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Freitag, 08. September 2017 um 06:00 Uhr

„Initiative Schmerzlos“: Warum Kopfschmerz so hilflos macht. Oder vielleicht doch nicht.

Da ist er wieder. Der Schmerz. Der Kopfschmerz, der mich schon so lange begleitet, dass ich mich gar nicht mehr erinnern kann, wann es begann, dieses Aufwachen mit pochenden Schläfen.

Es gibt keine Ankündigung, nichts, was mich vorwarnt. Plötzlich ist er da. Hämmert von innen gegen meine Schädeldecke, zieht sich hinunter bis in den Magen, der mit Übelkeit reagiert. Lähmt mich und meine Gedanken, macht einen halbwegs normalen Tagesablauf schier unmöglich.

Kopfschmerz ist grausam.

Auch mein Kind ist betroffen. Ein Kopfschmerz-Opfer. Das tut zusätzlich weh, weil ich ja weiß, wie es sich anfühlt, wenn das Gehirn zu brennen scheint. Da tröstet es auch nicht, wenn Studien besagen, dass Kopfschmerzen bei Jugendlichen durch Alkohol, Zigaretten und wenig Bewegung gefördert werden – denn das eigene Kind treibt leidenschaftlich gern und viel Sport, raucht nicht, trinkt nicht. Nein, es gibt keinen Trost, nur Mitleid(en).

Und die Frage: Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn ich mir bei Kopfschmerzattacken doch selbst kaum helfen kann?

Der Wirkstoff Ibuprofen ist seit Jahrzehnten tatsächlich das einzige, das mir zuverlässig hilft. Natürlich wäre es schön, wenn ein Spaziergang an frischer Luft ausreichen würde, oder ein kleines Schläfchen, ein Nachmittag auf der Couch. Tut es aber nicht, zumindest nicht, wenn der Schmerz so dumpf, pochend und stark ist, dass ich es kaum zum Medizinschrank schaffe.

Bei meinem Kind versuche ich es zunächst immer ohne Medikamente. Wer verabreicht schon gerne Tabletten? Selbstverständlich haben wir organische Ursachen ärztlich abgeklärt und bekämpfen den Schmerz erst mal mit „natürlichen“ Mitteln. „Hast du genug getrunken?“ lautet meine erste Frage. Aber wie soll man trinken, wenn der Magen ohnehin schon rebelliert. Klar, die Stirn mit Minzöl einreiben kann helfen – aber eben auch nicht immer. Den Nachmittag im abgedunkelten Zimmer ruhen, sich entspannen, einfach nur nichts tun ist ideal. Aber was, wenn eine Projektarbeit fertig werden muss und Vokabel für die morgige Schulaufgabe wiederholt werden müssen? Was wenn der Schmerz so schlimm ist, das schnelle Hilfe notwendig ist?

Ja, was dann?

Tabletten sind keine Strategie (und keineswegs meine allererste Wahl oder Empfehlung), aber manchmal eben die einzig mögliche Lösung. Ein Rettungsanker. Und ich bin dankbar, dass es diesen gibt. Dankbar, dass ich meinem Kind helfen kann, wenn sonst nichts hilft.

Dankbar, dass wir dem Schmerz nicht nur einfach ausgeliefert sind.

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Für diesen Beitrag wurde ich von der Initiative Schmerzlos bezahlt, auf deren Website sich viele Hintergrundinformationen und Tipps rund um Schmerzbehandlung bei Kindern und Jugendlichen finden. Gekauft wurden aber nur Arbeit und Reichweite, nicht meine Meinung.


Freitag, 08. September 2017 um 06:00 Uhr