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Dorota Retterath ist die Bloggerin hinter Nowshine, einem Blog für Frauen ab 40, das ich zwar nicht ganz regelmäßig lese, aber doch immer wieder gerne! Hier schreibt Doro über die Themen, die sie interessieren und bewegen: Fitness, Ernährung, Mode. Was ursprünglich als kreatives Ventil begann, ist mittlerweile zu ihrem Beruf geworden.

Dabei hätte alles auch anders laufen können: Doro ist im polnischen Lodz geboren, mit zehn floh sie mit ihrer Mutter nach Deutschland. Nach Abitur und Lehre ging sie nach Köln zum Studium – und lernte in ihrem ersten Job ihren jetzigen Mann kennen. „Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick!“ Innerhalb kürzester Zeit war Dorota schwanger und verheiratet – und gab ihre Karriere für Mann und Kind auf. „Ich habe damals auf mein Herz gehört, heute weiß ich, dass das richtig war.“

„Bei meinen ersten Schritten in die Arbeitswelt wusste ich noch nicht wo meine Talente lagen, mir war nicht bewusst, dass ich ein kreativer Mensch bin“, sagt Doro von sich selbst (und ich nicke, denn das kommt mir sehr bekannt vor!). „Das Blog ist das Beste, das mir passieren konnte!“ (Und auch dazu nicke ich ...) Zum Bloggen kam sie übrigens durch eine andere große Liebe: Yoga. Damit hat Doro vor einigen Jahren angefangen. „Das hat mein Leben verändert. Im Yoga hörst du wieder deine innere Stimme und erkennst, was gut für dich ist. So kam ich zum Bloggen, denn ich liebe es zu schreiben und mit Bildern zu verbinden!“


Dorota Retterath bloggt auf Nowshine

Dorota Retterath, 42.

Heute gibt Doro ein Gastspiel in einem anderen Blog. Auf Texterella nämlich. Welcome

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Mode. Ich benutze dieses Wort schon mal in Posts auf meinem Blog, jedoch bevorzuge ich das Wort „Stil“. Mode klingt für mich ein bisschen nach Zwang. Wenn ich einkaufen gehe, gucke ich nicht nach besonders modischen Teilen, sondern danach, worin ich mich wohlfühle. Es können schon auch trendige Teile dabei sein, aber ich bin kein „Fashion Victim“, für mich gibt es kein „das muss man diese Saison tragen”.

In Paris – mit DEN Sneakers von Isabel Marant! (2012)

Ab und an aber verliebe ich mich in ein Kleidungsstück, dann muss ich es haben. Sofort. So wie vor einigen Jahren die Wedge Sneaker von Isabel Marant. Sie waren bei mytheresa innerhalb von 15 Minuten ausverkauft – aber ich musste sie haben. Mein Mann hat mich dann ins Auto gepackt und ist mit mir nach Paris gefahren. Dort hab ich sie dann bekommen, das letzte Paar!

Grundsätzlich habe ich eine sehr lässige Einstellung zu Mode, aber wehe ich verliebe mich in ein besonderes Kleidungsstück wie zum Beispiel diese Sneaker. Egal wie teuer, egal wie unerreichbar – ich finde einen Weg. Mit 16 hatte ich zum Beispiel einen Putzjob in einer Sparkasse, um mir diverse Girbaud-Hosen leisten zu können. 300 DM kostete ein Paar. Ich hatte fünf davon ... Wenn etwas gut zu mir passt, bin ich sehr „into it“.

Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert? Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben?

Ich bin in allererster Linie eine Frau und ich kleide mich gern so. Aber es muss gleichzeitig auch irgendwie cool und rockig sein – das ist ein Überbleibsel aus meiner Punk-Zeit als Schülerin. Coole Stiefel, zerrissene Jeans, Leder- und Bomberjacken liebe ich immer noch. Ich kleide mich gern lässig. Auch wenn ich ein elegantes Kleid trage, style ich es cool, sodass ich mich darin wohlfühle. So war ich immer schon, mein Geschmack hat sich da nicht verändert. Ich habe meinen Stil immer wieder feinjustiert, jedoch hatte ich stets diesen lässigen roten Faden.


