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Texterella persönlich.

Die neue Unabhängigkeit, ein ungewohnter Lebensrhythmus und drei Coffeetable Books.

Es ist schon spannend, wie sich der Lebensrhythmus ändert, wenn die Tage nicht mehr von Schulkindern geprägt sind – sondern man sprichwörtlich in den Tag hineinleben kann. Derzeit experimentiere ich noch: Aufstehen, Arbeiten, Mittagessen, Feierabend – alles ist so frei und zwanglos. Ich muss meinen Rhythmus neu entdecken. Und festlegen, denn ich möchte von den jahrelang festgezurrten Terminen nicht ins komplette Gegenteil und ins Laissez-faire verfallen. Ich kenne mich und meinen gepflegten Hang zur Prokrastination (aka Rumtrödelei) nur zu gut, oja. 

Was sich jetzt schon abzeichnet: Ich koche später und das Mittagessen findet nun nachmittags statt. Ein Nachmittagsessen also – warum nicht? Tatsächlich nervt es mich schon seit Jahren, dass ich mich genau dann, wenn ich arbeitsmäßig gerade richtig in Schwung gerate, schon wieder um die Kocherei kümmern muss, damit alles fertig ist, wenn die hungrige Brut in die Küche stürzt. Jetzt dauert mein Arbeitsvormittag länger, und zwar genauso lange, wie meine Energie reicht. Dann wird gekocht (Mealprep wird übrigens eines meiner nächsten Themen sein, ich habe einfach keine Lust jeden Tag zu kochen), und der Mann (der ja wie ich selbstständig ist) kommt einfach ein bisschen später zum Essen nach Hause. Ich merke deutlich, wie sehr ich von dieser kleinen Verschiebung nach hinten profitiere: Vormittags bin ich produktiver, nachmittags nehme ich mir dann Zeit für mich, während ich abends noch mal ein paar Stunden arbeite. Ich liebe es, und mein Biorhythmus auch.

Übrigens: Ich habe die Zeit mit mir wiederentdeckt.

Die war in den letzten Jahren ja deutlich zu kurz gekommen (wie bei den meisten Müttern) – jetzt genieße ich den späteren Nachmittag mit mir. Ich lese eine Runde, blättere durch die unzähligen Coffeetable Books, die auf dem Couchtisch liegen, oder als Stapel auf dem Boden. Schön ist das. :-)

Apropos: Kann man nach Coffeetable Books süchtig sein? Anscheinend ja, denn ich bin es. Ich habe ein großes Faible für hochwertige Bildbände und liebe es, mit einer guten Tasse Kaffee in der Hand, in den Fotos zu versinken. Viel Text ist ja in der Regel nicht dabei, aber gerade so viel um mein Kopfkino anzuknipsen und mich in eine andere Welt wegzuträumen. 

Hier sind meine drei meiner liebsten Coffeetable Books (und die Auswahl ist mir wahrlich schwer gefallen!):

French Style.

Anders als man denke könnte, geht es in diesem Buch nicht (nur) um Mode, sondern um das französische Lebensgefühl insgesamt. Es ist ein sehr buntes Potpourrie an Bildern (ganz unterschiedlicher Machart) und Themen, von Amelie über Baguette, Chateaus und Dior bis hin zu Luis de Funes und  Zidane. Sehr spannend. Und vielleicht versteht man die französische Seele nach der Lektüre tatsächlich ein bisschen besser. (Bestellen.*)

New York. Porträt einer Stadt.

Ich liebe New York, logisch, dass ich auch diesen großartigen Bildband über New York liebe. Auch hier ist es ein wilder Mix aus Fotos, Stilen, Jahrzehnten. Chronologisch wird die Geschichte der Stadt mit vielen Bildern von der Mitte des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart erzählt, mit allen Höhen und Tiefen, die diese Stadt hat. Ein unverzichtbares Buch für alle New-York-Liebhaber, ja, ein wirklich Must-have! (Bestellen)

Inside North Korea.

