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Es gibt Menschen, die träumen ein Leben lang davon, sich einen Wunsch zu erfüllen, noch mal ganz was neues, anderes anzufangen. Etwas zu wagen. Und es gibt Menschen, die tun das dann auch. Sabine Wittig ist so jemand.

Sabines und mein Lebenslauf haben sehr viele Parallelen. Wie ich ist sie Texterin. Auch altersmäßig sind wir nur ein paar Wochen auseinander. Wir haben beide BWL studiert, waren angestellt, bevor wir uns für die Selbstständigkeit entschieden haben. Beide waren wir im selben Netzwerk engagiert.

Und dann erfuhr ich, dass sich Sabine neben ihrer Texterei noch einen lebenslangen Herzenswunsch erfüllt hat. WOW! Einen Shop für die schönen Dinge des Lebens bzw. des Wohnens: La Mesa. Hier verkauft sie seit 2005 - neben ihrer Texterei -  Wohnaccessoires und andere wunderschöne Kleinigkeiten für Haus und Heim, auf azurweiss.de bloggt sie zugleich über Interior, Decoration und was Leben und Wohnen sonst noch schön(er) und angenehm(er) machen. Sehr inspirierend - und dabei so unaufgeregt normal. Hier habe ich sie zu ihrem „anderen Ich” übrigens schon mal interviewt.

Auch heute erzählt sie von den schönen Dingen - aber diesmal geht es um Mode und Schönheit ...


Sabine Wittig, 47.


Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Ich finde es spannend, Trends kommen und gehen zu sehen. Nicht nur, aber auch in der Mode. Seit ich meinen Online-Shop habe, informiere ich mich sogar richtig intensiv über das, was sich auf den Laufstegen der Welt so tut, denn Farben, Muster und Texturen aus der Modewelt sind ein paar Monate später oft auch in Sachen Einrichten und Dekorieren angesagt.



Föhnfrisur und Strassohrringe (1985).

Als Teenager habe ich viel mehr (aber viel billigere) Kleidung gekauft als heute und fast jeden Trend mitgemacht. Da gab es z. B. eine mit vielen Goldfäden durchwirkte Karottenjeans, die ich von einer Schülersprachreise aus London mitgebracht hatte. Während des Studiums wurde es dann etwas ruhiger in meinem Schrank. Modisch immer vorne mit dabei zu sein, war mir irgendwann nicht mehr so wichtig und mein Stil wurde unspektakulärer.



Dauergewellte Lockenpracht und güldenes Haarband (1991).


Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert – und warum?

Ich mag es schlicht und ohne Schnickschnack, trage meistens Kleider oder Röcke und liebe Stiefel. Im Gegensatz zu früher hängen in meinem Kleiderschrank heute kaum noch echte Trendteile. Die allermeisten Stücke sind dank guter Schnitte schön zeitlos und manches trage ich schon einige Jahre, ohne mich daran sattzusehen. Ich greife gerne zu raffiniert geschnittenen Oberteilen wie zum Beispiel von Rundholz oder European Culture. Die passen zur Jeans genauso gut wie zum klassischen Rock und machen das ganze Outfit besonders, ohne dabei zu trendy zu sein. Oft trage ich auch echte Klassiker wie weiße Blusen, schmale Kaschmirpullis und schlichte schwarze Röcke. Wichtig ist, dass die Sachen gut sitzen, dann sieht man darin auch nach Jahren nicht unmodisch aus.

Auf meine farbenfrohe Phase in den 80er Jahren folgten gut 25 mehr oder weniger neutrale Jahre mit ganz viel schwarz, weiß, beige und braun. In der letzten Zeit wurde ich – vielleicht durch die intensivere Beschäftigung mit dem Thema Mode – wieder mutiger und mein Kleiderschrankinhalt wieder bunter. Ich hab‘ mir sogar eine rote Cordjeans und einen pinkfarbenen Pulli zugelegt. 



Lässig in oversized Leinen (1997).

Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Richtige, dauerhafte Vorbilder habe oder hatte ich nicht. Aber als Teenager fand ich eine Zeitlang Farrah Fawcett aus der Serie Drei Engel für Charlie ganz toll und der Lockenstab wurde zum täglich genutzten Accessoire. Außerdem mag ich bis heute den Stil von Jackie Kennedy. Vielleicht kommt daher meine Vorliebe für klare Linien. 


Hast oder hattest du ein Lieblingskleidungsstück? Wenn ja, welches? Und warum?

Das wechselt von Zeit zu Zeit. Vergangenen Sommer waren Jeans, weiße Blusen und apfelgrüne oder korallfarbene Sandalen meine Lieblinge. Im Moment bin ich verliebt in ein schwarzes kurzärmeliges Jerseykleid mit engem Oberteil, hoher Taille und weitem, knielangem Rock. Dieses Kleid ist nicht nur wahnsinnig bequem – es passt zu jeder Gelegenheit und lässt sich perfekt mit Stiefeln und kurzen Strickjäckchen kombinieren.


Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Am liebsten würde ich jetzt gerne antworten, dass ich meine Fältchen eigentlich ganz gern mag und ich meine Figur zwar nicht ideal, aber trotzdem ganz okay finde. Aber das stimmt natürlich nicht. Trotzdem: Ich bin gnädiger mit mir geworden und damit entspannter, was das Aussehen angeht. Früher wusste ich z. B. schon Wochen vor einer Party ganz genau, was ich anziehen würde oder hab‘ mir extra was dafür gekauft. Heute entscheide ich die Kleiderfrage meist erst kurz vor Verlassen des Hauses. 


