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Dienstag, 31. Oktober 2017 um 06:00 Uhr

Von Weltempfängern und Heimatgefühlen. Was mich beim Verreisen glücklich macht.

Mein Reise-Gen habe ich von meiner Mutter geerbt. Und die wiederum hat es von ihrem Vater. Dessen Traum war es, einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn einmal durch Russland bis ins ferne China zu fahren ... ein Wunsch, aus dem in der Nachkriegszeit leider nie etwas geworden ist. Aber er hatte seinen Weltempfänger. Ich sehe meinen Opa noch heute ein wenig gebückt davor sitzen, wie er sich via Kurzwelle die Welt ins Haus holte und begeistert war, wenn er eine neue, ferne Radiostation empfing und die Frequenz in einem kleinen Büchlein notieren konnte. Mit seinem Radio sitzend reiste er um die ganze Welt.

Der Eiffelturm - gesehen vom Tour Montparnasse aus. Foto: Susanne Ackstaller.

Ich hatte Glück, in einer Zeit geboren zu sein, in der das Reisen sehr viel einfacher war. Schon als Teenager wollte ich die Welt sehen und war begeistert, als ich als Austauschstipendiatin ein ganzes Jahr in den USA leben und dort die Schule besuchen durfte. 15 war ich und Mississippi ganz anders, als ich mir die USA vorgestellt hatte. Nach zwölf Monaten war ich sehr froh wieder daheim zu sein, in meinem (so viel toleranteren und liberaleren) Heimatland. Überhaupt „Heimat“ – erstmals wurde mir klar, was dieses Wort bedeutet.

Als Studentin ging es dann via Interrail nach Griechenland, Finnland und in die Türkei – bis zum Vansee in Ostanatolien. Tagelange Zugreisen, das Leben aus dem Rucksack, Schlafen auf dünnen Isomatten ... komfortabel waren die Reisen nicht, aber hey, ich war Anfang 20 und mir gehörte die Welt! Und die reichte sogar bis Australien: Drei Monate verbrachte ich für ein Praktikum in Melbourne – und so aufregend diese Zeit war und so sehr ich sie genoss, so schön war es für mich zurückzukehren und wieder daheim zu sein.

Dieses Heimatgefühl habe ich seitdem viele Male erlebt: Ich verreise mit sehr großer Begeisterung, Neugier und Vorfreude, liebe es in fremden Ländern unterwegs zu sein, kann es kaum erwarten, neue Städte zu erkunden – und komme mit ebenso großer Freude wieder nach Hause. Gott sei dank, anders wäre es ja auch zu traurig. Wegfahren ist schön, heimkommen aber auch. Um sich dann auf die nächste Reise vorfreuen – nicht, weil es daheim nicht schön wäre, sondern weil die Welt da draußen so spannend ist!

Verreist du gerne? Oder bleibst du lieber daheim? Erzähl doch mal!

Foto: Susanne Ackstaller. Bitte nutzen Sie meine Fotos nicht ohne meine Erlaubnis.

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Dienstag, 31. Oktober 2017 um 06:00 Uhr