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Pressereise

Herbst in Berlin, eine Liebeserklärung an Prenzlauer Berg und ein Hotel, das ein Schwimmbad war!

Wenn mir Menschen erzählen, dass sie in Berlin leben, bin ich immer ein bisschen neidisch. Berlin! Dieser Mix aus Zeitgeist, Kultur und Abenteuer, aus Luxus, Moloch und Dauerbaustelle. Man muss die Stadt einfach lieben (besonders, wenn man wie ich aus dem geraniengepflegten Münchner Umland kommt, in dem man jederzeit auf dem Gehweg ein Picknick veranstalten könnte). Keine deutsche Stadt vibriert so sehr wie die Stadt an der Spree, keine verursacht mir so viel Herzklopfen und keine verlasse ich immer mit einem Tränchen im Auge! Ach, Berlin, ich komm doch wieder. Bestimmt! 

Susanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin

Bei einem meiner Besuche habe ich das Hotel Oderberger entdeckt: Ich war in Prenzlauer Berg unterwegs, bog von der Kastanienallee in eine Seitenstraße ab – und da war es: das Hotel Oderberger. Ein imposantes, steingraues Gebäude mit dekorariven Rundbögenfenstern. Ein paar Stufen führten hoch zum säulenverzierten Eingang. An der Seite des Gebäudes prangte ein Leuchtschild „Stadtbad“. Was es wohl damit auf sich hatte? Dieses Rätsel konnte ich an dem Tag zwar nicht lösen, aber das Hotel blieb mir im Kopf, und bei meinem nächsten Besuch in der Hauptstadt buchte ich mir ein Zimmer genau dort: im Hotel Oderberger (das übrigens nach der Straße benannt ist, in der es liegt). Seitdem ist es einer meiner ganz persönlichen „Places to be“ in Berlin, und ich steige fast immer dort ab, wenn ich in der Hauptstadt bin – weil mich dieses Hotel einfach begeistert!

Warum? Hier sind die Gründe!

Die Geschichte. Das Gebäude wurde 1898 als Stadtbad konzipiert und 1902 eröffnet. Bis 1986 schwammen die BerlinerInnen fleißig darin, dann schloss man es aufgrund von Rissen im Beckenboden. 30 Jahre stand es leer – bis die heutige Berliner Besitzerfamilie das Gebäude erwarb und es aufwändig restaurierte. Im Jahr 2016 wurde das Gebäude als Hotel Oderberger wiedereröffnet, 2017 war ich zum ersten Mal dort und seitdem ist es ein wenig mein Berliner Zuhause.

Susanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in BerlinSusanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin - das Schwimmbad

Susanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin - das Schwimmbad

Susanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin - Treppenhaus

Das Schwimmbad. Das muss man sich wirklich mal vorstellen! Ein kleines Berliner Familienunternehmen kauft ein altes Stadtbad, saniert es und macht ein Hotel daraus! Das Schwimmbad ist nach wie vor das Herzstück des Hotels, schon vom Eingang aus blickt man auf den türkisfarbenen Pool und die Neorenaissance-Arkaden. Ich möchte behaupten: In keinem Berliner Hotelpool schwimmt es sich schöner als hier! Übrigens dürfen dort nicht nur Hotelgäste baden – das Schwimmbad ist öffentlich. 

Die Kaminbar. Ungelogen die schönste, die ich kenne! Besonders, wenn an kälteren Tagen der Kamin angeheizt wird. Und die Cocktails? Von klassisch bis extravagant ist alles dabei. Und so lecker! (Am besten Alka-Seltzer einpacken.) Aber auch tagsüber hat man es im Kaminzimmer schön, besonders wenn man in Ruhe arbeiten will. Alternativ kann man sich aber auch in den Salon im ersten Stock setzen und einen Tee trinken. Fehlen nur noch Scones mit Clotted Cream, aber vielleicht kommt das ja noch. 

Susanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin - die KaminbarSusanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin - die KaminbarSusanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin - die Kaminbar

Susanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin - die Kaminbar

Die Zimmer. Die Zimmer (frühere Dusch- und Badekabinen bzw. Dienstwohnungen) sind schlicht eingerichtet, ohne Chichi – aber trotzdem sehr gemütlich. Ich habe bei meinen letzten Besuchen immer eines zur Straße gehabt – und geliebt! Noch mehr „mitten in Berlin“ geht wirklich nicht! Besonders schön ist es im Herbst, wenn sich die Pappeln direkt vor dem Fenster golden färben, oder im Sommer, wenn sich das Morgenlicht in grünen Blättern bricht. Die Fenster sind originale Flügelfenster. Öffnet man sie, blickt man direkt hinein ins lebendige Berliner Straßenleben!

