mode-lifestyle
 

Mein Blog heißt nicht zufälligerweise Texterella. Es heißt so, weil ich Texterin bin und schöne Texte liebe. Schöne Dinge aber auch. Und so ward anno 2008 die Idee geboren, beides zusammenzuführen: schöne Texte und schöne Dinge. Lange Zeit hieß mein Slogan deshalb auch „Texterella und die schönen Dinge“.

In den ersten Jahren lag der Texterella-Schwerpunkt noch viel deutlicher als heute auf dem Text. Eigene Fotos machte ich gar nicht. Texte blieben entweder ganz ohne Bild oder ich verwendete Produktfotos. Irgendwann entdeckte ich die Fotografie und begann eigene Fotos hochladen, sogar von Outfits – was mir zunehmend Freude macht.

Erfolgreicher bloggen - mit besseren Blogtexten


Die Liebe zum Text ist natürlich geblieben. Ich denke mittlerweile aber: Gute (Blog-)Texte werden durch schöne Fotos noch besser. Andersherum natürlich auch. Weil der Gesamteindruck zählt – zumindest in Lifestyle-Blogs.

In meinem Umfeld gibt es viele ganz herausragende Schreiberinnen – das bringt mein Beruf als Texterin wohl so mit sich. Ebenso gibt es viele Bloggerinnen mit einer tollen und ausdrucksstarken Schreibe. Es gibt aber auch viele Blogger, die mit ihren Texten nicht zufrieden sind. Wie viele merkte ich, als ich vor zwei Jahren auf der Blogst14 einen Workshop zum Thema „Bessere Blogtexte“ geben durfte – und mich einem vollen Saal gegenüber sah.

Natürlich ist Schreiben können zu einem Teil Talent. Zu einem großen Teil sind gute Texte aber auch Handwerkszeug. Und darum soll es heute gehen: Mit ein paar Tipps aus deinen Texten bessere Texte zu machen (sie gelten übrigens nicht nur auf Blogs und für Blogger). Denn: Gute Sprache ist immer auch ein Zeichen von Wertschätzung gegenüber dem Leser.

Tipp 1: Einfacher schreiben.

Gute Sprache ist einfache und damit auch gut verständliche Sprache. Was nicht heißt, dass du nur noch Drei-Wort-Sätze verwenden sollst. Vermeide aber Schachtelsätze, hohle Phrasen und ein Übermaß an Adjektiven (auch wenn wir letzteres im Grundschulaufsatz immer gelernt haben!). Füllwörter finde ich persönlich nicht so schlimm, geben sie Aussagen doch eine bestimmte Konnotation – dennoch lieber in Maßen einsetzen (ich lasse mir in Word-Dokumenten meine „auchs“, „nochs“ etc anzeigen und überlege dann, welche davon wegkönnen. Es sind viele!)

Bei manchen Blogtexten frage ich mich nach der Lektüre, um was es eigentlich ging. Das liegt oft daran, dass die BloggerIn zu viele Themen in einem einzigen Post ansprechen will. Ich kenne diese Gefahr, bin auch schon selbst oft genug in diese Falle getappt und wollte zu viel Verschiedenes erzählen. Das kann manchmal sogar reizvoll sein – manchmal ist es aber auch einfach nur verwirrend. Da hilft nur eines: streichen und sich auf Kernthemen beschränken. Weniger ist mehr, nicht immer, aber oft.

Und noch eine letzte Regel: Hauptaussagen gehören in Hauptsätze, Nebensächliches in Nebensätze – nicht umgekehrt.

Tipp 2: Lebendig schreiben.

Ja, man kann einfach und trotzdem abwechslungsreich schreiben. Ein erster Schritt ist es, kurze und lange Sätze abzuwechseln und auch bei der Satzkonstruktion zu variieren. Es muss nicht immer Subjekt – Prädikat – Objekt sein. Warum den Satzbau nicht einfach mal umdrehen? Oder auch mal unvollständige Sätze (sogenannte Ellipsen) verwenden, vielleicht sogar nur ein einzelnes Wort, oder zwei. Abwechslung bei Satzbau und Satzlänge bringt Tempo und Spannung in deine Texte und macht sie lebendiger.

Tipp 3: Aktiv schreiben und Substantivierungen vermeiden.

