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Kürzlich diskutierte ich mit einer Journalistin die spannende Frage, ob das Internet unsere Vorstellung von Schönheit oder sogar den Schönheitsbegriff generell verändert hat. Vorstellbar wäre das ja durchaus: Waren in den Medien bis vor wenigen Jahren in erster Linie die Reichen, Schönen und Prominenten präsent – so hat sich das mit dem Aufkommen von Lifestyle-Blogs, Instagram, Facebook und Konsorten radikal verändert. Heute finden sich in den Social-Media-Feeds neben den perfektionierten Kims, Ivankas und Caras auch Lieschen Müller und Sabine Schmidt. Und prägen unser Bild von Attraktivität und Schönheit.

Natürlich bin ich schön: Meine Gedanken zum Thema natürliche Schönheit im Internet.

Hat das Internet unsere Wahrnehmung von Schönheit reicher gemacht?

Hat also das Internet unsere Vorstellung von dem verändert, was wir als attraktiv beurteilen? Das Bild vielfältiger gemacht? Vielleicht sogar die „natürliche Schönheit” in den Fokus gerückt?

Jein.

Es stimmt schon: Schönheit ist heute nicht mehr nur weiß, schlank und jung. Sie ist bunter geworden: schwarz neben weiß, dick neben dünn, alt – oder zumindest älter – neben jung. Ja, das Internet hat unsere Wahrnehmung von Schönheit in gewisser Weise demokratisiert. Etwa durch tolle Initiativen wie BodyLove, die sich nachdrücklich dafür einsetzen, dass jeder Mensch unabhängig von Figur und Körperform Respekt und Toleranz verdient. Plussize-Instagramerinnen beweisen, dass Übergewicht und Attraktivität kein Widerspruch sind und Bloggerinnen jenseits der 40, 50 und noch darüber zeigen, dass Schönheit nicht Mitte 30 endet und dass wir auch in höherem Alter gut aussehen können. Ja, eigentlich alles Selbstverständlichkeiten – und doch ...

Schönheit im Netz: Vielfalt versus Photoshop.

Gleichzeitig wird auch im Internet gephotoshoppt, was das Zeug hält. Das beginnt bereits bei jungen Frauen, die ihre Beine bis zur Unnatürlichkeit schlanker und länger machen (und damit große Begeisterung ernten!). Und endet bei den Älteren, die ihre Porträts mehr oder weniger gekonnt filtern oder weichzeichnen. Auch ich selbst präsentiere lieber meine Schokoladenseite: Bilder von der Seite – mit Bauchspeck – vermeide ich, ebenso Fotos mit Doppelkinn, nach vorne fallenden Hängebäckchen oder verkniffenen Mundwinkeln und Lippen. Bei aller Vielfalt beugen wir uns nach wie vor den Idealen, mit denen wir sozialisiert wurden und die wir seit so vielen Jahren von den Hochglanzmedien kennen.

Warum fällt es uns so schwer, uns frei davon zu machen?


Natürlich bin ich schön: Meine Gedanken zum Thema natürliche Schönheit im Internet.


Ja, warum?!

Ich kann natürlich nicht für alle sprechen. Nur für mich. In meinem Fall ist es in erster Linie eine Frage des Mutes und des Selbstbewusstseins – sich in einer Welt, die so von Äußerlichkeiten dominiert wird, genau so zu zeigen, wie man ist. Ohne Wimperntusche, Lippenstift und Foundation, ohne Retusche und Shapewear. Das zu wagen und darauf zu vertrauen, trotzdem akzeptiert, respektiert und nicht belacht zu werden – gerade auch als Lifestyle-Bloggerin – kostet einiges an Überwindung und Mut.

Natürlich bin ich schön: Meine Gedanken zum Thema natürliche Schönheit im Internet.

Ungeschminkt vor die Linse – ich habe mich getraut.

Aber sind nicht Ängste dazu da, überwunden zu werden? Ich meine, ja. Deshalb habe ich mich heute getraut und mich ungeschminkt vor die Kamera gestellt. Und nein, es ist mir nicht leicht gefallen, so ganz ohne Make-up, dafür mit Pickelchen am Kinn, Fältchen und Runzeln am Hals. Ich hab’s trotzdem getan. Um (hoffentlich!?) zu zeigen: Natürlich sind wir schön!


Fotos: Eva Ackstaller.

***

Meine Gedanken zum Thema Schönheit im Netz entstanden in bezahlter Kooperation mit Silicea. Es war mir eine Freude! Recht herzlichen Dank auch für die kreative Freiheit bei der Umsetzung des Themas.

Ein Interview mit mir zum Thema Schönheit und was sie mir bedeutet gibt es übrigens auf der Seite Schön von innen.

