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Vom Einatmen und Ausatmen: Was der Sonnenuntergang mit meiner Arbeit zu tun hat.

Es ist abends, kurz vor acht. Der Arbeitstag liegt seit 15 Minuten hinter mir – nur einen Blogbeitrag will ich noch schreiben, diesen hier, aber das zählt ja nicht als Arbeit. (Höchstens manchmal.) Ich laufe los, Richtung Sonnenuntergang, der heute die Farbe meines Lieblings-Rosés hat. Der erste Bauer hat schon Heu gemacht und Blumen, es gibt Blumen! Ein paar Mücken sind auch schon unterwegs – aber was scheren mich Insekten, wenn die Luft nach Sommer riecht. Und da, ein Bambi ... nein, drei! Vom Einatmen und Ausatmen: Was der Sonnenuntergang mit meiner Arbeit zu tun hat.Ich gehe und ich höre Musik, auch wenn ich dadurch das Vogelgezwitschere verpasse. Aber ich liebe Musik, laut, und die Vögel, die höre ich schon beim Aufwachen, Frühstücken, Mittagessen und Abspülen. Da kann ich sie auch mal Ausblenden, zugunsten von First Aid Kid, Seinabo Sey und Xavier Darcy. Und Fisher-Z. Ich laufe die Hügel hoch und runter und ich merke, wie der Tag von mir abfällt. Wie ich ruhig werde, die Dinge sich zurechtrücken, wie alles, was mir noch vor einer Stunde Sorge und Blutdruck gemacht hat, relativiert wird. Durchs Gehen, durchs Ein- und Ausatmen. Ein. Aus. Ein. Aus. Ein. Darum geht es doch im Leben: das Atmen vor lauter Arbeiterei nicht zu vergessen. Die Luft zu riechen. Die Welt wahrzunehmen, nicht nur den Monitor. Rehe zu sehen, Blumen und das erste Heu. Achja, so leicht geschrieben, so schwer getan, ich weiß. Ich komme nach Hause und bin entspannt. Sicher, morgen früh gegen 8 nimmt meine Welt wieder Fahrt auf. Buchstaben, Zahlen, das Klingeln des Telefons. Hier und da und der ganze Rest. Aber abends, gegen 8, laufe ich wieder los. Hinein in den Sonnenuntergang.

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3 Kommentare

  • Jutta
    am Donnerstag, 25. Mai 2017 um 10:05 Uhr

    Ich genieße diese abendliche Stimmung auch jedes Mal sehr.
    Mein Tag ist laut und hektisch, dann schnell nach Hause und etwas kochen. Das Aufräumen der Küche räumt auch mich auf und ich bin anschließend etwas ruhiger.
    Dann Schuhe an und hinaus zu meiner abendlichen Runde. Keine Autos, nur Vogelgezwitscher, Insektensummen und viiiieeel Grün. Jetzt hat die Gemeinde am Wegrand so eine wundervoll geschwungene Bank montiert - es ist traumhaft.
    Wenn ich nach Hause komme bin ich ruhig und mein Kopf hat mit dem Berufsalltag abgeschlossen und ich kann mich schönen Dingen widmen.
    LG Jutta

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  • T.
    am Dienstag, 23. Mai 2017 um 11:58 Uhr

    Schön geschrieben!

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  • Heimatfinderin
    am Dienstag, 23. Mai 2017 um 11:00 Uhr

    Ein schöner Beitrag, diese Gedanken sind mir vertraut :-) Auch ich mag es, einfach mal loszulaufen und ich mag es, wenn die Vögel zwitschern…

    Und ich mag das Wort “Abspülen”

    Nein, es ist nicht die Spülmaschine einräumen, sondern Wasser über das Geschirr und das Besteck laufen zu lassen, Stück für Stück. Und es hat bei mir eine Ruhe eingeläutet… Vielleicht die Erinnerung an die Kindheit :-)

    Irgendwie ein wenig wunderlich, oder?

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