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Ach, du liebe Güte – ich bin 60 geworden!

Vor einer knappen Woche bin ich 60 geworden. SECHZIG. Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich Angst vor diesem Tag gehabt hätte (warum auch – letztlich ist es ja eine Gnade, dieses Alter überhaupt zu erreichen.) Aber Respekt hatte ich schon! 

Mehr als mein 40. oder 50. Geburtstag fühlte sich der 60. nach einer „Zeitenwende“ an. Das Rentenalter in Sicht, die Zipperlein zunehmend, die verbleibende Lebenszeit langsam, aber sicher schrumpfend … Je näher der Tag kam, desto mehr kamen mir Zweifel, ob 60 wirklich die neue 40 ist, und nicht womöglich doch einfach nur – 60. Rund zwei Drittel unseres Lebens liegen bereits hinter uns, da mögen noch so viele Ü60-Influencerinnen uns das Gegenteil weismachen wollen, mit gestrafften Gesichtern die ewige Jugend beschwören und ihre Longevity-Tipps samt einer stattlichen Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln zum Besten geben. So unendlich viel Zeit bleibt uns nicht mehr. Eine ziemlich ernüchternde Erkenntnis.

Plötzlich plagten mich (die ich in den letzten Jahren den Satz „Alter ist nur eine Zahl“ zu meinem Mantra gemacht hatte) Fragen wie: War’s das jetzt? Ist das Beste jetzt vorbei? War ich mit der 6 vorne jetzt womöglich doch bereits alt? Andererseits stimmt es natürlich: Die Zeit zwischen 60 und 90 ist genauso lang wie die zwischen 30 und 60. Aber mal ehrlich: Wie schnell sind diese Jahre doch vergangen! Mit 30 war ich noch kinderlos, das ganze Leben breitete sich vor mir aus, ich konnte es kaum erwarten. Diese Vorfreude und Ungeduld auf die nächsten 30 Jahre kann ich als frischgebackene 60-Jährige ehrlicherweise nicht verspüren. 

 

Aber gespannt bin ich schon. Ich bin neugierig, was das Leben noch vorhat mit mir, was da noch kommt, was ich mit den nächsten Jahrzehnten anfangen werde. Ich bin bereit Bilanz zu ziehen, neue Ziele zu definieren und mich dann auf den Weg zu machen. 

Eine Bucketlist? Habe ich nicht. Ich will das Leben nicht als To-do-Liste begreifen. Lieber möchte ich jeden einzelnen Tag meines Lebens zum schönsten und besten machen – aber eher durch die kleinen Dinge. Klar, eine Reise nach Neuseeland oder nach Island wäre toll, ebenso die Panamericana von Alaska bis Feuerland entlangzufahren und der Bestseller muss ja auch noch geschrieben werden. Aber insgesamt möchte ich es mir lieber jeden einzelnen Tag schön machen als einmal im Jahr eine spektakuläre Reise zu unternehmen, selbst wenn Südafrika natürlich ein grandioses Abenteuer war. Das kleine „Alltagsglück“ – ein Wochenmarktbesuch, ein Schreibnachmittag im Café, ein Ausflug, Theater, etc. – erscheint mir machbarer und befriedigender als eine umfangreiche Bucketlist zum Abarbeiten. Ich finde, das ist ein ebenso beruhigender wie schöner Gedanke.

Bleibt noch die Sache mit der Zeit. Beängstigend, wie schnell sie vergeht! Ein Wimpernschlag, und 30, 40, 60 Jahre sind gelebt und vorbei! Puh, ich geb’s zu, das Tempo mag ich gar nicht. Und je älter man wird, desto schneller geht’s! Dieses Gefühl, das sehr viele Menschen teilen, ist mittlerweile sogar wissenschaftlich bestätigt. Was dagegen helfen soll: Weniger Routine, mehr erleben. Zur Arbeit einen anderen Weg wählen (gut, das wird bei mir im Homeoffice schwierig …), den Alltag bewusster gestalten, etwas Schönes mit Freunden oder der Familie unternehmen. Zumindest Letzteres kann ich bestätigen, denn die zwei Wochen Südafrika sind mir aufgrund der vielen Eindrücke sehr lange vorgekommen (gleichzeitig waren sie aber auch wieder viel zu schnell vorbei). Den ersten Moment nach dem Aufwachen und den letzten Augenblick vor dem Einschlafen bewusst wahrnehmen soll ebenso helfen, die Zeit zu verlangsamen. Ich werd’s auf jeden Fall ausprobieren! Hast du weitere Tipps?

 

Pink habe ich an meinem Geburtstag übrigens nicht getragen – obwohl es sehr zur Laune gepasst hätte. Dafür durfte ich allerdings vom Tafelberg aus auf die Welt hinunterblicken. Was für ein einmaliges Geschenk zu meinem 60. Geburtstag! Danke, Leben!

Wie erging es dir bei deinem 60. Geburtstag (falls du den schon gefeiert hast)? Erzähl gerne davon!

***

Fotos: Martina Klein, Berlin (Danke für die tollen Fotos!)

Location: Lichthof des Diözesanmuseums in Freising. Danke, dass wir hier shooten durften!

Look:

Kleid/Flying Dress: Etsy

Ohrringe: &otherStories

Und sonst so?

Hurra, man kann sich für unseren nächsten Foto-Workshop anmelden! Er findet statt am 11. April bzw. am 12. April 2026, wieder im Ballenhaus in Schongau.

2541 14 Texterella persönlich., 50+ Lifestyle 11.01.2026   60 werden, älter werden, texterella persönlich

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