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Als ich Beate Finken vor ein paar Monaten zum ersten Mal traf, kannte ich sie eigentlich schon. Zumindest ihr Blog BeFifty, das sie gemeinsam mit den zwei anderen BeFifties Mischa und Vanessa betreibt. Und ihr Blog wiederum kannte ich, weil es eines der Ü50-Blogs ist, das mir ein „WOW!“ entlockt.

Aber von Anfang an: Beate ist wohl ein bisschen das, was man „Cosmopolit” nennt. Bis sie vor 16 Jahren in München heimisch wurde und dort eine Familie gründete, war sie viel unterwegs in der Welt, lebte in New York, Rom, Berlin und Frankfurt. Auch wenn sie mit zwei Kindern ruhiger geworden ist, reist sie bis heute leidenschaftlich gern um die Welt. Japan, Hongkong, Hawaii, Thailand, Indien, Mexiko waren einige der Ziele der letzten zwei Jahre, über viele ihrer Reisen berichtet sie auch auf BeFifty.

Cosmopolitin, Fashionista, Lifestyle-Bloggerin: Texterella spricht mit Beate Finken Christmann über Mode, Aussehen und das Leben.

Beate Finken, 50.


Bei BeFifty – und das hat mich WIRKLICH beeindruckt – ist übrigens alles selbst gemacht. Selbst in die CMS-Technik dahinter hat sich Beate als absoluter Blog-Newbie mit viel Elan eingearbeitet, von den Fotos und Texten ganz zu schweigen. Gegründet hat sie das Blog, weil sie den Jugendwahn in den Medien leid war: „Mischa, Vanessa und ich saßen beim Kaffee und blätterten durch Frauenmagazine. Wunderschöne Models, jedoch keine einzige in unserem Alter, mit unseren Themen. Uns fiel auf, dass alles für junge Frauen konzipiert war. Somit war die Idee geboren: konkrete Tipps für Frauen mit erfahrener Haut und veränderten Ansprüchen, modern und gut mit dem gewissen Etwas gekleidet.“

 

 

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Mehr Lässigkeit, weniger Perfektion. Weniger Quantität, dafür Qualität, mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit. Ich habe mit den Jahren gelernt, aus wenigen guten Stücken, viele verschiedene Looks zu kreieren und versuche meinen Kleiderschrank nicht bis zum Anschlag zu füllen, nicht jedem neuen modischen Stück nachzujagen, auch mal durchzuatmen und erst dann entscheiden, ob ich das wirklich brauche. 

In meinen Vierzigern habe ich mich noch mit figurformender Spanx-Wäsche und sehr hohen Absätzen gequält, das ist vorbei. Heute trage ich, worin ich mich wirklich wohl fühle. Allerdings ändert sich das häufig – je nach Gemütslage. An einem Tag mag ich die Baggy-Jeans mit Turn-Schuhe, am nächsten edle Materialien. Und dann gibt es Tage, an denen ich gerne Figur zeige, Kleider trage und mich weiblich fühlen möchte.

Cosmopolitin, Fashionista, Lifestyle-Bloggerin: Texterella spricht mit Beate Finken Christmann über Mode, Aussehen und das Leben.

2016.

Was ist für dich Stil? Und was ist dein Stil und wie hat er sich im Laufe deines Lebens verändert ? Hast du eine persönliche Stil-Ikone?

Stil ist für mich hervorragende Passform und sich selbst treu bleiben. Und natürlich: gepflegte Schuhe und gute Materialien.

Mein persönlicher Stil geht in drei ganz unterschiedliche Richtungen: Da ist einerseits der Casual-Look, etwa in der Kombination aus Jeans, Blazer, Jacken und Heels. Ebenso liebe ich sehr minimalistisch und reduzierten Stil. Manchmal muss es aber auch glamourös sein: „Glamrock“, den ich mit Basics mische.

Wenn ich zurückblicke, waren meinen Zwanzigern sehr geprägt von den Restriktionen des Berufslebens. Mein Einstieg war sehr konservativ. Nur grau, schwarz und dunkelblau waren als Farben erlaubt. Das hat sich nach einem Jobwechsel geändert. Weg von der klassischen Beratung, rein in die Werbung. Meine Dreißiger habe ich auf Spielplätzen, Fußballplätzen und Kinderzimmern verbracht. Da war nicht viel Platz und Energie für Mode. Eine GAP-Jeans, Turnschuhe und wasserdichte Kleidung waren die modischen Highlights meines 24/7-Mutter- Daseins.

