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Viele halten mich für eine Art Energiebündel. Immer in Schwung, immer auf Zack, immer alles im Griff. Immer mit drei oder mehr Dingen gleichzeitig jonglierend. Und dabei natürlich gut strukturiert und wohl organisiert. Ja, das ist wohl das Bild, das viele Menschen von mir haben. Und es stimmt ja auch – zum Teil zumindest. Der andere Teil ist die größte Aufschieberin aller Zeiten.

So, nun isses raus.

Pakete zur Post, Telefonanrufe, Überweisungen, Buchhaltung (!!), Rechnungen schreiben (!!!) – was mich nicht gerade von Herzen begeistert und befeuert, kostet mich tatsächlich ziemlich viel Kraft. Und Zeit. Zeit, vor allem! Klar, vermeintlich geht durch das Aufschieben von Aufgaben (neudeutsch: „Prokrastinieren”) erstmal manches schneller – man kommt natürlich schneller durch den Tag, wenn man nur die Hälfte erledigt. Tatsächlich dauert alles aber um ein Vielfaches länger. Ja, es kann schon mal dauern, bis ich Dinge erledigt kriege, schließlich hat mein Kopf immer eine Ausrede parat. Immer gibt es einen guten Grund, genau jetzt etwas nicht zu tun. Irgendetwas, das wichtiger ist (oder zumindest so scheint) oder spannender oder interessanter. Oderoderoder. Und wenn mir selbst die Ausreden ausgehen – dann habe ich halt gerade einfach keine Lust. 

Blütenkette von Patrizia Pepe

Frühlingliche Belohnung von Patrizipia Pepe (gesehen bei Rebelle.com)*


Es ist nun wahrlich nicht so, dass mich das Aufschieben von Aufgaben oder Arbeit erleichtert oder das Leben schöner macht. Tatsächlich ist es eine stete Belastung. Ja, es ist ein Launenkiller, immer wieder an denselben Paketen im Hausgang vorbeizukommmen, die noch zu schreibenden eMails nicht ganz vergessen zu dürfen, die fällige Überweisung auf dem Radar zu halten. Denn irgendwann … muss man dann ja doch. Warum also nicht gleich? Warum ist Aufschieben so verführerisch? Warum gehen fünf Tage ins Land für eine Sache, die 30 Sekunden dauert?

Ja, warum?

Schließlich macht uns das Erledigen doch so viel glücklicher: Endlich darf man das Häkchen an diese Sache machen, endlich darf man sich mit guten Gewissens den schönen Dingen widmen. Endlich ist man wie befreit.

Regelmäßig versuche ich deshalb mein Verhalten zu verändern. Denn Erledigen macht mich froh und zufrieden. Ich weiß das. Und dennoch falle ich immer wieder in alte Muster zurück.

Was mir hilft – auch wenn ich weit von einer wirklich nachhaltigen Lösung bin:

Fünf Tipps, um Dinge erledigt zu kriegen:

1. Ich nutze eine App (zum Beispiel: Everyday oder Clear, auf der man To-dos eintragen – und sie nach dem Erledigen mit einem Klick oder Wischen durchstreichen kann. Ja, durchstreichen! Das ist für mich wichtig! Ich liebe es zu sehen, was ich schon erledigt habe. Papier geht natürlich auch (ich bin ein iPhone-Junkie!).

2. Schon am Vorabend sammeln und aufschreiben, was ich am nächsten Tag alles erledigen muss – denn erfahrungsgemäß ist mein Schwung am Morgen am größten. Plus: Es ist einfach ein tolles Erfolgserlebnis, um 9 Uhr schon fünf von acht To-dos erledigt und durchgestrichen zu haben (meistens dauern die Dinge ja nicht lang, man schiebt sie nur ewig vor sich her).

3. Größere Aufgaben – zum Beispiel das verhasste Ausmisten von Schränken – nehme ich mir in kleinen Häppchen vor: jeden Tag 15 Minuten. Das ist sehr überschau- und deshalb machbar. Ich stelle mir den Timer, mache mir gute Musik an – und lege los. Es ist wirklich erstaunlich, was man in 15 Minuten alles schaffen kann. Versuch’s mal!

4. Und dann ist da noch die Belohnungstaktik – sehr einfach, sehr effektiv, sehr zielführend. Am besten funktionieren bei mir folgende Belohnungen: eine halbe Stunde lesen oder eine halbe Folge der Lieblingsserie gucken (aktuell ist dies „The Good Wife“ – gut, dass es bei mir so viel zu erledigen gibt). Oder wenn das Wetter passt: Spazieren gehen, einen ausgedehnten Cappuccino auf dem Balkon trinken, das Nichtstun in der Sonne genießen. Naja, und bei größeren Erledigungsprojekten darf’s auch mal was größeres sein ...

