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Kürzlich habe ich auf meinem Instagram-Account zu meinem allerersten Post hinuntergescrollt. Ich musste sehr lange scrollen, denn ich bin schon sehr lange auf Instagram – seit dem 17. März 2011, um genau zu sein. Ja, 2011! Eine digitale Ewigkeit ist das her, ja, irgendwann zwischen Second Life und Snapchat … in der Ursuppe von Social Media quasi. Noch bevor die Stars und Sternchen am Insta-Himmel aufgingen und sie zu weltverändernden Influencern wurden!

Ja, so lange bin ich schon dabei.

Ich habe ein wenig gestaunt: Wie einfach die Bilder damals waren, und wie simple die Filter. Eine ganz andere ästhetische Welt – weit entfernt von den heute so ausgefeilten Feeds, bei der die Farbwelten der einzelnen Bilder aufeinander abgestimmt sind und in einander übergehen. In denen Instabilder nicht einfach mit dem Smartphone gemacht, sondern mit Vollformat-Kameras und nachbearbeitet hochgeladen werden – und es sogar Bücher (gar nicht mal wenige) gibt, die sich mit dem perfekten Instagram-Feed beschäftigen.

Instagram gestern und heute: Simple Farbfilter versus Perfektion

Das ist einerseits toll, weil auf manchen Accounts so unfassbar schöne Fotos zu sehen sind, die mir wirklich den Atem rauben und mich verweilen lassen. Andererseits macht es mich traurig, dass auf Social Media alles zum „Business“ verkommt. Nicht geschieht mehr spontan, alles ist strategisch geplant und auf die maximale Rendite ausgerichtet. Ohne „Marke“ geht gar nichts mehr, alles muss perfekt sein und auf den Algorithmus ausgerichtet – und nicht nur bei Instagram, auch bei Facebook und Pinterest.

Überhaupt: der Algorithmus! Ja, der böse Algorithmus bringt alles durcheinander und versaut gerne mal die Statistik. Schlimm ist das – da hat man dann doch glatt bei 500.000 Followern nur noch 20.000 Likes unterm Bild, statt der sonstigen 25.000! Ka-ta-stro-phe! Immerhin eine, bei der ich mich entspannt zurücklehnen kann. Ein Star wird ohnehin keiner mehr aus mir, nicht mal ein Sternchen. Was okay ist, denn so muss ich nicht ständig auf meine Statistik schielen und das nächste Bild nicht nach seinen Erfolgschancen aussuchen. Ich muss nicht ständig kommentieren, liken, Insta-Storys produzieren. Ich kann einfach „ich“ sein auf Instagram und dort tun und lassen, was ich mag.

Der böse Algorithmus!

Apropos Star: Ich habe nicht schlecht gestaunt, als mir mein Mann kürzlich erzählte, die Teenage-Tochter eines guten Freundes habe auf Instagram 200.000 Follower! Zweihundertausend! Und das, wo sie vermutlich noch in der Grundschule war, als ich schon meine ersten Insta-Bilder postete! Tja, irgendwas läuft bei mir wohl doch falsch auf Instagram. ;-)

Vielleicht könnten wir alle einen Schritt zurücktreten – um zu sehen, was Instagram wirklich ist bzw. war: ein Netzwerk, um die Freude an schönen Momenten zu teilen. Eine Plattform, um Lebenslust in Bilder zu fassen! Eine Möglichkeit, mehr zu sehen von dieser Welt. Vielleicht könnten wir den Hype und den Algorithmus und das Business einfach mal vergessen ... und ganz simpel wieder mehr Spaß mit Instagram haben.

***

Bist du auch auf Instagram? Dann nenne mir doch deinen Account im Kommentarfel (ich bin „textelle”)! Und natürlich bin ich auch gespannt auf deine Meinung zum Thema Instagram!

***

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Susanne Ackstaller, Dienstag, 28. November 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 14 | Aufrufe: 1661 | Kategorie: Meinungen, Gedanken, Arbeit und Business, Bloggen, | Tags: social mediameinungkein influencerinstagraminfluencer
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Kommentare

  • Moin, moin!

    Ich finde Instagram manchmal nützlich, hauptsächlich schön als Plattform, um nette, witzige, schöne (Natur-) Fotos zu zeigen. Leicht auf Facebook und meinem Blog zu teilen. Links von besonderen Fotos rum zu schicken. Und so. Überhaupt. Spaß.
    Netzwerken geht da auch. :-)

    Viele Grüße nach Bayern! Silke

    Silke Bicker - Erdhaftig-NaturSicht
    am Freitag, 01. Dezember 2017 um 00:02 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susi, ich bin mit meinem Blog als outdoortraum auf Instagram. Strategisch poste ich nur insofern, als ich Bilder veröffentliche, die im weitesten Sinne mit meinen Outdoor-Themen im Blog zu tun haben. Da ich aber einfach liebend gern draußen unterwegs bin, überwiegt der Spaßfaktor definitiv. Und meistens ist die Natur ohne Filter ohnehin am schönsten. Zu blank polierte Accounts finde ich übrigens auch eher langweilig. Und ich stimme dir zu: Mehr Spaß, weniger Business in den Social Media wären toll!

