Texterella auf Reisen.
Bologna: definitiv eine Reise wert!
Es ist kurz vor 21 Uhr, das letzte Restchen Abendsonne bescheint die Stadt rotgolden. Von der Straße klingt junges Lachen nach oben – bestimmt von der kleinen Studenten-Cafébar, die scheinbar immer offen hat. Ich stehe auf der Dachterrasse unserer „Torre“, des Turms (oder sagen wir besser „Türmchens“), der in den letzten fünf Tagen unsere „Homebase“ in Bologna war. Heute ist unser letzter Abend in dieser norditalienischen Stadt, die sich als Reiseziel eher zufällig ergeben hatte..

Bologna also. Mein Blick schweift über die Dächer bis zu den zwei besonders hohen Türmen, die (neben rund zwanzig weiteren) noch übriggeblieben sind von den an die 180 Geschlechtertürmen, die die Stadt im Mittelalter prägten. Dort wohnten die wohlhabenden Familien, der Rest musste sich mit niedrigeren Häusern begnügen. Aber auch wenn die allermeisten Türme verschwunden sind: Beeindruckend ist Bologna nach wie vor. Da sind die rund 40 kilometerlangen Arkaden, unter denen man, auch wenn die Sonne vom Himmel knallt, angenehm beschattet durch die Stadt schlendern kann. Sogar bis hinauf zur Wallfahrtskirche Santuario della Madonna di San Luca reichen diese Säulengänge! Anstrengend ist diese Tour aber trotzdem, schließlich liegt die Kirche auf einem der Hügel oberhalb der Stadt. Über 400 Treppenstufen sind wir hochgestiegen, meine Freundin Kirsten und ich, zwar im Schatten der Arkaden, dennoch sind wir ziemlich verschwitzt und außer Atem angekommen. Dann die schönen Piazze, die hohen Häuserfronten mit ihren Bogenfenstern, die vielen Kirchen, die unzähligen Restaurants – und nicht zuletzt: die üppigen Schinken (!), die zu mehreren in den Fenstern von Lebensmittelläden hängen. Und natürlich die vielen Studentinnen und Studenten (rund 80.000), die an Europas ältester Universität studieren.





Ja, Bologna ist eine junge, lebendige Stadt, durch die man sich einfach treiben lassen kann – anders als in Florenz und Venedig herrscht kein „Kulturdruck“. Natürlich gibt es altehrwürdige Kirchen (die Basilika Santo Stefano), die Piazza Maggiore mit dem Neptunbrunnen, die Pinacoteca Nazionale di Bologna mit vielen sakralen Bildern von Mittelalter bis Barock und sogar ein Kunstmuseum der Moderne (das man aber wirklich auslassen kann!). Und sicher noch ein paar mehr Sehenswürdigkeiten, die uns entgangen sind.
Trotzdem: Bologna ist eher ein entspanntes Pflaster, eine Stadt, die zum Verweilen und Genießen einlädt. Kein Stress mit den Da Vincis, Michelangelos und Galilieos – stattdessen darf man hier ganz relaxed in einem der unzähligen Straßencafés sitzen, beobachten, genießen. Und freudig feststellen, dass in Bologna – anders als etwa in Venedig und Florenz – ItalienerInnen ein ganz normales Leben leben, arbeiten, studieren, einkaufen und abends essen gehen.
Und man sich eben nicht wie anderswo mit Horden von (anderen ;-)) Touristen durch Gassen schiebt, stundenlang vor Kunstmuseen wartet oder sich auf die Zehenspitzen stellen muss, um ein weltbekanntes Werk über die Köpfe anderer hinweg überhaupt sehen zu können.




Bologna, das ist ein Städtetrip der anderen Art. Hier gibt es kein Wettrennen kulturbeflissener Besucherinnen, die möglichst viel Kunst in einen Tag packen wollen. Keine Touristenbusse, keine asiatischen Reisegruppen, vor den Kirchen keine Warteschlangen. Und keine auch keine InfluencerInnen! Hier flaniert man einfach durch die Gassen, isst ein Eis (oder zwei), genießt abends den Spritz unter den Arkaden. In Bologna trifft man auf eine Stadt fürs Dolce Vita – vor schönster Kulisse. Nichts muss, alles kann.
Wer Italien also mal jenseits von Touri-Hotspots besuchen möchte, für den könnte Bologna genau der richtige Ort sein. Ein echter „hidden gem“ in meinen Augen, und absolut besuchenswert.



Hier noch ein paar Reise- und Restauranttipps:
Anreise: Natürlich kann man nach Bologna auch fliegen oder mit dem Auto fahren, wer aber ganz entspannt anreisen möchte (und aus dem Süden Deutschlands) kommt, dem empfehle ich die Bahn. Ab München geht es mit dem EC in fünfeinhalb Stunden über die Alpen direkt nach „La Grassa“.
Essen: Wir haben sehr leckere Tagliatelle al ragú bolognese im Restaurant Donatello gegessen, und feinen Fisch im Pane e Panelle. Und fantastische Eiscreme im der Sorbetteria Castiglione. (Danke, Irit, für die Tipps!) Gefrühstückt haben wir in einem der unzähligen Straßencafés. Wir waren übrigens sehr überrascht, wie günstig das Essen gehen war: Beim Frühstück haben wir nie mehr als 10 Euro gezahlt (zu zweit!) und abends nicht mehr als 80 Euro für eine geteilte Vorspeise, Hauptspeise, Salat und Getränke.
Anschauen: Wie oben geschrieben ist Bologna mehr ein Gesamtkunstwerk. Wer einfach durch die Stadt schlendert, sieht das meiste ohnehin. Besonders schön fand ich die Piazza Santo Stefano und die Basilica Santo Stefano. Auch unser Ausflug (zu Fuß!) zu Santuario della Madonna di San Luca hat sich gelohnt. Ansonsten: einfach treiben lassen!
Hast du auch einen Geheimtipp für Städtereisen? Verrätst du ihn?
Mein liebster Italien-Look:
Rock: Bonprix (ich trage Größe 46)
Shirt: Bonprix (dito!)
Gürtel: nicht mehr erhältlich, leider. Bei Boden haben ich eine Alternative gefunden.
Tasche: AlexMax (in Italien gekauft)
Sneaker: Paul Green
Mehr Mode gibt’s hier, samt weiterer Reiselooks: für Paris und für Italien! Ich freue mich, wenn du vorbeischaust!