5. Manchmal hilft es auch schon, sich das Glücksgefühl, Erleichterung, Befreiung vorzustellen, die einen ergreift, wenn man Lästiges endlich wegerledigt hat. Endlich ist die Buchhaltung vom Tisch, endlich hat man das Büro aufgeräumt, endlich den Kleiderschrank von zu kleinen Klamotten befreit ... dieses Gefühl motiviert zumindest mich ungemein.

So, das war’s von mir. Jetzt bin ich gespannt auf deine ultimativen Erledigungstipps. Oder bist du gar von der Ich-erledige-alles-sofort-Fraktion? Wie schrieb ich hier schon: Beneidenswerte Spezies. :-)

Ein schönes Wochenende euch allen!

PS: Ich habe schon Krokusse spitzen sehen! Hurra!


* Affiliate-Link

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 06. März 2015, 17:47 Uhr
Kommentare: 5 | Aufrufe: 2789 | Kategorie: Lifestyle, Leben, | Tags: prokrastinationerledigenaufschieben von aufgabenaufschieben von arbeitaufschieben
 

Kommentare

  • Der Belohnungstrick funktioniert bei mir gut bei ganz hartnäckigen Fällen. So habe ich zum Beispiel vor Jahren das Rauchen aufgehört (für jeden Tag ohne Kippen gab es Belohnung…) Ansonsten handhabe ich es nach dem „was ist am Dringlichsten” Prinzip, alles andere kann warten und davon geht die Welt nicht unter.

    Farbenfreundin
    am Sonntag, 08. März 2015 um 21:19 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Oh, ich liebe auch the Good Wife und bin immer noch fertig wegen Will - und nehme es dem Darsteller echt übel, dass er aus der Serie geschrieben werden wollte und wir das nun ausbaden müssen ;-).

    Procrastination: Habe ich auch bei manchen Aufgaben (Putzen, Ausmisten, Sport ...), bei anderen überhole ich mich selbst.

    Ich schreibe mir meine Aufgaben und Vorhaben in den Outlook-Kalender. Was ich geschafft habe, wird gelöscht, anderes auf den nächsten Tag oder in die nächste Woche geschoben - manches verschiebe ich monatelang von Woche zu Woche ;-) - meist Sachen, die nur für mich wichtig wären, bei Aufgaben für andere würde ich nicht wagen, mich so undiszipliniert zu verhalten.

    Ich hoffe auf mehr Energieschub durch die Frühlingssonne, im Moment lähmt mich aber noch die Frühlingsmüdigkeit.

    Liebe Grüße
    Eva

    tinto-Eva
    am Sonntag, 08. März 2015 um 12:13 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich brauche Listen, sonst geht schon mal gar nix. Sie geben mir wenigstens das Gefühl, organisiert zu sein, und das Abhaken bzw. Durchstreichen ist das Allergrößte!

    Diese Schranksache mache ich allerdings nicht viertelstundenweise, sondern in einem Rutsch, maximal gebe ich mir für diese Großprojekte ein Wochenende. Das wird dann aber ein extragroßer Haken… :-)

    Uschi aus Aachen
    am Samstag, 07. März 2015 um 14:17 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Das kenne ich nur zu gut.Ich mache es ähnlich wie du, ich schreibe mir das, was ich erledigen möchte, handschriftlich in meinen terminkalender und wenn erledigt, kommt ein dicker Haken dahinter.
    Ans Ausmisten des Kleiderschrankes muss ich aus noch ran. Da hilft bei mir aber nur:Ganz oder garnicht. Nicht häppchenweise.
    Und die Steuer wartet auch noch. Aber Gott sei Dank fehlen noch ein paar Unterlagen. ;-)

    Susanne
    am Samstag, 07. März 2015 um 10:03 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Oh ja, das kenne ich leider nur zu gut!
    Listen schreibe (altmodisch)ich mir ständig mit Kästchen davor zum Abhaken… aber die verschwinden dann immer irgendwo und erledigt ist nichts. Dafür lasse ich mich nur zu gerne ablenken :-)

    LG zum Wochenende,
    Annette | Lady of Style

    Annette
    am Samstag, 07. März 2015 um 09:14 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

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