Ein Blog ist kein Schreiben vom Finanzamt. Wenn deine Texte dröge, förmlich oder bürokratisch klingen, dann liegt es vielleicht daran, dass du im Nominalstil schreibst und zu viele Substantivierungen auf -ung verwendest. Nominalstil bedeutet, dass du Verben in Nomen verwandelst (etwa: „mit meinem Kommen“ oder „durch mein Wegbleiben“). Das macht Texte gestelzt, distanziert und unpersönlich. Noch verstärkt wird die Wirkung durch Passivkonstruktionen. Lange Rede, kurzer Sinn: Schreibe aktiv und nutze Verben statt Nomen. Du bist der Mensch hinter deinem Blog, du schreibst hier – das darf man ruhig auch spüren.

Tipp 4: Auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik achten. Und auf Interpunktion.

Muss ich mehr dazu sagen? Eigentlich nicht, oder? Rechtschreib- und Grammatikfehler wirken schnell lieblos und strahlen negativ auf das gesamte Blog ab. Ich weiß aber auch, wie schwer es ist, Fehler zu vermeiden – wie oft schreiben mir Kolleginnen, um mich auf einen Fehler (womöglich noch im allerersten Satz!) hinzuweisen. Das Problem ist die Betriebsblindheit, die sich einstellt, sobald man Stunden an einem Beitrag gesessen hat. Man sieht nur noch, was man sehen will – Fehler werden einfach überlesen. Was hilft, ist Abstand: den Text einen Tag liegen lassen und ihn dann mit frischem Auge lesen. Falls dafür keine Zeit ist: Wort für Wort rückwärts lesen hilft. Das ist zwar sehr mühsam, aber man übersieht garantiert keine Rechtschreibfehler und Typos.

Zum Thema Interpunktion: Hauptproblem für viele sind die Kommas. Wo gehört eines hin, wo nicht?! Im Duden steht eine Menge Kommaregeln. Du kannst deine Texte aber auch laut lesen, und immer dort ein Komma setzen, wo du eine kleine Pause machst. Ist grammatikalisch vielleicht nicht zu 100 Prozent korrekt, stimmt aber meistens.

Apropos „Laut lesen”:

Tipp 5: Texte laut lesen.

Gute Blogtexte klingen natürlich und flüssig. Wie gesprochen. Deshalb lautet mein wohl wichtigster Tipp: Lies deine Texte laut. Dann spürst du sofort, wo es hakt. Wo dein Text an Schwung und Rhythmus verliert. Wo du noch mal ranmusst. Was auch sehr gut funktioniert: Texte mit einer Sprachsoftware diktieren, zumindest den ersten Entwurf.

Diese fünf Tipps kannst du übrigens bei fast allen Texten anwenden. In Blogtexten ebenso wie in Geschäftsbriefen. Ich behaupte: Sie gelten immer (– außer vielleicht bei deiner Korrespondenz mit dem Finanzamt. ;-)) Es sind Grundregeln guter Sprache. Probier’s einfach mal aus!

Literaturtipps:

- Der Duden: Die deutsche Rechtschreibung.
- Duden: Richtiges und gutes Deutsch.
- A. M. Textor: Sag es treffender.
- Wolf Schneider: Deutsch für Profis.

Diese vier Bücher finde ich tatsächlich unverzichtbar für alle, die vielleicht nicht professionell schreiben (für die natürlich auch!), aber auch so von vielen Menschen gelesen werden.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 19. September 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 10 | Aufrufe: 1671 | Kategorie: Lifestyle, Arbeit und Business, Bloggen, | Tags: tippserfolgreicher bloggenbloggenbessere blogtextebehind the scenes
Das könnte auch interessant sein:
Vier Tipps für bessere Blogfotos. Teil 1: Foto-Ausrüstung und Bildbearbeitung.
Erfolgreicher Bloggen: Fünf Fragen an Mary-Ellen Rudloff von SALUT Communications.
Warum ich blogge. Eine Liebeserklärung an Texterella und an meine LeserInnen.
 

Kommentare

  • Was bedeutet es, Blogs zu verfolgen? Warum tut man das? Bekommt man da wirklich Tipps und Kontakt oder ist es mehr ein „Betrachten der Leben der Anderen”?

