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Texterella persönlich.

„Sei selbst die Veränderung, die du sehen möchtest.“ Mein Leitspruch für ökologisches Handeln. 

Uns allen stecken vermutlich die Bilder von letzter Woche noch in den Knochen. Bilder von verwüsteten Städten und Landschaften. Von nie gekannter Naturgewalt, die alles mit sich reißt, was sich ihr in den Weg stellt. Niemand wird wohl noch bestreiten, dass der Klimawandel da ist. Und zwar nicht irgendwo in irgendwelchen Entwicklungsländern, sondern direkt hier – vor unserer Haustür. Vor deiner und vor meiner. 

Am liebsten möchte man wahrscheinlich die Augen verschließen und einfach weiterleben wie bisher. Nützt ja sowieso alles nichts (mehr). Die kleinen Schritte, die jeder von uns gehen kann – reichen die? Ich weiß es nicht. Aber, was ich weiß, ist: Jeder Schritt setzt ein Zeichen. Gerade auch gegenüber der Politik, die immer noch fossile Energie fördert. Ich bin immer noch und immer wieder sprachlos, wenn ich daran denke, dass 2020 ein neues Kohlekraftwerk seinen Betrieb aufgenommen hat. Hier in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen. Dabei macht fossile Energie, vor allem Kohle, den Hauptteil der CO2-Emissionen aus. Nicht das Fliegen, nicht Auto fahren, nicht Klamotten kaufen. Sondern fossile Energie.

Ich will nun aber auch nicht so tun, als hätte das alles gar nichts mit mir zu tun. Wobei Mode- und Lifestyle-Bloggerinnen, die über Nachhaltigkeit schreiben, ja gerne ein wenig belächelt werden. Weil wir ja diejenigen sind, die den Konsum mit anheizen. Und ja, zum Teil stimmt das auch und ich will mich nicht ausnehmen. Nein, im Gegenteil: Ich will mich meiner Verantwortung als Influencerin stellen. Und deshalb geht es heute darum, wie ich das Thema Nachhaltigkeit – als Bloggerin und als Privatperson – lebe. Und ja, es sind nur kleine Schritte. Vieles ist dir vermutlich bekannt, manches setzt du vielleicht auch in deinem Leben bereits um. Aber vielleicht ist auch etwas dabei, mit dem ich dich inspirieren kann. Oder du mich? Schreib mir deine Anregungen einfach in die Kommentare.

Mode und Kleidung:

Als ich 2009 auf Texterella zu bloggen begann, war Umwelt- und Klimaschutz natürlich auch schon ein Thema. Dennoch: Wir konnten damals aus dem Vollen schöpfen und scherten uns um die Ökobilanz herzlich wenig. Das hat sich in den letzten Jahren deutlich geändert. Immer mehr Modebloggerinnen achten darauf, mit wem sie kooperieren und welche Labels sie promoten Das gilt auch für mich. Trotzdem gibt es auch bei Texterella ab und an Klamotten von H&M. Schlichtweg, weil ich auch Leserinnen bedienen möchte, die weniger Geld für Kleidung ausgeben möchten.

Was ich konkret tue:

