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An spannenden Lebensläufen und Berufen ist in den Montagsinterviews wahrlich kein Mangel. Man könnte auch sagen: Ich bin einiges gewöhnt. Von Hochschullehrerin über Autorin von erotischen Romanen bis zur Back-Bloggerin war schon alles dabei. Also: fast alles. Denn mit Monika Thiede habe ich nun auch eine (wenn auch nur kurzzeitige) Detektivin zu Gast. Unglaublich!

Dabei wollte Monika eigentlich Innenarchitektin oder Designerin werden. „Tja, diese Pläne habe ich mir selber verbaut, als ich aus Trotz nach der 10. Klasse vom Gymnasium abging.“ Stattdessen lernte sie Rechtsanwalts- und Notargehilfin, arbeitete nach ihrer Ausbildung bei einer Bank und landete nach einer Weiterbildung zur Außenhandelsreferentin bei einer internationalen Spedition in der Seeschifffahrt. „Ich habe im Leben viel ausprobiert, war immer offen – bin es noch! Auch Risiken habe ich nie gescheut.“


Wer eine spannende Frau über 40 kennenlernen will, ist bei Monika Thiede richtig. Sie war schon mal Detektiv, liebt es zu lachen und kann sich in Schaumbädern nicht entspannen …

Monika Thiede, 46.


Nach dem ersten Kind entschied sich Monika dafür, erstmal „nur“ Mutter zu sein. Bis sie dann ein dreijähiges Fernstudium für kreatives Schreiben begann und vor drei Jahren ihr Blog Mo’Beads startete. Mo’Beads dreht sich um leckeres Essen, schönes Wohnen, spannende Orte – kurz gesagt: um das gute Leben. Dort verbindet Monika auch ihre zwei großen Leidenschaften: das Schreiben und die Food-Fotografie.

Ich freue mich, dass du heute hier im Montagsinterview bist, liebe Monika!

Wie würdest du deine Einstellung zur Mode beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Mode war mir mal mehr, mal weniger wichtig. Als Teenager probierte ich mich aus, bis ich mich in den Zwanzigern einigermaßen gefunden hatte. Mit 31 rückte die Mode mit dem Muttersein total in den Hintergrund. Da war mein Motto: Hauptsache bequem!

Erst seit kurzem beschäftige ich mich wieder intensiver mit meiner Garderobe. Versuche T-Shirts und weite Pullis zu reduzieren und mit schönen Blusen zu ergänzen. Die Jeans wird immer bleiben – jedoch gibt es auch da verschiedene Varianten, es muss nicht immer der Boyfried-Schnitt sein. Und Schuhe! Ich liebe die mit hohem Blockabsatz, weil sie strecken und gleichzeitig bequem sind. Aber auch die weniger komfortablen, dafür schöneren Kandidaten in meinem Schrank wollen wieder mehr zum Einsatz kommen! Kurz gesagt: Ich möchte mich häufiger aus meiner modischen Komfortzone hinausbewegen.


Wer eine spannende Frau über 40 kennenlernen will, ist bei Monika Thiede richtig. Sie war schon mal Detektiv, liebt es zu lachen und kann sich in Schaumbädern nicht entspannen …

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Was ist für dich Stil? Und was ist dein Stil? Welche Stilrichtung bevorzugst du? Hast du Vorbilder?

Stil ist für mich, wie jemand seine persönliche Leinwand gestaltet. Sein Inneres nach Außen trägt. Deshalb ist es Unsinn, den Stil eines anderen Menschen oder einer vermeintlichen „Stil“Ikone zu kopieren, denn jeder Mensch ist anders. Eine Kopie fällt immer negativ auf, weil sie nicht authentisch ist. Deshalb hatte ich modisch nie wirkliche Stil-Vorbilder.

Im Laufe meiner 46 Jahre hat sich einiges getan – manches ist aber auch geblieben. In den Achtzigern habe ich mich mit Dauerwelle und Schulterpolstern ausgetobt. In den 90ern kamen die eleganteren Outfits und im neuen Jahrtausend verwandelten sich diese in einen bequemen Jeans-Look. Eine Sache zieht sich allerdings wie ein roter Faden durch mein Leben: Ich stand schon immer auf Schwarz und natürliche, reduzierte Farben. Wenn es farbige Ausreißer gab oder gibt, dann in Richtung warmes Blau und Grün und dunkle Beeren-Töne.

