Ausdruck von: http://www.texterella.de/mode-text.php/lifestyle/comments/instagram-und-die-suche-nach-dem-perfekten-bild.-oder-wo-ist-eigentlich-der
Dienstag, 28. November 2017 um 06:00 Uhr

Instagram und die Suche nach dem perfekten Bild. Oder: Wo ist eigentlich der Spaß geblieben?

Kürzlich habe ich auf meinem Instagram-Account zu meinem allerersten Post hinuntergescrollt. Ich musste sehr lange scrollen, denn ich bin schon sehr lange auf Instagram – seit dem 17. März 2011, um genau zu sein. Ja, 2011! Eine digitale Ewigkeit ist das her, ja, irgendwann zwischen Second Life und Snapchat … in der Ursuppe von Social Media quasi. Noch bevor die Stars und Sternchen am Insta-Himmel aufgingen und sie zu weltverändernden Influencern wurden!

Ja, so lange bin ich schon dabei.

Ich habe ein wenig gestaunt: Wie einfach die Bilder damals waren, und wie simple die Filter. Eine ganz andere ästhetische Welt – weit entfernt von den heute so ausgefeilten Feeds, bei der die Farbwelten der einzelnen Bilder aufeinander abgestimmt sind und in einander übergehen. In denen Instabilder nicht einfach mit dem Smartphone gemacht, sondern mit Vollformat-Kameras und nachbearbeitet hochgeladen werden – und es sogar Bücher (gar nicht mal wenige) gibt, die sich mit dem perfekten Instagram-Feed beschäftigen.

Instagram gestern und heute: Simple Farbfilter versus Perfektion

Das ist einerseits toll, weil auf manchen Accounts so unfassbar schöne Fotos zu sehen sind, die mir wirklich den Atem rauben und mich verweilen lassen. Andererseits macht es mich traurig, dass auf Social Media alles zum „Business“ verkommt. Nicht geschieht mehr spontan, alles ist strategisch geplant und auf die maximale Rendite ausgerichtet. Ohne „Marke“ geht gar nichts mehr, alles muss perfekt sein und auf den Algorithmus ausgerichtet – und nicht nur bei Instagram, auch bei Facebook und Pinterest.

Überhaupt: der Algorithmus! Ja, der böse Algorithmus bringt alles durcheinander und versaut gerne mal die Statistik. Schlimm ist das – da hat man dann doch glatt bei 500.000 Followern nur noch 20.000 Likes unterm Bild, statt der sonstigen 25.000! Ka-ta-stro-phe! Immerhin eine, bei der ich mich entspannt zurücklehnen kann. Ein Star wird ohnehin keiner mehr aus mir, nicht mal ein Sternchen. Was okay ist, denn so muss ich nicht ständig auf meine Statistik schielen und das nächste Bild nicht nach seinen Erfolgschancen aussuchen. Ich muss nicht ständig kommentieren, liken, Insta-Storys produzieren. Ich kann einfach „ich“ sein auf Instagram und dort tun und lassen, was ich mag.

Der böse Algorithmus!

Apropos Star: Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mir mein Mann kürzlich erzählte, die Teenage-Tochter eines guten Freundes habe auf Instagram 200.000 Follower! Zweihundertausend! Und das, wo sie vermutlich noch in der Grundschule war, als ich schon meine ersten Insta-Bilder postete! Tja, irgendwas läuft bei mir wohl doch falsch auf Instagram. ;-)

Vielleicht könnten wir alle einen Schritt zurücktreten – um zu sehen, was Instagram wirklich ist bzw. war: ein Netzwerk, um die Freude an schönen Momenten zu teilen. Eine Plattform, um Lebenslust in Bilder zu fassen! Eine Möglichkeit, mehr zu sehen von dieser Welt. Vielleicht könnten wir den Hype und den Algorithmus und das Business einfach mal vergessen ... und ganz simpel wieder mehr Spaß mit Instagram haben.

***

Bist du auch auf Instagram? Dann nenne mir doch deinen Account im Kommentarfel (ich bin „textelle”)! Und natürlich bin ich auch gespannt auf deine Meinung zum Thema Instagram!

***

Texterella per Mail abonnieren? Hier geht’s zu meinem Mail-Verteiler!  Nicht vergessen, dass du die Anmeldung noch durch einen Klick bestätigen musst!


Dienstag, 28. November 2017 um 06:00 Uhr