiteren schreiben. Aber Paris war einfach zu schön, um es gar nicht zu erwähnen. Zumal ich diesmal ganz neue Stadtviertel kennengelernt habe. Während ich bei früheren Besuchen eher im 1. Arrondissement und am Montmartre unterwegs war, habe ich diesmal das Marais, Quartier Latin und Saint-Germain-des-Prés erkundet. Mein Fazit: Paris ist wirklich die schönste Stadt der Welt (die außerdem tatsächlich grüner geworden ist und in der weniger Autos fahren).
Und der Schreibworkshop, weswegen ich ja nach Paris gereist war? War ebenso toll und sehr, sehr empfehlenswert. Wir haben an unterschiedlichen Orten geschrieben (z. B. im Jardin du Luxembourg oder am Place de Vosges), hatten dazwischen aber auch genug Zeit für die Stadt und sind alle sehr erfüllt und inspiriert wieder nach Hause gefahren. Und ich habe auch das Gefühl, dass für mein eigenes Romanprojekt („Daisy“, ihr wisst schon …) der Knoten geplatzt sein könnte. Meine Kollegin Christine Kämmer hat vor, die Schreibreise nach Paris erneut anzubieten. Wer grundsätzlich Lust darauf hat und informiert werden möchte, abonniert am besten ihren Newsletter..



Lesen: Ich war einmal eine echte Leseratte und konnte ganze Nachmittage mit einem Buch auf der Couch verbringen. Dann kamen Internet, Smartphones und damit diese schreckliche 24/7-Ablenkung … Vor dem Einschlafen lesen, wie ich es jahrzehntelang gemacht hatte? Ach, zu anstrengend. Lieber noch zehn Minuten durch Vinted oder Instagram scrollen. Im Mai hat mir eine Kollegin dann das Buch „Lázár“ von Nelio Biedermann (der übrigens erst unfassbare 23 Jahre alt ist!) empfohlen, der die Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie zwischen Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts erzählt. Und weil das Hörbuch in meinem Spotify-Abo beinhaltet war, habe ich dann – ohne große Erwartungen! – beim Abspülen damit angefangen. Und was soll ich sagen: Ich konnte gar nicht mehr aufhören! Der Roman hat mich so sehr in seinen Bann gezogen, dass ich beim Kochen, Aufräumen, Autofahren, Einkaufen, Zähneputzen, Anziehen, Spaziergehen, eigentlich bei jeder Tätigkeit, die keine Konzentration erforderte, dem Fortgang der Geschichte lauschen musste. Abends im Bett sowieso. Nun neigt sich das Buch seinem Ende entgegen, und ich bin jetzt schon ein bisschen panisch, ob es dann wieder eine längere Lesepause geben wird oder sich (hoffentlich!) irgendein Buch findet, mit dem ich anschließen kann. Vorschläge? BITTE! (Der Perlentaucher hat hier übrigens Rezensionen zu „Lázár“ zusammengestellt.) Hast du „Lázár“ vielleicht auch gelesen?
Essen: Endlich! Endlich schmecken Erdbeeren so, wie man es erwartet: süß, verführerisch und nach Sommer! Wie früher in meiner Kindheit, als meine Oma aus reifen Erdbeeren, Zucker, Milch und dunklem Brot „Erdbeermatsch“ zubereitete – ein ideales Mittagessen für heiße Tage. Kein Gericht erinnert mich mehr an meine Großmutter und meine Kindheit! Mal von Liwanzen (böhmische Hefepfannkuchen, die mit geschmolzener Butter und Zimtzucker serviert wurden) abgesehen. Heute gibt es Erdbeeren für mich besonders gerne in leicht gesüßtem griechischem Joghurt. Darüber gehackte dunkle Schokolade (enthält viele Antioxidantien!), Sonnenblumen- und Kürbiskerne und Ahornsirup. Die einfachste und leckste Nachspeise ever! Nur die Erdbeeren direkt von der Pflanze zu futtern ist noch besser! Hast du ein leckeres Erdbeerrezept – von Erdbeerkuchen mal abgesehen?



Look:
Kleid: Bonprix (mein absolutes Lieblingskleid für diesen Sommer! Tolles Material, perfekte Länge, schönes Material ...)
Korbtasche: Aigner (schon einige Jahrzehnte alt … Manchmal findet man solche Raritäten bei Etsy oder bei Vinted.)
Tuch: Bonprix
Sandalen: Prada (2018 gekauft. Das wäre eine Alternative. Und wer mehr Absatz mag: das Paar oder das hier.)
Kette: Bonprix
Armreif: Ich habe keine Ahnung ...
Mehr Mode gibt’s hier, samt meiner Reiselooks: für Paris und für Italien! Mit meinen Ralph-Lauren-Collagen habe ich übrigens tatsächlich den dritten Preis bei einer „Challenge“ in Deutschland und Großbritannien gewonnen – das hat mich sehr gefreut! Und noch mehr freue ich mich, wenn du auf meinem LTK-Modeaccount vorbeischaust!
1 Kommentar
am Sonntag, 14. Juni 2026 um 07:16 Uhr
Guten Morgen! Ich lese hier schon ewig mit und habe, glaube ich, noch nie einen Kommentar geschrieben. Aber jetzt muss ich einfach: Lazar fand ich auch absolut großartig! Und ich hatte auch null Erwartungen an das Buch, hab es ehrlich gesagt nur wegen des Covers aus der Bücherei ausgeliehen.
Eine weitere Empfehlung wäre von mir: Die Riesinnen. Die Geschichte von drei ungewöhnlichen Frauen, drei Generationen, spielt größtenteils im Schwarzwald. Vielleicht gefällt dir das ja auch?
Auf jeden Fall vielen Dank für deinen Blog, ich lese ihn immer zum Sonntagsfrühstück.