Nie wirklich entscheiden konnte ich mich für eine bestimmte Haarlänge. Eine richtig lange Mähne hatte ich nie, denn es kam immer eine Phase der Veränderung dazwischen. Heißt: Ich schnitt die Haare ab und ließ sie sofort wieder schulterlang wachsen, nur um sie dann wieder abzuschneiden, obwohl ich mich mit längeren Haaren eigentlich am wohlsten fühle. Was dieses Hin und Her über meinen Charakter sagt ... lassen wir lieber unbeantwortet. ;-)

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Mein liebstes Kleidungsstück war schon immer und ist immer noch die Jeans. Weil sie bequem ist und sehr vielseitig einsetzbar. Jeans sind eines der wenigen Kleidungsstücke, die zu edlen Oberteilen oder Blusen mit BlinkBlink-Schmuck genauso getragen werden können wie zu Flanellhemd und weißem T-Shirt. Ob High Heels, Boots, Schneestiefel, Sandaletten oder Flip Flops … mit und zu der Jeans geht einfach alles!


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Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Mein Aussehen war mir schon immer sehr wichtig. Allerdings habe ich nie viel Zeit darauf verwendet. Ich hasse es, mich lange im Badezimmer aufhalten zu müssen, deshalb würde mich ein langes Bad niemals entspannen. Duschen, Eincremen, Schminken, Haare … FERTIG! Mehr als 30 Minuten machen mich flatterig – schließlich könnte ich in der Zeit mein Buch weiterlesen oder meinen Blogpost schreiben. Zu einer Feuchtigkeitsmaske muss ich mich regelrecht zwingen und dann mache ich daraus einen Klamauk auf Snapchat. Sonst würde ich vor Langeweile sterben.

Ich finde mich nicht wirklich schön … oder sagen wir: zumindest nicht immer. Als schön empfinde ich Menschen, die mit sich im Reinen sind und eine positive Einstellung auf das Leben ausstrahlen. Wenn ich ein Tief habe, finde ich mich nicht schön. Aber wenn ich in den Spiegel schaue und meine Augen wieder strahlen, dann denke ich: Hey, gar nicht schlecht!

Was das Älterwerden angeht: Das hat mir nie zu schaffen gemacht. Ich habe nie verstanden, warum andere sich vor der magischen 30 oder 40 fast in die Hosen gemacht haben. Ehrlich gesagt, dieses Theater ging mir immer ziemlich auf die Nerven. Ich habe auch erst spät mit der Gesichtspflege angefangen, so mit 30. Ab da merkt man, dass die Haut mehr Feuchtigkeit von außen braucht. Bis dahin war ich bei diesem Thema immer sehr entspannt. Meine Lachfalten liebe ich sehr. Und die Sorgenfalten ... nun ja, ein bisschen darf man ruhig sehen, dass ich fröhlich auf die 50 zugehe ;-).

Was mich eher stört: Früher war ich sehr schlank, nach der ersten Schwangerschaft sogar noch mehr. Nach der zweiten Geburt habe ich allerdings zugelegt und bin das Gewicht nicht wieder losgeworden. Das macht mir bis heute sehr zu schaffen. Die Nervennahrung ist schuld, nicht der Baby-Speck! Besonders nervt mich, dass ich nicht mehr alles anziehen kann, weil eine Speckrolle oder die fülligeren Arme stören. Diese kleinen Problemchen hatte ich früher nicht. Ich bin nicht wirklich dick, aber ab 40 macht sich jedes Kilo mehr beim Wohlbefinden bemerkbar – bei mir zumindest. Ich persönlich fühle mich einfach fitter, habe mehr Elan und bin somit auch „schöner“, wenn ich einige Kilos weniger habe. Ich denke, dass es auch für die Gesundheit spätestens ab 50 eine große Rolle spielen wird.

Bist du eher der Seife-Wasser-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Normale Seife nehme ich ungerne für das Gesicht, weil sie einfach zu sehr in den Augen brennt. Da greife ich gerne auf moderne Produkte zurück, besonders da die Haut mit jedem weiteren Jahr nach noch mehr Feuchtigkeit lechzt. Ein guter Make-up-Remover (ich verwende Take the day off von Clinique)  ist das Wichtigste! Dann eine Feuchtigkeitscreme und natürlich eine gute Augenpflege.


Wer eine spannende Frau kennenlernen will, ist bei Monika Thiede richtig. Sie war schon mal Detektiv, liebt es zu lachen und kann sich in Schaumbädern nicht entspannen …

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Du bist auf Reisen und hast deinen Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

1. Meine Feuchtigkeitspflege von Lavera
2. Ein leichter Puder von Kanebo SENSAI
3. Einen Lippenstift z.B. von M.A.C. Cosmetics

Würdest du dich für die Schönheit unters Messer legen? Oder Botox, Filler, etc. verwenden?

