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Auch wenn Blogs derzeit gerne mal totgesagt werden, kommen jeden Tag neue hinzu. Auch Blogs für Frauen über 40 und 50. Den Überblick zu behalten, ist fast unmöglich und dass Neuankömmling übersehen werden, eher die Regel als die Ausnahme. Leider. Aber manchmal entdeckt man auch echte Perlen: das Blog von Gabriele Thiel-Hebborn mit dem Namen „Gabriele immerschön.“ zum Beispiel.

Gabriele ist 58 und ist das beste Beispiel dafür, dass man auch mit 50 (wo manche schon langsam an den Ruhestand denken) noch mal ganz neu beginnen kann. Als gelernte Operationsschwester („Eigentlich war mein Traumberuf Rundfunkjournalistin, aber ich habe mich nicht getraut ...“) startete sie – nach vielen Jahren als „klassische“ Hausfrau und Mutter und ihrer Mitarbeit im Familienbetrieb – mit 48 als Projektleiterin in einem neu gegründeten Telekommunikationsunternehmen. Da war sie so erfolgreich, dass sie ziemlich schnell von einem Branchenriesen abgeworben wurde. Beflügelt von der Erkenntnis, was alles machbar und schaffbar ist, wenn man nur wirklich will, startete sie – auf das Drängen ihrer Tochter, die meinte, das wäre genau das richtige für sie – vor einem Jahr ihr Blog. Und das obwohl sie vorher Blogs nie gelesen hatte! Außer Texterella ... ich fühle mich sehr geschmeichelt, liebe Gabriele!


Gabriele Thiel-Hebborn, 58, zeigt uns: Alles ist machbar und schaffbar, wenn man nur wirklich will.

Gabriele Thiel-Hebborn, 58.


Auf Gabriele immerschön. präsentiert sie Mode und Streetstyle für Frauen ab 50, aber auch spannende Gespräche und Interviews. Ihre Botschaft: „Es ist immer mein Weg, meine Art Frau zu sein, meine Art dem Ausdruck zu verleihen, wer ich bin und was ich vom Leben erwarte, der mich authentisch, gelassen und überzeugend sein lässt. Auf mich zugeschnitten, für mich stimmig und passgenau meinem eigenen Bild des Schönseins folgend, bin ich tatsächlich schön.” Wunderbare Worte, liebe Gabriele, danke schön!


Und heute ist sie hier. Ich freue mich, liebe Gabriele!

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Nein, verändert hat sich meine Einstellung nicht. Für mich war Mode immer auch ein Statement. Wer bin ich, wer möchte ich sein, wo oder wem ordne ich mich zu, wie gehe ich auf das Leben zu? Bin ich mutig, kenne ich meine Vorzüge, stehe ich zu mir, bin ich gerne Frau, offen oder verschlossen? Zu all diesen Fragen finde ich erste Informationen bereits in der Art und Weise, wie eine Frau was trägt. Somit ist und war mein Faible für Mode auch immer eng mit meinem Interesse für Menschen verknüpft.


Gabriele Thiel-Hebborn, 58, zeigt uns: Alles ist machbar und schaffbar, wenn man nur wirklich will.

58.


Als Jugendliche habe ich mich natürlich auch absolut ausprobiert. Von Popper über Boho war beinahe alles dabei. Aber komischerweise nie komplett. Ich habe immer nur Anleihen aus den Moderichtungen entnommen und es dann zur “Gabi“ gemacht. Natürlich war ich so manches Mal eine wirkliche modische Herausforderung für meine Familie, aber sie haben es glücklicherweise immer mit Humor hingenommen. Nur bei meinen extremen Minirockeskapaden und bunten Schminkvorlieben, da kann ich mich an einige „Diskussionen“ mit meiner Mutter erinnern. In Köln groß geworden zu sein bot da natürlich auch unbedingte Vorteile, denn die Einstellung „Jede Jeck is anders“ erleichtert die Testphase ungemein. Mode gehörte für mich einfach immer dazu, ohne meine ganze Aufmerksamkeit zu besitzen.

Was ist für dich Stil? Und was ist dein Stil? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert?