  • Bei Kooperationen bin ich wählerisch. Fast-Fashion-Marken sind per se ausgeschlossen. Ich würde mich liebend gerne auf Öko-Labels konzentrieren – aber leider gibt es im Plussize-Segment kaum welche, und die wenigen entsprechen nicht immer meinem Stil und Geschmack. Ich hoffe, dass sich das bald ändert. 
  • Wenn ich etwas Spezielles suche, schaue ich IMMER zuerst auf Second-Hand-Plattformen. Meine Anlaufstellen findest du hier in diesem Beitrag von 2014. Bei Taschen und Schuhen funktioniert das gut, bei Kleidung ist es zugegebenermaßen schwierig. Schöne und hochwertige (!) Mode in größeren Größen gebraucht zu finden, ist eher schwierig.
  • Kleidung, die ich nicht mehr trage, gebe ich weiter: Ich verkaufe sie bei Mädchenflohmarkt, verschenke sie an Freundinnen (Tauschpartys sind dafür eine tolle Sache!) oder gebe sie der Nachbarschaftshilfe.
  • Kaputte Kleidung, Schuhe oder Taschen werfe ich nicht weg, sondern lasse sie reparieren. Wenn etwas nicht mehr repariert werden kann (zum Beispiel Jeans, die zum x-ten Mal im Schritt mit Flicken gestopft wurden), lege ich Wert darauf, dass es sinnvoll weiterverwertet wird, sei es durch Upcycling oder auch soziale Einrichtungen, die darauf achten, was mit der Kleidung passiert.
  • Wenn ich im Internet bestelle (was ich immer noch zu häufig tue), konsultiere ich die Größentabellen der Stores, um Retouren zu vermeiden. Und: Ich arbeite daran, mir keine Auswahl an Modellen schicken zu lassen, sondern vorher genau zu überlegen, was ich will und was mir wirklich gefällt – um dann gezielt zu bestellen. Auch das reduziert die Menge an Rücksendungen deutlich. 
  • Überhaupt kaufe ich lieber Qualität statt Quantität. Lieber ein gutes, hochwertiges Teil, das ich über Jahre tragen kann, als drei billige, die die Saison nicht überleben.
  • Kleidung mit Pelz oder Feder kaufe und trage ich nicht (Altes und Geerbtes ausgenommen). Zu groß ist in der Regel das Tierleid, das damit verursacht wird. Auch Fake Fur vermeide ich, da er aus Kunststoff hergestellt wird und nicht biologisch abbaubar ist. Die gute Nachricht: Es geht ganz wunderbar auch ohne Pelz!  

Woran ich noch arbeite:

  • Noch mehr im eigenen Kleiderschrank „zu shoppen“ und noch weniger neu Gekauftes auf Texterella zeigen. Schließlich geht es in erster Linie um Inspiration – und nicht um KaufenKaufenKaufen. 

 

Reisen und Urlaub:

Ich reise gerne. Und ich bin auch der Meinung, dass diese Freude am Entdecken fremder Länder und Kulturen durchaus mit Umwelt- und Klimaschutz vereinbar ist. Dabei müssen wir uns aber wohl mit dem Gedanken anfreunden, dass wir nicht dreimal im Jahr in den Flieger steigen können, um irgendwo Sonne zu tanken, und dass wir lieber mit dem Zug als mit dem Auto in den Urlaub fahren sollten. Ja, ich denke, wir werden sehr viel überlegter reisen müssen, wenn wir unsere Welt schonen wollen.

Was ich konkret tue: 

  • Bis vor einigen Jahren bin ich ganz selbstverständlich von München aus in andere deutsche Städte – Berlin, Hamburg, Köln – geflogen. Heute erscheint es mir geradezu grotesk, dass ich für eine relativ kurze Strecke und einen sehr kleinen Zeitgewinn die Umwelt belastet habe. Mittlerweile fahre ich grundsätzlich mit dem Zug. Dauert ein bisschen länger, ist aber deutlich komfortabler – die Horrorgeschichten über die Bahn habe ich so noch nie erlebt. Und selbst wenn: Auch meine Flüge waren oft verspätet oder wurden kurzfristig annulliert. Nur dass das offenbar niemanden so großartig störte. 
  • Ins europäische Ausland fahre ich ebenfalls mit dem Zug. Und ich liebe es! Heute geht es, gemeinsam mit meiner Fotografin Martina, zum Beispiel nach Paris – von München aus in nicht mal sechs Stunden. Viele europäische Hauptstädte sind sehr viel schneller und günstiger erreichbar als man das vermuten würde. Und das Schöne ist: Man sieht mit dem Zug so viel mehr vom Land! Plus: Die Hauptbahnhöfe sind in der Regel zentral in der Stadt gelegen, während man von Flughäfen in der Peripherie erst eine Transfermöglichkeit finden muss. 
  • Überhaupt: Warum eigentlich unbedingt in die Ferne schweifen? Deutschland hat so viele schöne Landschaften und Ecken zu bieten – wie uns Corona gezeigt hat. Warum nicht erstmal die entdecken, bevor man sich in den Flieger setzt? 
  • Ich will aber nicht lügen: Bestimmt wird es auch für mich irgendwann wieder eine Flugreise geben. Zu gerne möchte ich Neuseeland kennenlernen, Südafrika oder auch den Nordwesten der USA. Für solche Trips kann man die CO2-Emissionen ausgleichen, indem man sie durch Klimaschutzprojekte kompensiert. Das kann man oft direkt beim Kauf eines Flugtickets erledigen oder via Atmosfair. (Atmosfair hat den Vorteil, dass man die Kompensation als Spende von der Steuer absetzen kann. Wenn du über die Airline ausgleichst, setzt es die Fluggesellschaft als Spende ab.) 
  • Was ich für mich ausgeschlossen habe: auf Kreuzfahrt zu gehen, für eine Partynacht nach Mallorca oder ein Shopping-Weekend nach New York zu fliegen o. Ä. Das brauche ich nicht (und finde solche Reisen im Übrigen auch völlig aus der Zeit gefallen).  

