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Dienstag, 09. Mai 2017 um 06:00 Uhr

Die Angst vor dem Scheitern.

Letzte Woche, irgendwann kurz vor Mitternacht, dachte ich bei einem letzten Glas Rosé darüber nach, was mich beim Buchschreiben am meisten bremst.

Es sind nicht Facebook, Instagram, Pinterest, andere Blogs, es ist nicht die Prokrastinierei. Nicht das Rumdaddeln und Rumsurfen. Das Tee kochen und noch mehr Tee kochen. Oder die Spülmaschine, die dringendst ausgeräumt werden muss. Nein. Das ist es nicht.

Es ist die Angst vor dem Scheitern.

Die Angst vor dem Scheitern. Sie verfolgt mich ... Darum geht es in diesem Blogpost!

Die Angst zu versagen lähmt mich. Sie lässt mich jeden Buchstaben und jeden Satz dreimal umdrehen. Jeder einzelne Gedanke muss durch ein Kreuzverhör. Mindestens. Die Angst bremst mich und manchmal lässt sie mich gar nicht erst anfangen – ich könnte ja nur Unsinn schreiben. Bereits jetzt habe ich Angst vor schlechten Kritiken und vernichtenden Amazon-Rezensionen, dabei ist das Buch ja noch weit davon entfernt geschrieben zu sein! Und überhaupt: Werde ich meinen Ansprüchen genügen? Kann ich das überhaupt? Werde ich zufrieden sein, mit dem, was ich geschafft und geschaffen habe? Vielleicht kann ich ja überhaupt nicht schreiben – und es hat ihn nur noch niemand bemerkt, den großen Bluff?

Die Angst ist mein größter Bremsklotz. Und zugleich – perverserweise – mein wichtigster Motor. Aber zu welchem Preis! Das Streben nach Perfektion, nach 100 Prozent oder noch mehr … alles gründet in der Furcht, ich könnte versagen.

Woher diese Angst kommt? Ich weiß es nicht.

Natürlich habe ich schon oft gegrübelt, darüber nachgedacht, woher sie kommt. Denn sie trifft mich jetzt ja nicht zum ersten Mal.

Ich weiß es nicht. Wenn ich meine Lebensgeschichte betrachte, gibt es keinen Grund. Schule, Abitur, Studium. Das Examen sogar mit Prädikat, obwohl das Studium nicht meinen wirklichen Talenten entsprach. Ich hab’s trotzdem durchgezogen. Danach: Ein spannender Job in einem großen Automobilunternehmen. Später erfolgreiche Selbstständige. Tolle Kunden, eine eigene Kolumne, ein hübsches Blog. Dazu ein Mann, drei Kinder, ein eigenes Haus. Alles da. Alles „geschafft”. Mal von der Yacht abgesehen. ;-))

Trotzdem. Trotzdem ist da diese Angst, ich könnte nicht gut genug sein. Für was auch immer: irgendeinen Auftrag, meine Kolumne, ja, selbst mein Blog. Und jetzt eben für das Buch. Aber … ich kenne das Spiel inzwischen auch ein bisschen. Ich weiß, dass ich mich durchkämpfe. Durchs Schreiben, durch die Zweifel, die Selbstzweifel. Durch die Versagensängste. Weil ich es muss.

Durchkämpfen. Weil ich es muss.

Aufgeben liegt mir nicht. Und irgendwie geht es ja doch. Und im Rückblick war dann doch alles ganz easy. Bis zum nächsten Mal, hier an diesem Schreibtisch, dieser Tastatur ... voller Angst und voller Zweifel.

Kennst du diese Angst? Wie gehst du damit um?

PS: Eine Freundin hat mich übrigens gefragt, wann ich denn mal etwas Schönes zum Thema #texterellaschreibteinbuch schreiben würde ... ja, das frage ich mich auch. :D Sagen wir so: Ich arbeite daran! ;-)

Bis zum nächsten Buchdienstag!