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Drei Prozent des weltweiten Tomatensaftabsatzes werden auf Flügen verkonsumiert, sagt die Statistik. Auf einem Langstreckenflug mit 160 Passagieren wird eine ganze Palette Tomatensaft auf 10.000 Meter Höhe ausgeschenkt, mit Salz und Pfeffer verrührt und genussvoll getrunken – während wir mit dem Saft daheim bestenfalls die Sauce Bolognese strecken. Und das alles nur, weil unsere Geschmacksnerven den Kabinenunterdruck über den Wolken nicht vertragen und die kalte Tomatenplörre plötzlich mit einem Grand Cru verwechseln.


Warum wird im Flugzeug eigentlich so viel Tomatensaft getrunken? Meine Lifestyle-Kolumne in der Welt kompakt sucht antworten.

Warum wird auf Flügen eigentlich so viel Tomatensaft getrunken?


Hätten sich unsere Geschmacksknospen in ihrem Höhenwahn nicht auf etwas anderes kaprizieren können? Wie wäre es mit Ingwertee, wenn die Nerven nach mehr Würze verlangen? Der verhielte sich bei Turbulenzen praktischerweise auch noch farbneutral und hinterließe auf dem Nachbarn keine Flecken. Oder wenn es schon eine Konserve sein muss: warum dann nicht Dosen-Prosecco? Den würden wir am Boden ja auch niemals freiwillig trinken. Zumindest aber könnten die Airlines den Tomatensaft als Bloody Mary ausschenken, das hätte wenigstens Stil.

Auf meinem letzten Flug nach New York habe ich eine eigene Tomatensaftstatistik erhoben: Meine Nachbarin – und damit ganze 50 Prozent aller Passagiere in meiner Sitzreihe – orderte bei der Stewardess einen Tomatensaft. Vielleicht ja, weil er satter macht als andere Säfte?! Das ließe ich angesichts der mauen Bord-Verköstigung sogar als Entschuldigung gelten! Apropos: Vielleicht könnten die Fluggesellschaften ja vom faden Dauercracker auf schmackhafte Mozzarella-Basilikum-Spießchen zum Tomatensaft umstellen. Dann würde vielleicht sogar ich zugreifen.

Auf der Internationalen Raumstation ISS ist übrigens gerade eine frische Ladung Lebensmittel eingetroffen. Ich möchte lieber nicht wissen, wie viel Tomatensaft angeliefert wurde – bei dem Unterdruck, der dort oben herrscht.

(Die Kolumne erschien heute in der Print- und in der Online-Ausgabe der WELT KOMPAKT.)

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 17. April 2015, 12:43 Uhr
Kommentare: 5 | Aufrufe: 2545 | Kategorie: Lifestyle, Reisen, Meinungen, Modekolumne, | Tags: tomatensaftreisenmodekolumnekolumneflugzeug
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Kommentare

  • Ich empfehle für weitere New York Flüge die Business-Class. Da gibt es Champagner bis zum Abwinken und der schmeckt auch über den Wolken ;-)

    Lieben Gruß
    Petra

    Petra
    am Mittwoch, 22. April 2015 um 18:15 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich mag Tomaten- oder Gemüsesaft sehr gerne und habe immer eine Flasche im Büro-Kühlschrank, aber im Flugzeug mag ich ihn gar nicht. Als BloodyMary schmeckt er natürlich viel besser, da sollten die Fluggesellschaften wirklich mal drüber nachdenken ;-) Toller Text und eine schöne Woche noch,

    Liebe Grüße,

    Nina von 30rockt!!!

    Nina von 30rockt!!!
    am Mittwoch, 22. April 2015 um 13:26 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Hm, sicher denken viele, da oben in Luft braucht man eine extra Portion Vitamine. Ich bevorzuge Tomatensaft eher mal in einer Bloody Mary :)

    Cla von Glam up your Lifestyle
    am Freitag, 17. April 2015 um 21:45 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Hallo Susi,
    mein Mann trinkt im Flugzeug auch immer Tomatensaft. Mit beiden Beinen auf der Erde mag er ihn dann nicht. Ich mag die Plörre, Kabinendruck hin oder her, tatsächlich nur in Tomatensosse.
    LG und schönes Wochenende
    Karin

    Karin Austmeyer
    am Freitag, 17. April 2015 um 20:19 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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