Woran ich noch arbeite:

  • Meinen Urlaub häufiger in der Natur zu verbringen – gänzlich ohne CO2-Ausstoß. Radwandern würde ich gerne mal ausprobieren. (Traue mich aber nicht so recht – reicht meine Fitness dafür aus?)  

Gute Tipps rund um „grüner reisen“ habe ich beim Blog Livelifegreen gefunden. Alex schreibt überhaupt ein tolles Blog mit vielen spannenden und praxisnahen Themen und Empfehlungen für ein ökologisch verträgliches Leben. 

Essen und Trinken: 

Vor einigen Jahren habe ich auf Texterella ein Buch vorgestellt, dessen Leitgedanke mich bis heute begleitet: „Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte“. Auch wenn es in diesem Buch nicht direkt um Umwelt- und Klimaschutz geht, so ist es doch so: Je unraffinierter und weniger verarbeitet die Lebensmittel sind, die wir einkaufen und essen, desto besser ist es nicht nur für unsere Gesundheit, sondern oft auch für die Umwelt. 

Was ich konkret tue:

  • Ich kaufe bevorzugt regionale und saisonale Lebensmittel ein und verzichte komplett auf Bio-Erdbeeren aus Neuseeland oder Bio-Trauben aus Südafrika. Obst/Gemüse (wie Avocados) mit besonders hohem Wasserbedarf und aus Monokulturen versuche ich, ebenfalls zu vermeiden und kaufe sie nur sehr selten ein. 
  • Meine Lebensmittel beziehe ich überwiegend von der Ökokiste hier vor Ort, denn da kann ich sicher sein, dass kein „Greenwashing“ betrieben wird und auch wirklich „öko“ drin ist, wo öko draufsteht. Auch auf Wochenmärkten lässt es sich gut und nachhaltig einkaufen, bei Supermärkten muss man hingegen genauer hinschauen und auf die Öko-Siegel achten. Siegel, denen ich vertraue sind: Naturland und Demeter – und nicht die, die sich irgendwelche Supermarktketten selbst gebastelt haben.
  • Muss ich im Supermarkt zwischen einer Bio-Paprika in der Plastikverpackung oder einer herkömmlichen Paprika ohne Plastik wählen, entscheide ich mich für letztere. Überhaupt versuche ich, möglichst „verpackungsarm“ zu kaufen und bevorzuge Produkte in recycelbarer Umverpackung. 
  • Ich koche sehr gerne und mittags immer frisch. Unsere Ernährung ist mittlerweile fast fleischfrei und oft auch vegan. Das klingt nach Verzicht, ist es aber gar nicht. Selbst meine Männer mögen diese Kost. Die Fleischindustrie ist, das weiß man mittlerweile, einer der größten Klima- und Umweltsünder überhaupt. Auch Fisch essen wir kaum noch, und wenn, dann höchstens von kleinen Fischern hier aus der Gegend. Hochraffinierte Fleischersatzprodukte vermeide ich – von Soja-Hack mal abgesehen.

Woran ich noch arbeite:

  • An einem wöchentlichen Essensplan, damit ich genau weiß, was ich einkaufen muss und nichts mehr verdirbt. Auch das ist Ressourcenschonung und Umweltschutz. 

