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Sonntagmorgen, am Frühstückstisch. Ich esse Panettone, diesen leckeren süßen italienischen Weihnachtskuchen, trinke dazu Milchkaffee und ein Glas Orangensaft. Rechts von mir liegt die Sonntagszeitung. Vorsichtig, sehr vorsichtig schlage ich sie auf, wie immer habe ich ein wenig Angst vor den Nachrichten, die mich erwarten. Und da sind sie auch schon: Krieg. Noch mehr Krieg. Noch mehr Hass. Irgendwo brannten wieder Flüchtlingsunterkünfte und im Mittelmeer sind Flüchtende ertrunken.

Sonntagmorgen im Ampertal

Sonntagmorgen im Ampertal.

Und während mir noch die Tränen in die Augen schießen, blicke ich durchs Fenster hinaus in meine Welt. Eine Welt, in die ich durch einen glücklichen Zufall hineingeboren wurde. Im Sonnenaufgang liegt sie vor mir, Nebelschwaden glitzernd über dem Tal. Draußen ist es ruhig, drinnen, im Haus, ist es warm. Ich habe genug Essen, eine Heizung, sauberes Wasser. Meine zwei Söhne werden nicht zum Wehrdienst zwangseingezogen, um irgendwann in irgendwelchen Schützengräben verheizt zu werden. Meine Tochter wird nicht zwangsverheiratet, sondern besucht die Schule. Sie wird ihr Abitur machen und studieren können (wenn sie das will). Ich selbst kann selbstbestimmt leben, meinen Beruf ausüben, auf die Straße gehen, ohne Angst. Ich bin gleichberechtigt, mein Mann achtet mich, respektiert meine Meinung. Niemand behandelt mich schlecht, weil ich als Frau ohnehin nichts wert bin. Niemand erwartet, dass ich mich verhülle.

Ich blicke hinaus und schaue mich um. Was für ein Glück, was für eine wunderbare Welt, was für ein wahnsinniges WOW!

Wir sollten noch viel häufiger in unsere wunderbare Welt hinausschauen – und dankbar sein. Und das nicht nur an einem frühen Weihnachtssonntagmorgen.

Einen wunderbaren Sonntag wünsche ich dir!

 
Susanne Ackstaller, Sonntag, 27. Dezember 2015, 08:12 Uhr
Kommentare: 3 | Aufrufe: 1688 | Kategorie: Lifestyle, Leben, Meinungen, | Tags: politikmeinunglebengesellschaft
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Kommentare

  • Du wirst wohl bald herauskatapultiert aus deiner Traumwelt. Dass die Wehrpflicht wieder eingefuehrt wird ist nämlich durchaus möglich angesicht der misslichen Zustände und es wird dann nicht nur deine Söhne treffen sondern auch junge Frauen werden dann wahrscheinlich eingezogen werden, leider.

    Tipa
    am Sonntag, 03. Januar 2016 um 13:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne, was für ein toller Text am Sonntagmorgen! Auch ich habe während der schönen Weihnachtstage mit Familie und Freunden wieder besonders daran gedacht: Wie gut es uns doch allen geht! Man sollte öfter daran denken, jedoch ohne ein „schlechtes Gewissen” deswegen zu haben. Aber vielleicht um besonders dankbar für all’ das zu sein: Wie wir leben, was wir haben, dass wir in Frieden leben usw. Und vielleicht, um anderen etwas abzugeben von unserem Glück, unserem „Reichtum” (im Sinn von: Wir haben von fast allem genug bzw. zu viel ... es muss nicht unbedingt Geld sein, und manchmal reicht sogar ein Lächeln, ein gutes Wort).
    In diesem Sinne: Ich wünsche Dir einen wunderschönen Sonntag und freue mich auf Deine Texte auch in 2016 - sie sind einfach wunderbar und ein guter Begleiter durch den Tag
    Alles Gute für Dich!

    Kristin
    am Sonntag, 27. Dezember 2015 um 11:26 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Liebe Kristin,

      danke - deine Worte machen mich sehr glücklich! :-*

      Ein tolles 2016 für dich!

      Susi.

      Susi
      am Freitag, 01. Januar 2016 um 22:14 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

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