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Montag, 12. September 2016 um 06:00 Uhr

Erfolgreicher bloggen – mit Herzblut, Lust und Laune!

„Wie schaffst du es eigentlich, so regelmäßig zu bloggen? Was hält dich bei der Stange?“ Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Oft von Kolleginnen, die sich ein Blog aufbauen möchten. Oder von anderen Bloggerinnen, bei denen es nicht so flutscht. Denn seien wir mal ehrlich: Ein Blog zu starten ist relativ einfach und passiert mit ganz viel Begeisterung und Freude. Das Dranbleiben ist deutlich schwieriger. Nicht selten fragen mich aber auch Leserinnen ohne Blog, wie ich das schaffe. „Behind the scenes“ ist ja immer spannend.

Ehrlich gesagt, manchmal wundere ich mich selber, wie gut das funktioniert, das Dranbleiben, das regelmäßige Bloggen – besonders, weil ich ja nun nicht unbedingt die Disziplin in Person bin. Wie also schaffe ich es, seit mehr als sieben Jahren regelmäßig zu bloggen, und das – vor allem!! – immer noch mit Lust, Laune und Begeisterung?

Erfolgreicher bloggen: Mit Herzblut, Lust und Laune!


Hier sind meine wichtigsten Tipps für dauerhaft erfolgreiches Bloggen:

Das Wichtigste: Herzblut!

Ich glaube, in den letzten sieben Jahren habe ich nie länger als maximal drei Tage hintereinander nicht gebloggt. Einfach, weil ich es gar nicht aushalten kann! Selbst im Urlaub kann ich nicht ohne Texterella sein. Fluch oder Segen? Ich denke, ein bisschen was von beiden. Denn manchmal hätte ich schon gerne „blog-frei“ – allein: Ich schaffe es nicht. Es juckt mich in den Fingern, ich sehne mich nach einer Tastatur, meine Gedanken müssen in dieses Blog, und das ist nicht übertrieben. Wenn es also überhaupt ein Geheimrezept für regelmäßiges Bloggen gibt, dann das: Wähle ein Thema, das dir von ganzem Herzen Spaß und Freude macht. Das dich wirklich bewegt. Für das du brennst! Mach aus deinem Blog keine Kopfentscheidung – mach es zur Herzenssache. Alles andere wird nicht dauerhaft funktionieren. Weil du dich immer zwingen musst, zu jedem einzelnen Post. Das geht ein paar Monate gut, vielleicht sogar ein Jahr. Aber irgendwann geht dir die Puste aus, dich zu Dingen zu motivieren, die dir keine wirkliche Freude machen. Ich weiß das – aus Erfahrung. Auch ich habe ein paar Blog-Leichen im Keller. Für die hat mein Herzblut einfach nicht gereicht. Leider.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn du dich immer und ständig zum Bloggen zwingen musst, hast du höchstwahrscheinlich nicht das richtige Thema. Hör in dich hinein, hör auf dein Herz! Vielleicht möchtest du eigentlich über etwas anderes schreiben. Vielleicht möchtest du aber auch gar nicht mehr bloggen. Auch das ist okay. Manchmal muss man auch loslassen können (ist nicht leicht, ich weiß das!).

Ideen und Inspirationen.

Yep, ein schwieriges Kapitel. Auch für mich. Und zwar nicht, weil ich keine Ideen habe – sondern, im Gegenteil, weil ich zu viele davon habe. Ständig blinkt es in meinem Kopf auf: „Oh, darüber könnte ich auch mal schreiben!“ oder „Ah, das wäre auch mal eine spannende Geschichte!“ Allein: Auch mein Tag hat nur 24 Stunden und die Blogwoche nur 7 Tage. Was bleibt, ist ein schlechtes Gewissen gegenüber all den spannenden Storys, die ich euch vorenthalten habe. Doof.

Nichtsdestotrotz notiere ich mir möglichst viele meiner Ideen – und zwar (leider) überall. Sie stehen in diversen Notizbüchern, in verschiedenen Apps, auf pocket und bei Evernote. Bei Facebook, da speichere ich mir gerne mal spannende Links aus meiner Timeline ab. Du siehst: Meine Herausforderung sind nicht die Ideen, sondern die Struktur. Irgendwann habe ich deshalb anfangen, den Wochentagen bestimmte Blogschwerpunkte „zuzuweisen“ – eine sehr simple Form eines Redaktionsplanes sozusagen. Die einen mögen es langweilig finden, montags regelmäßig ein Montagsinterview auf Texterella zu lesen (kommt ab Oktober wieder!), am Mittwoch immer was über Mode und am Wochenende ein Wochenend-Wow. Mir hingegen hilft es dabei, mich zu fokussieren und Struktur in meinen Ideenwirrwarr zu bringen. Ich weiß immer genau, welches Thema ich als nächstes vorbereiten muss und kann dann gezielt mein Notizenchaos durchsuchen. Falls du ebenfalls unter einem Ideen-Overkill leidest, könnten Themenwochentage auch für dich eine Idee sein.