Insgesamt ist die Thematik allerdings schwierig und komplex. So kann ein eingeflogener Apfel aus Chile durchaus eine bessere Ökobilanz haben als eine monatelang gelagerte Bodensee-Frucht. Ich habe mich damit abgefunden, dass mein Handeln nie perfekt sein wird – ich tue einfach mein persönlich Bestes. Mehr gute Infos habe ich für dich übrigens beim Naturschutzbund Deutschland gefunden: Der Einfluss der Ernährung auf das Klima.

Ach, es gäbe noch so viele weitere Themen, die wichtig wären, hier aber einfach den Rahmen sprengen würden. Der Beitrag ist sowieso schon einer der längsten, die ich auf Texterella je veröffentlicht habe. (Ist überhaupt noch jemand da? Hat jemand bis hierher gelesen?) Mobilität, Energie, Wohnen (können wir uns bitte vom englischen Rasen verabschieden und Blumenwiesen anpflanzen? Kleine Blumenwieseninseln gehen übrigens in jedem Garten und sehen so bezaubernd aus!) – es gibt so viel, woran wir arbeiten könnten. Nein: müssten! Ich schrieb es bereits vorher: Von dem Gedanken alles richtig zu machen, habe ich mich schon lange verabschiedet: Ich tue mein Bestes, im Wissen, dass es nicht perfekt ist und auch niemals sein wird. Davon möchte ich mich aber nicht bremsen lassen. Denn: Getan ist besser als perfekt. Vor allen Dingen muss alles für mich auch gangbar und umsetzbar sein, damit es überhaupt funktionieren kann.

Mein politisches Engagement: 

Ich bin schon seit vielen Jahren Greenpeace-Fördermitglied und seit Anfang 2020 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Nach den verheerenden Waldbränden in Australien musste ich diesen – ersten – Schritt einfach tun. 

Fakt ist: Die Partei der Grünen ist die einzige, die den Weg zu mehr Klimaschutz WIRKLICH gehen will. Und den müssen wir einschlagen, wenn unsere Erde nicht in Schutt und Asche enden soll. Wirtschaft ist wichtig, ja, stimmt. Das sehen die Grünen übrigens genauso. Aber was nützt das ganze Bruttosozialprodukt, wenn unser Planet ausgelaugt und kaputt ist? Wenn uns die Luft zum Atmen fehlt und das Wasser zum Trinken? In so einer Welt möchte ich nicht leben! Vielmehr will ich dafür sorgen, dass auch meine Kinder und Enkelkinder ein gutes Leben auf unserem doch so wunderschönen Planeten haben können. 

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Fotos: Martina Klein Fotografie, Berlin

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Mein Buch über Mode, Stil und das Leben 50plus: Die beste Zeit für guten Stil. Fashion for women. Not girls. Der erste Stilguide ohne Stilregeln, dafür mit vielen Anregungen zu mehr Nachhaltigkeit. Kein Ratgeber – ein Mutmacher! Ist übrigens auch ein hübsches Geschenk!

Ein Exemplar mit persönlicher Widmung kannst du direkt bei mir bestellen

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Auf Texterella dreht sich alles um Frauen ab 45/50 - um Frauen in ihren besten Jahren! Meine Themen sind Stil, Hautpflege, Reisen und Kultur, gutes Essen, kurz: Inspiration für ein schönes, erfülltes und zufriedenes Leben! Vielleicht magst du mein Blog abonnieren, dann verpasst du keinen Beitrag mehr! Geht ganz schnell: Mail-Adresse eintragen, absenden und – ganz wichtig!! – den Link in der Bestätigungsmail, die dir im Anschluss zugestellt wird, anklicken. Manchmal versteckt sich diese Mail im Spamfilter. Aber ohne Verifizierung, keine Texterella-Mail! :-) Dass ich mit deiner Adresse keinen Unfug betreibe, du dich auch jederzeit wieder abmelden kannst und dass dieser Service natürlich absolut kostenlos ist, muss ich sicher nicht extra dazusagen. Ich freue mich auf dich!

1315 7 Texterella persönlich., 50+ Lifestyle 25.07.2021   nachhaltigkeit, second hand, umweltschutz, vintage

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