Was die Zukunft bringt, weiß ich natürlich nicht. Es kommt auf die Umstände an und deshalb kann ich diese Frage nicht eindeutig beantworten. Heute brauche ich das alles noch nicht, finde ich.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Nein, nicht wirklich. Wenn ich das hätte, würde ich „in einem Haus am See wohnen, wo Orangenbaumblättern auf dem Weg liegen.”* Lachen ist das einzige Schönheitsgeheimnis, das uns allen zur Verfügung steht. Ist also kein wirkliches Geheimnis, die meisten vergessen es nur leider. Wir sehen alle jünger aus, wenn wir viel lachen! Oder anders herum: Wenig lachen lässt uns viel schneller altern! Also: Lacht und seid albern und lasst euch die Freude nicht nehmen!

Was ist für dich die größte Herausforderung am Älterwerden? Und die schönste Überraschung?

Die größte Herausforderung am Älterwerden ist sicherlich körperlich fit und gesund zu bleiben. Ich denke, wenn ich mich seit meiner Kindheit regelmäßiger sportlich betätigt hätte, wäre ich jetzt fitter und hätte es beim Älterwerden definitiv noch leichter. Aber es ist nie zu spät, um mit Sport anzufangen.



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Die schönste Überraschung ist: Es ist gar nicht so schlimm, älter zu werden. Abgesehen von einigen Fettpolstern, die ich noch loswerden möchte, fühle ich mich wohl in meiner Haut. Ist alles eine Kopf- und Einstellungssache.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Mir fallen direkt gleich drei ein, die für mich sehr wichtig sind!

Hinfallen, aufstehen, weitergehen.

Kind bleiben, lachen, albern sein.

Wenn jemand mit mir ein Problem hat, dann ist es nicht mein Problem. Das funktioniert nicht immer, aber immer öfter.

Liebe Monika, danke fürs Dabei sein – und deinen lachenden Blicks aufs Leben! :-*

***

Hier gibt es noch mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen über 40, 50, 60 und über 70.

* aus: Peter Fox, „Haus am See”.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 16. Januar 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 5 | Aufrufe: 2681 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: montagsinterviewmonika thiedeinterviewfrauen ab 40anti-agingälter werden
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Kommentare

  • ja, ja die Monika :-) .... Also ich finde,sie ist gar nicht älter geworden. Ein toller Bericht.
    lg, Elke

    Elke
    am Donnerstag, 19. Januar 2017 um 13:22 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne, das ist ein sehr interessantes Interview, vor allem weil ich interessante Lebensläufe mag. Ich finde es spannend Dinge auszuprobieren und flexibel zu sein. Ich bin 43 und habe über meine Schneiderlehre, Werbeagentur, Frauenzeitschriften bis hin zu meiner jetzigen Selbständigkeit auch viel gelernt und gesehen. Ach ich hab vergessen, das ich ja noch eine Hotelfachfrau-Ausbildung habe.

    Ganz liebe Grüße und viel Spaß weiterhin beim Schreiben. Ich komme wieder. So dir vorbei.

    Bianca von http://www.stilfrage.net

    Bianca Stäglich
    am Dienstag, 17. Januar 2017 um 10:48 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne,
    vielen Dank, dass ich dabei sein durfte <3 . Diese kleine Zeitreise und das In-Mich-Gehen waren wirklich sehr bereichernd für mich.
    Ganz liebe Grüße
    Monika

    Monika Thiede
    am Dienstag, 17. Januar 2017 um 10:27 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Mo,

    welch schöner Einblick in Deine Persönlichkeit und Deine Einstellung zu manchen Dingen! Dauerwelle und Schulterpolster, so so!? ;-) Das Ding mit den Haaren habe ich auch, ich kann mich einfach nicht entscheiden, zur zeit werden sie gerade wieder „gezüchtet”! :) Ich mochte Dich ja schon länger sehr gerne, aber nun bist Du mir gleich noch ein bisschen sympathischer geworden! Ich freue mich, wenn wir uns am Samstag sehen! <3

    Liebe Susanne, vielen Dank, dass Du Monika eingeladen hast zu diesem Interview, die Fragen sind toll! Ich werde mich mal noch durch ein paar andere durchlesen!

    Liebe Grüße, Kathrin

    Kathrin
    am Montag, 16. Januar 2017 um 08:20 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Kathrin, du bist ja so lieb <3 . Danke schön für deine Worte. Und das mit den Haaren…ich habe mir überlegt, dass ich in dem Alter wenigstens bei der Haarlänge standhaft bleiben sollte und deshalb werde ich sie in den nächsten Jahren nicht mehr abschneiden :D ...SO! Jetzt steht es Schwarz auf Weiß ;) !
      Herzige Grüße
      Monika

      Monika Thiede
      am Dienstag, 17. Januar 2017 um 10:24 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

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