Mal rockig, mal sexy – mal beides! (2014)

Ich probiere gerne Dinge aus, habe meinen Stil einige Male neu erfunden und an die jeweilige Lebenssituation angepasst. Ich bin froh, dass ich mich so ausgelebt habe, ich hatte stets einen neuen Look. Das hat Spaß gemacht.

Meine Zwanziger waren wild und dementsprechend sah ich aus. Ich ging viel aus, trug High Heels und kleidete mich gern weiblich und sexy. Meine 30er waren sportlich, ich bekam meine Kinder und tauschte die hochhackigen Schuhe häufiger gegen Turnschuhe. Jetzt, in meinen 40ern, kann ich beides leben: Ich kleide mich tagsüber gern lässig und sportlich, aber ich mache mich auch sehr gern zurecht. Weiblich und sexy.


Punk! (1991)

Mich hat nur eine Frau modisch beeindruckt und das war Madonna in ihrer Anfangszeit. Sie war so anders: rockig, sexy und so cool. Darin habe ich mich selber wieder erkannt.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Früher waren es Girbaud-Hosen, ich vermisse sie sogar heute noch sehr. Sie waren bequem und sehr feminin.


Große Modeliebe: Hosen von Girbaud! (1995)

Heute sind es Lederjacken, sie passen zu allem. Ich mag sie am liebsten zu eleganten, klassischen Teilen.

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Gar nicht. Ich habe mich schon immer gern gepflegt und auf mein Aussehen geachtet. Schöne Zähne, gepflegte Hände und Füße, ein regelmäßiger Friseurbesuch und eine gute Haltung sind für mich Basics, die schön machen. Ich gehe nicht immer geschminkt und gestylt aus dem Haus, aber immer gepflegt.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich glaube an genau drei moderne Produkte: Sonnenschutz, Peelings mit Fruchtsäure und gute Feuchtigkeitscremes. Das alles muss gar nicht teuer sein, es muss nur Wirkung haben. An Anti-Aging-Cremes glaube ich nicht. Ich bin ja auch nicht „anti aging“: Gegen das Altern? Ich bin glatt dafür!

Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Eine Feuchtigkeitsspülung ohne Silikone (am liebsten die von Kevin Murphy). Ich benutze sie täglich in trockenem Haar um meine Haare zu bändigen. Eine Feuchtigkeitscreme mit hohem Sonnenschutz und wenig Alkohol. Und einen Concealer (Armani: Maestro Eraser), die beste Erfindung in der dekorativen Kosmetik, wie ich finde.

Würdest du dich für die Schönheit unters Messer legen? Oder Botox, Filler etc. nutzen?

Ja. Wenn mir etwas an mir so gar nicht gefallen und ich darunter leiden würde, würde ich es ändern.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ich werde immer wieder auf meine Haare und meine Beine angesprochen. Weder Haare noch Beine sahen immer so aus.

Haare: Ich wasche meine Haare seit ein paar Jahren nur noch alle fünf Tage; seitdem wachsen sie schneller und sehen immer schöner aus. Ich gebe zu, die Umstellung ist ein kalter Entzug, aber es lohnt sich. Trockenshampoo hilft in der Übergangszeit.



Wäscht ihre Haare nur alle fünf Tage. (2015)


Beine: Ich erledige sehr viel zu Fuß und muss sagen, dass meine Beine und auch meine gesamte Figur sehr davon profitieren. Als Ausgleich zu meinen „Wanderungen“ dehne ich die Muskeln meiner Beine ständig. Entweder beim Yoga, aber auch so zwischendurch, beim Lesen, Zähneputzen usw.

Was ist für dich die größte Herausforderung am Älterwerden? Und die schönste Überraschung?

Ich werde gern älter. Surprise! Für mich ist das ein Privileg und ich freue mich sehr auf die noch ältere Version von mir. Ich wurde mit den Jahren immer besser: selbstbewusster, bestimmter, aber auch cooler, mutiger und entspannter. Heute habe ich mehr Power als früher, meine Figur ist besser und ich darf nun endlich das tun, was mir Spaß macht: bloggen. Ich schreibe manchmal über Themen, an die ich mich noch vor einigen Jahren nicht herangetraut hätte.


