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Donnerstag, 12. April 2018 um 06:00 Uhr

#texterellagoesirland: Freiheit, die ich meine. (Und was Hot Chocolate damit zutun hat.)

Freiheit. Ein Wort wie eine Weltumseglung. Wie Tun oder auch Lassen können und in den Tag hineinleben, wie Unabhängigkeit vom Alltaggedöns, am Strand entlang in den Sonnenuntergang laufen ... Denke ich an Freiheit, habe ich ein Kino im Kopf, das einen Abend füllen würde. (Und dabei geht es nicht mal um die politischen Aspekte, sondern nur meine persönliche Freiheit.)

Aber ganz ehrlich: Wie viel von dieser Freiheit haben wir tatsächlich in unserem Leben? Wer von uns ist denn frei von Alltagszwängen und seinen Notwendigkeiten, wer kann tatsächlich tun und lassen, was er will? Wer läuft schon am Strand entlang in Richtung Sonnenuntergang ...? Da sind der Job, die Familie, das Hamsterrad, in dem wir unterwegs sind. Wir alle, ich auch – denn obwohl ich als Selbstständige einerseits sehr frei bin, so bin ich gleichzeitig wieder in andere Zwängen eingebunden.

Was ist eigentlich Freiheit? Ich habe mir Gedanken gemacht, was Freiheit für mich bedeutet!

Ich gebe zu, dass ich lange damit gehadert habe, dass ich ab einem gewissen Punkt in meinem Leben nicht mehr so frei war, wie ich es eigentlich sein wollte. Da waren die erste Festanstellung, Familiengründung, Hausbau ... Wie oft habe ich mich in den letzten zwei Jahrzehnten nach dieser (vermeintlich?) „großen Freiheit” gesehnt, nach Tun und lassen können, wie es mir beliebt. Und vor allen Dingen nach der weiten Welt. Nach Reisen! Was nicht ging, denn ich hatte einen Mann, drei Kinder, drei Katzen und Kunden – die wären alle wenig begeistert gewesen, wenn ich plötzlich auf Weltreise gegangen wäre. ;-) Selbst kleinere Trips waren schon ein großer organisatorischer Aufwand (und wären ohne meinen Mann überhaupt nicht zu schaffen gewesen).

Interessanterweise hat der Wunsch nach der sprichwörtlichen Weltreise in den letzten Jahren aber nachgelassen. Jetzt, wo die Kinder selbstständig und ich damit unabhängiger werde, jetzt wo meine neue Freiheit tatsächlich da ist – jetzt bedeutet Freiheit für mich plötzlich etwas Anderes:

Was ist eigentlich Freiheit? Ich habe mir Gedanken gemacht, was Freiheit für mich bedeutet!

Was ist eigentlich Freiheit? Ich habe mir Gedanken gemacht, was Freiheit für mich bedeutet!

Was ist eigentlich Freiheit? Ich habe mir Gedanken gemacht, was Freiheit für mich bedeutet!

1. Ich selbst sein zu dürfen.

Das ist für mich die größte Freiheit von allen. Mich so nehmen, wie ich bin. Und mich auch so zeigen. Ja, auch mal mit Brille und Doppelkinnchen – und nicht so aufgehübscht wie sonst hier im Blog. Sich frei machen von dem „Was denken die Anderen, die Leserinnen, die Kolleginnen?“ – und einfach das eigene Ding machen. Die gepflegte „Mir doch wurscht!“-Attitude kultivieren, wenn es darum geht, was die 50plus-Frau tut oder trägt. Pffft – who cares?! Sich trauen, anders zu sein und zu seiner Haltung zu stehen. Ja, das ist für mich wahre, weil innere Freiheit und so viel wichtiger als die große weite Welt.

2. Um Ecken schauen.

Es ist so bequem, den eigenen Radius nicht zu verlassen und über die Nasespitze nie hinauszuschauen. Es ist so einfach, immer denselben Weg zu nehmen und nie die Straßenseite zu wechseln. Nie abzubiegen, sondern immer nur geradeaus zu gehen. Nie anzuhalten, nie den Blick schweifen zu lassen, nie um Ecken zu blicken, weil daheim schon das Vorabendprogramm wartet, oder der „Tatort“. Ja, einfach ist das schon ... aber ist es auch erfüllend und inspirierend, das Leben wie eine stete, gerade Linie vor sich zu sehen? Ich zumindest mag es gerne kurvig und hügelig, und komme auf meinem Lebensweg auch gerne mal außer Atem. Und freue mich, wenn mich ein unerwarteter Ausblick hinter der nächste Ecke staunen lässt. Und ja, diese Freiheit hat auch wieder ganz viel mit Mut zu tun. Weil: Freiheit ohne Mut gibt es nicht.

Was ist eigentlich Freiheit? Ich habe mir Gedanken gemacht, was Freiheit für mich bedeutet!

Was ist eigentlich Freiheit? Ich habe mir Gedanken gemacht, was Freiheit für mich bedeutet!

3. Neugierig sein und offen bleiben.

Wir drei von #texterellagoesirland hätten zum Beispiel einfach weiterfahren können, aber wir waren neugierig, was es mit dem kleinen Wohnwagen mitten im irischen Nirdgendwo auf sich hatte. Und so haben wir angehalten – und haben so den zauberhaftesten Imbiss Nordirlands kennen gelernt (maegden.com, falls du mal an der irischen Nordküste in der Nähe von Giants Causeway unterwegs bist). Und die beste Hot Chocolate mit Marshmallow PLUS Caramel getrunken. Wir haben mit wildfremden Menschen gelacht und gescherzt und Erinnerungen geschaffen. Vielleicht sogar zur Völkerverständigung beitragen, wer weiß! Freiheit ist für mich, sich auch als Erwachsene eine kindliche Neugier zu erhalten und sich Zeit für Begegnungen zu nehmen.

Was ist für dich Freiheit? Und wie lebst du sie? Das würde mich wirklich interessieren! :-) Vielleicht nimmst du dir ein bisschen Zeit, mir deine Sicht zu schreiben! Sonst ist das hier so einbahnstraßig! :D

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Fotos: Martina Klein | stillsparkling.de
Beratung: Mary-Ellen Rudloff | SALUT Communications

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Donnerstag, 12. April 2018 um 06:00 Uhr