mode-lifestyle
 

Ich hatte alles so wunderbar geplant. Oder sagen wir: mir vorgestellt. Der Montag, gestern also, sollte mich bei meinem Buch ein gutes Stück voranbringen. Was auch bitter nötig ist: Zwei Wochen war #texterellaschreibteinbuch in meinem Leben nur in Spurenelementen vorhanden gewesen, und die Tage fast ausschließlich für ein anderes großes Projekt draufgegangen – eines, das ich komplett unterschätzt hatte und das so viel mehr Zeit gekostet hatte als gedacht.


Leben, du nervst! Immer kommst du mir beim Schreiben dazwischen! #texterellaschreibteinbuch


Aber nun wollte ich das Buch voller Elan richtig anpacken. Ha! Wäre doch gelacht! Da musste doch mal langsam was in großen Schritten vorwärtsgehen!

8 Uhr. Mit einer anderen, nunja ... ebenfalls eher schleppenden Buchschreiberin hatte ich mich deshalb für morgens 9 Uhr verabredet. Beide wollten wir uns mindestens zwei Stunden ausschließlich aufs Schreiben konzentrieren. So der Plan. Doch leider hatte ich die Rechnung nicht mit dem Leben gemacht. Das kam nämlich dazwischen – samt Sportunfall unseres Austauschschülers. Und so verbrachte ich meinen Schreibvormittag ohne Schreiben. Dafür in der Notaufnahme. Notfälle kamen und gingen, wir saßen immer noch da. Meine Schreib-Verabredung jubelte mir nach zwei Stunden auf Whatsapp entgegen und freute sich über ihren Fortschritt. Ich freute mich nach drei Stunden immerhin darüber, dass der Fuß doch nicht gebrochen, sondern nur überdehnt worden war.

11.45 Uhr. Endlich daheim, noch schnell einen Kaffee, dann K1 in die Stadt zur mündlichen Abiturprüfung fahren und irgendwann später wieder abholen. Dazwischen schnell einkaufen, schnell nach Hause, schnell kochen. Schnell schnell schnell – nur nicht schnell schreiben. Ja, nicht mal langsam schreiben! Gar nicht schreiben nämlich. Stattdessen das Katzenfutter vergessen, und die Milch! Am Gedächtnis verzweifeln, am Leben, am Landleben sowieso! Wer hatte eigentlich die Idee mit diesem Landleben gehabt, hm? Und warum hatte mir niemand verraten, dass das Landleben soweit weg ist von der Stadt? Dann verpasst ein weiteres Kind noch den Bus und weiß nicht, wie es nun nach Haus kommen soll. Q. E. D.

15.30 Uhr. Der Tag hat seinen Zenit – auch meinen eigenen, geistigen – mittlerweile längst überschritten. Ich überlegte, ob ich überhaupt noch anfange mit der Schreiberei. Oder nicht lieber morgen früh ganz frisch starten sollte. Das heißt: Falls dann nicht wieder irgendwas ist, wenn auch was anderes! Weiß Gott, was das Leben morgen wieder vorhat mit mir! Um für diesen Fall ein wenig vorzuarbeiten, setzte ich mich doch noch an den Schreibtisch und öffnete mein Manuskript. Und dann passierte natürlich, was zu erwarten war: Das Telefon klingelt. Der Kunde, ein wichtiger, der noch dringend, ein paar letzte Änderungen hat.

18 Uhr. Mittlerweile ist es früher Abend. K2 und K3 erzählen vom Tag. Was sie alles gemacht haben, gelernt haben, erreicht haben! Und schließen mit der Frage:

„Mama, was hast du eigentlich den ganzen Tag gemacht?“

Ja. Was habe ich eigentlich den ganzen Tag gemacht?! Dass ich mit dem „Ergebnis” unzufrieden bin, versteht sich von selbst! Liegt’s an mir, liegt’s am Leben oder bin ich vielleicht einfach nur schrecklich unorganisiert? Muss ich mehr delegieren, mehr bei Lieferdiensten bestellen, einfach mal fünf gerade sein lassen? Bei der VHS einen Kurs in Selbstmanagement und Produktivitätssteigerung machen? Ist es einfach nur der ganz normale Wahnsinn, den ich nie so wirklich in den Griff kriege? Ich weiß es nicht.

Wie machst du das denn? Sag doch mal!

 
Susanne Ackstaller, Dienstag, 30. Mai 2017, 06:00 Uhr
Kommentare: 8 | Aufrufe: 1516 | Kategorie: Lifestyle, Arbeit und Business, | Tags: texterellaschreibteinbuchproduktivitätbuchdienstag
Das könnte auch interessant sein:
Vergesst George Clooney! Hier kommt die schönste Kaffeemaschine der Welt!
Texterella schreibt ein Buch: Im Wechselbad der Gefühle.
Texterella schreibt ein Buch: Auf der Suche nach der Routine. Und der Disziplin.
 

Kommentare

  • Liebe Susi,

    unsere Schreibverabredungen sind trotzdem super. Manchmal kommt eben etwas dazwischen, was einfach vorgeht. Das muss man wahrscheinlich einkalkulieren. Aber gut, das ich das während der zwei Stunden nicht wusste. Denn es hat mich innerlich schön angespornt, zwei Stunden bei der Stange zu bleiben und mich durch nichts, aber auch gar nichts ablenken zu lassen. Es hat (fast) geklappt. Nur eine Miniklitzekleine Ablenkung ... Weil ich dir aber nach zwei Stunden berichten wollte, habe ich mich schnell wieder diszipliniert.  Es war einfach ein ganz tolles Gefühl, zu wissen, da sitzt noch jemand anders genau wie ich und schreibt. Das ist wirklich Motivation pur. (Ich wusste ja da noch nicht, dass dich ständig was abgelenkt hast). Mir hilfts. Vielleicht ist das für andere ja auch eine schöne Idee?