Stil bedeutet für mich Authentizität. Bin ich das und lebe ich in meiner Kleidung oder imitiere ich ein aktuelles Schönheitsideal und wirke somit uniformiert? Entscheidend ist für mich immer, wie frau etwas trägt, dabei ist die Geschmacksrichtung für mich relativ unerheblich. Natürlich immer im Rahmen der situativen gesellschaftlichen Vorgaben.


Gabriele Thiel-Hebborn, 58, zeigt uns: Alles ist machbar und schaffbar, wenn man nur wirklich will.

58.

Ich selbst kann mich keiner bestimmten Stilrichtung zuordnen. Ich liebe so vieles, die 80er, Boho, Lagenlook, Dolce & Gabbana, Prada, H&M Studio, Flohmarkt, Jil Sander … und flechte meine persönlichen Stilblumenstrauß daraus. Am ehesten könnte ich mich als Akzente-Setzerin beschreiben. Schwarzes klassisches Outfit und ungeheuer knallige Schuhe z.B. von Dolce & Gabbana oder einem Statement-Ohrring. Vielleicht hatte ich daher auch nie dieses absolute Modevorbild, denn mir gefällt immer „etwas“ ganz besonders.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Ja, einen braun-karierten Blazer mit Einstecktuch, den ich vor 30 Jahren von meinem Vater zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Es war sein letztes Geschenk an mich, denn er ist kurz darauf gestorben. Diesen Blazer würde ich natürlich niemals hergeben. In meinem Kleiderschrank tummeln sich aber noch einige klassische schwarze Kleidungstücke oder Abendgarderobe aus dieser Zeit, die mir leider nicht mehr passen und daher heute von meiner Tochter getragen werden. Als absolute Pullover-Loverin war ein grobgestrickter Rollkragenpulli von Joop eines meiner Lieblingstücke. Leider habe ich den irgendwann kurz und klein gewaschen.


Gabriele Thiel-Hebborn, 58, zeigt uns: Alles ist machbar und schaffbar, wenn man nur wirklich will.

57. (Foto: Chris Zeilfelder.)

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Schönheit ist für mich die Schönheit einer Ausstrahlung. Lebloses, plakatives ebenmäßiges Gleichmaß, also dieses Schönheitsideal, hat mich nie sonderlich fasziniert. Gott sei Dank unterliegt es ja auch einem steten Wandel. Somit hat sich meine Idee vom Schönsein nicht geändert. Mich haben auch immer reifere Gesichter interessiert und ich habe sie nie als weniger schön als jüngere empfunden. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in meiner Mutter und älteren Schwester so unglaublich tolle Vorbilder hatte. Wenn überhaupt, dann bin ich gemäßigter in meinem Anspruch mir selber gegenüber geworden. Um zum Beispiel wieder in einige Kleidungsstücke zu passen, müsste ich mir ein intensives Sportprogramm und jede Menge Verzicht verordnen. Dazu bin ich nicht bereit. Ich finde es nicht schlimm, wenn man in mir eine Frau erkennt, die Großmutter sein könnte.

Jedes Alter hat für mich seine eigene Schönheit. Wirklich nicht schön sind für mich Frauen, die versuchen Mädchen zu bleiben.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich finde es wundervoll, pflegende, gut riechende und geschmeidige Kosmetik zu verwenden. Somit falle ich absolut aus dem Raster des Wasser-und-Seife-Typs. Ich selbst verwende seit gefühlt 100 Jahren die Produkte von Gernetic und empfinde sie als perfekt für mich. Und seitdem ich täglich ein pflegendes Make-up von Vichy benutze, reagiert meine Haut nicht mehr so sensibel auf Einflüsse von außen.


Gabriele Thiel-Hebborn, 58, zeigt uns: Alles ist machbar und schaffbar, wenn man nur wirklich will.

36.

Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Eine Feuchtigkeitscreme würde mir dann reichen, gerne auch Nivea als Ersatz.

Würdest du dich für die Schönheit unters Messer legen? Oder Botox, Filler etc. nutzen?

Als ehemalige OP-Schwester weiß ich natürlich, welche Risiken bei einer Operation bestehen und glaube, dass eine solche endgültige Entscheidung sehr gut überlegt sein sollte. Eine OP sollte man ausschließlich für sich selber machen und für nieeeemanden sonst. Ich möchte da nicht allgemeingültig urteilen. Wenn ich unter meinem Äußeren wirklich leiden würde, dann würde ich vielleicht auch darüber nachdenken – mich allerdings sehr, sehr gut beraten lassen.