„Yoga sollte ihn der Schule unterrichtet werden!” (20XX)


Eine schöne Überraschung erlebte ich, als ich bei einem Blogger-Event mit lauter 20-jährigen Bloggerinnen zusammen war. Ich fühlte mich weder fehl am Platz noch als die „Mutti“. Ich fühlte nur: Hier gehöre ich hin! Zu all diesen kreativen Frauen, die lieben, was sie tun.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Ich war kein besonders selbstbewusster Mensch, ich war schon immer anders. In Polen war ich das Kind mit den teuren Sachen aus dem Westen, in Deutschland dann das Ausländerkind mit den billigen C&A-Klamotten. Später hatte ich pinke Haare und einen Irokesen-Schnitt. Selbst als meine Kinder zur Welt kamen, war ich irgendwie anders als die anderen Muttis. Ich passte nirgendwohin. Das hat mich verunsichert. Ich fühlte mich oft wie ein Alien, aber ich habe gelernt, mich zu akzeptieren und zu lieben. Seitdem lebe ich anders, ich lebe mich aus, ich weiß, was mich glücklich macht: kreativ sein und andere Menschen damit inspirieren und mitreißen zu können. Ich bin heute richtig stolz auf mich. Ich kritisiere mich nicht mehr selber, wie damals mit 13, als ich meine C&A-Pullover irgendwann gehasst habe, weil die anderen Kinder alle Esprit und Benetton trugen und ich nicht dazu gehörte. Heute trage ich voller Stolz Kaschmirpullis von C&A und weiß, dass ich damals mit 13 schon den richtigen Riecher zum Beispiel beim Thema Mode hatte. Ich finde mich endlich gut. Das alles bringt mich zum „Leuchten”. Shine now. Deshalb heißt mein Blog auch „Nowshine”.

Liebe Doro, danke fürs Dabei sein – und: Shine on! Und übrigens: In deiner Einstellung zum Bloggen habe ich mich sehr wiedergefunden! Ich bin auch jeden Tag dankbar für Texterella!

***

Mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 07. März 2016, 06:00 Uhr
Kommentare: 7 | Aufrufe: 3238 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews, | Tags: yoganowshinemodelifestylekosmetikfrauen ab 40dorata retterathbloggerinanti-agingälterwerden
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Kommentare

  • Liebe Susi,

    wie immer hast du die besondere Gabe Menschen zu finden, zu sammeln und ihnen eine Bühne zu geben - und alles immer warm und authentisch. Kompliment dafür.

    Liebe Doro,

    nach deinem Kommentar nach meinem Interview war ich sofort sehr neugierig auf dich und habe mich nach einem Rendezvous mit deinem Blog direkt schock-verliebt. Und nach dem heutigen Interview bin ich ganz happy und weiß: Eine tolle Frau, ein toller Blog und ich freu mich auf mehr.

    Liebe Grüße

    Claudia

    Claudia Münster
    am Montag, 07. März 2016 um 21:23 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Sensationell. Wie bei allem & immer (ich lese den Blog von nowshine schon sehr lange regelmässig) voll ins Herz getroffen!
    Super formuliert, sehr natürlich, auf Augenhöhe & trotzdem seeeeehr besonders.
    und es wird immer besser…
    bzw. sie übertrifft sich immer wieder selbst.
    Sehr wertvoll.
    Danke liebe Doro
    LG Claudia

    Claudia
    am Montag, 07. März 2016 um 19:24 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Klasse Interview, entschiedene, schöne Frau! Note 1, setzen!
    Grüße von
    Nessa

    Nessa
    am Montag, 07. März 2016 um 15:45 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ein sehr interessantes Interview, vielen Dank dafür . Den Blog von Doro kenne ich schon recht lange und gucke immer wieder gerne vorbei. So manche Anregung habe ich von ihr übernommen, im Augenblick strecke ich gerade die Frequenz, in der ich mein Haar wasche und bin neugierig, wie es sich bei mir auswirkt.
    Liebe Grüße
    Andrea

    Andrea
    am Montag, 07. März 2016 um 15:41 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Danke für das tolle Interview! Ich liebe Now shine schon seit vielen Jahren, Foto ist eine der tollsten Frauen, die ich kenne <3
    xx Rena
    www.dressedwithsoul.com

    Rena
    am Montag, 07. März 2016 um 07:04 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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