***

Auch meine Kolleginnen von den Lady.Bloggers haben über dieses Thema geschrieben:

Valèrie Müller von life40up: „Natürlich bin ich schön!“ Warum ich 40 Jahre für diese Erkenntnis brauchte.
Anja Frankenhäuser von Die Schminktante: Natürlich bin ich schön!
Stephanie Gruppe von Die Modeflüsterin: Sind Sie schön? Ja, aber natürlich!
Conny Doll von Conny Doll Lifestyle: Mein Drei-Punkte-Plan zur Schönheit von innen oder natürlich bin ich schön!
Claudia Steinlein von Glam up your Lifestyle: Natürlich schön – eine Frage der Ausstrahlung

 
Susanne Ackstaller, Samstag, 22. April 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 8 | Aufrufe: 4070 | Kategorie: Beauty, | Tags: schönheitnatürliche schönheitbeauty
Das könnte auch interessant sein:
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Kommentare

  • Liebe Susi,
    ...schöner Post. Ich bin immer sehr selbstkritisch mit meinen eigenen Bildern und habe viel zu mäkeln: die Haare, das Kinn, die Beine uswusf. Jetzt hier stelle ich fest, dass ich erst am Ende des Artikels (als ich es las), gemerkt habe, dass Du nicht geschminkt bist. Die Wirkung der Fotos - also Deine positive Lebensfreude-Ausstrahlung - die ist so wie auf Bildern mit knallroten Lippen. (Was ich trotzdem mag.)

    Danke für den Anschubser.

    LG Anja

    Anja
    am Dienstag, 25. April 2017 um 09:20 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Hallo Susi,

    ich schminke mich seit Jahren kaum noch. Lippenstift, Abdeckstift und Puder, fertig. Mit allem anderen fühle ich mich nicht mehr wie ich selbst.
    Es sei denn, es geht nicht anders. Aber in solchen Fällen steht mir ein Visagist zur Seite und macht mich „fein für Scheinwerfer” ;-)

    Genieß die neue Freiheit - Du siehst liebenswert aus!

    Silke Bicker
    am Montag, 24. April 2017 um 19:26 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susi,

    gerade ist mir aufgefallen, dass Dein Artikel in Kooperation mit Silicea entstand.
    Das ist ein lustiger Zufall. Silicea kenne ich aus der Zeit, als meine Mutter im Reformhaus tätig war. Mehr als einmal hat sie mir als Kind dieses ulkige Kieselsäuregel eingeflößt.

    Seit ein paar Monaten nehme ich freiwillig Silicea-Kapseln, um meinen Zinkspiegel zu erhöhen, meine Haut zu verbessern und irgendwann Make-Up einzusparen.

    Liebe Grüße
    Alice

    Alice Scheerer
    am Montag, 24. April 2017 um 14:35 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne,
    Du bist eine wunderschöne Frau, die Lebensfreude ausstrahlt. VG, Birgit

    Birgit
    am Sonntag, 23. April 2017 um 12:29 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich finde, Du siehst auch ungeschminkt toll aus, liebe Susi! Du strahlst so zufrieden und entspannt, dass es eine Freude ist die Bilder anzuschauen.
    Ich stelle mich auf meinem Blog und auch bei Instagram öfter mal ungeschminkt vor die Kamera und wundere mich über Kommentare wie „das finde ich aber mutig…” o.ä.
    Meine Güte…ist Perfektion im Internet ein MUSS?
    Ganz liebe Grüße
    Anja

    Schminktante
    am Sonntag, 23. April 2017 um 12:02 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Liebe Anja,

      das Internet ist nicht das Problem. Es ist nur wie ein Katalysator für alle Schwingungen und Tendenzen. Die Angst sich zu zeigen, ist das Problem fast jeden einzelnen.

      Der Wunsch schön zu sein, zu gefallen, ist unfassbar groß. Auch wenn jeder von uns es natürlich besser weiß und der anderen Frau, so wie jetzt Susi voller Zuneigung versichert, dass sie ganz wunderbar ist, so wie sie ist.

      Für sich selber gelten andere Regeln. You know what I mean;) ?

      Genau deshalb finde ich es ganz wundervoll, wenn sich Frauen wie du oder Susi oder jede andere Frauen zeigt. Jedes einzelne Bild, ist ein Impuls für andere Frauen, sich so zu zeigen, wie wir sind - mal mondän und mal pickelig, mal hübsch und mal verpennt.

      Liebe Grüße

      Caudia

      Claudia Münster
      am Sonntag, 23. April 2017 um 16:40 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

  • Gut, dass das Internet die Welt größer und globaler gemacht hat und damit auch unseren Blick in Sachen Schönheitsideal erweitert hat.

    Mein persönliche Sicht ist da eh sehr entspannt und ich gehe oft komplett ohne Styling vor die Türe - Lust & Liebe macht den schönsten Glow. Liegt vielleicht auch an meiner Jugendliebe zu Punk…
    Im Job ist Style dagegen für mich ein wichtiger Faktor und da bin ich konsequent. Kleider machen Leute, das ist in Stein gemeiselt.

    Farbenfreundin
    am Sonntag, 23. April 2017 um 10:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne,

    du bist schön - innen und außen. Mit deinem Schritt, der selbstverständlich sein sollte, aber unglaublich ist, bist du eine Inspiration.

    Denn was ist immer die Angst? Werde ich immer noch geliebt, wenn ich gesehen werde?

    Sich dieser Angst zu stellen und ihr einen Tritt zu geben, ist der richtige Weg.

    Und irgendwann schauen wir vielleicht ein nacktes Foto von uns an und sehen nicht die Pickeln, die Fältchen oder alles andere, was nicht konform ist . Und dann, meine Liebe geht die Reise und der Spaß erst richtig los.

    Danke.

    Claudia Münster
    am Sonntag, 23. April 2017 um 09:32 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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