Zugegeben, das ist kein Buch zum Wegträumen – aber doch zum Eintauchen in eine uns verschlossene Welt. Ich empfinde ja eine große Faszination für kommunistische Monumentalbauten, und da liefert dieses Buch einiges an beeindruckendem Bildmaterial. Das Buch konzentriert sich auf die Hauptstadt Pjöngjang, deren Architektur sich als Bühnenbild für die politische Ideologie präsentiert. Es ist eine exakt durchchoreographierte Welt, die in diesem Bildband perfekt zusammengefasst ist. Immer noch ein bisschen unerklärlich ist es mir aber, wie diese Bilder überhaupt entstehen konnten … Aber vielleicht ist genau das auch Teil der Faszination dieses Buches. (Bestellen*)

So. Nun muss ich aber doch mal los. Einkaufen. Vor lauter „neuem Leben“  vergesse ich tatsächlich ein wenig die alltäglichen Dinge. Gestern zum Beispiel hatten wir keine Milch mehr im Haus … ich hatte schlichtweg vergessen, dass ich auch für zwei Personen noch einkaufen muss. Tsss.

 

***

Foto: Martina Klein | still sparkling

Look:

Rock: Marina Rinaldi

Bluse: H&M

Jeansjacke: Arizona

Gürtel: Boss

***

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2140 4 Texterella persönlich., 50+ Lifestyle 21.02.2019   empty nest, die neue unabhängigkeit, die neue freiheit, coffeetable books

4 Kommentare

  • Gabi
    am Freitag, 22. Februar 2019 um 15:47 Uhr

    Hallo Susanne
    wie immer finde ich Deine Texte sehr inspirierend. Ich hatte zwar keine Kinderschar im Haus, doch wenn man fast 40 Jahre (jetzt im nachhinein kann ich es selber kaum glauben) selbständig im Einzelhandel war und jeden Tag (Urlaub ausgenommen) im Geschäft stand, dann ist die “Pension” auch eine ganz neue Erfahrung. Nach 2,5 Jahren denke ich immer wieder - Wahnsinn, was bin ich für eine freier Mensch. Auch bei mir dauert es noch an nicht immer auf dem “Sprung” zu sein - es wird jedoch tagtäglich besser. Darum paßt mein Blogname sehr gut zu mir. lovemylife - momentan habe ich ihn aber auf Eis gelegt. Liebe Grüße Gabi

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  • Gundula Schmidt-Graute
    am Donnerstag, 21. Februar 2019 um 14:17 Uhr

    Liebe Susi,

    genieße es! so schnell kannste gar nich gucken, wie dir die Kinder dann die Enkelchen zur Betreuung anschleppen ...

    Zugegeben, das erlebe ich selbst noch nicht, aber ich fange schon an, Babys und Kleinkinder verzückt zu betrachten (kannte ich früher von mir nicht). Da mache ich mir bewusst, dass er genau genommen nur ein paar Jahre ohne Kinder sind. Keine enkel zu haben wäre ja auch schade - oder?

    Liebe Grüße

    Gundula

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    • Susi
      am Donnerstag, 21. Februar 2019 um 22:40 Uhr

      Um Himmels willen, liebe Gundula, hör mir mit Enkelkindern auf! Ich hoffe, das dauert noch – da bin ich noch überhaupt nicht bereit für. :DDD

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  • Karin Austmeyer
    am Donnerstag, 21. Februar 2019 um 10:51 Uhr

    Liebe Susi,
    ich kann Dich beruhigen, ich vergesse auch schon mal für mich selbst einzukaufen und muß dann improvisieren. Diese Umstellung mit den Zeiten hatte ich, als ich nicht mehr ins Büro mußte und von zu Hause gearbeitet habe. Wie Du, habe ich das sehr genossen.
    Ich bin eine Nachteule. Bei mir verschiebt sich alles nach hinten. Gegen 10 Uhr fange ich an bis zum späten Nachmittag. Ich esse, wenn ich Hunger habe, hab ja keinen Mann auf den ich Rücksicht nehmen muss. So ab 17 Uhr nehme ich mir Zeit zum lesen oder einfach zum faullenzen um dann später noch einmal ein bißchen zu arbeiten.
    Die Zeit frei einteilen zu können, genieße ich sehr, deswegen kann ich gut nachvollziehen, was Du schreibst.

    Ganz liebe Grüße
    Karin

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