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Als ich Anfang 20 war, glaubte ich - wie wohl die meisten Anfangszwanziger - mit 40 wäre das Leben eigentlich vorbei. Zumindest seine schönen Seiten! Mode würde sich auf klassische Faltenröcke, Schönheitsfragen auf Anti-Falten-Cremes und auf Haarfärbemittel beschränken. Der ganze Spaß hingegen bliebe den Jüngeren vorbehalten. Dachte ich.

Was für ein Irrtum. :-)

Diesem Irrtum und den vielen schönen, spannenden Frauen über 40 ist deshalb meine neue Interview-Serie gewidmet: ihrer Ausstrahlung, ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Freude am Leben und den schönen Dingen. Denn von diesen tollen Frauen (und davon kenne ich eine Menge!) ist im Internet – und noch viel mehr in Fashion- und Lifestyleblogs – viel zu selten die Rede! Und das ist schade.

Mit wem könnte ich wohl einen passenderen Anfang machen als mit Antje - denn wenn ich eine schöne und aufregende Frau jenseits der 40 kenne, dann ist sie das. Dass sie zudem zu den liebenswertesten und klügsten Menschen im großen weiten Web gehört, hat sie mir in den letzten mehr als zehn Jahr zu einer wahren Herzensfreundin gemacht. Und zum Vorbild, wenn es darum geht, das eigene Leben konstruktiv in die Hand zu nehmen und Träume wahr werden zu lassen. So hat Antje mit Anfang 40 ihrem Leben noch mal eine berufliche 180-Grad-Wendung gegeben und - neben ihrer Text- und Übersetzungsagentur „das korrektiv” - mit einer Ausbildung zur Gestalttherapeutin begonnen. Jetzt, mit 46, steht sie kurz vor ihrem Abschluss. Und wer würde, wenn man sie sieht, glauben, dass Antje seit Ende 2011 bereits Großmutter ist ...

Ich hatte Antje ein paar Fragen zu Mode und Schönheit gestellt - und war sehr gespannt auf die Antworten ...

Wie ist deine Einstellung zu Mode? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert? Wie würdest du deinen Stil charakterisieren?

Ich mag am liebsten schlichte, elegante Kleidungsstücke und „natürliche” Farben, vermutlich auch, weil ich das Gefühl habe, alles andere stehe mir nicht. Es sind tatsächlich aber auch an anderen die klaren und zeitlosen Linien, die mir am meisten gefallen. Ja, meine Einstellung zur Mode hat sich verändert. Früher war ich erfindungsreicher und mutiger, wilder, vielleicht auch eher auf der Suche nach meinem Stil. Heute weiß ich eigentlich ziemlich genau, was ich mag und was nicht. Im Übrigen habe ich bestimmte Modestile als junge Frau mitgemacht, die ich jetzt nie und nimmer mehr tragen würde (bauchfrei!). Ich sehe ja an meinen Kindern, was gerade in bestimmten Szenen so „in” ist - und merke ganz genau, dass das nicht mehr meine Zeit ist. Das bedeutet auch, dass ich manchmal Schwierigkeiten habe, das zu finden, was mir gefällt bzw. mehr Geld dafür ausgeben muss. Was ich besonders mag, sind Brüche im Stil, also z. B. einen ganz legeren Look, einfache Klamotten wie Jeans und T-Shirt, dazu aber einen tollen Nagellack (mein Favorit ist derzeit Frenzy von Chanel) oder einen besonderen Schal oder superschöne Pumps von Chie Mihara zu einem ganz einfachen Kleid, sowas. Ich picke mir aus der jeweiligen Mode das heraus, was mir gefällt und kombiniere es mit dem, was ich habe. Ich habe nicht mehr den Anspruch, modisch zu sein, sondern eher den, einen eigenen Stil zu haben.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück? Wenn ja, welches - und warum?

Ich habe ein langes, braungemustertes Sommerkleid, das ich vor mehr als 10 Jahren von einer Freundin „geerbt” habe, der es nicht mehr passte. Es sieht schon etwas abgeliebt aus, aber ich mag es immer noch sehr. Es ist bequem, sieht schön aus, elegant und trotzdem leger, ich ziehe es einfach an und bin angezogen, das liebe ich daran. Ich hatte schon immer Lieblingsstücke, die mir irgendwann von irgendjemandem gebraucht geschenkt wurden.

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert?

Oha, eine schwierige Frage, da könnte ich weit ausholen. Schönheit und Aussehen waren lange Zeit sehr wichtig. Das war so, weil ich es so gelernt hatte. Es war auf eine Art selbstverständlich, andererseits aber auch etwas, auf das ich angewiesen war. Im Laufe der Jahre habe ich versucht, dieses Schema zu verlassen und zu erkennen, dass ich auch andere „Qualitäten” habe - was zunächst gar nicht so einfach war. Aber seit ich das verstanden habe, bin ich glücklicher und das Leben ist irgendwie vollkommener. Ich klammere viele Seiten von mir nun nicht mehr aus und muss mich mich auch nicht mehr so anstrengen, was das Aussehen und die vermeintliche Schönheit betrifft. Sehr erholsam ;) Ich achte natürlich immer noch auf meine äußere Erscheinung, aber ich bin mir selbst gegenüber großzügiger, sage mir, dass ich als Großmutter auch älter aussehen darf, dass das absolut angemessen ist. Ich kann sagen, dass ich meinen Körper und mich als Person heute mehr mag und schätze, als je zuvor.

Wie wichtig ist für dich Kosmetik? Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte? Hast du eine Lieblingsmarke?

Ich hab immer mal wieder Lieblingsmarken, eine ganze Zeit lang war es Décléor, dann wiederum begnüge ich mich mit günstigeren Produkten und bemerke letztendlich keinen Unterschied. Eine Körperlotion, die ich jedoch seit Jahren liebe, ist NutriExtra von Vichy – der kann keiner das Wasser reichen. ;) Ganz allgemein ist es schon so, dass ich Cremes und Wässerchen schätze und es mir Spaß macht, mich zu pflegen.

Verrätst du uns (d)ein Schönheitsgeheimnis?

Ich glaube, Geheimnisse habe ich nicht – ich verrate Dir sogar meinen Lebensduft: Coco von Chanel, das mochte ich schon immer und werde es wohl auch immer mögen. Ich mache viel Yoga, vor allem das dynamische Ashtanga-Yoga. Jetzt habe ich aber gerade eine ganz andere Art des Yoga entdeckt, nämlich Tibetisches Heilyoga, auch Kum Nye genannt. Das ist ein ganz langsames, meditatives Yoga, durch das ich meinen Körper und seine Empfindungen gerade noch mal ganz anders wahrzunehmen lerne. Das Ziel ist, die Lebensenergie im Fluss zu halten, Blockaden aufzulösen, glücklicher, weil zufriedener zu werden. Ich bin ja schon ein ziemlich glücklicher Mensch - und das ist vielleicht wirklich ein Geheimnis, das ich aber auch nicht kenne. Ich bin einfach nur unendlich dankbar, dass es so ist.

Hast du ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Versuche, Deinen eigenen Weg zu finden und alles, was Du unbesehen geschluckt hast und was Dich davon abhält, so zu leben, wie Du es eigentlich gerne möchtest, loszulassen. Loslassen. Loslassen. Loslassen.

Danke, Antje, für deine offenen Antworten!

 

 
Susanne Ackstaller, Montag, 17. September 2012, 10:01 Uhr
Kommentare: 17 | Aufrufe: 7827 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews,
 

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