    Henrike Doerr
    am Mittwoch, 29. November 2017 um 10:14 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Deinen letzten Absatz „Vielleicht könnten wir alle einen Schritt zurücktreten – um zu sehen, was Instagram wirklich ist bzw. war…” kann ich nur unterschreiben. Und mit den Worten beschreibe ich auch Freundinnen, die mich danach fragen, Instagram: „Es macht einfach Spaß.” Für mich (@uschi.aachen) will ich daran auch nie etwas ändern! Und die perfekt durchgestylten Accounts langweilen mich zumeist, reine Selfidioten fliegen raus oder ich folge ihnen gar nicht erst.

    Uschi aus Aachen
    am Mittwoch, 29. November 2017 um 09:01 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Vor lauter Geilheit nach Likes und Follower, vergisst man wirklich gerne den Spaß. Man grübelt, was man machen kann damit die Zahlen steigen. Ist frustriert, wenn es nicht klappt oder lange dauert oder nur langsam vor sich hin tröpfelt.

    Dabei ist Instagram so toll: Man alles zeigen was man möchte und andere daran teilhaben lassen und darum geht es ja schließlich auch.

    Klar ist es schön, wenn Follower und Likes steigen, aber die kommen auch nur, wenn man mit Leidenschaft und Freude dabei ist. Das muss man sich immer wieder selber sagen (ich auch).

    Rene
    am Dienstag, 28. November 2017 um 21:12 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Vielleicht werden ganz bald die, die einfach Freude am Posten haben, ohne Filter und „authentisch”, die Stars sein. Und wenn nicht, dann werden sie die sein, denen es einfach Freud gemacht hat, etwas für die Welt zu hinterlassen.

    Ich finde das prima :-)

    Birgit
    am Dienstag, 28. November 2017 um 21:02 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Nun, für viele ist Instagram - und auch ein Blog - inzwischen kein Spaß mehr, sondern schlicht und ergreifend ein Geschäft. Da wird verständlicherweise um Verträge, Kooperationen und Einnahmen gerungen.
    Das kann sicher auch Spaß machen, aber es zwingt zur Professionalität. Da werden Followerzahlen und Follower-Like-Ratio dann eben wichtig. Wer da punkten möchte, ist gezwungen, Perfektion abzuliefern.
    Aber es gibt doch immer noch unendlich viele Accounts, die wunderbare Fotos zeigen, ohne dass sie wie geklont aussehen. Und denen sieht man dann auch ganz oft den Spaß an der Sache an.
    Liebe Grüße
    Fran

    Fran
    am Dienstag, 28. November 2017 um 18:06 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne,

    Du sprichst mir so aus dem Herzen. Ich entfolge tatsächlich schon wieder vielen zu durchgestylten accounts weil es mich total langweilt jeden Tag das gleiche Wohnzimmer zu sehen. Oder nur 3-Farb-Fotos. Bei mir wird mit dem iPhone geknipst, mit den von Insta zur Verfügung gestellten Filtern und Verbesserungsmöglichkeiten und dann sofort hochgeladen….. Aber erfolgreich wird man damit nicht….. Is leider so.

    Ich heisse natürlich happyhomeblog bei Insta.
    Liebe Grüße aus dem Norden
    Kathrin

    Kathrin
    am Dienstag, 28. November 2017 um 17:30 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Ich bin nur zu meinem eigenen Spass am Instagram und auch Facebook. Da gibt es nur „Anfaenger” Fotos zu sehen, also abgesehen von einem Filter oder Rahmen hin und wieder. Alles nur mit meinem Phone aufgenommen. Ich fuehle mich meistens Fehl am Platz wenn ich etwas poste da es sich „nur” um mein Leben handelt, und das absolut nicht interessant ist im Vergleich zu den so super gestalteten Accounts. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dass mir niemand gross folgt order Kommentare hinterlaesst. Aber es macht mir doch immer Spass mal etwas zu kreiren order ganz einfach nur von dem zu zeigen was so angeht in meinem „ganz normalen” Leben. Ich folge keinem Account lange das ueber produziert ist. Es ist fuer mich mehr ein Medium um andere Leute und deren Leben kennenzulernen als um mich zu produzieren. Ich verstehe allerdings gut dass die professionellen Influencer sich da mehr ins Zeug legen muessen, schliesslich leben sie davon. Ich bin auf Maya.Mendez.5 zu finden und finde Deine „stories” immer so erfrischend weil sie es schaffen mich zu beruehren.

