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Dienstag, 15. Mai 2018 um 06:00 Uhr

Trau dich, anders zu sein. Warum es gut tut, sich vom Mainstream zu verabschieden.

Immer wenn mir an einem Maisonntag kleine Mädchen in Weiß über den Weg laufen, muss ich an diese Geschichte denken, die mich durchaus für mein Leben geprägt hat.

Meine Mutter hatte mir zu meiner Erstkommunion ein eierschalenfarbenes Etui-Kleid schneidern lassen – und damit stach ich unter all den schneeweiß-zugetüllten Kinderbräuten heraus wie ... wie ... genau! Ja, ich hätte auch einen knallroten Mantel anstatt eines weißen Kleides tragen können. Der Effekt wäre derselbe gewesen. Aus heutiger Perspektive war das Kleid mit seinem schlichten Schnitt superchic – aus meiner damaligen Sicht war es eine Katastrophe.

Trau dich anders zu sein. Warum es gut tut, den Mainstream zu verlassen. Texterella Susanne Ackstaller schreibt auf ihrem Blog über Lifestyle und Mode für Frauen ab 40 und ab 50.

 

Natürlich habe ich den Tag gehasst und wie sehr habe ich auf eine Erdspalte gehofft, die mich mitsamt meiner eierschalfarbenen Andersartigkeit verschlucken möge.

Unauffällig war noch nie meine Stärke.

Der Tag der Erstkommunion und der Schrecken des Kleides in Creme gingen vorbei – das Anderssein ist geblieben. Nun war ich keine Außenseiterin, aber eben doch ... anders. Größer und pummeliger sowieso. Auffälliger. Sehr früh sehr emanzipiert, offen, ein Freigeist, der selbstbewusst seine Meinung vertrat. Statt mit den Mädchen zu kichern habe ich lieber mit den Buben diskutiert, und statt in der Sonne zu braten saß ich schon damals lieber im Schatten. Ski fahren und Urlaub am Mittelmeer langweilten mich zu Tode – lieber ging ich als Austauschschülerin ein Jahr in die Staaten. Für sich genommen alles keine großen Dinge, in Summe dann aber doch.

Trau dich anders zu sein. Warum es gut tut, den Mainstream zu verlassen. Texterella Susanne Ackstaller schreibt auf ihrem Blog über Lifestyle und Mode für Frauen ab 40 und ab 50.

Trau dich anders zu sein. Warum es gut tut, den Mainstream zu verlassen. Texterella Susanne Ackstaller schreibt auf ihrem Blog über Lifestyle und Mode für Frauen ab 40 und ab 50.

Trau dich anders zu sein. Warum es gut tut, den Mainstream zu verlassen. Texterella Susanne Ackstaller schreibt auf ihrem Blog über Lifestyle und Mode für Frauen ab 40 und ab 50.


Lange Zeit hat mich dieses Gefühl, nicht ganz dazuzugehören, belastet. So gerne wollte ich sein wie meine Klassenkameradinnen (mädchenhafter, schlanker, blondlockiger, sportlicher ...), wollte ein Teil der Clique sein. Erst als junge Erwachsene wurde mir klar: Dieses „Anders“ hatte mich erstens stark und selbstbewusst gemacht und war zweitens auch eine große Chance, um genau das Leben zu leben, das ich leben möchte – egal, was andere darüber denken. 

Kultiviere deine Eigenart. Gehe deinen eigenen Weg.

Es mag sich sicher anfühlen und bequemer sein, alles so zu machen wie alle anderen. Im großen, breiten Strom mitzuschwimmen, sich darin einfach treiben zu lassen, nicht abzuweichen von dem, was als “normal” gilt und gängig ist. Ja, es kostet auch Mut, Dinge anders zu machen, Regeln und Konventionen auch mal zu hinterfragen. Den eigenen Weg zu gehen. Man eckt an, wird für schräg befunden und ist durchaus auch mal Dorfgespräch.

Trau dich anders zu sein. Warum es gut tut, den Mainstream zu verlassen. Texterella Susanne Ackstaller schreibt auf ihrem Blog über Lifestyle und Mode für Frauen ab 40 und ab 50.

Aber auch wenn es schwierig ist und anstrengend und natürlich auch ganz viel mit dem Thema Komfortzone zu tun hat: Es lohnt sich, keine Marionette des Mainstreams zu sein. Sondern seine Eigen-Art zu pflegen und bewahren, und dadurch einzigartig zu sein. Oder zu werden.

Spannend wurde mein Leben dort, wo ich den Mainstream verlassen habe.

Dieser Post ist übrigens kein Plädoyer gegen alles Normale. Letztlich sind mein Leben und meine Biografie in sehr weiten Strecken sehr normal, und das ist auch gut so. Aber: Richtig spannend wurde mein Leben immer dann, wenn ich mich getraut habe, die eingelaufenen Wege zu verlassen und mein „Anders“ zu leben bzw. zum Thema zu machen. Mich hier auf Texterella als pummelige 50plus-Frau zu zeigen zum Beispiel – was ich ja die ersten Jahres meines Blogs vermieden hatte. Mich auffällig zu kleiden – weil ich ein Faible für knallrote Trenchcoats und tiefrote Lippen habe und es mir egal ist, wenn sich andere darüber wundern! Nach Irland zu fliegen, um dort Fotos zu machen – obwohl ich natürlich auch in meinem Vorgarten hätte Fotos machen können! Aber wie schade wäre es gewesen, all das nicht zu tun! Um wie viel ärmer wäre Leben, wie viele Momente hätte ich verpasst, wie viele Menschen niemals kennengelernt – wenn ich immer das Gewohnte und nie etwas anders gemacht hätte! Gerade #texterellagoesirland war eine solche Bereicherung.

Lasst uns also unsere Eigenart kultivieren! Lasst uns anders sein! Und die Welt bunter machen! Beigen Einheitsbrei gibt es ja wahrlich schon genug. Und vor allem: “Anders sein ist wohl der einzige Weg zu sich selbst.” Was für ein wunderbarer Satz, den mir gestern eine Instagram-Freundin unter unter meinen Post schrieb. Dazu kann ich nur ganz heftig nicken.

Was denkst du über dieses Thema? Verrätst du es mir? Erzähl doch mal!

Outfit:

Mantel: Doris Megger
Hose: Apart

Fotos: Martina Klein | stillsparkling.de
Beratung: Mary-Ellen Rudloff | SALUT Communications

Die Fotos entstanden im März während #texterellagoesirland.

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