Mein modisches Vorbild? Emmanuelle Alt, die Chefredakteurin der französischen Vogue! Ihren Kleiderschrank hätte ich gerne.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Mein absolutes Lieblingsstück: meine Highheels von Yves Saint Laurent. Schwarz/gold, Knöchelriemchen und einfach unfassbar schön!

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Aussehen und Schönheit sind und bleiben für mich wichtig. Dabei möchte ich mich jedoch nie mit jüngeren Frauen vergleichen, sondern in meiner „Altersklasse“ gut aussehen – und dazu gehören auch Falten. Mein gelebtes Leben soll sichtbar sein.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich liebe es neue Produkte auszuprobieren und glaube an moderne und intelligente Produkte. Entsprechend probiere ich dauernd neue Produkte, bürste, klopfe und „needle“ in meinem Badezimmer. Auch dekorative Kosmetik mag ich sehr, aber hier heißt es für mich: Weniger ist mehr.


1991.

Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

1. Hochdosierte Hyaluronsäure „HyaluronicPure“ von dermabeauty, weil Feuchtigkeit für meine „reiferere“ Haut einfach das A und O ist.
2. Die „Defence Crème“ von Environ, weil sie viele Antioxidantien wie Vitamin C und E beinhalten und ebenso Feuchtigkeit spendet.
3. Die „Aloe Vera Creme“ von Kleopatras Töchter. Eine Pflegelinie, die von meiner Frauenärztin mitentwickelt wurde. Natürlich geht es auch hier wieder um Feuchtigkeit. Sie gibt der Haut Geschmeidigkeit, Elastizität und Feuchtigkeit.

Würdest du dich für die Schönheit unters Messer legen? Oder Botox, Filler etc. nutzen?

Nein, bisher nicht und ich hoffe, ich bleibe bei meiner Einstellung. Ich wiederhole an dieser Stelle gerne den Satz meiner Freundin: „Das ist wie bei einer Altbauwohnung, bei der man nur ein Zimmer renoviert.“

Also: Kein Botox, keine Filler, nur konsequente Pflege und Respekt vor der Sonne.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Reinigen, Feuchtigkeit, viel Nährstoffe, gut zu mir selbst sein und alle sechs Wochen zur Kosmetikerin. Zudem verfolge seit 8 Jahren konsequent eine Pflegeprogramm, bei dem ich versuche auf die Inhaltsstoffe wie PEGs (synthetische Emulgatoren), Benzophenone (UV-Filter), Paraffinum (flüssiges Erdöl), Petrolatum (Vaseline, auch ein Erdölprodukt), Polyethylene (Kunststoffe), Parabene (Konservierungsmittel) zu verzichten. Die Haut ist unser größtes Organ. Unser wichtigster Schutz. Da gehören diese Inhaltsstoffe nicht hin. Das ist mir wichtig.



1982.

Was ist für dich die größte Herausforderung am Älterwerden? Und die schönste Überraschung?

Die größte Herausforderung: wenn ich mein Lesebrille nicht finde! Dass ich nicht mehr so gut sehe, stört mich mehr als Falten. Wer sich einmal im Hotelzimmer unter Zeitdruck statt mit Bodylotion mit dem Conditioner eingecremt hat, weiß wovon ich rede.

Die schönste Überraschung: der Wunsch unangepasste Ideen auszuleben, neues Terrain zu betreten und eine ganz unerwartete Lockerheit.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Do what you can’t.

Liebe Beate, danke fürs Dabei sein – und für dein Mantra! Ich liebe es!

***

Hier gibt es noch mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen über 40, 50, 60 und über 70.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 29. Mai 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 2763 | Kategorie: Frauen ab 40/50/60, | Tags: schönheitmontagsinterviewmodeinterviewfrauen ab 50beate finkenanti-aging
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Kommentare

  • Ich kenne Beate persönlich und erfahre hier trotzdem sehr interessante Details über sie! Vielen Dank für das sehr gelungene Interview einer wirklich tollen und sehr authentischen Frau. Und ihr Blog http://www.befifty.de ist wirklich eine Empfehlung wert.

    Annette Jarosch
    am Montag, 29. Mai 2017 um 08:55 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Eine tolle und interessant Frau! Ich leibe ihre Reiseberichte und bin schon auf ihren Pfaden gewandert. Lieben Dank für das tolle Interview!

    Geli Dreier
    am Montag, 29. Mai 2017 um 07:05 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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