    Maya
    am Dienstag, 28. November 2017 um 17:05 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susi, hach, du sprichst mir aus dem Herzen, wie so oft. Ich habe natürlich als Bloggerin einen Insta-Account, nein zwei sogar, einen für den Food Blog, den habe ich erst seit wenigen Monaten, weil ich dachte ich gliedere mein Gatschessen aus dem Bauchladen aus. Und meinen Bauchladen-Account, auf dem ich mich beharrlich weigere sämtliche Instagramm Vorschriften zu beachten. Ich verwende kaum Filter, schieße oft spontan Fotos und verstecke meine Falten nicht. Ich habe nicht einmal eine Linie, geschweige denn eine Strategie. Auch an Veröffentlichungszeiten halte ich mich nicht. Ja, auch ich werde kein Star mehr ;-)
    Außer, dass ich Momente aus meinem durchwegs spannenden Leben festhalte passiert da nicht viel. instagram.com/csassomarrone
    Ich schick dir liebe Grüße aus Salzburg
    Claudia

    Claudia Braunstein
    am Dienstag, 28. November 2017 um 15:46 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Hallo,

    ich bin durch Zufall und die Mission „weißer Kürbis” zu Insta gekommen ;)
    Eigentlich dachte ich auch, dass es eine Plattform ist wo man kleine Begebenheiten teilt, zeigt was man gut findet und ein wenig Input bekommt. Das es bei vielen so verbissen gesehen wird und der ständige Aufschrei weniger likes zu bekommen finde ich genau so nervig wie die ständigen Rabatt Codes (besonders für eine bestimmte Uhrenmarke).
    Schade das die Leute den Spaß an den einfach Dingen verloren habe :(
    LG Monika

    Monika
    am Dienstag, 28. November 2017 um 15:33 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Hallo Susanne,

    ich bin als belambolo auf Instagram und ich kann Dir in allem nur zustimmen.
    Ich bin unter anderem Puppenmacherin ( wir haben ja alle mehrere Leben :-)) und es genügt bei weitem nicht nur Puppen zu machen. Nein - ich muss diese auch noch professionell in Szene setzen, detailverliebt und korrekt fotografieren, massenhaft Fotos bearbeiten, hochladen, etc. . Eigentlich will ich doch nur Puppen für Kinder machen ....
    Gestern habe ich ein Interview von einem Modeblogger gehört - er berichtet, er habe Mitarbeiter fürs Büro, Stylisten und lässt sich von einem Fotograf so lange in Szene setzen, bis ein „spontan aussehendes Foto” dabei rauskommt… unglaublich.
    ich liebe Deine ungeschminkten Stories mit Deiner wunderbar warmen Stimme!

    Heike
    am Dienstag, 28. November 2017 um 13:34 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susanne, Dein Text spricht mir sowas von aus dem Herzen vor allem die Passage: Ich muss nicht ständig kommentieren, liken, Insta-Storys produzieren. Ich kann einfach „ich“ sein auf Instagram und dort tun und lassen, was ich mag. Ich achte zwar auf auf meinen Feed und die Bildsprache, will mich aber auch nicht verbiegen. Und belanglose Instastories finde ich ehrlich gesagt schrecklich und frage mich manchmal ob Menschen noch ein wirkliches Leben haben, wenn alles festgehalten werden muss… Liebe Grüße, Ricarda

    Ricarda
    am Dienstag, 28. November 2017 um 10:43 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Interessant! Ich bin ja noch ein Frischlinge und erst seit ein paar Monaten dabei. Für mich ist es ein Spaß, ich gucke, was in der Bücherwelt so los ist, staune über hässliche und schöne Kompositionen, gucke mal rein, was die anderen so machen (dabei folge ich vielleicht 150 Leute, also megaviel tut sich da eigentlich nicht, aber ich habe bei einigen lieben Menschen einfach im Blick, wo sie sind und was sie tun…)

    Für mich ist es noch ein ganz kleiner Kreis, aus dem ich manchmal über die Suche nach Hashtags ausbreche. Dann suche ich #inkedgirls #mermaids oder #booklover. Und gucke mal rum. Mehr nicht. Mir macht es Spaß. Und die Leute sind viel freundlicher zueinander als beispielsweise bei Twitter, wo Leute sich gerne gegenseitig missverstehen und anderen dann öffentlich ans Bein pinkeln. O_o

    Liebe Grüße
    Ruth

    Ruth
    am Dienstag, 28. November 2017 um 10:28 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Guten Morgen! Ich bin als tombabe auf Instagram. :) Ich fotografiere gerne, fange Momente ein, Landschaften, Stimmungen und natürlich fotografiere ich mein Essen :D. Großteils, ich lobe mich selbst, sind meine Fotos ohne Filter, weil ich die Spielereien gar nicht so mag. Mir gehts, wie gesagt, um die Fotos und ich hab seinerzeit gelernt so zu fotografieren, dass das Bild passt. Künstliche Bilder finde ich langweilig, makellose Frauen sehen für mich unnatürlich aus. Wenn ich zu Tode gephotoshopte ( :D :D) Bilder sehe, frag ich mich, wie das Bild wirklich aussah. Bearbeiten kann bald einer ;) echte Fotos sind selten geworden

    Dagmar Vogrinz
    am Dienstag, 28. November 2017 um 08:14 Uhr

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