Texterella durchsuchen

Das kleine Glück.

Winterglück, Soulfood und neue Pläne.

Als ich vor rund zehn Tagen von dem Polarwirbel las, der uns einen besonders frostigen Winter bescheren sollte, konnte ich nicht begeisterter sein! Ernsthaft: Es gibt fast nichts Schöneres für mich als einen kalten und tief verschneiten Winter. (Außer einem goldenen Herbst natürlich, einem lauen Sommerabend auf unserem Holzbalkon und der Sommerurlaub an der See. Oder eine Novembernacht, in der der Sturm ums Haus weht und Regen aufs Dachfenster trommelt. Nur den Frühling – auf den alle so stehen – mit seinem matschigen Tauwetter mag ich nicht so gern. Außer wenn der April so warm ist, dass ich in meiner Lieblingspatisserie draußen sitzen und Macarons essen kann … dann ist auch Frühjahr erlaubt.)

Tatsächlich fing es kurze Zeit später an zu schneien. Und schneite. Und schneite. Und schon war die Welt in dieses strahlend helle Winterlicht getaucht, das einfach gute Laune macht. Eine Welt, die von einer unschuldigen weißen Schneeschicht bedeckt ist … die muss einfach in Ordnung sein. (Ist sie nicht, natürlich nicht, aber für einen dankbaren Moment, oder zwei, oder ein paar Tage fühlte es sich einfach so an.)

Allerdings treffe ich auch immer wieder auf völlig verblüffte bis entgeisterte Reaktionen: „Wie, du magst Kälte und Schneeschaufeln?“ Nun, fürs Schneeschaufeln ist praktischerweise der Mann zuständig, und wenn Kälte nicht bedeutet, dass die Heizung ausfällt (was bei unserer Pelletsheizung leider fast jeden Winter pünktlich zur Weihnachtspause unseres Sanitärbetriebs der Fall ist), ja, dann mag ich Kälte durchaus. 

Winter ist aber noch viel mehr. Winter ist für mich …

Langsamkeit:

Wenn es draußen schneit, nehme ich aus meinem Leben ganz automatisch die Geschwindigkeit heraus. Alles geht ein bisschen langsamer, gemütlicher. Hektik und Schnee, das passt einfach nicht zusammen. Abends mache ich den Computer früher aus, schnappe mir einen der vielen Reise-Bildbände, die auf mich (und bessere Zeiten) warten. Oder einen Roman. Oder schalte eine Serie an. Wer so selten wie ich den Fernseher anschaltet, für den ist ein Filmabend im heimischen Wohnzimmer fast wie Kino! (Gerade versuche ich mich am gehypten „Bridgerton“ – bin allerdings bislang mäßig begeistert!? Was meinst du dazu?)

Soulfood:

Ich koche ja sehr gerne, und im Winter noch lieber als sonst. Bei Minusgrade wärmt Selbstgekochtes einfach besonders gut. Nein, da kann kein Lieferdienst ran! Ich liebe scharfe Gemüsecurrys, Ofenraclette mit Gürkchen und Speck, Gulasch, das den ganzen Vormittag köchelt, damit es mittags auf der Zunge zerfällt. Ofenwarmes Bananenbrot nach einem langem Winterspaziergang. Oder die Spagetti mit würzig-scharfer Linsenbolognese, die es heute bei uns gab. (Jetzt habe ich Hunger. Du auch?)

Kamin und Kerzen:

Als unsere Kinder klein waren, haben wir unseren Kamin nie angeheizt – vor lauter Angst eines von den Dreien könnte sich verbrennen. Dann dauerte es noch ein paar weitere Jahre, bis ich merkte: Die Kinder sind gar nicht mehr so klein. Aber dann ging’s los: Der Kamin brennt bei uns ab Herbst fast täglich. Manchmal setze ich mich bereits nachmittags mit dem Laptop davor. Nun hat natürlich nicht jeder einen offenen Kamin, ich weiß das. Aber ich finde Kerzen (ein Teelicht reicht da natürlich nicht, es müssen schon ein paar unterschiedlich große Stumpenkerzen sein!) genauso schön. (Naja, fast.) 

Pläne schmieden.

Die Winterzeit ist die beste Zeit zum Pläne schmieden. Das Jahr ist noch frisch und alles scheint möglich. 365 Tage voller Versprechen, die vor einem liegen. Dieses Jahr ist natürlich anders, aber schön wird es trotzdem werden. Letzlich ist vieles (nicht alles!) ja auch eine Frage der Einstellung. (Heißt: Ich kann entweder ständig mit Dingen hadern. Oder sie annehmen und das Beste daraus machen.) Trotzdem habe ich mir selbst versprochen, für 2021 keine Pläne zu machen. Es kommt, wie es kommt. Als mir gestern eine Freundin allerdings erzählte, sie würde 2022 vielleicht an der Universität in Reykjavik für zwei Wochen hospitieren – habe ich kurzerhand beschlossen, mitzukommen. Allein schon auf die Anreise freue ich mich, ohne Flugzeug, sondern mit Zug und Fähre. Doch, das geht. Mit etwas Zeit und Geduld. 

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass der Winter noch ein bisschen bleibt. Bitte bitte danke. Gestern gab es Regen, da hatte der Polarwirbel wohl seinen freien Tag. Aber fürs Wochenende sind weitere Schneeflocken angesagt!

Wie winterlich ist denn bei dir der diesjährige Winter? 

PS: Mein Jüngster meinte übrigens am Wochenende: „ Mama, in diesem Winter sind die Menschen besser gelaunt - weil der Schnee die Tage so hell macht!" Wisster Bescheid! :-)

PPS: Wie fandest du (neben der insgesamt sehr berührenden Inauguration gestern)  Lady Gagas Kleid? Ich fand es ja ziemlich Texterella ... ;-) Fantastisch gesungen hat sie natürlich auch.

***

Fotos: Susanne Ackstaller.

***

Vielleicht magst du mein Blog abonnieren, dann verpasst du keinen Beitrag mehr! Geht ganz schnell: Mail-Adresse eintragen, absenden und – ganz wichtig!! – den Link in der Bestätigungsmail, die dir im Anschluss zugestellt wird, anklicken. Manchmal versteckt sich diese Mail im Spamfilter. Aber ohne Verifizierung, keine Texterella-Mail! :-) Dass ich mit deiner Adresse keinen Unfug betreibe, du dich auch jederzeit wieder abmelden kannst und dass dieser Service natürlich absolut kostenlos ist, muss ich sicher nicht extra dazusagen. Ich freue mich auf dich!

933 6 Das kleine Glück., 50+ Lifestyle 21.01.2021   winterzauber, winterlust, winter 2021, lebensfreude

6 Kommentare

 

Das könnte dir auch gefallen

Texterella abonnieren

Texterella abonnieren