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Alles ist möglich. Vom Träumen und Träume wahrmachen. (Eine wahre Geschichte mit Umwegen.)

Nach meinem Sohn im letzten Jahr hat seit Freitag nun auch Töchterlein ihr Abitur in der Tasche (und das mit wirklich hervorragenden Noten, wie ich mit großem Mutterstolz vermelden darf). Jetzt sind nun also zwei von drei Kindern fertig mit der Schule, blicken mit großen Augen in die Welt hinaus und sind gespannt darauf, was das Leben mit ihnen vor hat. Beziehungsweise sie mit ihrem Leben. Und ich stehe ein wenig melancholisch daneben: Wie schnell doch die Zeit vergeht!

Irgendwas mit Mode. Und Schreiben.

Ich kann mich nun gut erinnern, wie ich vor 33 Jahren selbst da stand, wo meine Kinder heute stehen: an der Schwelle zum Erwachsenenleben, bereit hinaus in die Welt zu ziehen und sie zu erobern. Journalistin wollte ich werden oder Modedesignerin oder zumindest „irgendwas“ mit Mode machen. Warum ich mich dann doch für das Brotstudium BWL entschied ... ich kann es gar nicht mehr so ganz genau sagen. Vielleicht hatte ich ein wenig Angst vor der eigenen Courage, diese – für mein damaliges Leben – recht exotischen Berufe zu ergreifen. Vielleicht hielt ich mich auch nicht für talentiert genug. Vielleicht war es auch mein Umfeld, das mich in eine etwas bodenständigere Ausbildung drängte. Vermutlich war es eine Mischung aus allen drei Gründen. 

Einige Jahre später hatte ich mein Diplom in der Tasche. Eine leidenschaftliche BWLerin war ich nicht geworden, aber meine Abschlussnoten waren gut, und so landete ich bei dem bayrischen Autobauer mit den vier Ringen – in der Unternehmens- und Finanzkommunikation. Dort wurde das Schreiben mein Beruf. Ich schrieb alles, querbet: Vorstandreden. Geschäfts- uns Aufsichtsratsberichte. Imagetexte. Produkttexte. PR und Pressetexte. Und noch einiges mehr. Es war eine gute und sehr strenge Schule. Dafür bin ich heute noch dankbar. Ich habe sehr viel gelernt. 

 

Dann kamen die Kinder – und die Erkenntnis, dass ich als Mutter wohl keine Karriere in der Autoindustrie machen würde. So machte ich mich selbstständig. Erst schrieb ich Texte für Wirtschaft und Werbung, irgendwann kam die Lust auf neue – beziehungsweise alte – Themen. Ich startete ein Blog rund um Mode und Lifestyle. Dann fragten die ersten Printmedien an, ab 2012 gehörte auch die WELT zu meinen Kunden. Als Kolumnistin schrieb ich für die WELT Kompakt regelmäßig Kurzweiliges über Mode und Lifestyle. Dann kam die DONNA, zuletzt the Curvy Magazine ... ich lasse mich überraschen, was die nächsten Monate und Jahre bringen werden.

Alles ist möglich.

Manchmal kann ich es selbst kaum fassen, wie sich der Kreis nach drei Jahrzehnten geschlossen hat. Dass ich heute das machen darf, wo von ich als junge Frau träumte. Ist es Zufall? Glück? Bestimmt auch das.. Aber ein Grund ist sicher, dass ich meine Träume, Hoffnungen und Wünsche nie vergessen und schon gar nicht ad acta gelegt und aufgeben habe.

„Alles ist möglich.“ schrieb mir eine liebe Freundin und Kollegin unter meinen Relaunch-Beitrag. Ja, das glaube ich auch. Selbst mit über 50 bin ich fest davon überzeugt „The best is yet to come!“ In jedem Alter können wir unser Leben gestalten, immer wieder neu erfinden und selbst in die Hand nehmen. Vor allen Dingen ist es nie zu spät, Träume wahr zu machen. Wobei die Betonung auf „machen“ liegt – denn träumen alleine reicht nur selten. Es wird keine gute Fee kommen und deine Träume Wirklichkeit werden lassen, während du (ich übertreibe jetzt mal) auf der Couch sitzt und Netflix guckst. Aufstehen, Chancen ergreifen, dranbleiben,  mutig sein, nach Niederlagen nicht liegenbleiben, sondern wieder hochrappeln – das ist mein Rezept, um Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Und: offen sein, auch für ganze andere Wege. Ja, auch für (scheinbare) Umwege. Wenn das Universum weiß, wo du hinwillst, macht es auch manchmal den Weg zum Ziel. Ich zumindest finde es ganz wunderbar, nicht ausschließlich 50plus-Bloggerin sein, sondern dass mein Alter Ego nach wie vor Finanz- und Wirtschaftstexte schreibt. Das Arbeit mit sehr sachlichen, faktenorientierten Inhalten erdet mich und gibt mir in dieser lifestyligen, oftmals luxusorientierten Bloggerwelt Bodenhaftung.

Ja, auch Kurven können ganz schön geradeaus sein – wenn man weiß, wo man hinwill. 

 

Outfit:

Bluse:  Transparente* (Leider nur noch noch in Blau, dafür aber reduziert.

Hose:  Riani*

Tasche:  Gabriele Frantzen

Ballerinas: Boden*

Sonnenbrille: Emilio Pucci 

*Affiliate-Links: Heißt: Wenn du über diesen Link einkaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Davon mache ich dann kleine Träume wahr, ein Eis zum Beispiel. Oder einen Latte M. im Straßencafé. 

Fotos: Simone Naumann, München

 

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