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Dienstag, 25. April 2017 um 06:00 Uhr

Texterella schreibt ein Buch: Im Wechselbad der Gefühle.

Was für eine Woche! Aufregend, toll – und nah am Verzweifeln!

Die Resonanz, die ich im Blog, auf Facebook und noch anderen Ecken des Internets auf mein Kick-off-Posting erhalten hatte, war so überwältigend, so berührend, so motivierend, dass ich am letzten Dienstag wie auf Wolken schwebte und mich schon auf der Spiegel-Bestseller-Liste sah. Soweit man da mit einem Buch in Kleinauflage zum Thema Geschäftsberichte landen kann ... ;-)


Texterella schreibt ein Buch und warum ich nach der ersten Woche so verzweifelt war


Ich war voller Elan. Und unglaublich enthusiastisch! Abends konnte ich kaum einschlafen, morgens war ich um 4.30 Uhr wach. Es kribbelte in meinen Fingern und in meinem Kopf wirbelten Buchstaben und Sätze. In Gedanken schrieb ich an mehreren Kapitel gleichzeitig. Beziehungsweise: Eigentlich hatte mein Kopf schon alles formuliert – ich musste diese Texte nur noch abschreiben.

Hallo Schreib-Flow, bitte melden!

Aber kaum setzte ich mich vor den Computer ... verdrückten sich all die schlauen Gedanken und perfekt formulierten Sätze – und ließen mich ganz allein zurück. Ich schrieb drei Zeilen, befand sie für blöd und banal, löschte sie wieder. Kochte Tee, schaute bei Facebook vorbei, räumte die Spülmaschine aus, schrieb wieder drei Zeilen, löschte auch die, kochte noch mehr Tee, schaute wieder bei Facebook vorbei, räumte die Spülmaschine ein – und fühlte mich wie eine Versagerin. Nein, noch schlimmer: eine Versagerin, die ihr Scheitern in einem Blog auch noch öffentlich dokumentiert. So blöd muss man erst mal sein! Wer ist denn nur auf die Idee mit #texterellaschreibteinbuch gekommen?

Texterella schreibt ein Buch und warum ich nach der ersten Woche so verzweifelt war

Wer ist denn nur auf die Idee mit #texterellaschreibteinbuch gekommen?

Immerhin, die Gliederung hatte ich schon. Die war Bestandteil des Vertrages, und jetzt gab sie mir Halt und Orientierung. Und so beschäftigte ich mich bis zum Wochenende damit, das Kapitel ausfindig zu machen, das mir „am einfachsten“ (haha!) schien – und versuchte so den Kreislauf aus Schreiben, Löschen und Verzweifeln zu durchbrechen. Sehr geholfen hat mir auch der Rat einiger erfahrener Autorenkolleginnen: Erst mal einfach zu schreiben – ohne groß nachzudenken und den Text gleich wieder kritisch über den Haufen zu schmeißen. „Überarbeiten und löschen kannst du später! Jetzt musst du erst mal in den ‚Flow’ kommen“, so der Tipp.

Texterella schreibt ein Buch und warum ich nach der ersten Woche so verzweifelt war

Was soll ich euch sagen: Das hat funktioniert. Zwei Seiten stehen hier nun – von geplanten 150. Ich will jetzt mal lieber nicht die Rechnung anstellen, wie lange ich für den Gesamtumfang brauche, wenn ich für die ersten zwei Seiten schon eine Woche ... Nein, darüber denke ich jetzt nicht nach. Sondern schreibe einfach weiter.

Wir lesen uns dann nächste Woche am Buchdienstag wieder! Mit hoffentlich ein paar mehr Seiten, oja!

PS: Barbara hat einen tollen Beitrag zum Thema Schreiben veröffentlicht, in dem es genau darum geht: in den „Schreib-Flow“ zu kommen. Sehr hilfreich, falls du womöglich auch gerade den Weißes-Blatt-Koller hast!

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Fotos: Eva Ackstaller.