Susanne Ackstaller Texterella im Hotel Oderberger in Berlin - die Zimmer

Die Umgebung. Was soll ich sagen: einfach perfekt! Man ist mittendrin in Prenzlauer Berg, nur ein paar Meter entfernt von der Kastanienallee mit all ihren Restaurants, kleinen Geschäften und Cafés! Mit gutem Schuhwerk ist auch Berlin Mitte zu Fuß erreichbar. Wenn ich Zeit habe, laufe ich die Strecke immer. Man sieht so viel mehr, wenn man Städte zu Fuß erobert! 

Apropos Umgebung: Ich habe dir ein paar meiner Highlights in Prenzlauer Berg aufgeschrieben. 

Restaurants. Die Gegend rund um das Hotel ist geradezu gepflastert mit guten Lokalen und Cafés! Viele davon sind auch erstaunlich günstig. Beim vietnamesischen Lokal schräg gegenüber vom Hotel habe ich schon häufiger gegessen und war immer zufrieden. Bei meinem letzten Besuch habe ich außerdem das persische Streetfood-Lokal „Aftab East“ entdeckt, in dem Safranreis-Bowls serviert werden. Fand ich ebenfalls sehr lecker! Einen tollen Blick über Prenzlberg, so verriet mir eine Kollegin, hat man übrigens von „Deck 5“, einer Rooftop-Bar bzw. einem -Restaurant in den Schönhauser Allee Passagen. 

Geschäfte. Schwierig, da eine Auswahl zu treffen! Es gibt einfach zu viele schöne kleine Läden. Ketten hingegen trifft man in Prenzlauer Berg gar nicht an. Vintage-Stores, charmante Buchläden, Boutiquen etc. säumen die kopfsteingepflasterten Gehwege. Wer die Nase voll hat von H&M, Douglas, Zara und Co., wird sich hier mit Sicherheit wohlfühlen. (Noch mehr Ladentipps – nicht nur für Prenzlauer Berg – gibt Patricia Schmidt-Fischbach in „111 Geschäfte in Berlin, die man gesehen haben muss“. Das Buch ist schon ein paar Jahre alt, nicht alle wird es noch geben, trotzdem lesenswert!)

Susanne Ackstaller Texterella unterwegs in Prenzlauer BergSusanne Ackstaller Texterella unterwegs in Prenzlauer Berg

Susanne Ackstaller Texterella unterwegs in Prenzlauer BergSusanne Ackstaller Texterella unterwegs in Prenzlauer Berg - jüdischer Friedhof

Susanne Ackstaller Texterella unterwegs in Prenzlauer Berg - Fernsehturm

Sehenswürdigkeiten. Ich genieße es sehr, mich einfach durch das Viertel treiben zu lassen. So bin ich, durch Zufall, auch beim Jüdischen Friedhof gelandet, den man besichtigen darf. Die Stimmung dort ist sehr ruhig (obwohl außerhalb der Mauern die belebte Schönhauser Allee vorbeiführt), fast schon mystisch. Ein Ruhepol, für jeden, der Friedhöfe mag. Meine Kollegin Gundula Schmidt-Graute (sie ist Stadt-, Gebäude- und Museumsführerin in Berlin) hat mir außerdem noch folgendes verraten: „Zwischen Knaakstraße 39 und 42 an der westlichen Seite des Kollwitzplatzes befindet sich eine geschlossene Metalltür, in der zwei Davidsterne eingeschnitten sind. Das sind Gucklöcher. Dahinter ist der so genannte „Judengang", ein 400 m langer Weg zum Hintereingang des Jüdischen Friedhofs. Angeblich mussten jüdische Beerdigungsgesellschaften diesen Weg nehmen, weil sich die preußischen Könige gestört gefühlt hätten, wenn sie die Schönhauser Allee zum Haupteingang gegangen wären.“

Vielleicht habe ich dir jetzt ja Lust auf Prenzlauer Berg gemacht, überhaupt auf meine Herzensstadt Berlin. Und falls du im Oderberger (Oderberger Straße 57–59, 10435 Berlin) absteigst: Grüß schön von mir. Und hab ganz viel Spaß! 

Deine Tipps und Empfehlungen rund um Berlin und Prenzlauer Berg sind übrigens sehr willkommen! 

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Fotos: Martina Klein, Susanne Ackstaller, Pressefotos Hotel Oderberger

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