Schwarz – für etliche Jahre die meistgetragene Farbe (2001).


Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Mit Wasser und Seife allein würde ich nicht klar kommen. Aber ich brauche auch nicht für jeden Quadratzentimeter Haut eine andere Creme. Ich benutze schon seit vielen Jahren ausschließlich Naturkosmetik. Dabei fühle ich mich gut – und darauf kommt’s an. Bei herkömmlicher Kosmetik hätte ich aufgrund der vielen Zusatzstoffe immer das Gefühl, meiner Haut mehr zu schaden als ihr zu nützen. 


Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Welche drei (Kosmetik-)Produkte kaufst du sofort?

Ich würde die nächste Apotheke aufsuchen und mir neben einer Zahncreme die Rosengesichtscreme von Dr. Hauschka und die Granatapfelpflegelotion von Weleda kaufen. Beide Produkte sind perfekt für mich – sie haben eine ideale Konsistenz, duften fein und meine Haut fühlt sich richtig schön zart und weich an.


1999 waren die Haare vorübergehend rot statt blond.


Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ganz allgemein: Humor, ausreichend Schlaf, Gartenarbeit (als Gymnastikersatz und für einen frischen Teint), gesunde Ernährung und Zufriedenheit. Dinge tun, die gut für den Körper UND für die Seele sind. Und im Besonderen: heiß/kalt duschen und danach das Gesicht mit der Lieblingscreme und den Körper mit duftendem Öl oder einer reichhaltigen Lotion verwöhnen. 
 

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und sich nicht über Kleinigkeiten ärgern, die sich sowieso nicht (mehr) ändern lassen. Im Hier und Jetzt leben und schöne Momente – z. B. den herrlichen Sonnenaufgang, die Tasse Kaffee, den Plausch mit der Freundin – ganz bewusst genießen. Hört sich platt an, macht aber glücklicher! 

Danke fürs Dabei sein, liebe Sabine! Dein Kärtchen „Let there be cake” hat mich übrigens sehr lange begleitet - der Spruch ziert sogar mein iPad! :-)

***
Mehr spannende Interview mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick!

 
Susanne Ackstaller, Montag, 20. Januar 2014, 08:00 Uhr
Kommentare: 9 | Aufrufe: 9278 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: texterinschönheitsabine wittigmontagsinterviewmodeinterviewfrauen ab 40anti-agingälter werden
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Kommentare

  • Hallo, ein schönes Interview. Sabine, ich sehe du hast Dich für sehr unterschiedliche Fotos entschieden. Ich denke gern an unsere zu kurzen Gespräche in Münster. Und der Interviewerin danke ich. Ich warte immer darauf neue Beiträge auf Deiner Seite zu lesen. Bis zum nächsten Mal, kerstin

    Kerstin
    am Mittwoch, 22. Januar 2014 um 10:25 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • ... habe am wochenende diese schöne interviewreihe entdeckt - und mich glatt festgelesen. schön, jetzt sabine hier zu sehen. eine tolle frau!

    danke euch beiden für viele kluge gedanken :)

    nina
    am Dienstag, 21. Januar 2014 um 12:17 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ihr Lieben - tausend Dank für eure feinen Kommentare, ihr seid so wunderbar!!!

    Sabine
    am Dienstag, 21. Januar 2014 um 10:26 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Schönes Interview! Danke Susanne für die Fragen und danke an Sabine für ein bisschen „Näher-Kennenlernen- Dürfen”
    Und herrlich, die alten Fotos!
    Liebe Grüße, Sandy

    Sandy @Confiture de Vivre
    am Dienstag, 21. Januar 2014 um 09:19 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Eine faszinierende und gut aussehende Frau! Tolles Interview und tolle Bilder!!

    Igor
    am Montag, 20. Januar 2014 um 22:41 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Schöne Grüße an Azurweiss. Lustig, dass sich unsere Wege immer wieder kreuzen, sei es bei Blogst oder Hive oder in Amsterdam.
    Und noch 2 Parallelen habe ich entdeckt: Die Weleda Lotion und Hauschka Creme :-)

    Schönes Interview! Alles Gute und gerne bis bald mal wieder…

    Farbenfreundin
    am Montag, 20. Januar 2014 um 16:37 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Wundervolle Fotos von der wundervollen Sabine :)
    Liebe Grüße von Inga

    glomerylane
    am Montag, 20. Januar 2014 um 13:54 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ach wie wunderbar…und die alten Fotos…herrlich…die gleichen Modesünden…wunderbar…hach…großartige Serie…wieso kannte ich die noch nicht? Tse…ganz liebe Grüße an Euch zwei

    Stephanie
    am Montag, 20. Januar 2014 um 11:59 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne, liebe Sabine,
    dieses Interview macht mir viel Freude. Sabines Mantra macht sie gleich noch sympathischer (es bedurfte allerdings auch vorher keiner Steigerung).
    Und die Fotos sind solch eindrucksvolle Zeitzeugen, gefallen mir sehr.
    Beste Grüße an Euch.
    Nina

    Nina
    am Montag, 20. Januar 2014 um 10:22 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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