    Natalie
    am Sonntag, 11. Dezember 2016 um 00:22 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Du weißt, wie sehr ich Deine Texte liebe, Susi. Dein Schreibtalent hätte ich gerne!
    Wenn eine vom gestelzten Nominalstil weit entfernt ist, dann bist das mit Sicherheit Du.
    Solche mails bekomme ich nämlich häufig von meinen Bundeswehrkollegen ;-)

    LG
    Annette | Lady of Style

    Annette
    am Donnerstag, 22. September 2016 um 18:05 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Danke für diese Informationen! Ich schreibe ja schrecklich gerne und manchmal richtig viel und kann gute Tipps immer brauchen.
    LG
    Sabienes

    sabienes
    am Dienstag, 20. September 2016 um 19:12 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Kann ich deinen Text auch meiner Tochter für den Deutschunterricht geben? Denn es steht alles drin, was man für gutes Schreiben braucht! Ich bin auch ein Fan der deutschen Sprache und richtiger Rechtschreibung und Interpunktion. Manchen Bloggern würde ich vor allem gerne zurufen, wann man das mit einem oder zwei s schreibt…. Geschmunzelt habe ich übrigens darüber, dass im Duden eine Menge Kommaregel steht…
    Liebe Grüße,
    Heike

    Heike
    am Dienstag, 20. September 2016 um 09:49 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Danke! So einiges mache ich schon. Mein Kommaprofi guckt meistens noch mal drüber. Macht wirklich Sinn. Ich finde es schrecklich, wenn so viele Fehler drin sind.
    Laut lesen, ist auch eine klasse Idee.
    Liebe Grüße
    Andrea

    Andrea Karminrot
    am Montag, 19. September 2016 um 16:57 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich schätze Deine Texte sehr (die Fotos natürlich auch). :) In einem richtig runden Text steckt meist viel Arbeit. Und Texte ohne größere Rechtschreib- und Grammatikfehler sind ja leider im Internet nicht gerade eine Selbstverständlichkeit. Bei manchen Deiner Kolleginnen schaue ich lieber nur die Bilder an. Es gibt eben - wie überall - Qualitätsunterschiede.

    Susanne
    am Montag, 19. September 2016 um 11:58 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Es ist wie fast überall: Ein bisschen Talent braucht man. :-) Aber man kann mit Technik auch schon sehr viel erreichen. Und ja: Ein guter Text macht sehr viel Arbeit!

      Ich freue mich auf jeden Fall, dass du hier gerne mitliest! DANKE!

      Susi
      am Montag, 19. September 2016 um 13:40 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

  • Zu den vielen Substantivierungen mit -ung zählt aber nicht das Wort Substantivierung, oder?

    Das Problem an solchen Tipps ist, dass sie immer einen Tick zu simpel für etwas derart Komplexes wie Sprache sind. Wie absurd das ist, zeigen Sätze wie der folgende: Noch verstärkt wird die Wirkung durch Passivkonstruktionen.

    nata
    am Montag, 19. September 2016 um 07:13 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Liebe Nata,

      du hast natürlich Recht. Und auch wieder nicht. Die Dosis macht wie überall das Gift. Ab und an ein -ung macht noch keinen Nominalstil, und natürlich müssen auch Passivkonstruktionen sein.

      Ich schrieb ganz oben: Diese Tipps sind Handwerkszeug. Nicht mehr, nicht weniger. Die Basis. Talent kommt natürlich noch on top.

      Liebe Grüße,

      Susi.

      Susi
      am Montag, 19. September 2016 um 07:17 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar:
 
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
  • Name*
     
  • Email*
     
  • Website
     
  • Kommentar*
     
  • CAPTCHA*
      
  •  
  •  
  •  
 
 

Zum nächsten Beitrag: Die Sache mit der Work-Life-Balance.

Zum nächsten Beitrag.

Zum vorherigen Beitrag: Wer zu spät kommt.

Zum vorherigen Beitrag.





Herzblutdinge

Herzbluttexte




WERBUNG













KOOPERATIONEN








 
WERBUNG

© 2017 texterella.de | Susanne Ackstaller

Site by blogwork.de und Sibylle Zimmermann, hz-konzept.de