Gabriele Thiel-Hebborn, 58, zeigt uns: Alles ist machbar und schaffbar, wenn man nur wirklich will.

21.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ich schwöre absolut auf die Produkte von Gernetic, die ich seit 30 Jahren verwende.

Was ist für dich die größte Herausforderung am Älterwerden? Und die schönste Überraschung?

Die größte Herausforderung ist für mich der Verlust so vieler geliebter Menschen, die mittlerweile verstorben sind und die ich immer noch vermisse. Und das große Glück des Älterwerdens ist die Gelassenheit die ich heute empfinde und diese unglaubliche Neugierde auf das Leben, die sich einfach nicht verliert. Beunruhigend finde ich allerdings den Gedanken, dass mir die Zeit davonläuft, denn ich möchte noch sehr viel erleben.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

„Die Kunst eine Frau zu sein, kann nie darin bestehen, die schlechte Imitation eines Mannes zu sein.” (Olga Knopf, Psychiaterin)

Danke fürs Dabei sein, liebe Gabriele, und für deine immerschöne Blogbotschaft, die im Grunde auch meine ist! :-*

***

Hier gibt es noch mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen über 40, 50, 60 und über 70.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 23. Januar 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 7 | Aufrufe: 2823 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: montagsinterviewinterviewfrauen ab 50älterwerden
Das könnte auch interessant sein:
Frauen ab 50: Das Montagsinterview mit Dr. Anke Hedfeld.
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Das Montagsinterview mit Martina Brochhaus.
 

Kommentare

  • Und Gabriele ist wirklich so autentisch wie auf den Bildern hier und in Ihrem Blog. Letztes Jahr in Köln durfte ich Sie kennenlernen. Ich habe nich so gute aussehgene wie Gabriele. Aber Sie macht einem Mut mit Ihrem Blog und den 50ern. Danke Texterella und Gabriele Immerschön für diesen tollen Artikel.

    lg,Elke

    Elke
    am Freitag, 05. Mai 2017 um 21:25 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Immer wieder schön und ermutigend, diese Interviews und gerade, wenn die portraitierten Frauen ein bisschen älter sind als ich - weil, das beruhigt, wenn ich sehe, dass noch so viel möglich ist.
    Klasse, Gabriele, wie mutig Du bist!

    Farbenfreundin
    am Montag, 30. Januar 2017 um 20:22 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Ja, alles ist immer möglich. Ich glaube ganz fest daran und das Alter und das Altern können wir eh nicht ändern. Also nicht Bange machen!

      Liebe Grüße
      Gabriele

      Gabriele
      am Mittwoch, 08. Februar 2017 um 10:51 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Anna,

    ja, es ist absolut großartig hier auf Texterella zu erscheinen. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe. Deine wunderbares Kompliment habe ich natürlich auch sofort an meine Tochter weitergegeben. Sie ist stolz wie Bolle!

    Beste Grüße und lieben Dank
    Deine Gabriele

    Gabriele
    am Montag, 23. Januar 2017 um 16:03 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ein tolles Interview, das mich gleich neugierig gemacht hat, auf den Blog von Gabriele zu gucken :-)!
    Liebe Grüße
    Heidi

    Heidi
    am Montag, 23. Januar 2017 um 14:17 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Sehr interessante Frau :-) Hab gleich den Blog abonniert! Lieben Gruß Sonja

    Sonja Schiff
    am Montag, 23. Januar 2017 um 10:46 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Was für eine schöne Montagsüberraschung, dich hier im Interview zu lesen, liebe Gabriele! Oder soll ich dich lieber Jane nennen? Das letzte Bild erinnert mich ja gewaltig an Jane Birkin.  ;D

    Spannend, hier ein bisschen mehr über dich zu erfahren. In meinem Feedreader hast du ja einen festen Platz, seitdem ich dein Blog entdeckt habe. Immer wieder inspirierend, was du trägst und wie du es trägst. Also ein Danke an deine Tochter, dass sie dich zum Bloggen überredet hat. War eine fantastische Idee! ;)

    Lieben Gruß
    Anna

    Anna
    am Montag, 23. Januar 2017 um 10:40 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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