Falls du aber eher auf der Suche nach Inspiration bist: Notiere dir deine Ideen und kleine Geschichten sofort, denn sie sind flüchtig. Mach Fotos – von Büchern, die dir begegnen, oder von Zeitungsnotizen. Achte auf die kleinen Dinge, aus ihnen kann man oft tolle Geschichten machen. Nutze pocket oder evernote, um Ideen zu sammeln. Oder Pinterest (damit bin ich leider nie wirklich warm geworden, aber das heißt ja nichts). Das Wichtigste ist: Geh mit offenen Augen durch die Welt und habe vor allem immer ein Notizbuch dabei. Oder ein Smartphone. Und denke nienienie: „Ach, was für ein unsinniges Thema!” Unsinnige Themen gibt es nicht. Geh einfach mal davon aus, dass die Dinge, die dich interessieren, auch deine LeserInnen interessieren. Sonst würden sie dein Blog ja nicht lesen. Jedes Blog hat genau die Leser, die passen und die es verdient. Bei der Auswahl meiner Texterella-Themen frage ich mich deshalb immer: Würde ich selber das gerne auf Texterella lesen? Und nur, wenn ich das bejahen kann, schreibe ich darüber. (Deshalb gibt es hier nie etwas über DIY und Gärten ... ;-))

Mein Nabel der Welt: das Publikum!

Immer wieder lese von Bloggern, die „nur für sich selbst bloggen“. Darüber staune ich jedes Mal wieder. Ich bin da ganz anders: Ich schreibe für mein Publikum. Für dich! Meine LeserInnen sind mein größter Motivator. Die Vorstellung, dass sich Frauen auf dem Weg zur Arbeit, vielleicht im Zug oder in der Straßenbahn, auf ein neues Posting freuen und auf ihrem Smartphone oder Tablet Texterella aufrufen – dieser Gedanke macht mich echt glücklich. Und sorgt dafür, dass ich nachts auch mal länger am Schreibtisch bin, um einen Post fertig zu machen, damit er morgens um 6 Uhr online gehen kann. Meine LeserInnen sind der Grund, dass ich mir heute schon Gedanken mache, was ich am nächsten Freitag veröffentliche. Und dass ich heute Abend mit meiner Tochter nach Freising zum Fotografieren fahre. Publikum ist wichtig, für jeden Blogger – da lasse ich mir von niemandem das Gegenteil erzähle. Das bedeutet: Geh hinaus in die (digitale und analoge) Welt und erzähl ihr von deinem Blog!

Social Media: Alle Bloggerkolleginnen in meinem Umfeld haben einen bestimmten Kanal, der für sie besonders gut funktioniert. Meiner ist Facebook. Bei anderen ist es Pinterest oder Instagram. Oder auch twitter. Ich generiere über Facebook die meisten Zugriffe. Aber auch twitter und instagram sind nicht unwichtig. Auf twitter teile ich einen neuen Post sogar zwei oder dreimal, damit er in der flüchtigen Timeline mehr Sichtbarkeit erzielt. Auf Instagram setze ich den neuesten Post als Link in die Bio. Kleiner Aufwand – große Wirkung. Natürlich ist das „Promoten“ eines neuen Posts immer eine Abwägung zwischen Nutzen und Nerven: zu viel Posterei und Verlinkerei nervt deine Zielgruppe, zu wenig sorgt für zu wenig Sichtbarkeit. Es ist eine ewige Gratwanderung, für mich auch noch nach sehr vielen Jahren.

Vernetzen: Ich bin ein sehr großer Fan von Networking – deshalb liebe ich das Internet, das Netz der Netze, auch so sehr. Viele mittlerweile sehr gute Freundinnen habe ich über Networking online kennengelernt. Dabei gilt für mich immer das Grundprinzip: First give, then take. Heißt: Gehe erstmal in Vorleistung. Ich bin deshalb großzügig mit Verlinken oder auch Teilen auf sozialen Netzwerken, überhaupt mit Unterstützen und Helfen. Ebenso wichtig ist es, nicht nur im bewährten Netzwerk zu verharren, sondern auch mal über den Tellerrand zu gucken. Mut tut gut! Auch beim Bloggen.

SEO: SEO läuft bei mir sehr auf Sparflamme. Weil es mir keinen Spaß macht. Weil ich keine Lust auf ständige Ratgeber-Artikel habe, die Google so sehr liebt. Weil ich ohnehin lieber Stammleserinnen habe, als solche, die über SEO bei meinem Selbstbräunerpost von vor drei Jahren landen – und mich dann anrufen, um noch offene Fragen zu klären (sic!). Ein bisschen Suchmaschinenmarketing mache ich mittlerweile dennoch: Bei Posts, die mir besonders wichtig sind, oder bei langen aufwändigen Texten recherchiere ich relevante Suchwörter und -phrasen (manchmal ;-)). Meine Fotos versehe ich mit aussagekräftigen alt-Texten. Für manche Posts schreibe ich sogar eine Meta Description. Das war’s dann aber auch schon. Alles Weitere ist mir zu mühsam und zu spaßbefreit. Ohnehin glaube ich fest daran, dass guter, spannender und einmaliger Content das beste SEO ist.

Und analog? Na klar! Erzähl von deinem Blog. Druck dir Visitenkarten und leg sie in passenden Geschäften aus (habe ich mich zugegebenermaßen selbst noch nie getraut, würde aber gerne! ;-))). Geh auf Bloggerkonferenzen, Workshops, Messen. Und so weiter. Und vergiss deine Visitenkarten nicht! (Ich bin genau darin Meisterin!)

Eines ist klar: Du musst dranbleiben, um dein Blog bekannter zu machen. Es wird dauern und du brauchst einen langen Atem (Ausnahmen bestätigen die Regel). Womit wir wieder beim Herzblut wären. Und bei den Visitenkarten. ;-)

***

Puh, das ist jetzt ein ziemlicher Rundumschlag geworden. Ich hoffe, es war für dich etwas dabei. Ich hätte auch noch viel mehr dazu zu sagen – aber das hebe ich mir einfach für ein nächstes Mal auf.

Hab eine wunderbare Woche!


Montag, 12. September 2016 um 06:00 Uhr