    Liebe Grüße von der ebenfalls etwas schleppenden Buchschreiberin, die jetzt schon gar nicht mmehr so schleppend ist ;-)

    Dagmar
    am Donnerstag, 01. Juni 2017 um 16:31 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

    • Liebe Dagmar,

      deshalb habe ich es dir auch nicht gesagt - weil ich dir die Motivation nicht nehmen wollte. :D

      So, und bei mir geht es jetzt gleich los! Gleiiiiiiich! Gleich.

      Liebe Grüße,

      Susi.

      Susi
      am Freitag, 02. Juni 2017 um 08:40 Uhr

      Auf diesen Kommentar antworten

  • Hallo Susi, ich habe oft solche Tage. Es sind ja eigentlich auch nur ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und schwupps ist der halbe Tag rum. Das ist das normale Leben. Ich habe auch kein Rezept dafür und probiere damit zurecht zukommen. Heute ist ein neuer Tag. Viele liebe Grüsse Beate

    Beate S.
    am Mittwoch, 31. Mai 2017 um 07:13 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Texterella,

    ich mache es genau wie du. Haargenau so. Jeden und jeden Tag. Immer und immer wieder.
    Wenn du eine Lösung gefunden hast, teile sie unbedingt auf deinem Blog mit!
    Danke.

    Flusskilometer_191
    am Mittwoch, 31. Mai 2017 um 00:18 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Manche Leut werden erst dann richtig gut, wenn sie unter enormem Druck stehen. Könnte doch sein, dass du dazugehörst? Dann kannst du erstmal entspannt ausatmen… die Adrenalinzufuhr kurz vor dem Abgabetermin sorgt dann für den Rest!

    Nur Mut, das Reinkommen in die Arbeitsroutine am Anfang ist wirklich das Allerschwerste,
    aber du schaffst das wie du bisher alles geschafft hast,
    Nessa,
    zuversichtlich

    Nessa
    am Dienstag, 30. Mai 2017 um 09:43 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Susi, ich fühle mit dir! Ich schreibe ja selber gerade an einem Buch. Also, das ist ein wenig übertrieben, ich liefere die Rezepte und Fotos für ein Fachbuch für Dysphagiepatienten. Also, so Menschen wie mich. Der Autorenvertrag liegt schon seit letzten Sommer hier, kommende Woche möchte ich alles abgeben. wenn ich auf die letzten Wochen und Monate zurückblicke, dann sehe ich nur Chaos, was das Buchprojekt anbelangt. Selten in meinem Leben habe ich etwas so schlecht geplant, wie dieses Projekt. Ich bin richtig froh und hoffentlich befreit, wenn ich das hinter mir habe. Es hat mir auch aufgezeigt, warum ich in Pension bin, ich bin nur mehr bedingt fähig große Auftragsarbeiten zu leisten. Du schaffst das ;-) Liebe Grüße, Claudia

    Claudia Braunstein
    am Dienstag, 30. Mai 2017 um 09:32 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Liebe Texterella,

    herzlichen Dank für Deinen erfrischenden Artikel, der mit so voll aus der Seele spricht. Ich lese immer nur von den SuperPowerfrauen, die auf ihrem Blog immer alles perfekt hinbekommen. Bei mir klappt nicht einmal die Hochsteckfrisur, die ich mir schon zum zehnten Mal auf YouTube angesehe. Dafür rutscht das iPad von der Ablage im Bad herunter - Gottseidank auf den Haufen Wäsche, der sehnsüchtig seinen Abmarsch in die Waschmaschine erwartet. Es ist das pralle Leben, das uns vom Schreiben abhält und ist nicht genau das Wunderschön? Wie traurig wäre es, wenn unser Leben immer nach Plan verlaufen würde? Doch jetzt muss ich zurück zu meinem Plan, denn meine Auftraggeberin will in den Pfingsturlaub… In diesem Sinn eine wunderschöne Woche.

    ConnieB
    am Dienstag, 30. Mai 2017 um 08:15 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

  • Den alltäglichen Wahnsinn wird man nie ganz wegorganisieren können. Ich war vor einiger Zeit bei so einem Effizienz-Seminar, und das hab ich da gelernt. Bei Notfällen kannste ja schlecht sagen: „Geht mich nix an”.

    Edith Nebel
    am Dienstag, 30. Mai 2017 um 07:55 Uhr

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar:
 
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
  • Name*
     
  • Email*
     
  • Website
     
  • Kommentar*
     
  • CAPTCHA*
      
  •  
  •  
  •  
 
 

Zum nächsten Beitrag: Auf leisen Pfoten: Wenn die Menschen Urlaub machen.

Zum nächsten Beitrag.

Zum vorherigen Beitrag: Das Montagsinterview mit Beate Finken.

Zum vorherigen Beitrag.





Herzblutdinge

Herzbluttexte




WERBUNG













KOOPERATIONEN








 
WERBUNG

© 2017 texterella.de | Susanne Ackstaller

Site by blogwork.de und Sibylle Zimmermann, hz-konzept.de