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Dienstag, 25. Juli 2017 um 06:00 Uhr

Was Texterella liest. Wenn sie nicht gerade schreibt.

Als Kind war ich eine große Leserrate. Mindestens einmal pro Woche zog es mich in die Stadtbücherei .... ich glaube, ich habe sie komplett leer gelesen. Ebenso die Bücherwand meiner Mutter: Von Angélique (kicher – kennt das sonst noch jemand?) über Mord im Orientexpress bis Kristin Lavranstocher war alles dabei und wurde alles gelesen. Ach was: verschlungen!

Was texterella liest, wenn sie nicht gerade schreibt.

Dann kam das Internet.

Plötzlich verbrachte ich die Abende chattend oder auf Facebook oder mit meinem Blog (ich blogge ja schon seit 2002) – und nicht mehr mit einem Buch auf der Couch. Das bedaure ich bis heute, denn es gibt wohl nichts entspannenderes als in einem guten Buch zu versinken. Das ist mir ein wenig abhanden gekommen, leider.

Im Bett vor dem Einschlafen lese ich allerdings bis heute gerne, wenn auch nicht mehr so stundenlang, wie ich mir das wünschen würde. Ich bin einfach zu müde! Aber ohne Lesen einschlafen? Das geht gar nicht!

Auch wenn ich nicht mehr so viel lese wie früher: Büchersüchtig bin ich immer noch. Ich liebe es in Buchhandlungen zu schmökern oder auf Amazon einzukaufen. Ich liebe die Bücherstapel, die überall im Haus verteilt sind. Ich liebe Regale voller Bücher, sei es Bildbände, Ratgeber, Romane ... hach.

Was ich gerade auf dem Nachttisch habe, ist ein bunte Mischung aus Belletristik und Fachbuch. Und Instagram. ;-)

Zunächst das Buch, das mich in den letzten Monaten am meisten bewegt, erschüttert und fasziniert hat: Das Ende von Eddy* – von Edouard Louis. Der (autobiographisch inspirierte) Roman erzählt von Eddy und seinem Leben im Norden Frankreichs. Vom Aufwachsen in einfachsten Verhältnissen, als homosexueller Junge in einer Gesellschaft, die dafür wenig Verständnis oder Toleranz aufbringt. Sehr authentisch, sehr berührend, sehr lesenswert.

Dann: Den Teufel im Leib.* Von Raymond Radiguet. Wieder schreibt hier ein junger heranwachsender Franzose – allerdings stammt das Buch aus dem Jahr 1923. Geschrieben hatte es der damals 17-jährige Raymond, bevor er sich mit nur 20 Jahren im Erscheinungsjahr seines Buches umbrachte. Das Buch erzählt von der skandalösen Liebe eines 14-Jährigen zu der drei oder vier Jahre älteren Marthe. Die verheiratet ist. Puh. So ein Inhalt verspräche auch heutzutage noch reichlich Zündstoff. (Bei Hoffmann & Campe ist der Roman in einer neuen Übersetzung erschienen.)

Meine liebe Freundin Biggi hat ein Buch geschrieben. Es ist ein außergewöhnliches Buch. „Wir sehen alle denselben Mond“* handelt von einem Familiennachzug aus Syrien, der trotz aller unglaublicher Widerstände doch gelingt. Obwohl ich das Buch noch nicht gelesen habe, so weiß ich bereits jetzt: Es ist ein Muss für jeden, der in der Flüchtlingshilfe engagiert ist. Aber auch für alle, die sich grundsätzlich dafür interessieren, was die Menschen bewegt, die nach schwerer Flucht in Deutschland gelandet sind – oftmals ohne Familie. Es ist ein Buch für alle Menschen mit offenem Herzen. Das Buch ist übrigens zweisprachig erschienen: deutsch und arabisch. Danke, dass du diesen ganzen Wahnsinn aufgeschrieben hast, liebe Biggi!

Instagram hat ein bisschen was von Geheimwissenschaften. Wer zu welcher Uhrzeit mit welchen Hashtags die meisten Likes abkriegt ... darüber zerbrechen sich tagtäglich viele Instagrammer ihren Kopf. Ich ehrlich gesagt auch (ein bisschen), denn natürlich möchte auch ich gesehen und geliked werden. Ja, ich bin ehrlich – ich freue mich über jedes einzelne Herzchen und über jeden Kommentar! (Jetzt wäre übrigens der passende Moment mir auf Instagram zu folgen, falls du es nicht bereits tust. ;-)) So, und deshalb habe ich gleich zwei Bücher rund um Instagram in meinem To-be-read-Regal stehen: Read this if you to be instagram famous* und Capture your style*. Falls ich also demnächst Caro Daur Konkurrenz mache, weißt du Bescheid! :-D

Style-Guides kann ich sowieso kaum widerstehen. Und wenn dann noch die Worte „Paris“ oder „Pariser Chic“ vorkommen, wird’s gänzlich unmöglich. Ines de la Fressange zeigt in ihrem neuen Buch „Was ziehe ich heute an?”* Outfits für jeden Anlass – etwa, wenn man mit der Großtante Essen geht oder zu einem romantischen Dinner in den Bergen eingeladen ist. Oder mit anderen Mamas am Sandkasten sitzt! Alles wie aus dem richtigen Leben also! Hier wird wirklich nichts ausgelassen. Auch das Picknick am Strand nicht. Dazu empfiehlt Ines übrigens eine Strohtasche. Sag ich doch!

Last but not least: Das Kleiderschrank-Projekt.* Von Anuschka Rees. Konkret geht es darum, wie man die ganzen Klamotten loswird, die man sowieso nie trägt. Und während ich das so niederschreibe, frage ich mich: Was ist daran eigentlich so schwer, dass sogar 270 Seiten dicke Bücher zu diesem Thema erscheinen müssen? Tja, dieses Rätsel werde zumindest ich nie lösen, denn ich bin ja selber eine, die sich mit dem Ausmisten von Klamotten sehr schwer tut – selbst wenn ich schon 15 Jahre und drei Kleidergrößen rausgewachsen bin. Genau da hilft Anuschka Rees’ Buch. Hoffe ich zumindest. (Ich werde berichten.)

Übrigens, fast hätte ich es vergessen zu erwähnen: Ich habe gestern das erste Kapitel an meine Lektorin geschickt. Huch. Hoffentlich mag sie es! Trotzdem: Yeah!

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Dienstag, 25. Juli 2017 um 06:00 Uhr