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Und dann war da auch noch dieses Buch hier: Taschen 365, Day-by-Day, New York*. (Ich finde ja, der Taschen Verlag gehört eigentlich verboten.)

Aber um New York soll es in diesem Posting nicht gehen. Sondern um Berlin. Und um den Berliner Stil. Denn darüber hat Angelika Taschen

(die lustigerweise gar nichts mit dem Taschen Verlag zu tun hat!)

einen eigenen Führer geschrieben. Und hier ist er nun: Der Berliner Stil*. Auf meinem Küchentisch!


Hach - vorbei die Zeiten, als ich von Mitte bis Neukölln, von Prenzlauer Berg bis Charlottenburg als oberbayrisches Landei auf Stadtbesuch unterwegs war. Nun habe ich eine erstklassige Handlungsanleitung, was die Berlinerin trägt. Oder auf gar keinen Fall trägt. Und zwar bis zu den Fingerspitzen! French Manicure ist bei der Berlinerin nämlich absolut out. Und das kommt mir sehr entgegen, denn dieses aufwändige Lackieren für den unlackierten Look fand ich immer schon reichlich affig. Dafür steht die Berlinerin auf „Baffern”: das Hochglanzpolieren der Fingernägel! Und - oh Wunder - genauso eine Polierfeile besitze ich sogar. Und nutze sie auch, zumindest gelegentlich. Macht definitiv hübsche Nägel.

Aber mal von den Nägeln abgesehen: In „Der Berliner Stil” erfährt die Nicht-Berlinerin wirklich alles, was die Berlinerin trägt. Der totale Rundumschlag. Von der weißen Bluse (kein Stretch und auf gar keinen Fall die Bluse in die Hose stecken und womöglich noch einen Logo-Gürtel dazu! - Nein, die Berlinerin trägt weiße Blusen sehr lässig oversized, wie vom Lover geborgt!) über die richtige Jeans (keine starken Waschungen, keine tausend Nähte, keine bestickten Po-Taschen) bis hin zum Parka (kein Strass! Keine Nieten!). Mal davon abgesehen, dass ich keinen Parka habe: Ey, ich glaube, ich habe zumindest ein paar Liter Berliner Blut! :-)

Aber mit den Berliner Basics ist es noch nicht genug: Es geht weiter mit Taschen, Brillen, Schmuck, Schuhen (die Berlinerin trägt Isabel Marant und auf gar keinen Fall UGGs), Mützen, Schals. Plus einer genauen Anleitung, was zu welchen Events zu tragen ist: Vernissage, Shop-Eröffnung, Theater, Gym. Und zum Landausflug (Jeans-Shorts, T-Shirt, grüne (!!) Gummistiefel). Nichts erfahren wir allerdings zum Thema Unterwäsche - trägt die Berlinerin etwa keine?

Weil man das ja alles auch noch irgendwie erstehen muss, zumindest wenn man nicht die Berlinerin ist, gibt es selbstverständlich auch noch einen ausführlichen Shopping-Guide, sowohl für analoges als auch digitales Einkaufen. Und einen umfangreichen Teil zu den „Places to be”: Essen, trinken, wohnen. Genießen!

Am allermeisten liebe ich dieses Buch aber für diesen Satz zum (perfekt unperfekten) Berliner Chic: „Die Strumpfhose hat eine Laufmasche, der rote Nagellack blättert, der Kajal ist ein bisschen unter den Augen verschmiert, und die Schuhe könnten auch mal wieder geputzt werden. So ist es richtig!” Dreckige Schuhe als Stil-Empfehlung! Berlin, das kannst du von mir haben! Mit Kusshand! :-)

„Der Berliner Stil” - ein ganz und gar reizendes Buch, das Angelika Taschen ganz sicher mit einem sehr großen und sehr Berlin verliebten Augenzwinkern geschrieben hat. Und der erste Style-Guide, den ich nicht nur ins Regal stellen - und vergessen - werde. Denn ein kleiner Koffer steht für mich ja immer auch in Berlin (zumindest im Geiste).

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Susanne Ackstaller, Freitag, 13. September 2013, 20:32 Uhr
Kommentare: 4 | Aufrufe: 5990 | Kategorie: Lesen, Reisen, | Tags: stilführerstilnew yorkder berliner stilberlinangelika taschen
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Wie alles begann.
 

Kommentare

  • Der Titel „Berliner Stil” hat schon eine gewisse Sogkraft und so bin auch ich über dieses Buch gestolpert. War dann aber enttäuscht. Das Thema „Wie kleiden sich Berliner? Welche Codes gibt? Was ist wirklich besonders hier?” ist nicht in „Die Berlinerin trägt Overzized-Blusen und hat verwischte Mascara” zusammenzufassen. Das ist zu dürftig und auch eine etwas lieblose Betrachtungsweise. Berlin ist ein Konglomerat an höchst unterschiedlichen Biotopen, jeder Bezirk hat seinen eigenen – okay, nennen wir es – Stil. Es gibt den Prenzlberg-Stil, den Charlottenburg-Stil, den Neukölln-Stil, den Oberer-Kudamm-Stil, den Friedenau-Stil etc. pp. Für mich ein höchst spannendes Thema und ich freue mich täglich darüber, in dieser bunten Stadt zu leben und „Straßenkino” zu gucken.

    Nika
    am Samstag, 14. September 2013 um 12:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Das Schönste am „Berliner Stil” ist doch, dass es den eigentlich gar nicht gibt und man anziehen kann, was man will ...
    Und das ist auch gut so, denn mit Parka und Gummistiefeln kann ich seit der Kindheit nicht mehr dienen, die nicht ganz sauberen Schuhe kriege ich allerdings hin. ;)
    Allerdings hast du mich jetzt neugierig auf das Buch gemacht, und ich werde mal reinstöbern.

    Kerstin
    am Samstag, 14. September 2013 um 00:37 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Aaaah! Ich hatte irgendwo kurz ihre Vita durchgescrollt und nichts gefunden!

    Danke, Doris! :)

    Susi
    am Freitag, 13. September 2013 um 23:06 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Angelika Taschen ist die Ex-Frau des Taschen-Verlegers Benedikt Taschen. Ihren Namen (und eine 20-jährige Tätigkeit als Chefin…) hat sie also doch vom Taschen-Verlag.
    Lg, Doris

    Doris
    am Freitag, 13. September 2013 um 22:53 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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